Der neueste Irrsinn … The latest insanity

Oder besser gesagt, einer davon … das Umweltinstitut München berichtet.

… Or rather on of them … the Environmental Institute Munich reports. (The English text follows in one block after the German).

Ich musste was selber basteln, die Grafik beim Umweltinsitut war von einer Agentur.
… I had to put something together myself, the graphic at the Institute’s site was from an agency.

Gentechnik ohne Grenzen: Reis und Kartoffeln mit menschlicher DNA?

(23.08.2021) Forscher:innen haben eine weitere Grenze überschritten: Sie haben menschliche DNA in Reis- und Kartoffelpflanzen eingeschleust. Damit soll angeblich ein schnelleres Wachstum gefördert werden. Die Auswirkungen dieses fragwürdigen Experiments sind allerdings nicht absehbar, da in kaum erforschte, sensible Prozesse innerhalb der Pflanzen eingegriffen wird.

Um den Ertrag von Ackerpflanzen weiter zu maximieren, haben Forscher:innen aus den USA und China eine neue Grenze überschritten. Sie bauten ein Stück DNA menschlichen Ursprungs in Reis- und Kartoffelpflanzen ein. Wird die DNA in den pflanzlichen Zellen „abgelesen“, so entsteht ein Protein namens „FTO“. Beim Menschen greift dieses Protein in Regulierungsprozesse der Zellen ein.

In den pflanzlichen Zellen sind die Regulierungsprozesse, in die das menschliche Protein FTO eingreifen soll, bisher kaum erforscht. Es gibt nur wenige Studien mit Modellpflanzen, die darauf hinweisen, dass dadurch Pflanzen- und Wurzelwachstum sensibel gesteuert werden.

Die Forscher:innen spekulierten, dass die Produktion von FTO in Pflanzen zu schnellerem Wachstum führen könnte. Sie sehen darin einen Ansatz zur Ertragssteigerung und Anpassung an die globale Erderwärmung.

Die Auswirkungen aber, die die Produktion von FTO in Pflanzen haben kann, sind kaum absehbar. FTO greift massiv in pflanzliche Regulierungsprozesse ein, die bisher unzureichend aufgeklärt sind. Die daraus resultierenden Konsequenzen innerhalb der Zelle sind schwer abschätzbar. Anbau und Verzehr von Gen-Reis und -Kartoffeln bergen daher ein großes Risiko für die Umwelt und den Menschen.

Solche Experimente mit menschlicher DNA in Pflanzen oder Tieren sind ethisch höchst fragwürdig. Zudem ist es gut möglich, dass der Nutzen nur marginal oder nicht vorhanden sein wird. Denn andere gentechnische Veränderungen von Pflanzen haben zwar im Labor gewünschte Effekte gezeigt, beim Anbau im Freiland haben die Gen-Pflanzen dann aber versagt. Die Stoffwechselvorgänge in den Pflanzen waren extrem gestört.

Was wir wirklich brauchen

Was wir angesichts des dramatisch fortschreitenden Klimawandels brauchen, sind nicht wenige gentechnisch „optimierte“ Pflanzenarten und Hochleistungsexemplare, sondern eine möglichst große Vielfalt: Eine Vielfalt an Sorten und Rassen, genetische Vielfalt innerhalb der Sorten und Rassen, sowie vielfältige Anbausysteme. Nur die Vielfalt sorgt für eine optimale lokale Anpassung und minimiert das Risiko von Missernten und Krankheiten.

Weiterführende Links:
Mehr über Gentechnik bei Pflanzen erfahren Sie auf unserer Themenseite
Mehr zu Risiken und Nebenwirkungen von Gentechnik lesen Sie hier

Das Protein FTO – wer’s genau wissen will:
Bei der Neubildung von Proteinen wird in den Zellen aller Lebewesen zunächst die DNA in mRNA übersetzt. Im weiteren Verlauf wird die mRNA, die den Bauplan für Proteine enthält, abgelesen. Die Vorgänge werden auf verschiedene Weise kontrolliert und reguliert, unter anderem über sogenannte Modifikationen. Dabei werden bestimmte chemische Gruppen an die DNA oder mRNA angehängt. Diese Modifikationen, zum Beispiel angehängte Methylgruppen, beeinflussen dann die Frequenz, mit der die DNA oder mRNA abgelesen wird. Das Protein FTO spielt im Regulierungsprozess der mRNA-Methylierung in menschlichen Zellen eine wichtige Rolle. Hier entfernt es Methylgruppen von der mRNA, dadurch wird die mRNA wieder vermehrt abgelesen. In Pflanzen kommt FTO natürlicherweise nicht vor, auch über die Funktion von mRNA-Methylierungen ist bisher sehr wenig bekannt.

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Genetic engineering without borders: rice and potatoes with human DNA?

(23.08.2021) Researchers have crossed another limit: They planted human DNA into rice and potato plants. This is supposed to promote faster growth. The effects of this questionable experiment cannot be foreseen, however, as this means intervention in sensitive processes within the plants that have hardly been researched.

To further maximize the yield of arable crops, researchers from the US and China have crossed a new frontier. They built a piece of human DNA into rice and potato plants. If the DNA is „read“ in the plant cells, a protein called „FTO“ is created. In humans, this protein intervenes in the regulatory processes of the cells.

The regulatory processes in which the human protein FTO is supposed to intervene in plant cells have so far hardly been researched. There are only a few studies with model plants that indicate that plant and root growth are sensitively controlled as a result.

The researchers speculated that the production of FTO in plants could lead to faster growth. They see it as an approach to increasing yields and adapting to global warming.

However, the effects that the production of FTO can have in plants can hardly be foreseen. FTO massively intervenes in plant-based regulatory processes that have not yet been adequately clarified. The resulting consequences within the cell are difficult to assess. The cultivation and consumption of GM rice and potatoes therefore pose a great risk to the environment and humans.

Such experiments with human DNA in plants or animals are ethically highly questionable. In addition, it is quite possible that the benefits will only be marginal or non-existent. Because other genetic modifications of plants have shown the desired effects in the laboratory, but the genetic plants then failed when cultivated in the field. The metabolic processes in the plants were extremely disturbed.

What we really need

In view of the dramatic advancing climate change, what we need are not a few genetically „optimized“ plant species and high-performance specimens, but as great a variety as possible: A variety of types and races, genetic diversity within the types and races, as well as diverse cultivation systems. Only variety supports  an optimal local adaptation and minimizes the risk of bad harvests and diseases.

Related Links (German only):
You can find out more about genetic engineering in plants on our topic page
Read more about the risks and side effects of genetic engineering here

The protein FTO – for those, who want to know more:
When new proteins are formed, the cells of all living things first translate the DNA into mRNA. The mRNA, which contains the blueprint for proteins, is then read. The processes are controlled and regulated in various ways, including so-called modifications. Certain chemical groups are attached to the DNA or mRNA. These modifications, for example attached methyl groups, then influence the frequency with which the DNA or mRNA is read. The FTO protein plays an important role in the regulation process of mRNA methylation in human cells. Here it removes methyl groups from the mRNA, which means that more of the mRNA is read again. FTO does not occur naturally in plants, and very little is known so far about the function of mRNA methylation.

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Erst hat man DNA von arktischen Fischen in Tomaten und Kartoffeln eingebaut, um sie frostfest zu machen (ob das letztendlich geklappt hat, weiss ich nicht), womit sie dann ja genau besehen nicht mehr für Vegetarier/Veganer geeignet wären, und jetzt dies. Jetzt werden wir zu Kannibalen … Was denn noch? DNA von Ausserirdischen? „Die spinnen, die Römer“, würde Obelix jetzt sagen …

… First scientists planted DNA from arctic fish into tomatoes and potatoes to make them hardy (I don’t know, if they actually succeeded), making them basically unsuitable for vegetarians/vegans, and now this. Now we develop into cannibals … What next? Aliens‘ DNA?
„The are crazy those Romans“, as Obelix would comment here …

Solidarisch geht anders … Solidarity works differently

Dieses Mal wieder zweisprachig, denn das geht alle etwas an. Das wird wohl mehr und mehr so werden …

… This time again in two languages, as this is important to all of us. … Which is more and more the case … The English version follows after the German in one block.

Solidarity works differently!
Out of the crisis – not back into it

Um die ökonomischen Folgen der Corona-Krise abzufedern, greift der Staat der Wirtschaft unter die Arme. Doch die Rettungspakete drohen die Klimakrise weiter anzuheizen, statt den dringend nötigen sozialen und ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft voranzubringen.

Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Ungerechtigkeiten – nicht nur beim Klimaschutz: überlastete und schlecht bezahlte Krankenpfleger:innen, unbezahlbare Mieten und Arbeitslosigkeit hier, Hunger und tödliche Fluchtrouten im Süden der Welt. Viele Menschen merken deutlich, dass wirtschaftliche Konkurrenz die wichtigen Fragen nicht regelt.

Jetzt ist oft von Solidarität die Rede. Applaus reicht aber nicht, Milliarden für Industrien von gestern schaden nur. Und Solidarität, die an Landesgrenzen Halt macht, ist keine. In einem heute gemeinsam mit über 50 Organisationen veröffentlichten Aufruf beziehen wir deshalb Position für eine solidarische Krisenbewältigung: Eine Politik, die den Weg in eine sozial und ökologisch gerechte Wirtschaft ermöglicht. Solidarisch für ALLE! In den nächsten Monaten sind von Seiten des Bündnisses mehrere Aktionstage geplant. Auftakt ist eine Aktionswoche vom 8. bis 16. Juni.

Mehr erfahren

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ENGLISH

In order to absorb the shock of the economic consequences caused by the Corona crisis, the government is helping the economy. But the rescue packages threaten to fuel the climate crisis further instead of promoting the urgently needed social and ecological restructuring of  economy and society.

Corona has the effect of a fire accelerant for injustices – not only when it comes to climate protection: overworked and poorly paid nurses, unaffordable rents and unemployment here; hunger and deadly escape routes in the south of the world. Many people clearly notice that economic competition does not regulate the important issues.

At the moment, there is often talk of solidarity. But applause is not enough, billions for yesterday’s industries only cause damage. And solidarity that stops at national borders is not solidarity. In a call published today, together with over 50 organizations, we are therefore taking a stand for solidarity-based crisis management: a policy that paves the road to a socially and ecologically just economy. Solidarity for EVERYONE! The alliance has planned several days of activities over the next few months. A start is made with an action week from June 8th to 16th.

More information

Es pressiert wohl noch nicht, ist aber wichtig … This is not that urgent yet, but it is important

… The English text will be displayed in one block after the German. I translated this, because I cannot possibly imagine that Germany is the only European country, in which this is happening, or, as it is, not happening. I am sure that there are similar activities and organizations in your respective countries.

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Klima-Pledge: Machen Sie die Bundestagswahl zur Klimawahl!

Stellen Sie sich vor, es ist Wahlkampf und alle sprechen übers Klima. Die Kanzler- und Spitzenkandidat:innen überbieten sich gegenseitig in ihren klimapolitischen Wahlversprechen. Und am Wahltag gewinnt das Klima. Für die neue Bundesregierung hat Klimaschutz oberste Priorität und schon nach 100 Tagen verabschiedet sie ein ambitioniertes Klimagesetz, das uns endlich auf Kurs mit dem Pariser Klimavertrag bringt.

Genau das ist das Ziel des Klima-Pledge (engl.: Versprechen). Gemeinsam mit Fridays for Future und einem breiten Bündnis machen wir die Bundestagswahl zur Klimawahl. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung: Versprechen Sie heute, Ihre Stimme der Partei zu geben, die sich am überzeugendsten für Klimaschutz einsetzt. Unterzeichnen Sie den Klima-Pledge!

Erst vor wenigen Tagen hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das Klimaschutzgesetz der aktuellen Bundesregierung in Teilen verfassungswidrig ist. Es lädt die Hauptlast der Emissionsreduktion auf künftige Generationen und schränkt damit deren Freiheiten unverhältnismäßig ein. Jetzt versucht die Bundesregierung, hastig nachzubessern. Doch auch der von Umweltministerin Schulze vorgelegte Entwurf für eine Novelle des Klimaschutzgesetzes reicht nicht, um die Erderhitzung genug einzudämmen und katastrophale Folgen abzuwenden. Am 26. September 2021 entscheiden wir: Wählen wir weitere vier Jahre klimapolitischen Stillstand oder wird künftig ambitionierter Klimaschutz möglich?

Diese Entscheidung fällen wir nicht nur an den Wahlurnen, sondern auch schon im Wahlkampf: Wir beeinflussen die Stimmung durch persönliche Gespräche, unsere Teilnahme an Demonstrationen und auf den sozialen Medien. Im zweiten Teil des Klima Pledges versprechen wir daher, zu Botschafter:innen der Kampagne zu werden. Gemeinsam mit vielen hunderttausend Menschen und vielfältigen kreativen Aktionen machen wir die Wahl zur Klimawahl!

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… Imagine it’s an election campaign and everyone is talking about the climate. The Chancellor and prime candidates outbid each other in their climate policy election promises. And on election day the climate wins. For the new federal government, climate protection has top priority and after just 100 days it will pass an ambitious climate law that will finally get us on track with the Paris climate treaty.

That is exactly the aim of the climate pledge. Together with Fridays for Future and a broad alliance, we are turning the federal election into a climate election. For this we need your support: Promise today that you will vote for the party that campaigns most convincingly for climate protection. Sign the Climate Pledge!

Just a few days ago the Federal Constitutional Court ruled that the current federal government’s climate protection law is partly unconstitutional. It places the main burden of emissions reduction on future generations and thus disproportionately restricts their freedom. Now the federal government is trying hastily to make improvements. But even the draft of an amendment to the Climate Protection Act submitted by Environment Minister Schulze is not enough to curb global warming enough and avert catastrophic consequences. On September 26, 2021 we will decide: Should we choose another four years of stagnation in climate policy or will ambitious climate protection be possible in the future?

We make this decision not only at the ballots, but also during the election campaign: We influence the mood through personal conversations, our participation in demonstrations and on social media. In the second part of the Climate Pledge we, therefore, promise to become ambassadors for the campaign. Together with many hundreds of thousands of people and a variety of creative activities, we change the election into a climate election!

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Das Lieblingsabkommen der Fracking Industrie … The fracking industry’s favourite agreement

… The English version follows in one block after the German text.

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Fracking ist eine dreckige und gefährliche Technik. Unter hohem Druck werden dabei Wasser und Chemikalien in schwer zugängliche Gasvorkommen tief in der Erde gepresst. In den USA hat der großflächige Einsatz dieser Technik für einen Gasboom gesorgt – mit hohem Risiko für das Grundwasser, einem enormen Wasserverbrauch sowie gefährlichen und extrem klimaschädlichen Gasaustritten. In Deutschland konnten wir nach jahrelanger Anstrengung zumindest hohe Auflagen durchsetzen, die neue Fracking-Vorhaben stark einschränken.

Auch Slowenien reagiert zunehmend auf die Risiken der Technologie. Als die Produktion von zwei Gasfeldern in Petišovci 2017 mit Fracking erhöht werden sollte, verlangten die Behörden erstmals eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Dagegen zogen die Betreiber vor Gericht. Als der Prozess Mitte 2020 verloren war, versuchten sie Verhandlungen mit der Regierung – doch die blieb hart. Ende März 2021 kündigte nun der britische Anteilseigner Ascent eine neue Klage an: Auf Basis des Energiecharta-Vertrags verlangt er mehr als 100 Millionen Euro für seine Investitionen in Petišovci und für entgangene Gewinne.

Es ist nicht der erste Fall, in dem Konzerne auf Grundlage des Energiecharta-Vertrags Schadenersatz aus Steuergeldern einklagen, weil schärfere Umweltauflagen ihre Gewinnmöglichkeiten einschränken. Das „Anti-Klimaschutz-Abkommen“ erweist sich einmal mehr als Bremsklotz im Kampf gegen die Klimakrise und den Raubbau an der Umwelt.

Sind Sie mit dabei, wenn über eine Million Menschen die europäischen Regierungen auffordern, diesen Vertrag zu kündigen?

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Fracking is a dirty and dangerous technique. Under high pressure, water and chemicals are pressed into difficult-to-access gas deposits deep in the earth. In the USA, the widespread use of this technology has caused a gas boom – with a high risk for the groundwater, enormous water consumption and dangerous and extremely climate-damaging gas leaks. In Germany, after years of effort, we were at least able to enforce high requirements that severely restrict new fracking projects.

Also Slovenia is increasingly reacting to the risks of the technology. When the production of two gas fields in Petišovci was to be increased with fracking in 2017, the authorities requested an environmental impact assessment for the first time. On the other hand, the operators went to court. When the process was lost in mid-2020, they tried negotiations with the government – but it remained strict. At the end of March 2021, the British shareholder Ascent announced a new lawsuit: On the basis of the Energy Charter contract, it is demanding more than 100 million euros for its investments in Petišovci and for lost profits.

It is not the first case in which corporations are suing for damages from taxpayers‘ money on the basis of the Energy Charter Treaty because stricter environmental regulations limit their profit opportunities. The “anti-climate protection agreement” is once again proving to be a brake on the fight against the climate crisis and the overexploitation of the environment.

Will you be with us, when more than a million people call on their governments to terminate that contract?

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Europa wehrt sich gegen die Unterdrückung von Meinungsfreiheit … Europe stands out against the repression of free speech

… The English text follows in one block after the German.

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Anklagen schüchtern uns nicht ein!

Dass Menschen vor Gericht gezerrt werden, weil sie unbequeme Wahrheiten ausgesprochen haben, kennen wir eigentlich aus autoritären Staaten. Doch auch bei uns wird diese Methode, unerwünschte Kritik auszubremsen, unter Unternehmen, Regierungen und mächtigen Einzelpersonen immer beliebter. So werden Gesetze und Gerichte vor den Karren gespannt, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die im öffentlichen Interesse Missstände anprangern – ein Schlag ins Gesicht sowohl für die Betroffenen als auch für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie selbst.

Auch in Europa hat der Einsatz dieser Einschüchterungsklagen in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Erst kürzlich wurde die französische Pestizidkritikerin Valérie Murat zu Schadensersatzzahlungen von 125.000 Euro verurteilt, weil ihre Veröffentlichung über Pestizidrückstände in Bordeaux-Weinen der mächtigen Wein-Lobby ein Dorn im Auge war. In einem ähnlichen Prozess steht unser Agrarreferent Karl Bär in Südtirol vor Gericht.

Doch nicht nur Menschen, die für eine giftfreie Landwirtschaft kämpfen, sollen mit solchen Klagen eingeschüchtert werden. Auch andere Aktivist:innen sowie Journalist:innen und Wissenschaftler:innen werden immer wieder Opfer sogenannter SLAPPs (strategic lawsuits against public participation). Jetzt haben sich Organisationen aus ganz Europa in der „Coalition against SLAPPs in Europe“ (CASE) zusammengeschlossen, um diesen Angriffen auf die Meinungsfreiheit ein Ende zu setzen. Auch das Umweltinstitut ist dem Bündnis beigetreten, um gegen den Rechtsmissbrauch durch Knebelklagen zu kämpfen und Betroffene zu unterstützen.

Mehr über CASE und unseren europaweiten Kampf gegen SLAPPs lesen Sie in unserer aktuellen Meldung.

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… Accusations don’t intimidate us!

We actually know from authoritarian states that people are dragged to court for speaking out uncomfortable truths. But even here, this method of curbing unwanted criticism is becoming increasingly popular among companies, governments and powerful individuals. Laws and courts are tied up in front of the cart to silence those who denounce grievances in the public interest – a slap in the face for those affected as well as for the rule of law and democracy itself.

In Europe, too, the use of these intimidation suits has increased massively in recent years. Only recently, the French pesticide critic Valérie Murat was sentenced to pay compensation of 125,000 euros because her publication on pesticide residues in Bordeaux wines was a thorn in the side of the powerful wine lobby. Our agricultural officer Karl Bär (German only) is on trial in South Tyrol in a similar process.

But not only people who fight for poison-free agriculture are supposed to be intimidated with such law suits. Other activists as well as journalists and scientists are repeatedly victims of so-called SLAPPs (strategic lawsuits against public participation). Now organizations from all over Europe have come together in the „Coalition against SLAPPs in Europe“ (CASE) to put an end to these attacks on freedom of expression. The environmental institute (Umweltinstitut München)  has also joined the alliance in order to fight the abuse of rights through gag action and to support those affected.

You can read more about CASE and our Europe-wide fight against SLAPPs in our current press release.

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Ja, der Kapitalfaschismus ist global im Vormarsch.

… Yes, fascism of the capital is on the rise globally.

Paulo Guajajara – Er opferte sein Leben für den Amazonas … He gave his life for the Amazon

Liebe Leser, ich möchte diese Gelegenheit ergreifen und euch anhand der nachstehenden Kampagne die weltweite Organisation AVAAZ vorstellen. Im Moment sind über 55 Millionen Menschen aus aller Welt an AVAAZ angeschlossen. Am Ende, nach dem englischen Text, sind noch einige weitere Informations-Links aufgeführt.

… Dear Readers, I should like to take this opportunity – on the basis of the below campaign – to present to you the worldwide organization AVAAZ. At the moment there are more than 55 millions of people from all over the world connected to AVAAZ. The English version of the text follows after the German.

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(Foto: Pixabay)

AVAAZ

Sie haben es vielleicht nicht gewusst, aber Paulo Guajajara hat für uns alle gekämpft.

Er hat für das Amazonas-Gebiet gekämpft, die in einen eskalierenden Krieg verwickelt war, um den Regenwald zu retten – und war bereit, sein Leben dafür zu geben, um die Holzfäller, Bergleute und rücksichtslosen multinationalen Unternehmen aufzuhalten.

Und dann, eines Tages, als er den Wald bewachte, passierte es: Paulo wurde von fünf illegalen Holzfällern überfallen, von einef Kugel ins Gesicht getroffen und starb – umgeben von den Bäumen, die er zu retten versuchte.

Aber es ist nicht nur sein Krieg – dieser Kampf gehört uns allen, denn was mit dem Amazonas passiert, wirkt sich auf alles aus. Und so sind die Amazonas-Wächter immer noch da draußen und geben alles, was sie können, aber sie können es nicht alleine tun.

Sie brauchen unsere Hilfe.

Wenn wir jetzt alle beitragen, können wir GPS- und Satellitentelefone bereitstellen, um sie zu schützen, die besten Anwälte, um sie zu unterstützen, erstklassige Medienpräsenz und leistungsstarke Kampagnen, um den Schutz der Wälder und der biologischen Vielfalt zu gewährleisten, den wir benötigen.

Während sie an vorderster Front stehen, sind wir die Verstärkung: eine globale Gemeinschaft mit unaufhaltsamer Macht, die Verteidiger zu verteidigen. Lass es uns benutzen.

Die Entwaldung des Amazonas ist in einem Jahr um 85% gestiegen, und jetzt will der rechte brasilianische Präsident riesige Schutzgebiete für Öl und Gas, Bergbau und Holzeinschlag öffnen. Wir können es uns nicht leisten, diese unerbittlichen Angriffe auf den Amazonas siegen zu lassen.

Doch in diesem ungleichsten Krieg geben diese Waldverteidiger bereits alles, was sie haben. Wenn sie jemals unsere Hilfe brauchten, dann jetzt. Wenn wir genügend Spenden aufbringen können, können wir:

  • Die besten Sicherheitsexperten einstellen und einen Sofortalarm auslösen, wann immer Angriffe eskalieren
  • Journalisten und Fotografen rekrutieren und ihre Geschichte auf globaler Ebene erzählen
  • Forschung finanzieren, die die Hintermänner der Angriffe aufdeckt und dann hilft, sie vor Gericht zu stellen
  • Kampagneen für weitreichende, langfristige Schutzmaßnahmen für den Amazonas und die Biodiversitäts-Hotspots auf der ganzen Welt organisieren.

Diese Wächter werden angegriffen, weil sie das unersetzliche Wunder des Amazonas verstanden haben – und während so viel anderes dem Erdboden gleich gemacht und geplündert wurde, haben sie es beschützt: eine grüne Insel in einem Meer der Zerstörung. Aber sie können es nicht alleine schaffen.

Spenden Sie, was Sie können – lassen Sie uns die Magie unserer Bewegung entfesseln, um die tapferen Waldverteidiger im gesamten Amazonasgebiet und für alles Leben auf der Erde zu erheben und zu schützen.

Von Südafrika bis Grönland und von Peru bis China umfasst unsere Bewegung die Welt – und doch sind wir alle untrennbar mit dem Amazonas und seinem Leben verbunden, egal wo wir uns befinden. Sein Schicksal ist unser eigenes, und in diesem monumentalen Kampf um die Natur kann es keine Zuschauer geben. Dieser Kampf geht uns alle an.

Mit endloser Hoffnung und Entschlossenheit

Mike, Marigona, Christoph, Diego, Laura, Oscar, Martyna and the rest of the Avaaz team

SPENDEN:

 

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ENGLISH

AVAAZ

You may not have known it, but Paulo Guajajara was fighting for all of us.

He was an Amazon defender, locked in an escalating war to save the rainforest — and ready to give his life stopping the loggers, miners, and ruthless multinationals.

And then one day, as he was guarding the forest, it happened: Paulo was ambushed by five illegal loggers, took a bullet to the face, and died — surrounded by the trees he was trying to save.

But it’s not just his war — this battle belongs to us all because what happens to the Amazon affects everything. And so the Amazon defenders are still out there, giving everything they can, but they can’t do it alone.

They need our help.

If we all chip in now, we can provide GPS and satellite phones to keep them safe, the smartest lawyers to back them up, world class media exposure, and powerful campaigns to secure the forest and biodiversity protections we need.

If they’re on the frontlines, we’re the reinforcements: a global community with unstoppable power to defend the defenders. Let’s use it.

Amazon deforestation is up 85% in a year, and now Brazil’s right-wing president wants to open up vast protected areas to oil and gas, mining and logging. We can’t afford to let these relentless attacks on the Amazon succeed.

Yet in this most unequal war, these forest defenders are already giving all they’ve got. If there was ever a moment when they needed our help, it is now. If we can raise enough, we can:

  • Hire the best security experts and launch a rapid-response alarm whenever attacks escalate
  • Recruit journalists and photographers, and tell their story on a global scale
  • Fund research exposing those behind the attacks, and then help bring them to justice
  • Campaign to win far-reaching, long term protections for the Amazon and biodiversity hotspots around the world.

These guardians are under attack because they understood the irreplaceable wonder of the Amazon — and while so much else was scraped and plundered, they protected it: an island of green in a sea of destruction. But they can’t do it alone.

Donate what you can — let’s unleash the magic of our movement to lift up and protect the brave forest defenders, all over the Amazon, and for all life on Earth.

From South Africa to Greenland, and from Peru to China, our movement wraps the world — and yet no matter where you are, we are all inextricably linked to the Amazon and the life it holds. Its fate is our own, and in this monumental battle for nature, there can be no bystanders. This fight belongs to us all.

With endless hope and determination,

Mike, Marigona, Christoph, Diego, Laura, Oscar, Martyna and the rest of the Avaaz team

DONATIONS:

 

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Mehr Information:                               … More information:

Brazilian ‚forest guardian‘ killed by illegal loggers in ambush (The Guardian)
https://www.theguardian.com/world/2019/nov/02/brazilian-forest-guardian-killed-by-illegal-loggers-in-ambush

Brazil’s indigenous communities resist Bolsonaro (Deutsche Welle)
https://www.dw.com/en/brazils-indigenous-communities-resist-bolsonaro/a-51909742

Brazil’s Bolsonaro unveils bill to allow commercial mining on indigenous land (The Guardian)
https://www.theguardian.com/world/2020/feb/06/brazil-bolsonaro-commercial-mining-indigenous-land-bill

Brazil Amazon deforestation jumped 85% in 2019 vs 2018: government data (Reuters)
https://www.reuters.com/article/us-brazil-deforestation/brazil-amazon-deforestation-jumped-85-in-2019-vs-2018-government-data-idUSKBN1ZD2W0

Conservationists Worry about Amazon’s Fate after Bolsonaro’s Victory in Brazil (Scientific American)
https://www.scientificamerican.com/article/conservationists-worry-about-amazons-fate-after-bolsonaro…

 

„Bienen und Bauern retten“: Vandana Shiva wird Schirmherrin (as an exception with English translation)

Umweltinstitut_Logo

Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ bekommt prominente Unterstützung: Die Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva übernahm letzte Woche offiziell die Schirmherrschaft. Mit der Initiative fordern wir ein schrittweises EU-weites Verbot chemisch-synthetischer Pestizide, Maßnahmen für die Erholung der Artenvielfalt und eine EU-Agrarpolitik, die Bäuerinnen und Bauern unterstützt, nachhaltig zu wirtschaften.

Während ihrer Vortragstournee durch Bayern erklärte die indische Wissenschaftlerin und Saatgutaktivistin öffentlich ihre Unterstützung für die Kampagne: „Wenn wir die Bienen und Insekten nicht retten, sind auch die LandwirtInnen verloren. Aber wir kämpfen mit der Initiative auch für unsere nächste Generation. Mit größter Freude werde ich als Patin einen aktiven Beitrag leisten, dass die Europäische Bürgerinitiative der Weckruf an die PolitikerInnen in Europa wird, nun endlich konsequent und mutig zu sein.“

Schließen auch Sie sich Vandana Shiva an und unterschreiben Sie jetzt gleich die Europäische Bürgerinitiative. Schon fast 160.000 Menschen haben teilgenommen. Wenn wir es schaffen, bis Ende September 2020 europaweit eine Million Stimmen zu sammeln, ist die EU-Kommission rechtlich verpflichtet, sich unseren Forderungen zu stellen. Helfen Sie uns dabei, Bienen und Bauern zu retten?

JETZT MITMACHEN

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(Foto: Umweltinstitut München, Antonia Messerschmitt)

ENGLISH

„Save the bees and the farmers“: Vandana Shiva becomes protectress of this citizens‘ initiative.

The European citizens‘ initiative „Save bees and farmers“ gets prominent support: The winner of the alternative Nobel Prize Vandana Shiva officially took over the patronage last week. With the initiative, we are calling for a gradual EU-wide ban on chemical-synthetic pesticides, measures for the recovery of biodiversity and an EU agricultural policy that supports farmers in sustainable farming.

During her lecture tour through Bavaria, the Indian scientist and seed activist publicly declared her support for the campaign: “If we don’t save the bees and insects, the farmers will also be lost. But we are also fighting for our next generation with the initiative. With great pleasure I, as a godmother, will make an active contribution to making the European Citizens‘ Initiative a wake-up call to politicians in Europe to finally be consistent and courageous. “

Join Vandana Shiva and sign the European Citizens‘ Initiative now. Almost 160,000 people have participated. If we can collect a million votes across Europe by the end of September 2020, the EU Commission is legally obliged to deal with our demands. Can you help us save bees and farmers?

PARTICIPATE NOW