Ganz schnell mal eine gute Nachricht … Very quickly some good news for a change


… The English version follows after the German in one block.

Ausnahmeerlaubnis für gefährliches Insektengift abgewendet.

Aktuell dürfen wir uns über gute Nachrichten für Bienen und andere Insekten freuen: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat einen Antrag der Zuckerindustrie auf eine erneute Notfallzulassung für das Neonicotinoid Thiamethoxam abgelehnt. Dadurch sollte das EU-weit geltende Verbot des Insektengifts umgangen werden. Dabei sind Neonicotinoide wie Thiamethoxam aus gutem Grund verboten: Sie gelten als hoch bienengefährlich und bedrohen die biologische Vielfalt.

Jahrelang setzte sich das Umweltinstitut deshalb für ein Verbot dieser Pestizide ein. Unsere Freude war groß, als die EU-Mitgliedstaaten 2018 einen Anwendungs-Stopp für drei dieser Insektengifte im Freiland beschlossen, ein Totalverbot folgte. Doch schon kurz nach dem Verbot begannen erste Mitgliedstaaten, dieses zu umgehen und die Anwendung der Gifte über sogenannte Notfallzulassungen wieder zu ermöglichen. Gegen unseren Protest wurde auch in Deutschland für die vergangene Anbausaison eine Notfallzulassung für Thiamethoxam für die Behandlung von Zuckerrüben-Saatgut erteilt. 2021 landete das Gift so auf deutschen Äckern mit einer Gesamtfläche von 126.900 ha.

Untersuchungen von Imker:innen belegen, dass sich das Neonicotinoid – trotz aller vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen – unkontrolliert in der Umgebung der Zuckerrüben-Äcker verbreitet hat: Das Gift wurde in hohen Konzentrationen auf benachbarten Feldern und nahe angrenzender Gewässer nachgewiesen.

Dass das BVL einer erneuten Notfallzulassung für Thiamethoxam für 2022 nun eine Absage erteilt hat, lässt vorerst aufatmen. Das Amt stellte jedoch in Aussicht, in der kommenden Zuckerrüben-Saison andere Insektengifte per „Notfallzulassung“ zu erlauben. Doch Pestizid-Verbote müssen konsequent umgesetzt werden, um die Natur zu schützen. Wir fordern das BVL deshalb dazu auf, künftig generell keine Ausnahmen für verbotene Pestizide mehr zu erlauben.

****************************************************************

Exemption for dangerous insecticide averted.

We can currently look forward to good news for bees and other insects: The Federal Office for Consumer Protection and Food Safety (BVL) has rejected an application from the sugar industry for renewed emergency approval for the neonicotinoid thiamethoxam. This was intended to circumvent the EU-wide ban on this insecticide. Neonicotinoids such as thiamethoxam are banned for good reason: They are considered highly dangerous to bees and threaten biological diversity.

For years, the environmental institute therefore campaigned for a ban on these pesticides. We were very happy when the EU member states decided to stop the use of three of these insecticides outdoors in 2018, followed by a total ban. But shortly after the ban, the first member states began to circumvent it and allow the use of the poisons again via so-called emergency approvals. Against our protest, an emergency approval for thiamethoxam for the treatment of sugar beet seeds was also granted in Germany for the past growing season. In 2021, the poison landed on German fields with a total area of ​​126,900 ha.

Investigations by beekeepers show that the neonicotinoid – despite all the prescribed precautionary measures – spread uncontrolled in the vicinity of the sugar beet fields: The poison was detected in high concentrations in neighboring fields and nearby bodies of water.

The fact that the BVL has now rejected a renewed emergency approval for thiamethoxam for 2022 lets us breathe a sigh of relief for the time being. However, the office mentioned the prospect of allowing other insecticides in the coming sugar beet season by means of „emergency approval“. But pesticide bans must be implemented consistently in order to protect nature. We therefore call on the BVL to generally no longer allow exceptions for prohibited pesticides in the future.

********************************************************************

Die Ackergifte gleiten leider allzu leicht in Vergessenheit mit all dem Fokus on CO2, sind doch auch sie eine echte Gefahr für alles Leben.

… The poisons on fields are gliding too easily into the background with all focus on CO2, but they are also a real danger for all life.

Südtirol: Vergiftete Empfehlung

 

Umweltinstitut_Logo

Südtirol: Vergiftete Empfehlung

Die EU hat im Januar beschlossen, Chlorpyrifos-methyl zu verbieten, weil das Insektizid die Gehirnentwicklung von Kindern beeinträchtigen kann.

Der Südtiroler Beratungsring empfiehlt dennoch, das Mittel vor Ablauf der Verkaufsfrist noch einmal einzukaufen und im Obstbau anzuwenden.

In einem offenen Brief forderten wir deshalb, die Empfehlung zurückzunehmen und brachten das Thema damit in viele Südtiroler Medien.

Zum offenen Brief

*********************************************************************

Mein Senf dazu:

Was geht in den Köpfen von den Leuten vor, die solche Empfehlungen abgeben? Damit entlarven sie sich doch 100% als Marionetten der Hersteller. Warum würden sie eine solche Empfehlung abgeben, wenn sie nicht finanziell davon profitierten?

Ich habe mir mal diese Liste der aktuell im Handel erhältlichen Gifte angesehen, da wird einem schlecht.

Aber typisch ist so ein Verhalten. Hier in Dänemark haben auch viele Leute vor dem Verbot Roundup gehamstert, denn was man zur Zeit des Inkrafttretens im Schuppen hatte, durfte man noch benutzen.

Der Mensch ist ein sehr seltsames Wesen … und angeblich sind wir doch vernunftbegabt …

 

Mit direkter Demokratie für die Artenvielfalt

Umweltinstitut_Logo

Mit direkter Demokratie für die Artenvielfalt

Während die Bundesregierung beim Artenschutz weiterhin auf der Bremse steht, machen Erfolgsbeispiele auf Landesebene Mut: Schon in drei Bundesländern konnten engagierte BürgerInnen mit direkter Demokratie die Politik zum Handeln bewegen.

Mehr als 1,7 Millionen Menschen gingen Anfang des Jahres in Bayern in die Rathäuser, um das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ zu unterstützen. Inzwischen ist der Vorschlag des Volksbegehrens vom Landtag beschlossen worden. Nach diesem großen Erfolg starteten in Baden-Württemberg und Brandenburg ähnliche Initiativen:

In Brandenburg haben es Teile der Forderungen jetzt in den Koalitionsvertrag geschafft. Da wichtige Verbesserungen wie ein Verbot von Ackergiften in Naturschutzgebieten jedoch fehlen, werden weiterhin Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

Auch in Baden-Württemberg hat das Volksbegehren schon eine Menge Bewegung in die Agrarpolitik gebracht: Dort bietet die Landesregierung den InitiatorInnen nun einen Dialog an und präsentierte eigene Eckpunkte für ein Artenschutzgesetz. Wie wir die Vorschläge der Regierung bewerten und unter welchen Bedingungen das Bündnis das Dialogangebot annimmt, lesen Sie in unserer aktuellen Meldung. 

Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen und die regionalen Bewegungen für mehr Artenvielfalt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zusammenbringen: In wenigen Wochen starten wir mit der Unterschriftensammlung für eine offizielle Europäische Bürgerinitiative. Unser Ziel: Eine europäische Agrarwende zur Rettung der Artenvielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft. Als Newsletter-LeserIn informieren wir Sie hier als erste, wenn es losgeht und wie Sie mitmachen können!

[Man sollte doch eigentlich meinen, dass Ackergifte und Naturschutzgebiete einander logischischerweise ausschliessen … ???]

Pestizidkontrolle jetzt!

Mehr als 72.000 Menschen haben für die Petition „Pestizidkontrolle jetzt!“ unterschrieben. Nun fand die dazugehörige Bundestagsanhörung von Initiator und Imkermeister Thomas Radetzki statt. Welche Botschaft ihm bei seinem Vortrag besonders wichtig war und wie sich die Bundesregierung in der anschließenden Diskussion zum Zulassungsverfahren von Pestiziden positionierte, erzählt er im Interview.

 

Das pressiert jetzt gerade …

Umweltinstitut

Neue Insektengifte: Weitere Zulassung erteilt

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

wenn das Insektensterben in diesem Tempo weitergeht, könnte es in 100 Jahren keine Bienen, Hummeln oder andere Insekten mehr geben. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kam eine aktuelle Studie. Doch für die Bundesregierung ist diese dramatische Entwicklung scheinbar noch immer kein Grund, aktiv zu werden. Ganz im Gegenteil: Neue, für Bestäuber schädliche Pestizide werden von den Behörden zugelassen!

Vor wenigen Wochen kam das sulfoxaflorhaltige Gift „Closer“ auf den Markt, allerdings mit starken Auflagen und beschränkt auf den Einsatz im Gewächshaus. Nun folgte eine Genehmigung für ein Insektizid mit dem Wirkstoff Flupyradifuron. Dieser ist ebenfalls gefährlich für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, darf künftig aber sogar in Haus- und Kleingärten eingesetzt werden!

Als Begründung führt die zuständige Behörde an, dass das Insektengift als kleines Stäbchen direkt in die Erde gesteckt wird und deshalb unbedenklich für Bienen und andere Nützlinge sei. Wenn die Wurzeln den Wirkstoff allerdings aufnehmen, wird er in der ganzen Pflanze verteilt. So landet das Gift auch in den Blüten und damit in Pollen und Nektar, die von Bestäubern gesammelt werden.

Mit einer Online-Aktion fordern wir deshalb von Umweltministerin Schulze und Agrarministerin Klöckner, den neuen Insektengiften die Zulassung zu verweigern und bereits erteilte Genehmigungen umgehend zurückzuziehen. Schon fast 450.000 UnterstützerInnen haben sich unserem gemeinsamen Appell mit Campact angeschlossen. Helfen Sie uns, noch viele weitere Menschen zu erreichen, indem Sie die Aktion jetzt mit Ihren FreundInnen und Bekannten teilen.

 

[Das erinnert mich an eine Ärztin, die mir erklärte, dass Kortison nicht ins Blut gelangt, wenn man es inhaliert, das bleibt dann in der Lunge … :-D]

Neue Insektizide

Information und Aufruf zum Protest vom Umweltinstitut München:

„Hallo,

erst im April gab es Anlass zur Freude. Drei Neonicotinoide – für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co besonders gefährliche Pestizide – wurden EU-weit für den Freiland-Einsatz verboten. Doch schon droht unseren Insekten die nächste Gefahr: Drei neue Gifte mit ähnlich verheerender Wirkung könnten in Deutschland schon bald zugelassen werden.

Die Bundesregierung muss jetzt aus den Fehlern lernen, die mit der Genehmigung der Neonicotinoide gemacht wurden. Angesichts des alarmierenden Insektensterbens wäre es völlig verantwortungslos, diese neuen Gifte auf den Markt zu bringen!

Schreibe jetzt an Umweltministerin Schulze und an Agrarministerin Klöckner, damit sie den neuen Insektengiften die Zulassung verweigern.

Hier kannst du mitmachen: https://www.umweltinstitut.org/neue-insektengifte

Danke und viele Grüße!“

Biene_UmweltinstitutMuenchen

Vor lauter Kopfschütteln habe ich schon Muskelkater …

(Die Grafik stammt von der Webseite des Umweltinsituts München. Da ich hier für deren Aktion werbe, gehe ich davon aus, dass es in Ordnung ist, sie zu benutzen …)