Die Bärlauchsaison ist fast vorbei …Wild garlic season is almost over

Bevor wir nach Deutschland fuhren, waren wir noch in „unserem“ Bärlauchwald, wo wir immer ernten gehen (naja, „immer“, das dritte Jahr jetzt nach der Entdeckung). Jetzt blüht er und die Saison ist fast vorbei.

… Before we went to Germany, we visited „our“ wild garlic wood, where we always go to harvest (well, „always“, the third year now after the discovery). Now it is flowering and the season is almost over.

Die Stürme haben hier auch so einige Bäume gefällt.
… The storms have felled quite a few trees here as well.
Ein wunderschöner Waldweg, gesäumt von Bärlauch und auch Knoblauchrauke.
… A beautiful forest path, lined with wild garlic and in between garlic mustard as well.
Knoblauchrauke, ebenfalls essbar; sie bekommt weisse Blüten.
… Garlic mustard, also edible; it gets white flowers.

Ein Schild behauptete, dass dieser Weg zum Nordseewanderweg gehört. Wie bitte? Wo ist denn hier die Nordsee???

… A sign claimed that this path belongs to the North Atlantic hiking path. I beg your pardon? Where do you see the North Atlantic here???


Karten lügen nicht … 😉 … Maps don’t lie … 😉

Die Nordsee ist ganz auf der anderen Seite.
… The North Atlantic is on the opposite side.

Jedenfalls führte uns der Weg zur Havnø Mühle, die immer abgeschlossen ist, wenn wir kommen.

… The path led to Havnø mill, which is always locked when we visit.

Der Gentleman entspannt sich …
… The gentleman relaxes …

Auf dem Rückweg kamen wir an diesem Schild vorbei, der auf einen Waldfriedhof hinwies. Wir bogen zum Glück nach links zum Parkplatz ab, denn wir wollten nicht unbedingt auf dem Friedhof ernten.

… On the way back we passed this sign, pointing to a forest graveyard. Luckily, our path to the parking lot made a left turn. We didn’t really want to cut wild garlic at the graveyard.



Die Ernte habe ich am selben Tag noch verarbeitet. Das Bärlauchsalz habe ich schon einmal gemacht nach einer Idee von Ballesworld. Dieses Mal habe ich es mit feinem Salz gemacht. Es hat fünf Tage zum Trocknen gebraucht. Man kann theoretisch auch die Blätter erst trocknen und dann mit dem Salz mischen, was aber nicht die schöne grüne Farbe ergibt und auch nicht an den Geschmack mit frischem Bärlauch herankommt.

… I processed the harvest the same day. I have made the wild garlic salt before, after an idea by Ballesworld. This time I made it with fine salt. It took five days to dry. In theory, one could also dry the leaves first and then mix it with the salt, but that does not result in the nice green colour. The taste is not the same either in comparison to making it with fresh wild garlic.


Den Rest habe ich, wie im Vorjahr mit Öl im Mixer vermischt und in kleinen Portionen eingefroren. Daraus mache ich dann Pesto.

… The remaining leaves I have, like in the years before, mixed with oil and frozen down in small portions. I use those to prepare pesto.


Das reicht uns fürs ganze Jahr. Ich verspreche, nächstes Jahr nicht noch einmal von Bärlauch zu sprechen … 😉

… That will last us for the entire year. I promise that I will not mention wild garlic again next year … 😉

Fotos des Monats, April 2022/ Photos of the month, April 2022

Ein wenig verspätet wegen der Camping-Tour nach Deutschland.

… A bit delayed because of the camping tour to Germany.

Havnø Mühle / … Havnø mill
Gartenanemone / … Garden anemona
Und ihre wilde Schwester, die sich bei mir im Garten angesiedelt hat.
… And its wild sister, which has settled itself in my garden.

Hinter diesem nichtssagenden Zaun hat jemand eine fantasievolle Gartenmauer gebaut. Eine alte Ruine wurde mitbenutzt und dann mit vielen verschiedenen Zutaten ergänzt, fast schon etwas Hundertwasser-artig. Gesehen in Lauenburg.
… Behind this bland fence, somebody has built a fanciful garden wall, using an old ruin, enhancing it with many different ingredients, almost a bit Hundertwasser-ry. Seen in Lauenburg.
Blick von unserem Campingplatz auf das gegenüberliegende Ufer der Elbe mit Sonnanuntergang.
… View from our camping site to the opposite bank of the river Elbe, with sunset.

Ich habe ganz viele Fotos auf dieser Kurzreise gemacht. Ich muss da noch sortieren. Jedenfalls sind wir wieder heil zuhause angekommen.

… I have taken a lot of photos on this short trip. I still have to assort them. In any case, we reached home without any problems.

Bärlauch-Orgie … Wild garlic orgy


Wir haben wieder viel zu viel gesammelt. Letztes Mal hatten wir 4 prallgefüllte Tüten, dieses mal 4 halbgefüllte Tüten … aber … damals waren das 8 l Gefriertüten und jetzt 30 l Abfalltüten. 😀 😀 😀 Ich bemerkte die geringfügige Differenz, als ich mir den Beitrag von der letzten Bärlauchsammelaktion angesehen habe. Übrigens konnte man an den Schnittstellen sehen, dass wir nicht die einzigen sind, die diese Stelle kennen und hier ernten … 😉

… We have again collected, way too much. Last time we had 4 bags full, and this time 4 half bags ….. but …. last time they were 8 l freezing bags, and this time 30 l garbage bags. 😀 😀 😀 I noticed the subtle difference, when I looked at the post I wrote about the last wild garlic excursion. By the way, from the cut surfaces we could see that we are not the only ones, who know this place and harvest here … 😉

Karte / Map: Google Earth

Nach dem Stiele abschneiden, Aussortieren unbrauchbarer Blätter und Insicherheitbringen von diversen Baby-Schnecken blieben
850 g alles in allem. Davon wurden
100 g zu drei Gläsern Relish verarbeitet
100 g frische Blätter eingefroren für später als Kräutersalz zusammen mit Minze (Ballesworld blog)
100 g zu Bärlauchsalz verarbeitet (ohne Minze, die ist noch nicht so weit).
50 g aufbewahrt für Risotto am Sonnabend. (Ballesworld blog)
500 g klein geschnippelt und zusammen mit Sonnenblumenkernöl vermixt und in kleinen Portionen eingefroren. Letzteres hat 2 Stunden gedauert.

… After cutting off the stilks, sorting out unusable leaves and bringing various baby snails into safety, all that remained was
850 g all in all. Of which were
100 g made into three glasses of Relish
100 g fresh leaves frozen for later as wild garlic salt together with mint (Ballesworld blog)
100 g processed into wild garlic salt (without mint, it is not up yet).
50 g kept for risotto on Saturday. (Ballesworld blog)
500 g finely chopped and mixed with sunflower seed oil and frozen in small portions. The latter took 2 hours.

Ich habe jetzt 8 kleine Schalen mit konzentriertem Bärlauch in Öl in der Gefriertruhe. Diesen kann man zu Pesto, Relish, Risotto, Suppe, Kräutersalz, Dip etc. etc. verarbeiten. Es reicht sogar, um geringfügige Mengen an Bärlauchfreunde abzugeben. 😉

… I now have 8 small bowls of concentrated wild garlic in oil in the freezer. This can be processed into pesto, relish, risotto, soup, herbal salt, dip etc. etc. It is even enough to give minor quantities to wild garlic fans. 😉


Bärlauchsalz (Ballesworld nur ohne Minze) und „Golden salt“ (goldenes Salz). Das goldene Salz gehört nicht zur Bärlauchorgie, aber nun war ich ja gerade so gut im Gang … 😉 … Dazu habe ich eine Handvoll Steinsalz mit den Blütenblättern von fünf Löwenzahnblüten und fünf Gänseblümchen im Blitzmixer vermischt. Danach muss das Salz getrocknet werden, bevor man es in ein Glas füllen kann. Man kann auch erst die Blütenblätter trocknen und dann mit dem Salz vermixen, das wird dann aber nicht so schön gelb. Das Bärlauchsalz habe ich genauso hergestellt, nur mit grobem Salz: 250 g grobes Steinsalz und 100 g Bärlauchblätter. Das muss ein wenig länger trocknen …

… Salt with wild garlic (Ballesworld blog, only without mint) and „Golden salt“. The golden salt does not really belong to the wild garlic orgy, but I just was in full swing … 😉 … For the latter I took a handful of stone salt with the petals of five dandelion flowers and five daisy flowers and blended them in an instant mixer. Afterwards the salt has to be dried, before it can be kept in a glass. You can also dry the petals first and then blend it with the salt, but then it does not get such a nice yellow colour. The wild garlic salt I made the same way, with 250 g coarse rock salt and 100 g wild garlic leaves. It has to be left to dry a bit longer …


Ich habe noch keinen Pesto gemacht, weil ich noch zwei kleine Gläser im Kühlschrank entdeckt habe. Gibt es bei euch in der Umgebung irgendetwas, was ihr gerne sammelt und verarbeitet?

… I have not yet made pesto, because I have discovered two small glasses in the fridge. Is there growing anything in your vecinity that you like to harvest and process?

Mariager Fjord im Mai, Teil 1

Vom 4. bis zum 7. Mai waren wir mit dem Wohnwagen auf dem Campingplatz in Mariager am Fjord mit demselben Namen. In Dänemark sagt man, dass dies der schönste Fjord in Dänemark sei. Da könnte was dran sein!

Wir kamen bei harter Cooling von Nord-Nordost an. Natürlich wollten wir uns so aufstellen, dass wir direkt aufs Wasser guckten, aber von dort kam der Wind. Nun haben wir ja in Trelde Næs bereits das Zusammenpacken bei Sturm geübt, aber das Aufbauen bei Sturm ist noch um einiges schwieriger. Zum Schluss gaben wir auf und beschlossen, einige Stunden zu warten, ob der Wind sich legen würde.

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Der Campingplatz liegt direkt am Fjord und ist nicht so riesig, sauber und mit netten Leuten bestückt.

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Wir kamen an einem Freitag an, am frühen Nachmittag, da waren noch nicht so viele Camper.

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Ja, so sah das aus, der Wind presste das Zelt gegen den Wohnwagen. Für jede Zeltstange hätten wir eine Person zum Festhalten gebraucht, aber so viele waren wir nicht, nur mein Mann und ich. Wir sind dann immer unterdurch gekrabbelt, denn wir wollten das Zelt nicht wieder aus der Schiene ziehen. Es war schwer genug gewesen, es hinein zu bekommen.

In der Zwischenzeit sind wir dann erst einmal Essen gegangen. Die Stadt liegt auf der anderen Seite der Strasse, also nur drei Minuten zu Fuss vom Platz aus. Hier kehrten wir ein, im Postgaarden: Sehr gemütlich.

So gegen 21.00 Uhr bauten wir dann endlich das Vorzelt auf. Es wehte noch immer ziemlich stark, aber es gelang uns.

Am nächsten Morgen empfing uns dieser Anblick:

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Nicht gerade windstill, aber blauer Himmel. Wir wollten eine Radtour von Hadsund nach Als Odde machen, wo der Mariager-Fjord ins Kattegat mündet. Der Weg führte uns über Dania, einen kleinen Ort, der völlig in privater Hand ist. Er entstand um eine Zementfabrik herum, die jetzt stillgelegt ist, und besteht hauptsächlich aus Reihenhäusern für die Arbeiter, Einzelhäusern für die Angestellten und einem extra luxuriösem Haus für den Direktor. In den meisten Häusern wohnen jetzt Privatleute oder es sind dort Kleinbetriebe untergebracht.

Von der Jugendherberge in Hadsund aus ging es dann mit dem Fahrrad weiter. Wir machten einen Abstecher zur Havnø Mølle, die im Sommer zu besichtigen ist. Solche Kleinodien sind in Dänemark oft nur durch freiwilliges Personal bestückt, genau wie der alte Kaufmannsladen in Tornby.

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Wir schafften es nicht ganz bis nach Als Odde, denn wir kämpften die ganze Zeit gegen den Wind. Wir drehten um und fuhren die Strecke noch einmal mit dem Auto, denn wir wollten im Cafe an der Mündung Kaffee trinken. Es war aber geschlossen, daher fuhren wir zurück in den Wald, wo wir das Jägerhaus JÆGERHUSET  gesehen hatten. Das sah gemütlich aus. Wie man auf den Bildern sehen kann, war der Eindruck berechtigt. Wir wurden von einer interessanten älteren Dame, also so in unserem Alter 😉 begrüsst. Sie hat das Restaurant seit 30 Jahren, glaube ich, und sie erzählte uns, dass in dem Haus nie ein Jäger gewohnt hätte. Es war also nicht klar, wo der Name herkam. Auch die vielen Hexen, die im Restaurant zur Stelle waren, hatten keinen historischen Hintergrund.   😉

Es gefiel uns dort so gut, dass wir am selben Abend zum Essen zurückkehrten. Für abends muss man dort einen Tisch bestellen, sonst kann es passieren, dass man keinen Platz bekommt. Im Sommer kann man auch draussen sitzen. Das Essen ist gut und wirklich nicht überteuert.

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Abends gingen wir dann noch durch Mariager. Wir hatten so viel darüber gehört. Schaut selbst:

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Ich mache ja nicht gerne schlechte Reklame, aber das Eis am Marktplatz ist wirklich nicht zu empfehlen. Es hat eine merkwürdige Konsistens, so als ob da Gelatine mit drin wäre. Ich hatte noch nie so ein seltsam klebriges Eis im Mund. Empfehlen können wir aber die Eisbude im 14 km entfernten Hobro an der Mole im Hafen. Das ist echtes, dekadentes, dänisches Vollsahneeis!

Mariager hat: Ein Kloster mit Klosterkirche, Klostergarten, Klosterrosengarten, Veteran-Eisenbahn, Raddampfer, Salzsiederei mit angeschlossener Wellnessanlage, Museum, Kino, Freimaurerloge (in Dänemark sind die Freimaurer ziemlich stark vertreten) und viele Ausflugmöglichkeiten auf dem Wasser, zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Die Mariageraner sind sehr stolz auf ihre Rosen. Leider blühten die natürlich noch nicht. Zwei Tage waren auf jeden Fall viel zu kurz, und wir werden im Sommer noch einmal dorthin fahren.

Der zweite Teil folgt in Bälde. Es ist gar nicht so einfach, die Fotos auszuwählen. Jetzt erst einmal gute Nacht!