Fast vergessen, aber leider immer noch aktuell: Fukushima

10 Jahre Fukushima: Atomkraftwerke abschalten!

Am 11. März 2021 jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum zehnten Mal. Doch ausgestanden ist sie noch lange nicht. Noch immer verhindern radioaktive Hotspots eine sichere Rückkehr in evakuierte Gebiete. Und demnächst sollen große Mengen verstrahlten Wassers ins Meer geleitet werden. Ausgestanden ist die Atomkatastrophe noch lange nicht. Dabei hätte es noch viel schlimmer kommen können. Nur knapp entkam der Großraum Tokio mit 50 Millionen Einwohnern der Verstrahlung. Nicht auszumalen welche Folgen es gehabt hätte, wenn der größte Teil der radioaktiven Wolke nicht zufällig aufs Meer gezogen wäre.

Zehn Jahre nach dem GAU von Fukushima werden AKW wieder als vermeintlich sichere und saubere Energiequelle im Kampf gegen den Klimawandel propagiert. Doch Atomkraft bleibt ein unkalkulierbares Risiko.Um das zu unterstreichen, starten wir zusammen mit .ausgestrahlt eine bundesweite Plakat-Aktion. An dutzenden Standorten in Deutschland machen wir mit Großplakaten deutlich: Nie wieder Fukushima! Für die Buchung einer Plakatwand entstehen dabei Kosten zwischen 120 und 600 Euro. Helfen Sie mit Ihrer Spende, so viele Plakate wie möglich aufzuhängen! Gemeinsam mit Ihnen zeigen wir: Der weltweite Atomausstieg ist jetzt nötig, damit es nicht zur nächsten Atomkatastrophe kommt!

Illegale Brennelmente-Exporte: Wir stellen Strafanzeige!

Obwohl Deutschland nach der Katastrophe von Fukushima beschlossen hat, aus der Atomkraft auszusteigen, werden Atomkraftwerke im Ausland weiterhin mit Brennstoff aus Deutschland betrieben. Besonders brisant: die Lieferungen an marode Altreaktoren in Grenznähe, denn bei einem schweren Unfall wären Menschen in ganz Europa massiv betroffen. Zusammen mit anderen Organisationen und Anti-Atom-Initiativen gehen wir deshalb rechtlich gegen die Brennelementexporte vor.

Doch mit Dreistigkeit und Arroganz setzt sich der Betreiber der Atomfabrik in Lingen über die laufenden Verfahren hinweg. Obwohl es gegen den Export einen Widerspruch mit aufschiebender Wirkung gab, lieferte das Unternehmen Ende Januar mehrmals Brennelemente an den Reaktor Doel in Belgien. Ein Eklat, denn mit dem Export begeht der Betreiber zum wiederholten Male Rechtsbruch. Bereits im Dezember exportierte er illegal Brennelemente in die Schweiz. Wir haben den Fabrikbetreiber nun wegen Export ohne Genehmigung angezeigt.

HIER könnt ihr mehr über das Umweltinstitut München lesen.

[Ich frage mich, wie es möglich ist, dass diese Firma überhaupt noch Brennelemente exportieren kann. Solche Transporte sind speziell markiert (wenn sie es denn sind) und werden an der Grenze kontrolliert, das sind ja keine kleinen Päckchen. Und die Firma sollte auf der schwarzen Liste stehen. Aber wie immer werden wohl gewisse Interessen mit im Spiel sein.]

HIER könnt ihr nachlesen, was sich aktuell in und um Fukushima herum tut. Die Webseite ist auf Englisch. Es sieht so aus als ob Japan das kontamnierte Wasser einfach ins Meer kippen will oder teilweise schon getan hat.

Vor Betriebsbeginn bereits eine Ruine … Atomkraftwerk Mochovce (Slovakei)

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Alarmierende Neuigkeiten erreichten uns letzte Woche von der Baustelle des slowakischen Atomkraftwerks (AKW) Mochovce 3: Während eines Tests ist offenbar einer der sechs Notstrom-Dieselgeneratoren explodiert. Ein über den Whistleblower Mario Zadra und Global 2000 an die Öffentlichkeit gekommenes Video geht seit einigen Tagen quer durch die österreichischen Medien.

Das Video zeigt, wie eine orangene Stichflamme seitlich aus dem Generator schießt, es folgen Funken, Rauch steigt auf, die Maschine stoppt schlagartig. Würden Notstromgeneratoren in einem echten Notfall versagen, könnte der heiße Reaktorkern nicht mehr gekühlt werden – im AKW Fukushima hat unter anderem dies zur Katastrophe geführt. Laut Global 2000 sieht der Betreiber dennoch keinen Grund, an den übrigen Generatoren eine Generalüberholung durchzuführen – ein weiterer von vielen Hinweisen für die mangelnde Sicherheitskultur an der Pannenbaustelle des AKW.

Bei einem schweren Unfall in Mochovce wären wir auch in Deutschland nicht sicher. Mehr als 48.000 Menschen fordern deshalb bereits von Umweltministerin Schulze: Setzten Sie sich bei der slowakischen Regierung dafür ein, dass die Atomruine nicht ans Netz geht!

Vielen Dank, dass auch Sie unterschrieben haben! Helfen Sie mit, dass möglichst viele Menschen davon erfahren und teilen Sie die Aktion in Ihrem Bekanntenkreis.

PS: Machen Sie sich selbst ein Bild: Das Video finden Sie in unserer aktuellen Meldung.

Atomkraft, Buschfeuer und Agrarwende

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Umweltministerium will Atom-Exporte an grenznahe Alt-AKW stoppen

 

Grenznahe Altreaktoren sollen in Zukunft keine Brennelemente aus deutschen Atomfabriken mehr erhalten. Das Bundesumweltministerium plant hierzu eine entsprechende Änderung des Atomgesetzes. Es schließt sich damit einer Forderung an, für die sich das Umweltinstitut zusammen mit Anti-Atominitiativen seit Langem stark macht.

Atomreaktoren, die weniger als 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt stehen und über 30 Jahre alt sind, sollen künftig nicht mehr beliefert werden. Das mit der Atomkraft „verbundene Restrisiko“ soll so minimiert werden. Betroffen wären marode Reaktoren wie die in Tihange, Doel oder Cattenom. In der jüngeren Vergangenheit machten diese wiederholt mit Pannenmeldungen Schlagzeilen.

Die Absicht des Ministeriums ist begrüßenswert. Doch auch künftig würden andere Reaktoren weltweit Brennstoff aus Deutschland erhalten. Nicht zu vergessen: die deutschen AKW. Auch sie sind über 30 Jahre alt. Konsequente Risikominimierung heißt deshalb: Atomfabriken und AKW sofort stilllegen!

 

Warnsignale aus der Zukunft

Immense Buschfeuer überziehen Australien. Ohne die menschengemachte Erderhitzung wäre ihr aktuelles Ausmaß kaum vorstellbar. Ist das Feuerinferno ein Vorbote noch schlimmerer Klimakatastrophen? Darüber wird maßgeblich unser Handeln in den 2020er Jahren entscheiden. Noch können wir die Klimakrise und das Ausmaß ihrer Folgen eindämmen! Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Meldung.
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Auch viele BäuerInnen „haben es satt“!

Auch im neuen Jahr reißen die Bauernproteste gegen neue Umweltauflagen nicht ab. Doch längst nicht alle LandwirtInnen sperren sich gegen mehr Tier- und Naturschutz. So werden auf der „Wir haben es satt!“-Demo am 18.01. auch dieses Jahr
wieder zahlreiche Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit uns für die Agrarwende demonstrieren. Denn nur mit einer ökologischen Landwirtschaftspolitik lassen sich Bienen und Bauern retten.
Mehr erfahren >

 

Demo „Wir haben es satt“

Agrarwende anpacken,
Klima schützen!

Wo: Brandenburger Tor, Berlin

Wann: 18. Januar 2020, ab 12 Uhr

Zur Demo-Seite >

Das pressiert jetzt total, deadline heute 8. Mai …

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Können wir das AKW Mochovce stoppen?

Am morgigen Donnerstag treffe ich Manfred Weber, den Spitzenkandidaten der EVP-Fraktion* für die Europawahl. Ich will ihm von den massiven Missständen bei den Reaktorblöcken 3 und 4 im slowakischen Mochovce berichten und die mehr als 245.000 Unterschriften überreichen, die wir gemeinsam mit Global 2000 aus Österreich und dem Bund Naturschutz in Bayern gegen die Inbetriebnahme gesammelt haben. Kann ich dabei auch Ihre Unterschrift übergeben?

Der Bau der Blöcke 3 und 4 zieht sich mittlerweile seit mehr als 30 Jahren hin, die Planungen stammen noch aus den 1970er Jahren. Kein Wunder also, dass die Technik völlig veraltet ist. Ingenieure berichten zudem von Schlampereien und Pfusch am Bau. Nicht auszumalen, was bei einem schweren Unfall in dem AKW geschehen würde, das nur rund 400 Kilometer von Deutschland und 100 Kilometer von Österreich entfernt liegt.

Auf Druck von Global 2000 hat der österreichische Kanzler Sebastian Kurz jetzt die slowakische Regierung aufgefordert, die Sicherheit der Reaktoren unabhängig überprüfen zu lassen. Wenn die internationale Kritik nun weiter zunimmt, kann das die slowakische Regierung überzeugen, eine solche Untersuchung zuzulassen. Das wäre höchstwahrscheinlich das Aus für Mochovce. Denn nach allem, was wir wissen, würden die Atom-Ruinen dieser Überprüfung niemals standhalten.

Manfred Weber kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn als Spitzenkandidat der EVP ist er nicht nur einer der einflussreichsten Politiker im Europäischen Parlament, sondern hat gute Chancen, nach der Europawahl am 26. Mai Präsident der Europäischen Kommission zu werden. Stärken Sie mir für das Treffen mit ihm durch Ihre Unterschrift den Rücken?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Dr. Hauke Doerk
Referent für Radioaktivität