Solidarisch geht anders … Solidarity works differently

Dieses Mal wieder zweisprachig, denn das geht alle etwas an. Das wird wohl mehr und mehr so werden …

… This time again in two languages, as this is important to all of us. … Which is more and more the case … The English version follows after the German in one block.

Solidarity works differently!
Out of the crisis – not back into it

Um die ökonomischen Folgen der Corona-Krise abzufedern, greift der Staat der Wirtschaft unter die Arme. Doch die Rettungspakete drohen die Klimakrise weiter anzuheizen, statt den dringend nötigen sozialen und ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft voranzubringen.

Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Ungerechtigkeiten – nicht nur beim Klimaschutz: überlastete und schlecht bezahlte Krankenpfleger:innen, unbezahlbare Mieten und Arbeitslosigkeit hier, Hunger und tödliche Fluchtrouten im Süden der Welt. Viele Menschen merken deutlich, dass wirtschaftliche Konkurrenz die wichtigen Fragen nicht regelt.

Jetzt ist oft von Solidarität die Rede. Applaus reicht aber nicht, Milliarden für Industrien von gestern schaden nur. Und Solidarität, die an Landesgrenzen Halt macht, ist keine. In einem heute gemeinsam mit über 50 Organisationen veröffentlichten Aufruf beziehen wir deshalb Position für eine solidarische Krisenbewältigung: Eine Politik, die den Weg in eine sozial und ökologisch gerechte Wirtschaft ermöglicht. Solidarisch für ALLE! In den nächsten Monaten sind von Seiten des Bündnisses mehrere Aktionstage geplant. Auftakt ist eine Aktionswoche vom 8. bis 16. Juni.

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ENGLISH

In order to absorb the shock of the economic consequences caused by the Corona crisis, the government is helping the economy. But the rescue packages threaten to fuel the climate crisis further instead of promoting the urgently needed social and ecological restructuring of  economy and society.

Corona has the effect of a fire accelerant for injustices – not only when it comes to climate protection: overworked and poorly paid nurses, unaffordable rents and unemployment here; hunger and deadly escape routes in the south of the world. Many people clearly notice that economic competition does not regulate the important issues.

At the moment, there is often talk of solidarity. But applause is not enough, billions for yesterday’s industries only cause damage. And solidarity that stops at national borders is not solidarity. In a call published today, together with over 50 organizations, we are therefore taking a stand for solidarity-based crisis management: a policy that paves the road to a socially and ecologically just economy. Solidarity for EVERYONE! The alliance has planned several days of activities over the next few months. A start is made with an action week from June 8th to 16th.

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Es pressiert wohl noch nicht, ist aber wichtig … This is not that urgent yet, but it is important

… The English text will be displayed in one block after the German. I translated this, because I cannot possibly imagine that Germany is the only European country, in which this is happening, or, as it is, not happening. I am sure that there are similar activities and organizations in your respective countries.

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Klima-Pledge: Machen Sie die Bundestagswahl zur Klimawahl!

Stellen Sie sich vor, es ist Wahlkampf und alle sprechen übers Klima. Die Kanzler- und Spitzenkandidat:innen überbieten sich gegenseitig in ihren klimapolitischen Wahlversprechen. Und am Wahltag gewinnt das Klima. Für die neue Bundesregierung hat Klimaschutz oberste Priorität und schon nach 100 Tagen verabschiedet sie ein ambitioniertes Klimagesetz, das uns endlich auf Kurs mit dem Pariser Klimavertrag bringt.

Genau das ist das Ziel des Klima-Pledge (engl.: Versprechen). Gemeinsam mit Fridays for Future und einem breiten Bündnis machen wir die Bundestagswahl zur Klimawahl. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung: Versprechen Sie heute, Ihre Stimme der Partei zu geben, die sich am überzeugendsten für Klimaschutz einsetzt. Unterzeichnen Sie den Klima-Pledge!

Erst vor wenigen Tagen hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das Klimaschutzgesetz der aktuellen Bundesregierung in Teilen verfassungswidrig ist. Es lädt die Hauptlast der Emissionsreduktion auf künftige Generationen und schränkt damit deren Freiheiten unverhältnismäßig ein. Jetzt versucht die Bundesregierung, hastig nachzubessern. Doch auch der von Umweltministerin Schulze vorgelegte Entwurf für eine Novelle des Klimaschutzgesetzes reicht nicht, um die Erderhitzung genug einzudämmen und katastrophale Folgen abzuwenden. Am 26. September 2021 entscheiden wir: Wählen wir weitere vier Jahre klimapolitischen Stillstand oder wird künftig ambitionierter Klimaschutz möglich?

Diese Entscheidung fällen wir nicht nur an den Wahlurnen, sondern auch schon im Wahlkampf: Wir beeinflussen die Stimmung durch persönliche Gespräche, unsere Teilnahme an Demonstrationen und auf den sozialen Medien. Im zweiten Teil des Klima Pledges versprechen wir daher, zu Botschafter:innen der Kampagne zu werden. Gemeinsam mit vielen hunderttausend Menschen und vielfältigen kreativen Aktionen machen wir die Wahl zur Klimawahl!

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… Imagine it’s an election campaign and everyone is talking about the climate. The Chancellor and prime candidates outbid each other in their climate policy election promises. And on election day the climate wins. For the new federal government, climate protection has top priority and after just 100 days it will pass an ambitious climate law that will finally get us on track with the Paris climate treaty.

That is exactly the aim of the climate pledge. Together with Fridays for Future and a broad alliance, we are turning the federal election into a climate election. For this we need your support: Promise today that you will vote for the party that campaigns most convincingly for climate protection. Sign the Climate Pledge!

Just a few days ago the Federal Constitutional Court ruled that the current federal government’s climate protection law is partly unconstitutional. It places the main burden of emissions reduction on future generations and thus disproportionately restricts their freedom. Now the federal government is trying hastily to make improvements. But even the draft of an amendment to the Climate Protection Act submitted by Environment Minister Schulze is not enough to curb global warming enough and avert catastrophic consequences. On September 26, 2021 we will decide: Should we choose another four years of stagnation in climate policy or will ambitious climate protection be possible in the future?

We make this decision not only at the ballots, but also during the election campaign: We influence the mood through personal conversations, our participation in demonstrations and on social media. In the second part of the Climate Pledge we, therefore, promise to become ambassadors for the campaign. Together with many hundreds of thousands of people and a variety of creative activities, we change the election into a climate election!

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Echt jetzt? Patentieren die als nächstes Wasser und Luft?

Naja, Wasserrechte sind ja bereits käuflich … das mit der Luft dauert dann wohl nicht mehr lange … irgendwie werde ich langsam richtig gallig und das mit der Positivität wird immer schwerer. Wir werden so gründlich von allen Seiten verarscht, dass es wehtut. Mein einziger Trost: „In God we trust“. Was nicht heissen soll, dass ich nicht an den Aktionen des Umweltinstitutes teilnehme.


Jetzt mitmachen: Stoppt Patente auf Pflanzen und Tiere!

Patente auf Pflanzen und Tiere, die ohne Gentechnik gezüchtet wurden, sind eigentlich verboten. Doch rechtliche Schlupflöcher ermöglichen es dem Europäischen Patentamt (EPA) und der Industrie, dieses Verbot systematisch zu umgehen. Dadurch können Agrarkonzerne die Ergebnisse der züchterischen Arbeit, die seit Jahrtausenden von Landwirt:innen auf der ganzen Welt geleistet wird, an sich reißen.

Bisher wurden mehr als 1600 Patentanmeldungen eingereicht und rund 220 Patente erteilt, die Pflanzen aus herkömmlicher Züchtung betreffen. Besonders erschreckend ist die große Tragweite vieler Patente, die sich nicht nur auf die Pflanzen, sondern auch auf deren Saatgut, die Ernteprodukte wie Getreidekörner, Obst oder Gemüse sowie die daraus hergestellten Lebensmittel erstrecken. Und die Patentierungswelle macht auch vor Tieren nicht halt. So wurde beispielsweise 2018 ein Patent auf Lachse und Forellen erteilt.

Um dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben, muss der Verwaltungsrat des EPA, der über die Auslegung des Patentgesetzes entscheidet, klarstellen, dass Patentanträge auf Lebewesen aus herkömmlicher Zucht abzulehnen sind. Doch die Beratungen im Verwaltungsrat, dem die 38 Mitgliedstaaten des EPA angehören, sind zäh und ziehen sich oft über viele Jahre hin. In der Zwischenzeit kann die Agrarindustrie mit neuen Patentanmeldungen auf Tiere und Pflanzen Fakten schaffen.

Verhindern könnte das António Campinos. Als Präsident des Europäischen Patentamts hat er es in der Hand, ein Moratorium für Patente auf Leben zu erlassen, bis der Verwaltungsrat Rechtsklarheit über das Patentverbot geschaffen hat. Bitte beteiligen Sie sich deshalb jetzt an unserer gemeinsamen Aktion mit No Patents On Seeds und fordern Sie Herrn Campinos auf, jetzt zu handeln, um den Raubzug der Agrarkonzerne zu stoppen.

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Fast vergessen, aber leider immer noch aktuell: Fukushima

10 Jahre Fukushima: Atomkraftwerke abschalten!

Am 11. März 2021 jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum zehnten Mal. Doch ausgestanden ist sie noch lange nicht. Noch immer verhindern radioaktive Hotspots eine sichere Rückkehr in evakuierte Gebiete. Und demnächst sollen große Mengen verstrahlten Wassers ins Meer geleitet werden. Ausgestanden ist die Atomkatastrophe noch lange nicht. Dabei hätte es noch viel schlimmer kommen können. Nur knapp entkam der Großraum Tokio mit 50 Millionen Einwohnern der Verstrahlung. Nicht auszumalen welche Folgen es gehabt hätte, wenn der größte Teil der radioaktiven Wolke nicht zufällig aufs Meer gezogen wäre.

Zehn Jahre nach dem GAU von Fukushima werden AKW wieder als vermeintlich sichere und saubere Energiequelle im Kampf gegen den Klimawandel propagiert. Doch Atomkraft bleibt ein unkalkulierbares Risiko.Um das zu unterstreichen, starten wir zusammen mit .ausgestrahlt eine bundesweite Plakat-Aktion. An dutzenden Standorten in Deutschland machen wir mit Großplakaten deutlich: Nie wieder Fukushima! Für die Buchung einer Plakatwand entstehen dabei Kosten zwischen 120 und 600 Euro. Helfen Sie mit Ihrer Spende, so viele Plakate wie möglich aufzuhängen! Gemeinsam mit Ihnen zeigen wir: Der weltweite Atomausstieg ist jetzt nötig, damit es nicht zur nächsten Atomkatastrophe kommt!

Illegale Brennelmente-Exporte: Wir stellen Strafanzeige!

Obwohl Deutschland nach der Katastrophe von Fukushima beschlossen hat, aus der Atomkraft auszusteigen, werden Atomkraftwerke im Ausland weiterhin mit Brennstoff aus Deutschland betrieben. Besonders brisant: die Lieferungen an marode Altreaktoren in Grenznähe, denn bei einem schweren Unfall wären Menschen in ganz Europa massiv betroffen. Zusammen mit anderen Organisationen und Anti-Atom-Initiativen gehen wir deshalb rechtlich gegen die Brennelementexporte vor.

Doch mit Dreistigkeit und Arroganz setzt sich der Betreiber der Atomfabrik in Lingen über die laufenden Verfahren hinweg. Obwohl es gegen den Export einen Widerspruch mit aufschiebender Wirkung gab, lieferte das Unternehmen Ende Januar mehrmals Brennelemente an den Reaktor Doel in Belgien. Ein Eklat, denn mit dem Export begeht der Betreiber zum wiederholten Male Rechtsbruch. Bereits im Dezember exportierte er illegal Brennelemente in die Schweiz. Wir haben den Fabrikbetreiber nun wegen Export ohne Genehmigung angezeigt.

HIER könnt ihr mehr über das Umweltinstitut München lesen.

[Ich frage mich, wie es möglich ist, dass diese Firma überhaupt noch Brennelemente exportieren kann. Solche Transporte sind speziell markiert (wenn sie es denn sind) und werden an der Grenze kontrolliert, das sind ja keine kleinen Päckchen. Und die Firma sollte auf der schwarzen Liste stehen. Aber wie immer werden wohl gewisse Interessen mit im Spiel sein.]

HIER könnt ihr nachlesen, was sich aktuell in und um Fukushima herum tut. Die Webseite ist auf Englisch. Es sieht so aus als ob Japan das kontamnierte Wasser einfach ins Meer kippen will oder teilweise schon getan hat.

Ziemlich wichtig …

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Kein edles Tröpfchen: Gerichtsverfahren um Pestizide in Bordeaux-Weinen

Kurz vor Weihnachten begann in Frankreich der Prozess gegen Valérie Murat. Mehr als 20 Polizistinnen und Polizisten blockierten alle Straßen um das Gerichtsgebäude in der Kleinstadt Libourne bei Bordeaux. Die Lokalpresse berichtet über „die Totengräberin des Bordeaux-Weins“.

Ihr „Verbrechen“: In teuren Weinen von edlen Chateaux, die mit einem privaten Label für „besonderen ökologischen Mehrwert“ werben, hatte Valérie bis zu 15 verschiedene Pestizide gefunden. Viele davon greifen in das menschliche Hormonsystem ein oder können Krebs auslösen. Über diese Funde berichteten die Medien in ganz Frankreich und darüber hinaus.

450.000 Euro fordert der einflussreiche Branchenverband der Bordeaux-Weingüter (CIVB) nun von der ehrenamtlichen Umweltschützerin, um den Imageschaden wieder gut zu machen. Doch es geht um mehr als eine Laboranalyse. Valérie macht im Anbaugebiet Bordelais seit Jahren Wind gegen den hohen Pestizideinsatz in den Weingütern. Jetzt wollen ihre Gegner:innen sie finanziell und sozial fertigmachen.

Als Umweltinstitut München unterstützen wir Valérie. Nicht nur, weil die Parallelen zu unserem Fall in Südtirol erstaunlich sind. Sondern vor allem, weil solche strategischen Klagen Angriffe auf die Demokratie selbst sind. Wenn wir die Realität nicht beschreiben dürfen, können wir sie auch nicht verändern. Mehr zu Valéries Geschichte, dem Gerichtsverfahren und Pestiziden im Bordelais lesen Sie in unserer aktuellen Meldung.

[Ich frage mich, genau wie im Hinblick auf die Obstbauern in Südtirol, ob die pestizidgenerösen Bauern ihren Dreck selber trinken?]

Zoff in Südtirol

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Seit einigen Wochen ist das Nachstehende im Gange. Da war viel hin und her, deshalb habe ich erst einmal damit gewartet, darüber zu berichten.

Ursache all dieses ”Geschreis” ist, dass in 2014 die Gemeinde Mals beschlossen hat, ihre Region zur ersten pestizidfreien Region Europas zu erklären. Das Umweltinstitut München hat sich lobend darüber geäussert und dann auch  noch den gewöhnlichen Pestizidverbrauch in Südtirol untersucht und veröffentlicht … kein schönes Bild. Gleichzeitig entstand ein Buch und ein Film mit dem Titel “Das Wunder von Mals”.

Der zuständige Mitarbeiter des Umweltinstituts und der Autor des Buches/Films wurden in der Folge vom Landesrat für Landwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen in Südtirol und ca. 1000 LandwirtInnen persönlich verklagt (wegen Geschäftsschädigung, Verleumdung konnten sie nicht so gut anführen, denn die veröffentlichten Werte waren ja korrekt). Dies kurz zur Einleitung, unten könnt ihr lesen, wie es weiterging.

Foto: Umweltinstitut München

Schuler bricht sein „Tiroler Wort“

Wegen einer Kampagne gegen den hohen Pestizideinsatz im Südtiroler Apfelanbau hatte uns Landesrat Arnold Schuler 2017 zusammen mit mehr als 1000 LandwirtInnen angezeigt. Mit unserer Aktion hätten wir die Südtiroler Landwirtschaft verleumdet, so der Vorwurf. Mit dieser Begründung wurden außer uns auch der Autor und Filmemacher Alexander Schiebel und sein Verleger angezeigt.

Nachdem er für diesen Angriff auf die Meinungsfreiheit viel Kritik einstecken musste, kündigte Schuler zum Prozessauftakt gegen mich vor zwei Wochen an, dass alle Anzeigen zurückgezogen werden. In der Presse gab er sein „Tiroler Wort“. Doch am Mittwoch folgte der Rückzug vom Rückzug: Er und die beteiligten Obstbauern und Obstbäuerinnen verlangen weiterhin, dass wir strafrechtlich verfolgt werden. Als Begründung für seinen Wortbruch führt er an, dass wir in den vergangenen Wochen nicht brav genug waren. Wir hatten weiterhin öffentlich über den Prozess und die Pestizide in Südtirol gesprochen. Wir hatten angekündigt, die Spritzbücher von mehr als 1000 südtiroler Obstbetrieben auszuwerten und zu veröffentlichen, die wir uns im Verfahren erstritten hatten.

Mit dieser Begründung bestätigt Schuler, dass es der Landesregierung und der Agrarlobby von Anfang an darum ging, uns zum Schweigen zu bringen. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern! Über Umweltbelastungen unabhängig aufzuklären, war nach Tschernobyl der Gründungsimpuls für das Umweltinstitut. Es ist bis heute Satzungszweck und unsere tiefe Überzeugung, dass Daten über Gefahren für Mensch und Natur in die Öffentlichkeit gehören. Dafür gehen wir zur Not auch durch ein jahrelanges Gerichtsverfahren.

Der nächste Termin ist am 22. Oktober 2020. Dann entscheidet sich, ob auch Jacob Radloff, der Verleger des Buchs „Das Wunder von Mals“ von Alexander Schiebel, sowie weitere Personen aus dem Umweltinstitut in Bozen vor Gericht müssen. Gegen die Einstellung dieser Verfahren durch die Staatsanwaltschaft in Bozen hatten Schuler und etliche LandwirtInnen Widerspruch eingelegt.

Wir stellen uns nun auf einen Gerichtsmarathon ein, der uns sicherlich noch viel Energie und Kraft kosten wird. Doch dank der großen Solidarität, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, sind wir zuversichtlich, auch diese Herausforderung zu überstehen.

Hier geht es zur Aktionsseite. Wenn ihr dort „Hintergrund“ anklickt, findet ihr den Bericht über die Pestizidsituation beim südtiroler Apfelanbau.

Schlagzeilen (33) … Headlines (33)

Besuch: Der ist wieder auf dem Weg nach Lolland. Die geliebten Routinen (Yoga, Meditation, Bewegung) können wieder aufgenommen werden. Es ist irgendwie seltsam zu sehen, wenn Leute, die jünger sind als man selber, sich schlechter bewegen können. Aber wir waren immerhin im Wikingerdorf Yxengaard und in Lønstrup.

… Visitors: They are on their way back to Lolland. The beloved routines (Yoga, meditation, exercise) can be taken up again. It is a bit strange, when people who are younger than oneself, are in worse physical condition. But we made it to the viking village Yxengaard and to Lønstrup.

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Garten: Meine Kletterrosen haben remontiert, sind aber etwas mickerig im Vergleich zu sonst. Ich werde nicht umhin kommen, sie aus den Containern direkt in die Erde zu pflanzen. Alle Rosen hatten entweder Rosenrost oder Sternrusstau und haben nach der ersten Blüte alle Blätter abgeworfen, die ich dann immer gleich aufgesammelt und entsorgt habe. Ich werde sie daher ganz runterschneiden und ohne Wurzeln und die alte Erde einpflanzen, so als ob ich sie ganz neu gekauft hätte.

… Garden: My climbing roses have remontant-ed, but are a bit pitiful in comparison to their usual growth. I am afraid that I cannot avoid planting them out (they are in large containers right now). All roses suffered either from rose rust or black spot, and have lost all their leaves after the first blossom, which I then always collected and threw out. I will, therefore, cut them down and replant them without the fine roots and the old soil, the way that I have bought them.

Die einzige Rose, die bisher gar keine Pilzkrankheit gezeigt hat, ist der Steckling von „New Dawn“.

… The only rose that has not shown any fungal disease yet is the cutting of „New Dawn“.


Die Mutterpflanze hat zu kämpfen, denn direkt hinter ihr steht eine gigantische Herbstaster. Ich wusste gar nicht, dass die so hoch werden können (170 cm). Aber sie hat natürlich den Rosendünger mitbekommen. Ich werde die Aster nach der Blüte woanders hinpflanzen, dann kommt die Rose sich auch wieder.

… The mother plant is fighting a hard battle against the gigantic asters that grows directly behind it. I had no idea that asters could get that high (170 cm/68 inches). But it enjoyed its part of the rose fertilizer, of course. I will plant it somewhere else after flowering, so that the rose gets a chance.

Die Astern fangen jetzt überall an zu blühen. Letztes Jahr hatte ich einige abgebrochene Äste, die ich einfach in die Erde gesteckt habe, und dieses Jahr sind es schon kleine Büsche. Natur ist doch fantastisch!

… The asters are starting to flower everywhere. Last year I had some broken off branches that I just stuck into the soil where there was space, and this year they have already grown into small bushes. Nature is just fantastic!


Und unsere späten Himbeeren versorgen uns mit den wunderbarsten Früchten.

… And our late raspberry plants supply us with the most wonderful berries.

Musik: Viel ist in den letzten Wochen nicht passiert; wir haben natürlich geübt und haben jetzt alle 8 Lieder von Neighbours and Friends (die wir gekauft haben) in unserem Repertoire. Die Musikstücke sind teilweise recht anspruchsvoll und mit Keyboard Soli verbunden. Unsere Sängerin, die auch anderweitig künstlerisch begabt ist, wird ein Poster für die Band kreieren. Obwohl, ich habe nicht die geringste Ahnung, ob wir jemals vor einem Publikum spielen werden. Mir persönlich ist das allerdings auch gar nicht so wichtig.

… Music: Not much new has happened during the last few weeks; we rehearsed, of course, and have now all 8 songs (which we bought) by Neigbours and Friends in our repertoire. Some of them are rather challenging and have keyboard soli incorporated. Our singer, who is also otherwise artistically gifted, will design a poster for our band. Although I have no idea, if we will ever get to play for an audience. For me that is actually not that important.

Waldbrände in Oregon: Viele Wochen lang brennt die amerikanische Westküste in Californien und Oregon. Die Stadt, in der mein „kleiner“ Bruder und seine Familie in Oregon wohnen, sind von Feuern umgeben. Es hat dort vier Monate nicht geregnet und alles brennt wie Zunder. Starke Winde haben dann noch für Funkenflug gesorgt. Der Wind hat sich vor ein paar Tagen gelegt und die Alarmbereitschaft „jetzt müsst ihr packen“ ist abgeblasen worden … bis auf weiteres. Wir sind jedenfalls erst einmal erleichtert.
In der dänischen Presse wurde berichtet, dass die Leute nur wenige Minuten bekommen, um zusammenzupacken und zu verschwinden (typisch Sensationspresse). Das stimmt nicht ganz. Es gibt ein Warnsystem mit verschiedenen Stadien: 1) Bereite dich vor, 2) Pack deine Sachen, 3) Nichts wie weg. Wenn ich Kinder hätte, ginge ich wahrscheinlich schon bei 2). Es gibt immer Leute, die ihr Haus nicht verlassen wollen und zulange warten; für die wird es dann manchmal knapp. Mir wäre Leben auf jeden Fall wichtiger als materielle Dinge.

… Wild fires in Oregon: For many weeks the American west coast has been aflame in California and Oregon. The town in Oregon, where my younger brother and his family live, is surrounded by fires. It hasn’t rained there for four month in a row, and things burn like tinder. Strong winds have blown sparks all over the place. A few days ago, the wind has died down and the alarm „pack your things“ has been canceled … until further notice. In any case, that comes as a relief.
The Danish press (typically sensationalist) reported that people only get a few minutes to pack and flee. That is not quite correct. There is an alarm system in place with three stages: 1) get ready to get ready, 2) get ready and pack up, 3) GO. If I had children, I guess I would leave already at 2). There are always people, who do not want to leave their houses and wait too long; for them it might get a bit tight. I would choose life anytime over material things.

Salem, Oregon, der Himmel brennt/ … the sky on fire – 8. September 2020
Der Rauch legt sich langsam und ist jetzt „nur“ noch ungesund und nicht mehr gefährlich.
… The smoke is clearing and is now „only“ unhealthy and not hazardous anymore.


Wie ihr seht, werden wir immer in irgendeiner Form in Trab gehalten. In Oregon ist Covid-19 jedenfalls erst einmal völlig nebensächlich, wenn ganze Dörfer abbrennen und die Menschen ihre Bleibe und all ihr Habengut verlieren.

… As you see, we are always on our toes in one or the other form. One thing is certain, Covid-19 is at the moment completely of secondary interest in Oregon, where entire villages are destroyed and people lose their homes and all their belongings.

Lasst uns alle den Moment nutzen, positiv im Hier und Jetzt leben, denn wir wissen nie, wann es vorbei ist. Der Tod ist nicht das Ende, sondern nur eine Transformation in einen anderen Zustand. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …

… Let us all use the moment, live positively in the here and now, as we never know, when it will be over. Death is not the end, but a transformation into another state of being. The Lord is my shepherd, I will want nothing …

Mal ein positiver(er) Trend …

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Pestizidreduktion: Bewegung in Brüssel

Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen: Die EU-Kommission will den Einsatz von Pestiziden bis 2030 halbieren! Bisher schreckte Brüssel lange vor konkreten Reduktionszielen zurück – zu groß war der Einfluss der mächtigen Agrarlobby.

Doch langsam wendet sich das Blatt: Der Druck unserer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten“ zeigt Wirkung. Das zeigt auch die Antwort von Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans auf unseren Brief, in dem wir ein EU-weites Komplettverbot von Pestiziden fordern: Unsere Forderungen seien bei der Ausgestaltung der nun vorgestellten Biodiversitäts- und „Farm-to-Fork“-Strategien berücksichtigt worden.

Jetzt dürfen wir auf keinen Fall lockerlassen! Denn noch ist die Halbierung des Pestizideinsatzes in kein Gesetz gegossen, sondern nur ein Vorschlag. Dabei wäre so viel mehr nötig: Auch die Hälfte an Gift ist immer noch zu viel Gift für uns und unsere Umwelt. Wir brauchen den vollständigen Ausstieg aus der Ackerchemie!

Helfen Sie uns jetzt, eine Million Unterschriften für die EBI zu erreichen. Covid-19 hat unserer Unterschriftensammlung auf den Straßen und Plätzen Europas einen schweren Schlag versetzt. Deshalb kommt es jetzt noch mehr als zuvor darauf an, dass wir online so viele Menschen wie möglich mobilisieren.

Bitte teilen Sie unsere Initiative deshalb jetzt in Ihrem Freundeskreis:

Aktion giftfreier Garten … Project poison free garden

2020-05-13 16.37.35

Eine neue Nachbarin hat mich auf diese Aktion aufmerksam gemacht, die von Danmarks naturfrednings forening (Dänemarks Naturschutzverein) ins Leben gerufen wurde. Man kann seinen Garten bei ihnen anmelden und verpflichtet sich damit, bei sich im Garten keine Gifte zu versprühen. Als Willkommen erhält man eine Broschüre mit Ratschlägen, wie man seinen Garten ohne Gifte gesund erhält, ein Kinderbuch, dass das Thema Umwelt behandelt (Wo sind meine Schmetterlinge) und Aufkleber für den Briefkasten.

… A new neighbour has pointed out this project to me, which was started by Danmarks naturfrednings forening (Denmark’s nature protection association). One can register one’s garden there and commits to not using poison. As a welcome, one receives a brochure with advice how to keep your garden healthy without poisons; a children’s book about the topic environment (Where are my butterflies), and stickers for the letter box.

Die Gemeinschaft hat bereits 14.500 Mitglieder, die sich aus Villagärten, Schrebergärten, Landhausgärten und Ferienhausgärten zusammensetzen. Ausserdem haben mehrere Wasserwerke und andere Firmen ihre Grundstücke als giftfrei registriert.

… The community has already 14,500 members, which consist of villa gardens, allotment gardens, country house gardens and holiday cottage gardens. In addition, several water supply and other companies have registered their properties as poison free.

Alles in Allem umfasst das Projekt „Giftfreier Garten“ jetzt ein Areal von mehr als 38 Millionen Quadratmetern auf Dänemarks Landkarte. Das entspricht  6,5 Quadratmetern pro Einwohner.

… All in all the project „poison free garden“ now comprises an area of more than 38 million square metres on the map over Denmark. That equals 6.5 square metres per citizen. (These are European square metres, 1 m by 1 m / 3.28 ft by 3.28 ft.)

Top 10: Kommune: Anzahl giftfreie  m

… Top 10: Municipality: Number of poison free sqm.

  1. Gribskov: 1.921.490 m2
  2. Hjørring: 1.438.626 m2
  3. København: 1.385.993 m2
  4. Hillerød: 1.274.713 m2
  5. Bornholm: 1.247.623 m2
  6. Lejre: 1.197.527 m2
  7. Brønderslev: 1.134.910 m2
  8. Roskilde: 1.077.058 m2
  9. Svendborg: 966.272 m2
  10. Kalundborg: 930.791 m2

 

Gleichzeitig kann man beim Verein Samen für Wildblumenwiesen bekommen und Ratschläge für insekten- und vogelfreundliche Bepflanzung.

… At the same time one can get seeds for wildflower meadows and advice for planting an insect and bird friendly garden.

Ich freue mich, dass ich darauf aufmerksam gemacht worden bin. Ich habe es ja sowieso nicht so mit Giften, aber es ist gut zu wissen, dass das jetzt Kreise zieht. Macht’s mal gut, alle zusammen, und frohlockt, denn bald könnt ihr wieder nach Dänemark reisen …

… I am glad that somebody pointed this out to me. I am not the great poison enthusiast to begin with, but it is good to know, that this is making waves. Have a pleasant day, everybody, and rejoice, soon you might be able to travel to Denmark again …