Meine Schottlandreise 1973 (Teil 1)

Da war ich 18 Jahre alt. Haha, jetzt rattert bei euch die Rechenmaschine …

Ich habe einige wenige, nicht ganz so tolle Papirfotos gefunden. Das Gros der Bilder existiert in Lichtbildern, die teilweise einem Wasserschaden ausgesetzt waren. Irgendwann im Winter, wenn ich viel Zeit habe, werde ich diese digitalisieren und in mein Schottlandtagebuch einbauen. Bis dahin müssen wir uns mit dem begnügen, was da ist.

Bemerkungen aus der Jetzt-Zeit stehen in eckigen Klammern. Ansonsten habe ich den Text von damals nicht sprachlich überarbeitet.

Ich habe versucht, meine Klassenkameradin zu finden über Facebook, LinkedIn, Internet allgemein, aber es ist mir nicht gelungen. Ich weiss auch nicht, ob ihr Nachname noch derselbe ist. Vielleicht erkennt sie jemand von den Bildern wieder, das wäre doch toll.

Vorwort

1973 bin ich das erste Mal nach Schottland gereist, und zwar mit einer Klassenkameradin, die witzigerweise am selben Tag geboren ist wie ich. Warum Schottland? Ich kann es nicht mehr ganz nachvollziehen, aber ich war angetan von den schottischen Legenden und der Landschaft, die ich auf Bildern gesehen hatte. Ich hatte die ’Highland Clearances’ gelesen und andere Bücher über schottische Geschichte in Romanform.

Wir waren Schülerinnen und mussten unsere Unkosten auf ein Minimum beschränken. Eine Decksüberfahrt auf der ’Prinz Hamlet’ war damals sehr billig. Man schlief einfach irgendwo an Deck. Dann gab es die Interrail-Karten für junge Leute. Die Option, mit dem Zug zu fahren, wollten wir uns offen halten, denn wir hatten keine Erfahrung mit Trampen. Wir sind die ganze Angelegenheit sehr naiv angegangen. Vielleicht weckten wir damit den Beschützerinstinkt der Leute, denn die meisten waren wirklich sehr, sehr hilfsbereit. Vielleicht ist das auch nur die Natur der Schotten. Aber das ist nicht ganz gerecht, denn andere Nationalitäten waren uns gegenüber ebenso entgegenkommend. Tatsache ist aber, dass die Schotten allgemein sehr hilfsbereit und gastfrei waren. Und damals hatte man das Nordseeöl noch nicht entdeckt…

Alles in allem war die Reise ein voller Erfolg, trotz der Kritik, die eine 18-Jährige nun einmal von sich geben muss. Wir haben viele nette Leute kennengelernt. Mit einigen hatten wir noch lange nach der Reise Kontakt. Jedenfalls bin ich 1974 noch einmal hingereist, zusammen mit meiner besten Freundin und doppelt so lange. Ich liebte das Zigeunerleben. Im Prinzip tue ich das immer noch, nur möchte ich es jetzt etwas bequemer dabei haben.

Im Oktober 2012 waren mein Mann und ich eine Viertelstunde in Schottland, als wir in den Northumberland National Park fuhren, von der schottischen Seite aus. Ich möchte ihm wirklich gerne alle die Orte zeigen, an denen ich damals gewesen bin. Einiges wird sich sehr verändert haben, Anderes überhaupt nicht.

 

Doch nun zum Tagebuch der ersten Reise:

TEIL 1, Hamburg-London-Leeds-Barnard Castle-Glasgow

  1. Juli 1973

Die „Prinz Hamlet“ ist im Begriff abzulegen. Gerührt winken Mama und das kleine Brüderchen. Auf dem Deck herrscht eine Affenhitze, unter dem Dach Schwüle und auf dem Schiff sind ziemlich viele Idioten. [Denkt daran, ich war 18!] Die Elbe und später der Ärmelkanal sind spiegelblank. Die Sonne scheint, und es ist herrlich, auf das Wasser zu starren und sich auf Schottland zu freuen.

Abends ziehen Susi und ich uns in die Cafeteria zurück, um uns Schlafplätze für die Nacht zu sichern. Wir bekommen einige freundliche Angebote von Mannschaftsmitgliedern, ob wir nicht eine Kabine wollten usw. Wir verzichten und legen uns auf die Bänke. Mitten in der Nacht rattert ein armer Irrer an der Musikbox herum. Es zieht aus allen Ecken, aber schliesslich siegt die Müdigkeit und wir schlafen ein.

Am nächsten Morgen, 4. Juli 1973, kommen wir in Harwich an. Von dort geht es gleich weiter mit dem Zug nach London. Wir sparen 10 pence für den Bus und gehen die fünf Minuten zum Bahnhof zu Fuss, mit dem Erfolg, dass wir vor all den anderen dort sind und uns unsere Sitzplätze noch aussuchen können. Das Verstauen der Rucksäcke bereitet uns Schwierigkeiten, bis wir schliesslich den einen kurzerhand auf den Tisch stellen.

Der Zug fährt ab. Es ist Ebbe. Boote liegen auf dem Watt der Bucht verstreut. Dann sind wir bei Ebbe reingekommen, wie geht denn das? Oder ist gar nicht Ebbe, und die Bucht sieht immer so aus?

Wir fahren durch eine Landschaft, die an Schleswig-Holstein erinnert. Auf den Bahnhöfen stehen alte, verschnörkelte Holzbänke, und um die Zäune an den Bahnsteigen ranken die herrlichsten Rosen.

Nach und nach sehen wir mehr Häuser, und Susi teilt mir mit, dass wir schon in London seien.

Liverpool Street Station: ein entsetzliches Gewimmel. Wir zwängen uns durch die Menschenmenge und es gelingt uns, in eine Bank zu kommen, wo wir Geld umtauschen wollen. Man hat uns geraten, dies erst in England zu tun, weil wir dort einen besseren Kurs bekämen.

Dann kämpfen wir uns zum Bahnhof zurück und fahren zum Hydepark. Der Marsch entlang der total überlaufenen Oxford-Street gleicht einem Albtraum. Ich laufe blindlings hinter Susi her, die mir den Weg bahnt. [Wenn man einen Rucksack auf dem Rücken hat, kann man sich ganz schnell Platz verschaffen, indem man sich einfach einige Male mit Schwung umdreht …] Vom Hydepark sehe ich zu dem Zeitpunkt nur eine riesige Rasenfläche und weit hinten am Horizont ein paar Bäume. Wir legen uns nämlich gleich vorne auf die Wiese, übernächtigt und hungrig wie wir sind, um etwas zu essen. Wir sind eigentlich auf dem Weg zur Jugendherberge, aber wir wissen, dass dort noch nicht geöffnet ist.

Ein wenig später machen wir uns dann wieder auf den Weg. Die Jugendherberge liegt in der Nähe der St. Paul’s Cathedral. Ein Schwarm internationaler Jugendlicher blockiert bereits den Gehweg und die Strasse. Bald ist Einlass. Wir ächzen die Treppen hoch, denn natürlich müssen wir ganz nach oben. In unserem Zimmer sind ausser uns noch zwei sehr nette Italienerinnen. Es gelingt mir, die eine zu verärgern, indem ich sie frage, ob sie Spanierinnen seien. [Also das war nicht mit Absicht! Scout’s honour! Ist doch alles Latein!] Sie berichtet die schlimme Beleidung der „Tedesca“ ihrer Freundin, und ich höre sowas wie „scandalo“ und muss lachen, weil ich das übertrieben finde. Nun denken sie, wir verstehen Italienisch. Aus Rache fragen sie dann uns, ob wir Engländerinnen seien, was wir weit von uns weisen.

 

  1. Juli 1973

Wir wandern am nächsten Tag sieben Stunden durch die Stadt (Pausen schon abgerechnet). Wir starten am Victoria Embankment, wo ich einige schöne Fotos mache, die leider alle schwarz werden. Nur das eine blöde Bild von mir auf einer Bank wird gut. Big Ben ist meiner Meinung nach ein Ausbund an Scheusslichkeit, (meine ehrliche Meinung). Westminster Abbey finde ich schöner. Dort liegen viele interessante Menschen begraben, u. a. Darwin. Dann zieht es uns zum Regent’s Park, den wir unter vielen Mühen endlich finden. Wir legen uns auf den Rasen, ziemlich die einzigen Besucher zu diesem Zeitpunkt, und schlafen ein. Um 13.00 Uhr wachen wir auf und sind auf einmal überall von Engländern umringt. Mittagspause?

Irgendwie gelangen wir auf wunderbare Weise nach Soho, wo wir in einer kleinen Nebenstrasse auf einen Markt stossen, wo eine Ein-Mann-Band Musik spielt (mit Fusstrommel und allem Drum und Dran). Der Junge ist ein guter Gitarrist. In Soho gibt es die herrlichsten Pubs mit Holzfassaden und goldenen Buchstaben über der Tür. Auf einmal, ich weiss nicht wie (ihr habt sicher inzwischen erraten, dass wir keinen Stadtplan dabei haben …), befinden wir uns auf dem Piccadilly Circus, von Touristenmassen umwogt. In der Carnaby Street ist es ähnlich; man hört fast nur Deutsch.

Die italienischen Restaurants enttäuschen mich etwas. Ich habe noch nie mehrere Italiener in einer Gruppe zusammen erlebt, wo nicht entweder mit grossen Armbewegungen diskutiert oder gescherzt und gelacht wurde. Aber hier nur ernste Gesichter und unfreundliche Bedienung. Hat die Reserviertheit der Engländer abgefärbt oder ist man hier als Deutsche nicht gern gesehen?

Was mir in London gut gefällt ist, dass man aussehen kann wie man will und machen kann, was man will, ohne dass man angeglotzt wird. Aber die Hektik macht mich nervös. Man kann nirgendwo stehen bleiben, ohne dass gleich jemand in einen hineinläuft.

 

  1. Juli 1973

Wir nehmen den Zug von London über Doncaster nach Leeds. Richtig, wir haben ja die Interrail-Tickets! Leeds ist nicht besonders hübsch, eine Industriestadt, aber von dort ist es nicht mehr weit nach Schottland. Wir steigen aus und schlängeln uns mit unseren furchterregenden Rucksäcken durch die Menschenmenge (auch hier). Wir folgen irgendeinem Wegweiser, natürlich in die falsche Richtung!

An einem Busbahnhof frage ich einen Mann nach der A66. Kennt er nicht. Fragen Sie doch mal im Büro. Gut, ich frage im Büro. ”Ich habe keine Ahnung, fragen Sie doch mal den Busguard, der müsste es wissen.” Ich frage den Busguard (und störe ihn beim Dirigieren der Busse). Die Strassen kennt er leider nicht, ich soll ihm einen Ort nennen. Hier schlägt das Schulenglisch fehl. Er benutzt das Wort ”place” und nicht ”town”. Ich verstehe nicht, was er meint.

Wir gehen erst einmal weiter. Oh, Wonne, wir sichten einen Verkehrspolizisten! Wir fragen ihn nach der A66 und erzählen ihm, dass wir nach Glasgow wollen. ”Glasgow? Ich bin von da!” Er lächelt uns an mit seinen beiden Zähnen, die ihm noch geblieben sind. Von dem, was er sagt, verstehen wir leider nicht viel, denn er ist tatsächlich aus Glasgow. Wir erfahren aber, dass wir im Begriff sind, nach Süden zu gehen. Natürlich müssen wir nach Norden gehen. Gut. Wir drehen um. ”Wenn wir wieder am Busbahnhof vorbeikommen, lachen die sich tot!” meint Susi. Bald sind wir wieder da, wo wir losgegangen sind und wandern in die entgegengesetzte Richtung weiter. Oh, Wunder, schon wieder zwei Verkehrspolizisten, dazu noch weibliche! Sie kennen den Weg so genau, dass wir nicht alles behalten können, aber irgendwie kommen wir zu einer Autobahn. Pech nur, dass sie nach London führt.

Wir fragen eine Gruppe Bauarbeiter. Sofort entwickelt sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Vieren. Ein fünfter steigt aus dem Auto. ”Sie müssen wieder zurückgehen”, sagt einer. Ein anderer zeigt in die entgegengesetzte Richtung. ”Gehen Sie da runter. Die grosse Strasse führt zur A1 nach Norden.” ”Lass sie lieber zur A65 nach York gehen, auf der Autobahn dürfen sie nicht trampen”, rät ein dritter. Wir werfen einen Blickauf die Karte (ja, wir haben eine Karte, nur keine Stadtpläne …), und stellen fest, dass York völlig aus der Richtung liegt. Wir wollen schliesslich nach Glasgow. Die Männer streiten sich noch eine Weile. Einer schlägt uns vor, hier auf dem Rasen zu übernachten. Dazu muss gesagt werden, dass es in der Zwischenzeit angefangen hat zu regnen, und zwar recht heftig. Wir setzen uns wieder in Bewegung. Unser Ziel die A1 nach Schottland.

Wir kommen wieder an einem Busbahnhof vorbei. (Nein, nicht derselbe von vorhin!) Wir essen erst einmal. Schliesslich sind zweieinhalb Stunden vergangen, seit wir aus dem Zug gestiegen sind! Wir trinken Tee in einer Cafeteria. Ich vergesse am Thresen umzurühren (ich nehme Zucker in den Tee und Milch, jawohl!). Glücklicherweise habe ich meistens einen Teelöffel in meiner Jackentasche. Ich nehme ihn also, rühre meinen Tee um, lecke den Löffel ab und stecke ihn wieder in die Tasche. Ein älterer Herr gegenüber will sich totlachen. Ich lächele ihn an und benutze die Gelegenheit, um noch einmal nach dem Weg zu fragen. Er blickt sinnend auf die Kreuzung: ”Ja, wenn ich das nur wüsste. Ich fahre immer nur mit dem Bus!”

In unserer Verzweiflung wählen wir schliesslich die Strasse, die nicht nach York führt. Es gibt die A65 und die A67. Von der A66 ist nichts zu sehen. Die Strasse, auf der wir jetzt gehen, sieht auf jeden Fall so aus, als ob sie aus der Stadt heraus führt. Wir fragen noch einmal an einer Tankstelle. ”Gehen Sie hier weiter. Zwischen einem Pub und einem Kino gehen Sie dann rechts hoch, dann kommen Sie zur A1!” Wir sind also bereits auf dem richtigen Weg, sehr beruhigend. Nach ungefähr eineinhalb Kilometern kommen wir zu Pub und Kino. Der Hügel, den wir hinauf gehen müssen, verschlägt mir die Sprache. Ein Mann meint: ”Die A1? Das ist noch weit, über eineinhalb Kilometer!” Ich finde mich langsam damit ab, in einem Busunterstand übernachten zu müssen. Welch erhebendes Gefühl überkommt uns jedoch, als wir in der Ferne ein grünes Schild mit der Aufschrift ’A1, The North’ sehen! Erleichtert setzen wir uns auf eine Bank, um erst einmal etwas zu essen.

Ich habe gerade ein ganzes Ei im Mund, als ein Lastwagen anhält. Wir haben noch nicht einmal die Daumen in Positur gehabt. Susi springt wie von einer Tarantel gestochen auf und lässt mich mit der Eierdose und einer offenen Flasche sitzen. Ich springe ebenfalls auf, verliere den Deckel von der Flasche, bücke mich danach, richte mich wieder auf und ’zack’ knallt mir das Kochgeschirr, dass ich sehr genial hinten am Rucksack befestigt habe, auf den Kopf. Ich renne brüllend hinter Susi her, mit Flasche und Eierdose im Arm: ”Mach mir doch das Kochgeschirr wieder runter! Mach mir doch … usw.”

Der Fahrer ist sehr fürsorglich. Unsere Rucksäcke packt er hinten unter eine Plane, damit sie nicht nass werden. Wir klettern hinein, mit Umweg über das Vorderrad, wegen Nichvorhandenseins eines Trittbrettes. Wir unterhalten uns mit dem Fahrer, und er zeigt uns ein Bild von seiner Freundin. Er will uns anscheinend beruhigen hinsichtlich seiner Absichten. Ich finde das richtig nett. Nach einigen, nicht allzu vielen Kilometern setzt er uns wieder ab. Er versucht noch, einen vertrauenswürdigen Lastwagen für uns anzuhalten, hat aber damit kein Glück.

Wir stellen uns also wieder in Positur. Nicht lange danach hält ein PKW an mit einem sehr netten jungen Mann darin. Er will nach Edinburgh. Kurz vor Scotch Corner (einem grossen Kreisverkehr) komme ich jedoch auf die glorreiche Idee zu sagen, dass wir um 18.00 Uhr in einer Jugenherberge sein müssen. ”In welcher?” – ”In irgendeiner!” Bei Scotch Corner schauen wir auf die Karte. Die nächstliegende Jugendherberge ist in Barnard Castle, 8 Kilometer von hier. Unser Fahrer, dieser Engel, fährt uns bis zur Haustür. Erleichtert stürzen wir hinein, schliessen gewissenhaft die Tür, schauen uns eingehend das Gestell mit den schmutzigen Schuhen an und gehen daran vorbei. Ein schlanker, schwarzhaariger Endzwanziger stürzt auf uns zu und fällt fast in Ohnmacht.  ”Würdet ihr bitte die Schuhe ausziehen, ja? Hinter der Tür steht ein Regal dafür. Und würdet ihr bitte die Tür zumachen! Nur Deutsche kommen so stampf, stampf irgendwo rein!” Na, das fängt ja gut an. Ich drehe mich um. Tatsächlich, die Tür steht sperrangelweit offen. Es dauert eine Weile, bis ich sie richtig schliessen kann. Sie hat so einen merkwürdigen Drehknauf, den man in einer bestimmten Position festhalten muss, bis es ’klick’ macht, sonst kann man von vorn anfangen.

Nass, aber zufrieden begeben wir uns in die Küche, nachdem wir unser Gepäck abgestellt und uns häuslich niedergelassen haben. Der Warden (Jugendherbergsleiter? Ich bleibe bei ’Warden’) rennt hin und her und macht Witze; wir kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Das mit den Deutschen hatte er auch nur als Spass gemeint, sagt er jedenfalls. Sein Lieblingsspruch ist ”Just a joke, you know!” Eine Gasflamme ist völlig beschmiert, da ist was los! ”Das war eine nette, saubere Küche, bevor diese beiden Damen hier hereinkamen!” Und später: ”Nach Schottland wollt ihr? Ein schreckliches Land mit schrecklichen Leuten. Hier, dieser junge Mann, Peter, stammt von dort!” Wir fragen ihn, ob wir Milch bestellen können. ”Wie viele Gallons?” Susi und ich gucken uns unsicher an. Wieviel ist das in Litern? ”Einen Liter”, versuchen wir. ”A litter? Ja es ist schrecklich, wie die Leute mit ihrem Dreck herumschmeissen”, bekommen wir zur Antwort. So ging das den ganzen Abend.

Um 22.00 Uhr lädt uns Alan, der Warden, zu einem Whiskey ein. Wir haben eine sehr ernsthafte Unterhaltung über unsere Probleme, gegenwärtige und zukünftige und vor allem über die Schwierigkeit, ein Warden zu sein. Alan besitzt einen ganzen Zoo: Zwei sehr nette Hunde, eine Katze, Goldfische und einen Vogel.

Das Wetter ist inzwischen richtig lausig. Alan meint: ”Jeder beklagt sich über den Regen. Ich verstehe das gar nicht. Erst diese armen Radfahrer und jetzt ihr. Was habt ihr gegen Regen?” Wir erfahren, dass vor zwei Stunden ein schlimmer Sturm in Leeds gehaust hat! Haben wir ein Glück gehabt!

 

  1. Juli 1973

Am nächsten Morgen ist uns das Wetter freundlich gesonnen. Barnard Castle ist eine sehr nette kleine Stadt, und der Abschied fällt uns nicht leicht. Alan schenkt uns Kuchen als Wegzehrung. Ich mache noch ein Foto von ihm, dann ziehen wir weiter. Der Rucksack drückt ziemlich sofort. Das Schloss fällt uns ins Auge. Wir zücken die Kameras. Danach schleppen wir uns einen Hügel hoch. Von dort überblicken wir die Lage: Eine nette, kleine Strasse, hügelrunter, hügelrauf, wie in Dänemark an den Förden. Viel Verkehr ist hier allerdings nicht, und so betreten wir mutig das Hügelmeer, um die acht Kilometer zur Hauptstrasse zu Fuss zu gehen. Unterwegs strecken wir jedoch immer wieder hoffnungsfroh den Daumen raus, und siehe da, ein Wagen voller Arbeiter hält. Sie grinsen uns an mit ihren Zahnlücken, und uns ist ein bisschen mulmig zumute. Wir steigen trotzdem ein. ”Sie müssen sich in den Laderaum setzen. Das ist nicht sehr bequem.” – ”Ach, das macht überhaupt nichts!” (Immerhin sparen wir so acht Kilometer Fussmarsch …) Susi setzt sich auf einen Farbeimer und ich auf zwei kleine aufeinander gestellte Gipskartons, die sich als ziemlich wackelig erweisen.

Die vier Arbeiter stammen aus Newcastle (sprich: Nuhkassel, mit Betonung auf der zweiten Silbe). Dort haben sie ihre eigene Rasse, ihre eigene Sprache, und alles ist am besten in Nuhkassel, sogar der Whiskey. Sie erzählen uns auch, dass Glasgow ”pretty ruff” wäre, und dass man uns dort sicher die Kehlen durchschneiden wird. In Brough (auf Newcastlerisch ’Bruff’) setzen sie uns ab. Sie zeigen uns dort einen Propeller von einem Flugzeug, dass im 2. Weltkrieg abgestürzt war. Ich glaube es war ein Russe. [Ich habe versucht, das zu überprüfen, kann aber nichts finden. Ich muss wohl noch einmal dorthin und nachschauen, ob da eine Gedenktafel steht. Es scheint mir im Nachhinein etwas unwahrscheinlich zu sein, dass das ein russisches Flugzeug war. Was machte der über England?]

Von dort nimmt uns ein junger Mann bis nach Penrith mit. Er will in den Lake District, zum Fischen. Seiner Meinung nach ist der Lake District die schönste Landschaft der Welt. Er versucht uns zu überreden, mit ihm dort hinzufahren. ”Mein Wohnwagen steht da.” Da wir nicht sehr begeistert reagieren meint er: ”Es gibt eine Menge Jugendherbergen im Lake District.” Trotz und alledem, wir wollen gerne nach Schottland.

In Penrith hält ein Lastwagen neben uns. Der Fahrer sagt mehrmals ”Ich fahre nach Friess”. Schliesslich schaue ich auf die Karte, wo ist Friess? Dann geht mir ein Licht auf: Dumfries! Der Fahrer ist Schotte (daher auch die Aussprache) und wohnt dort. Er sieht recht ungepflegt aus mit eine Woche alten Bartstoppeln, ist aber sehr nett, wenn auch einsilbig. Wahrscheinlich ist er lange unterwegs gewesen.

In Dumfries sammelt uns ein älterer Engländer auf. ”Ich nehme normalerweise niemanden mit, aber Sie sehen nicht gefährlich aus”, begrüsst er uns. Er ist unheimlich nett und bringt uns nach einer ausgedehnten Sightseeing-Tour bis zur Tür der Jugendherberge in Glasgow. ”Ich will doch nicht, dass Sie nachts in der Stadt verloren gehen!” Er ist dabei, Deutsch zu lernen und gibt uns seine Adresse zwecks Briefwechsel. [Mit George, so hiess er, habe ich regelmässigen Briefkontakt gehabt und ich habe ihn auch öfter besucht. Er wohnte an der Ostküste, in der Nähe von Durham. Er ist weit über 90 Jahre alt geworden.] Das Wetter ist im Gegensatz zum Vortag einzigartig. Strahlende Sonne, tiefblauer Himmel. Trotzdem haben wir nicht richtig Lust, uns die Stadt anzusehen. Einmal haben wir natürlich Vorurteile nach all den Warnungen, wie gefährlich es in Glasgow ist, zum anderen haben wir anscheinend beide einen grüblerischen Tag.

Wir gehen in ein vertrauenswürdig aussehendes italienisches Restaurant, um zu essen. Es ist sehr teuer, aber dafür schmeckt es wenigstens nicht. Nur der Tee ist fabelhaft. Mein halbes Hähnchen ist so widerspenstig, dass mir bald der Appetit vergeht und ich das Besteck in den Ring werfe. Mein Teller sieht aus wie ein Schlachtfeld. Ich bewundere Susi, die ihre Hälfte meisterhaft bezwingt.

Fortsetzung folgt

Foto des Monats August 2016/Photo of the month August 2016

Hätte ich doch tatsächlich fast vergessen. Ist bei mir etwas chaotisch im Moment, aber das gibt sich wieder. Und dann habe ich kein Picassa zur Bearbeitung!

Hier von Trelde Næs eine Gruppe schöner Wildblumen:

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Und aus dem Garten noch eine Pflanze, die zum zweiten Mal blüht:

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Die Geissblätter, die wild im Wald auf Trelde Næs wachsen blühen übrigens einfarbig hell gelb. Aber die Blüten haben die gleiche extravagante Form.

Bis demnächst; ich wünsche allen einen guten Wochenanfang.

Schlechtester Film des Jahres?

Ich glaube, den haben wir gestern gesehen. Er heisst „London has fallen“ und handelt um einen gross angelegten Terroranschlag auf europäische Staatsoberhäupter in London während eines Staatsbegräbnisses.

Der so genannte Plot ist so unglaubwürdig, dass ich mich fast vor Schmerz gekrümmt habe. Hunderte, wahre Heerscharen von Terroristen versammeln sich mitten in London in einer Bauruine und weder MI6 noch CIA bemerken das Geringste.

Dann so lächerliche Dinge: Der amerikanische Präsident wird von seinem security chap aus dem Helikopter gescheucht: „Der kann jeden Moment explodieren“. Das nächste Bild zeigt den Präsidenten direkt neben dem Chopper stehend, trotz Explosionsgefahr. Wie blöd ist der denn? Aaron Dingsda ist in meinen Augen völlig unglaubwürdig als Präsident der Vereinigten Staaten und ein ziemlich schlechter Schauspieler generell (meine Meinung).

Der Film beweist mal wieder, auch mit der Rhetorik, dass viele Amerikaner wirklich nicht sehen können, dass Mord = Mord ist, auch wenn Amerikaner die Mordenden und die Opfer Moslems sind.

Urlaub in Dänemark

Im Juli wollten wir eigentlich irgendwann eine Woche mit dem Wohnwagen nach Djursland fahren. Da aber der Wetterbericht so merkwürdig war, beschlossen wir, einfach nach Trelde Næs zu fahren, wo unser Wohnwagen bis Oktober einen festen Platz hat, und von dort Tagesausflüge zu unternehmen. Wir wollten nicht riskieren, dass wir das Vorzelt für eine Woche Monsun abbauen.

Eine Fahrradtour nach Vejle gelang uns. Vom Munkebjerg aus hinunter an die Förde und dann nach Vejle hinein. Wir entdeckten einen schönen Naturpfad, der an einem Kanal entlang und durch ein Industriegebiet führte. Seltsame Mischung, aber sehr schön. Er führte uns in die Nähe des Hafens. Den Munkebjerg wieder hoch, wo unser Auto stand, schaffte ich nicht einmal mit voller EL-Unterstützung und erstem Gang. Ich musste das letzte Drittel schnaufend hochschieben. In so einer Situation sind die EL-Fahrräder reichlich schwer. Beide Ufer des Vejle-Fjords sind sehenswert. Ganz besonders gefällt mir die Umgebung von Brejning, Andkjær, Munkeberg.

Dann machten wir einen Ausflug nach Odense in das dortige Eisenbahnmuseum. Es ist wesentlich grösser als das auf Bornholm, das ich aber auch sehr schön fand, mit einigen wirklich fantastischen alten Lokomotiven. Hier drei Beispiele.

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Das dritte Foto zeigt den Original-Spurenwagen oder wie sowas heisst, der in dem einen Olsen-Banden-Film benutzt wurde:

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Wer an mehr interessiert ist, kann sich die Bilder hier anschauen: (https://1drv.ms/f/s!AgFPhjrOrk1AoBULVL8xB6o_D4y7).

Da wir nun schon auf Fünen waren, schauten wir uns auch noch einen möglichen Campingplatz an, den wir schon immer einmal besuchen wollten, Flyvesandet. Der liegt wunderschön mit Blick auf das Wasser, viele Bäume, empfehlenswert. Wenn im Herbst das Wetter gut sein sollte, fahren wir vielleicht eine Woche dorthin.

Mittwoch sollte der einzige Tag in der Woche mit Regen sein. Das war er auch! Daher hatten wir geplant, uns die Regenwaldanlage in Randers anzuschauen, die in Hallen beherbergt ist. Diese Idee hatten allerdings auch Tausende von anderen Turisten. Es war unmöglich, dort zu fotografieren, weil man eng gedrängt auf den schmalen Pfaden hintereinander herging. Die Anlage ist imponierend und wirklich sehenswert, schön und liebevoll gestaltet. Wir werden da noch einmal hinfahren, wenn überall die Sommerferien vorbei sind, an einem Wochentag … Ich hätte mich so gerne mal hingesetzt, um die Vögel zu beobachten, die frei umherflogen, sich aber wegen der vielen Menschen hoch unter dem Dach aufhielten. Bilder von ”Randers Regnskov” habt ihr also noch zugute.

Djursland ist eine Reise wert, und wir werden unsere Woche dort noch irgendwann nachholen. Für Dänemark-Interessierte wäre auch die Seenplatte um Silkeborg herum zu erwähnen mit dem ”Himmelbjerg”, der die schwindelnde Höhe von 178 Metern oder so ähnlich erreicht. Man hat von dort einen atemberaubenden Ausblick auf die Seen.

Auch der Norden Dänemarks hat Naturschönheiten zu bieten, wie z. B. den Limfjord, Lille Vildmose und Store Vildmose. Für Leute, die Strand so weit das Auge reicht lieben, ist Skagen zu empfehlen.

 

Vegetarische Frikadellen

Den ”Teig”, den ich hier beschreiben werde, kann man für alles mögliche benutzen, Frikadellen, Braten im Ofen, ja, ich denke man kann sogar Cevapcici (http://www.essen-und-trinken.de/rezept/274081/cevapcici-mit-ajvar.html ) daraus machen, vielleicht mit etwas Rauchsalz, um den Grillgeschmack zu imitieren. Man kann den Teig nicht grillen! Gekochte Klösse habe ich noch nicht probiert, werde ich aber.

Zutaten: (für 10 mittelgrosse Frikadellen)

250 g Grünkernschrot (fein)
½ l Milch
Etwas Öl
1 gestrichener Teelöffel gemahlenes Kumin (Kreuzkümmel)
1 gestrichener Teelöffel gemahlenes Kurkuma (Gelbwurz)
1 gestrichener Teelöffel gemahlener Koriander
Salz und Pfeffer nach Belieben
1 mittelgrosse Zwiebel, kleingehackt
1 Ei
1-3 Zehen Knoblauch, kleingehackt
100 g grob geriebenen Käse (oder fertigen Gratin-Käse aus der Tüte, ich nehme Cheddar)
Eventuell etwas Semmelbrösel

Den Grünkernschrot in einem Topf in etwas Öl kurz anbraten.
Milch hinzufügen und den Schrot auf kleiner Flamme weichköcheln lassen. Wenn die Masse zu dick ist, etwas Wasser oder mehr Milch hinzufügen. Es darf aber auch nicht dünnflüssig werden!
Alle Gewürze hinzufügen und mitköcheln lassen.
Wenn sich die Masse gesammelt vom Topfboden lösen lässt, ist sie fertiggekocht.
Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Nach genügender Abkühlung fügt man das Ei, den Käse, die Zwiebeln und den Knoblauch hinzu. Ich benutze die gute alte Handknetmethode, um alle Zutaten schon gleichmässig zu verteilen.
Wenn die Masse zu feucht ist, so dass man sie mit der Hand nicht formen kann, dann kann man Semmelbrösel hinzufügen, bis sie die richtige Konsistenz hat.

Für Frikadellen forme ich kleine Bällchen, die ich dann in einer Pfanne in vorher erhitztem Olivenöl mit dem Spatel etwas flach drücke und von beiden Seiten knusprig brate.

Für Braten fülle ich sie in eine Kastenform, die ich mit Backpapier auslege und gare sie im Backofen bei 180 Grad ca. eine ¾ Stunde. Man kann hier wie beim Kuchen die Stricknadelprobe machen: wenn nichts daran festklebt, ist der Braten fertig.

Für eine vegane Version kann man die Milch durch Mandelmilch ersetzen und sowohl Ei als auch Käse einfach weglassen. Sie sind nicht notwendig, um den Teig zusammenzuhalten. Den Käse nehme ich, weil mein Mann das so gerne mag und das Ei, wenn ich Braten mache, weil der sich dann besser schneiden lässt.

In Dänemark habe ich leider noch keinen Grünkern gefunden, daher kaufe ich ihn in Deutschland. Aber man kann Dinkel kaufen, was ja auch ginge. Theoretisch müsste man die Frikadellen mit allen Kornsorten machen können. Ich liebe aber Grünkern, der einen ganz besonderen Geschmack hat. Mein Mann lässt alle Soja-, Qorn- oder anderweitigen Fleischersatzprodukte dafür stehen.

Wenn jemand von euch, der/die auch in Dänemark wohnt weiss, wo man Grünkern bekommt, gebt mir bitte einen Tipp!

Ich wünsche euch einen guten Appetit!

Eine wahre Rhododendron-Geschichte

Ich hatte anfänglich nur zwei japanische Azaleen. Dann kam als wir in Schweden wohnten der Rhododendron mit den hell-lila Blüten und den variegata Blättern dazu, eine richtige Seltenheit. Ein Freund hatte eine Babypflanze aus einem verlassenen, verwilderten Garten ausgegraben und mir geschenkt. Nach zwei Jahren kam die erste Blüte. Nach 10 Jahren hatte er eine Höhe von ca. 1,5 Metern, also nicht allzu riesig und war genauso breit.

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Auf dem zweiten Bild eine Ecke der „Mutterpflanze“, die fuchsiafarbene Azalee und dahinter, bereits abgeblüht, eine fast blaue Azalee.

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Ich habe versucht, Ableger zu ziehen, weil wir ausziehen wollten, und die Pflanze zu gross zum Mitnehmen war (leider), was mir aber nicht gelungen ist.

Daher nahm ich von diesem Rhododendron 2011 Samen ab, die ich 2012 im Frühling aussähte. Das ergab so ca. 60+ Keimlinge. Alles in einem Topf. Als sie etwas grösser wurden, pflanzte ich sie um in grössere Töpfe à 4-6 Pflanzen.

Diese verbrachten den ersten Winter eng gedrängt draussen an einer geschützten Stelle. 2013 bekamen sie dann alle ihren eigen Topf. Das waren dann noch ca. 42 Überlebende.

Im Januar 2014 zogen wir um und im Frühjahr wurden die kleinen Pflanzen endlich in Beete gepflanzt. Ich weiss, dass ich diese Stadien fotografiert habe, bin aber bisher leider nicht in der Lage gewesen, die Bilder aufzustöbern.

2016 sind jetzt noch 21 (9.6.2016 gezählt) Pflanzen übrig, die sich sehr schön entwickeln. Einige sind dem Maulwurf zum Opfer gefallen, einige haben den Winter nicht überlebt. Sie sind sehr unterschiedlich in Wuchs und Blätterform, und ich glaube, dass sich der Rhododendron mit der fuchsiafarbenen Azalee gekreuzt hat, die im Topf daneben stand. Unter den Keimlingen waren einige, die von den Blättern her mehr wie Azaleen aussahen, nicht wie Rhododendron. Diese scheinen aber bis auf eine einzige eingegangen zu sein.

Ich bin sehr gespannt auf die erste Blüte! Leider scheint keines der Kinder die variegata Blätter geerbt zu haben, was die Mutterpflanze so ungewöhnlich gemacht hat.

Ich bin sehr froh, dass die Nachfolger in unserem letzten Garten echte Liebhaber sind. Als ich kurz ansprach, den Rhododendron mitzunehmen, kam da gleich ein Widerstand … denn er stand ja nicht im Topf. Alles, was ich mitnehmen wollte, hatte ich nämlich vor den Reklamefotos in Töpfe gepflanzt, aber den Rhododendron hatte ich nicht mehr geschafft. Da hätte man erst einmal einen riesigen Pflanzkasten besorgen müssen etc. etc.    Jedenfalls ist er in guten Händen.

Hier ein paar Bilder von den immer noch jungen Pflanzen in den verschiedenen Beeten.

In diesem Beet sind fünf Stück …

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… und in diesem sechs Stück.

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Im Beet gegenüber ist noch einer übrig geblieben. Die hellgrüne Pflanze rechts ist eine Glockenblume. In diesem Beet war der Maulwurf kräftig am Graben.

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Diese eine Pflanze sieht mir wie eine Azalee aus. Die anderen sind eindeutig Rhododendrons, denke ich.

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Hier kommen drei Bilder vom letzten Beet mit neun Pflanzen.

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Vegetarisches Gulasch

(Rezept für zwei Personen)

Das Gulasch habe ich nun öfter gemacht und finde, dass es gut genug schmeckt, um das Rezept zu teilen. Leider habe ich kein Bild, es war ziemlich schnell weg.

Man kann es entweder mit fertigem/selbstgemachtem Seitan machen oder mit Paneer, einer Art Käse, die aus Milcheiweiss gemacht wird.

Zutaten:
300 g fertiger/selbstgemachter Seitan bzw. Paneer aus 2 Litern Milch
1 rote Paprikaschote
3 kleine Schalotten
1 grosse oder 2 kleinere Wurzeln (rote Rüben?)
1 kleine Dose Tomatenmark
1 Esslöffel Gemüsebrühepulver
Paprikapulver
Chiliflocken oder –pulver
1/8 Liter Sahne oder Dosenmilch
Olivenöl

Zuerst wird Seitan/Paneer in kleine Würfel oder anders geformte Stücke geschnitten, in Öl schön braun angebraten und zur Seite gestellt. Ich benutze dazu Olivenöl. Wenn man keine Kolesterinprobleme hat, kann man natürlich auch für alles Butter benutzen.

Für die Sosse brate ich die in der Zwischenzeit die in dünne Ringe geschnittenen Schalotten in Olivenöl an, füge dann eine gewaschene und in kleine, handliche Stücke geschnittene rote Paprikaschote und die in sehr feine Scheiben geschnittenen Wurzeln hinzu. Wenn die Wurzel sehr gross ist, die Scheiben noch zerteilen.

Alle Zutaten etwa 5-8 Minuten schmoren. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen. Die Gemüse sollen gut bedeckt sein. Ich lösche einfach mit Wasser ab und füge dann das Gemüsebrühepulver hinzu. Reichlich Paprikapuler dazutun und Chilipulver oder -flocken nach Geschmack (manche mögen’s heiss). Kochen bis der Paprika und die Wurzeln weich sind.

Dann das Tomatenpüree hinzufügen und zuletzt den 1/8 Liter Sahne/Dosenmilch und den gebratenen Seitan/Paneer. Auf ganz kleiner Hitze durchziehen lassen, damit der Seitan/Paneer wieder warm wird (nicht mehr kochen).

Man kann praktisch Reis, Kartoffeln oder Nudeln dazu essen. Wir mögen es gerne mit Kartoffeln.

Herstellung von Paneer:

2 Liter Vollmilch
Etwas Essig (20 ml) mit 200 ml warmem Wasser vermischen

Die Milch wird aufgekocht (Tipp: zuerst eine Bodendecke Wasser zum Kochen bringen, dann die Milch hinzufügen, dann brennt nichts an, auch wenn man nicht umrührt. So mache ich das auch mit Haferflockenbrei.) Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und das warme Wasser mit dem Essig vermischt unter langsamen Umrühren ebenso langsam in die Milch giessen. Sobald die Milch anfängt auszuflocken, nicht weitergiessen. Die Menge, die ich angegeben habe ist allerdings ziemlich genau für 2 Liter Milch berechnet, daher kippe ich einfach alles hinein (bin kein Geduldsmensch bei solchen Sachen).

Alles durch ein feines Sieb giessen und den zurückbleibenden Paneer abtropfen lassen.

Normalerweise habe ich den Paneer immer am Tag vorher gemacht. Gestern habe ich es vergessen und ihn erst am selben Morgen hergestellt. Er schmeckte wesentlich besser. Wenn er über Nacht steht wird er hart und schmeckt einfach nicht mehr so gut. Wieder eine Erfahrung.

Was tut sich im Garten?

Jetzt für zwei Wochen, daher ein paar Bilder mehr …

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Rose „Just Joey“. Eine etwas lose geformte Blüte wenn geöffnet und leider nicht für die Vase geeignet, aber Duft und Farbe sind bestechend.

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Ein Caprifolium, dass ich fast umgebracht hätte, weil ich nicht wusste, was es war.

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Dieses Löwenmäulchen habe ich mühselig im Haus vorgezogen und dann säht es sich selber zu Hunderten hier im Topf aus. Die Pflanzen sind klein, weil sie so eng stehen, aber die Blüten haben Normalgrösse, Sieht etwas merkwürdig aus.

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Hier die drinnen ausgesähte Pflanze. Die Farbe ist etwas wärmer als bei den anderen. Das waren Samen von einer Pflanze, die ich gekauft hatte wegen der besonderen Färbung.

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Meine Stockrosen im Frucht- und Kräutergarten. Der zarte Baum hinter ihnen ist der, der nächstes Jahr 4 Jahre alt wird. Hier handelt es sich wirklich um eine „Pink Lady“. Der dicke Stamm im Hintergrund ist ein alter Apfelbaum.

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Hier nochmal als Portraits. Die dunkelrote Stockrose ist für mich die schönste, die ich jemals gehabt habe. Eine sehr ungewöhnliche Blütenform mit den geschwungenen Blütenblättern.

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Mein Lavendel, der anscheinend heller gefärbt ist als der in anderen Gärten hier.

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Rosa Rugosa „Schneekoppe“.

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Hauswurz. Die dicken Blätter sind verdeckt von „Brennender Liebe“ und Walderdbeeren, die sich überall verbreitet haben.

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Die kleine Schwester der „Brennenden Liebe (Lychnis Chalcedonica)“ mit den grösseren Blüten. Die Blätter färben sich in der Sonne dunkelrot. Sie heisst „Lychnis arkwrightii Orange Zwerg“

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Hier einmal ein Grössenvergleich.

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Die Stockrosen an der Ostseite des Hauses.

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So eine dunkle hatte ich noch nie, aber wer weiss, was da alles im Erbgut herumschwirrt. Die andere mit der zitronengelben Mitte finde ich sehr interessant.

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Präriemalve, eine kleine Staude, wird vielleicht 35-40 cm hoch mit kräfigen Stielen, die unseren Wind hier sehr gut aushalten. Säht sich selber weiter.

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Die gross Malvenstaude wird ca. 150 cm hoch und hat sehr viele Blüten, ist daher auch windempfindlicher. Ich habe eine ganze Menge davon, weil ich die Blüten für Kräuterkosmetik benutzen will. Sie säht sich selber weiter, und zwar überall, egal wie sonnig, schattig oder sandig der Standort ist.

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Rose „Glamis Castle“. Ich bin erstaunt, wie gut die sich schon entwickelt hat.

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Der erste Schmetterlingsbusch, der blüht.

Und zum Abschluss ein paar von den Wildpflanzen, die bei mir leben:

Zur Einleitung sei gesagt, dass ich u. a. ein Klee-Fan bin. Bei mir gibt es Weiss- und Rotklee und einen Klee, der wie Mini-Wicken aussieht.
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Dies ist ein sehr niedriger, kriechender Klee mit goldigen Blütenbällchen.

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Und dieser ist flauschig, sowohl die mit Härchen besetzten Blätter, als auch Blüte und Fruchtstand, alles weich und schön anzufassen.

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Noch ein kriechender Klee. Normalerweise sind die Blätter dunkelrot und die goldgelben Blüten geöffnet, was ein schönes Bild ergibt. Wegen mangelnder Sonne sind die Pflanzen noch grün und die Blüten geschlossen.

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Echtes Johanneskraut, das sich passenderweise in meinem Kräutergarten angesiedelt hat.

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Meine Freundin sagt das ist eine Skabiose. Ist wohl eine Wildform. Sie hat sich überall im sandigen Teil des Gartens ausgesäht. Ich mag das Blau.

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Ein Kriecher, der nur zwischen Steinbeet und Hecke wächst. Die Blüten sind wie die beim Gundermann geformt, stehen aber in kleinen Kugelförmigen Blütenständen. Die Fruchtstände sind auch sehr dekorativ, genau wie die kleinen wohlgeformten, spitz zulaufenden Blätter. Ich habe keine Ahnung was es ist …

Das war es denn auch erst einmal. Ich wünsche euch allen eine schöne Woche!

Die Apfelbaumsaga, dritter Teil

Vielleicht hat sich jemand gefragt, was aus den beiden kleinen Apfelsämlingen geworden ist? Übrigens waren es keine Pink Ladies, sonder Royal Gala.

Als ich die zwei Tage in Kopenhagen war, um die Mutter meiner Schwägerin aus Amerika zu treffen, trocknete alles auf der Fensterbank aus. Ich hatte meinen Mann nicht instruiert. Alles kaputt, dachte ich. Aber mit Ausnahme eines der Apfelbäume hat sich alles wieder erholt.

Der zweite Apfelbaum mickerte ein wenig vor sich hin, aber da er am Leben war, liess ich ihn in Ruhe. Der Haupttrieb ging ein, aber stattdessen kamen zwei neue Triebe jeweils rechts und links hoch. Einer davon ist jetzt dominierend.

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Der zweite kleinere Trieb versteckt sich hinten rechts. Ich bin richtig froh, dass einer überlebt hat. Jetzt sieht er ja wieder richtig gut aus. Nächstes Jahr im Mai wird er ausgepflanzt.