Liebe zieht uns immer zur Liebe zurück … Love always draws us back to love

Mevlana in Konya, Rumi’s Mausoleum
Foto: Pixabay, Halil Ibrahim Zengin

“Ein Sufi sieht Gott weder als einen Richter noch als einen Vaterersatz an und auch nicht als den Schöpfer, sondern als unseren eigenen Geliebten, der uns so nahe, so vertraut, so zärtlich ist.
In den Augenblicken der Nähe erfährt der Liebende eine Intimität mit dem Geliebten, die die Sanftheit und die Extase der Liebe überträgt.”

„Sehnsucht führt uns zurück zu Gott, führt den Liebenden zurück in die Arme des Gleibten. Das ist der alte Pfad der Mystiker, derer, die dazu bestimmt sind, die Reise zu den entfernten Küsten der Liebe zu überstehen. Warum wir zu dieser Aufgabe gerufen werden ist stets ein Mysterium, denn die Wege des Herzens kann der Verstand nicht begreifen. Liebe zieht uns immer zur Liebe zurück, und Sehnsucht ist das Feuer, das uns läutert.“
― Llewellyn Vaughan-Lee

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“The Sufi relates to God not as a judge, nor as a father figure, nor as the creator, but as our own Beloved, who is so close, so near, so tender.
In the states of nearness the lover experiences an intimacy with the Beloved which carries the softness and ecstasy of love.”

„Longing takes us back to God, takes the lover back into the arms of the Beloved. This is the ancient path of the mystic, of those who are destined to make the journey to the further shores of love. Why we are called to this quest is always a mystery, for the ways of the heart cannot be understood by the mind. Love always draws us back to love, and longing is the fire that purifies us.“
― Llewellyn Vaughan-Lee

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Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag!

… I wish all of you a blessed Sunday!

Was der Mensch liebt, das wird er in der Liebe. … What a person loves, he becomes in love


Wie Sankt Augustinus sagt: Was der Mensch liebt, das wird er in der Liebe. Sollen
wir nun sagen: Wenn der Mensch Gott liebt, daß er dann Gott werde? Das klingt, wie
wenn es Unglaube sei. In der Liebe, die ein Mensch schenkt, gibt es keine Zwei, sondern Eins und Einung, und in der Liebe bin ich mehr Gott, als daß ich in mir selbst bin.

Der Prophet spricht: »Ich habe gesagt, ihr seid Götter und Kinder des Allerhöchsten«
(Ps. 81, 6). Das klingt verwunderlich, daß der Mensch in solcher Weise Gott zu werden vermag in der Liebe; jedoch ist es wahr in der ewigen Wahrheit. Unser Herr Jesus Christus beweist es.

Gott und ich, wir sind eins. Durch das Erkennen nehme ich Gott in mich hinein;
durch die Liebe hingegen gehe ich in Gott ein.
Meister Eckhart (Deutscher Theolog, Philosoph und Mystiker (1260-1328))

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As Saint Augustin says: what a person loves, he becomes in love. Should
we now say: If a person loves God, will he then become God? That sounds as
if it is unbelief. In the love that a person gives, there is no two, but one and unity , and in love I am more God than that I am in myself.

The Prophet says: „I said you are Gods and children of the Highest
(Ps. 81, 6). It sounds astonishing that a human being is able to become God in this way in love; however, it is true in the eternal truth. Our Lord Jesus Christ proves it.

God and I, we are one. Through knowing I take God into me;
however, through love I enter into God.
Meister Eckhart (German theologian, philosopher and mystic (1260-1328))

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In diesem Sinne wünsche ich euch einen mit Liebe erfüllten Sonntag!

… In this spirit I wish you all a Sunday filled with love!

Bet Williams and John Hodian – Teil 2: John … Bet Williams and John Hodian – part 2: John

Ich habe 2015 schon einmal über sie geschrieben, aber da sie noch existieren, kommt immer mehr Information hinzu. Damals hatte ich auch nur sehr wenige Leser.

2015 I have already published an article about them, but as they are still alive and kicking, more information is getting accumulated. I didn’t have many readers at that time anyway.

Bet Williams und John Hodian sind eine interessante Mischung. Bet hat eine Country-Gruppe, und sie persönlich brilliert mit einer Stimme, die über erstaunlich viele Oktaven spannt. John dagegen kommt mehr aus der klassischen und der jazzigen Richtung. Zusammen wurden sie zu „Epiphany Project“.

… Bet Williams and John Hodian are an interesting combination. Bet has a Country band, and she has a brilliant voice rangeing over many octaves. John on the other hand, was more involved with classic and jazz. Together they became „Epiphany Project“.

Da die beiden so vielseitig sind, ist so viel Material vorhanden, dass ich diesen Bericht in zwei, vielleicht sogar drei Teile teilen werde. Der Artikel wird sonst einfach zu lang. Letztes Mal lasen wir über Bet, dieses Mal kommt John an die Reihe:

… As the two of them are so versatile, there is so much material that I will divide this report into two, maybe even three parts. The article will otherwise simply be too long. Last time we read about Bet, this time it is John’s turn:

John Hodian, die offizielle Geschichte:
John Hodians Musik kombiniert seine armenischen Wurzeln und seine klassische Ausbildung mit freier Improvisation. Hodian ist ein Komponist, Dirigent und Pianist, der in einer Vielzahl von Genres gearbeitet hat – von Klassik über Jazz, Rock bis Rap und traditionell bis Avantgarde. Hodians Musik vermittelt Emotionen, die von tiefer Melancholie bis zu kühnem Überschwang reichen. Seine atemberaubend schönen Melodien, komplizierten Rhythmen und seine gefühlvolle Intensität spiegeln sowohl seine armenischen Wurzeln und seine formale klassische Ausbildung als auch seine Jahre als innovativer Jazzimprovisator wider.

… John Hodian, the official story:
John Hodian’s music combines his Armenian roots and classical training with free improvisation. Hodian is a composer, conductor, and pianist who has worked in a wide variety of idioms (genres?) — from classical to jazz, rock to rap, and traditional to avant-garde theater. Hodian’s music conveys emotions ranging from profound melancholy to bold exuberance. His hauntingly beautiful melodies, intricate rhythms and soulful intensity reflect both his Armenian roots and his formal classical training, as well as his years spent as a cutting edge jazz improviser.

Was John sagt: (… The English text will follow after the German in one block.)
Ich bin in einer eng miteinander verbundenen, armenischen Familie aufgewachsen und habe vor meinem neunten Lebensjahr nur armenische Musik auf der Stereoanlage meines Vaters gehört. Ich glaube nicht, dass sie irgendeine andere Sorte Schallplatten besaßen, ausser einer schlecht produzierten „Best of Classics“  (dazu später mehr). Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals etwas passiert ist … mein Psychoanalytiker sagt mir, dass ich es blockiert habe), bis ich eines Tages zehn Jahre alt war und meine ältere Schwester ein Klavier bekam. Meine Eltern waren nicht zu Hause und meine Schwester war nicht wirklich interessiert, also setzte ich mich hin und fing einfach an, stundenlang Melodien zu erfinden!

Viele Jahre später erfinde ich immer noch Dinge am Klavier. Das ist alles, was ich wirklich tun kann. Ich machte meinen Master in Musikkomposition und Dirigieren, machte aber viele Umwege als Jazzmusiker, Avantgarde-Improvisator und Universitätsprofessor. In Sommern fing ich an, am Naropa Institute in Boulder, Colorado, herumzuhängen und Erfahrungen nicht nur mit der Musikfakultät, sondern auch mit der Abteilung für berühmte Literatur zu sammeln, zu der Allen Ginsburg, William Burroughs, Gregory Corso und viele andere von der Jack Kerouac „School of Disembodied Poets“ (Schule der körperlosen Dichter) gehörten.

Ich zog nach New York, sah die Mietkosten und transformierte ganz  schnell zu einem „kommerzielleren“ Komponisten von Film- und Fernsehpartituren. Nachdem ich 15 Jahre lang 18 Stunden am Tag Musik für andere Leute geschrieben hatte, wachte ich eines Morgens auf und entschied, dass ich genug hatte. Seitdem habe ich nie mehr Musik für irgendjemanden außer für mich selbst geschrieben … oh, und für meinen Partner Bet Williams.

Was mich zu Bet Williams bringt. Ich hatte von Bet gehört und sie sogar ein paar Mal in der Stadt gesehen, aber erst als wir uns in einem Salon für Performancekunst trafen, wurde mir klar, dass sie meine musikalische Doppelgängerin war. Sie war musikalisch ebenso flexibel in Genres, in denen ich keine Erfahrung hatte, aber immer insgeheim wollte (Songwriting, Musiktheater, Oper). Ich denke, das macht sie zu meiner Anti-Doppelgängerin, aber Sie verstehen sicher, was ich meine. Wir haben alles genommen, was uns gefiel – Weltmusik, Improvisation, Performance-Kunst – und es mit meiner aufkeimenden Erfahrung in einem Aufnahmestudio bearbeitet. Epiphany Project wurde geboren.

Jetzt bereisen wir gemeinsam die Welt und treten in einer von mehreren musikalischen Verkleidungen auf (Bet Williams Band, Epiphany Project, Naghash Ensemble, Musik von John Hodian). Es scheint für Promotoren und Agenten und sogar für unsere Fans verwirrend, aber wir schaffen es, alles auseinander zu halten, indem wir im Moment stehen und immer einen Regenschirm tragen. Bei unserer musikalischen und geografischen Schizophrenie fühlt es sich manchmal so an, als hätte ich keine Wurzeln. Aber an meinen guten Tagen habe ich das Gefühl, Wurzeln zu haben, sie sind einfach auf der ganzen Welt!

… What John says:
I grew up in a tight knit Armenian family and heard nothing but Armenian music on my dads stereo before I was nine. I don’t think they owned any other type of records excerpt for one poorly produced  “Best of Classics” (more on that later). I don’t recall much of anything ever happening to me…ever (my analyst tells me I’ve blocked it out) until one day when I was ten and my older sister got a piano. My parents weren’t home and my sister wasn’t really interested so I sat down and just started making up tunes for a really long time! 

Many years later I’m still making things up at the piano. I went on to get a masters degree in both music composition and conducting but took many detours as a jazz musician, avant-garde improviser, and University professor. In the summers I started hanging around the Naropa Institute in Boulder Colorado soaking up experiences not only with the music faculty but also the illustrious literature department which included Allen Ginsburg, William Burroughs, Gregory Corso and many others from the Jack Kerouac School of Disembodied Poets.

I moved to New York, saw the cost of rent and was quickly transformed into a more “commercial” composer of film and television scores. After 15 years of writing music for other people 18 hours a day, I woke up one morning and decided I had had enough. Since then I have never written music for anybody but myself… oh, and my partner, Bet Williams.

Which brings me to Bet Williams. I had heard of Bet and had even seen her around town a couple of times but it wasn’t until we met at a performance art salon that I came to realize she was my musical doppelganger. She was equally flexible musically in genres I had no experience in, but always secretly wanted to (Songwriting, Music Theater, Opera). I guess that makes her my anti-doppelganger but you get the idea. We took everything we were fond of—world music, improvisation, performance art— and put it through my burgeoning recording studio experience. Epiphany Project was born.

Now we travel the world together performing in any one of a number of musical disguises (Bet Williams Band, Epiphany Project, Naghash Ensemble, Music by John Hodian). It seems confusing to promoters and agents and even our fans but we manage to keep it all straight by being in the moment and always carrying an umbrella. With our musical and geographical schizophrenia, it sometimes feels as if I don’t have any roots. But on my good days I feel like I do have roots, they are just all over the world!  

Mein Mann und ich haben sie im August 2014 in Hohwacht in einer grossen Scheune beim Ostholstein Musik Festival live erlebt und auch eine CD gekauft mit Musik vom Epiphany Project. Ihr Konzert war als Country & Western annonciert, aber sie haben auch Epiphany Project Musik gespielt, die mich fasziniert hat. Seitdem haben sie grosse Konzerte u. a. in Berlin gegeben, wo sie anscheinend im Moment ihren Wohnsitz haben.

… My husband and I have seen them live in August 2014 in a big barn in a place called Hohwacht during the Ostholstein music festival (Ostholstein is on the way to Denmark via Lübeck when coming from the south), where we also bought a CD with Epiphany Project music. Their concert was announced as Country & Western, but they also played Epiphany Project music, which fascinated me. Since then they have played big concerts in among others Berlin, where they seem to have settled for the time being.

Wer John Hodian sagt, muss auch Naghash Ensemble sagen, sein Projekt zur Wiederbelebung klassischer armenischer Musik. Hier ein paar Worte aus Wikipedia: Das Naghash Ensemble ist ein Ensemble zeitgenössischer Musik aus Armenien mit drei Sängerinnen, Duduk, Oud, Dhol. Sie singen neue Musik des armenisch-amerikanischen Komponisten John Hodian, die auf geistlichen Texten des mittelalterlichen armenischen Mystikers, Dichters und Priesters Mkrtich Naghash basiert. Hodians „Songs of Exile“ wird vom armenischen Komponisten Tigran Mansurian als „Der Klang des alten Armeniens für das 21. Jahrhundert neu erfunden“ beschrieben und kombiniert „die erdige Spiritualität des armenischen Volksliedes, neue klassische Musik, zeitgenössischen Post-Minimalismus und die Energie des Rock und Jazz“.

Foto: Wikipedia – Garegin Aghabekyan

… If you say John Hodian, you also need to say Naghash Ensemble, his project to revive classical Armenian music. A few words from Wikipedia: The Naghash Ensemble is a contemporary music ensemble from Armenia featuring three female singers, duduk, oud, dhol. They perform new music written by Armenian-American composer John Hodian based on sacred texts by the medieval Armenian mystic, poet and priest, Mkrtich Naghash. Described as „The sound of ancient Armenia reinvented for the 21st century“ by Armenian composer Tigran Mansurian, Hodian’s „Songs of Exile“ combines „the earthy spirituality of Armenian folk song, new classical music, contemporary post-minimalism and the energy of rock and jazz“.

Auf YouTube ist nichts zu finden aus Johns ”kommerzieller Periode”, nur sein cooler, experimenteller Jazz, das Naghash Projekt und das Epiphany Projekt. Mir kommt es so vor, als ob er an seinen Werken aus der Zeit nicht besonders interessiert ist.

… I can’t find anything on YouTube from John’s “commercial” period, only his cool, experimental jazz, the Naghash Project and the Epiphany Project. I am getting the impression that he is not really interested in his work from that time.

Nächstes Mal werde ich dann noch kurz das Epiphany Projekt vorstellen. Das würde jetzt hier den Rahmen sprengen. 😉

… Next time I will make a short presentation of the Epiphany Project. I think that for today it is enough. 😉

Ein Ozean der Kraft, der Tugend und der Liebe … An ocean of vigor, virtue and love

Mevlana in Konya, Rumi’s Mausoleum
Foto: Pixabay, Halil Ibrahim Zengin

„Über denSufismus, der Advaita, der christlichen Mystik, des Humanismus, des Atheismus, des Agnostizismus und des Pantheismus hinaus, gibt es einen Fluss – einen Fluss, der rein ist – einen Fluss, der gesittet ist – einen Fluss, der unbestechlich ist – einen Fluss, der die Kraft hat, Leben selbst in die am meisten entartete Gesellschaft zu hauchen – aber man kann ihn nirgendwo finden, denn er existiert nicht so, wie wir normalerweise Existenz wahrnehmen, das heißt, er existiert nicht als greifbarer, physischer Fluss, wie der Hudson oder die Themse oder der Nil – vielmehr existiert er als Partikel in eurem Gehirn, und alles, was er braucht, ist der richtige Anstoss, um sich zu formen. Und wenn eine ausreichende Anzahl solcher Flüsse aus der Quelle von genügend erwachter Gehirne fließen, wird die ganze Welt zu einem Ozean der Kraft, der Tugend und der Liebe.“
― Abhijit Naskar

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….. “Beyond sufism, beyond advaita, beyond christian mysticism, beyond humanism, beyond atheism, agnosticism and pantheism, there is a river – a river that’s pure – a river that’s chaste – a river that’s incorruptible – a river that has the power to breathe life into even the most degraded society – but you can’t find it anywhere, for it doesn’t exist in the way we usually perceive existence, that is, it doesn’t exist as a tangible physical river, like the Hudson or the Thames or the Nile – rather it exists as particles in your brain, and all it needs is the right kick to get formed. And when enough such rivers start flowing from the fountainhead of enough awake brains, the whole world will turn into an ocean of vigor, virtue and love.”
― Abhijit Naskar

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Let your love flow, kann ich da nur noch sagen, lasst eure Liebe fliessen! 🙂

… All that is left for me to say to this is: Let your love flow! 🙂

Der Kreis der Liebe … The circle of love


Der Mystiker weiß, dass die Essenz des Gebets das verborgene Geheimnis ist:“ Ich bin der, den ich liebe, der, den ich liebe, bin ich.“ Im tiefsten Gebet des Herzens gibt es nur Einheit, denn wenn das Herz offen ist und zu Gott schaut, offenbart er seine Einheit. In diesem Zustand des Gebets gibt es eine Verschmelzung, die den Verstand und seine Vorstellungen von Dualität übersteigt: Das Herz überwältigt uns mit seiner Gegenwart, die jedes Gefühl unseres eigenen Selbst auslöscht. Diese Momente des Gebets sind Momente der Vereinigung, in denen der Liebhaber verloren ist. Der Liebhaber ist vom Ufer seines eigenen Wesens in den grenzenlosen Ozean des Geliebten getreten. (…)

Wenn die Liebe ihre wahre Natur offenbart, erfahren wir, dass es weder Liebhaber noch Geliebte gibt. Es gibt niemanden zum Beten und niemanden zum Beten. Wir wissen nicht einmal, dass wir verloren sind; Wir kehren aus diesen Zuständen der Verschmelzung zurück und wissen nur, dass wir uns selbst gegeben haben und angenommen wurden. Unser Geschenk von uns selbst wurde so vollständig angenommen, dass wir nichts wussten. Wir schauten zu ihm und er nahm uns in seine Arme, umarmte uns in Einheit, löste uns auf in Nähe. So viele Jahre lang haben wir zu ihm geweint, wir haben ihn angerufen, und als er kam, war das Treffen so vertraut, dass wir nichts wussten.

Aber wenn wir von dieser Verschmelzung der Einheit zurückkehren, wenn der Verstand uns wieder umgibt, können wir die Fußspuren sehen, die uns zu diesem Ufer führten, zu dem Ort, an dem sich die beiden Welten treffen. Wir können Geschichten von der Reise erzählen, die uns an den Rand des unendlichen Ozeans des Herzens führte, von den Nächten, die wir zu ihm gerufen haben, und von den Tränen, die wir in unserer Berufung geweint haben. Für so viele Jahre war unser Bedürfnis alles, was wir wussten, ein Bedürfnis, das aus der Verzweiflung der Trennung geboren wurde, der tiefsten Verzweiflung, die der Seele bekannt ist.

Dieses Bedürfnis war unser erstes Gebet, das von dem in die Seele gepflanzt wurde, der uns liebt, der uns für sich selbst will. Dieses Bedürfnis der Seele ist das Band der Liebe, das Versprechen des Mystikers, sich an ihn zu erinnern. Das Erwachen dieser Erinnerung ist das Wissen um unsere Vergesslichkeit, das Wissen um die Trennung. Die Geliebte soll wissen, dass sie von ihrem Geliebten getrennt ist, dass sie ihn vergessen hat. Wenn der Geliebte zu diesem Wissen erwacht, bringt er das Bedürfnis der Seele ins Bewusstsein, nach Hause zurückzukehren, um von der Trennung zur Vereinigung zu gelangen.
Llewellyn Vaughan-Lee, Der Kreis der Liebe

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The mystic knows that the essence of prayer is the hidden secret, “I am He whom I love, He whom I love is me.” In the deepest prayer of the heart there is only oneness, for when the heart is open and looks towards God, He reveals His unity. In this state of prayer there are a merging and melting that transcend the mind and its notions of duality: the heart overwhelms us with His presence which obliterates any sense of our own self. These moments of prayer are moments of union in which the lover is lost. The lover has stepped from the shore of his own being into the limitless ocean of the Beloved. (…)

When love reveals its real nature we come to know that there is neither lover nor Beloved. There is no one to pray and no one to pray to. We do not even know that we are lost; we return from these states of merging only knowing that we gave ourself and were taken. Our gift of ourself was accepted so completely that we knew nothing. We looked towards Him and He took us in His arms, embraced us in oneness, dissolved us in nearness. For so many years we cried to Him, we called to Him, and when He came the meeting was so intimate that we knew nothing.

But when we return from this merging of oneness, when the mind again surrounds us, we can see the footprints that led us to this shore, to the place where the two worlds meet. We can tell stories of the journey that led us to the edge of the heart’s infinite ocean, of the nights we called to Him, and the tears we cried in our calling. For so many years our need was all that we knew, a need born of the despair of separation, the deepest despair known to the soul.

This need was our first prayer, planted in the soul by Him who loves us, who wants us for Himself. This need of the soul is the bond of love, the mystic’s pledge to remember Him. The awakening of this remembrance is the knowledge of our forgetfulness, the knowledge of separation. The lover is made to know that she is separate from her Beloved, that she has forgotten Him. Awakening to this knowledge, the lover brings into consciousness the soul’s need to return Home, to journey from separation to union.”
― Llewellyn Vaughan-LeeThe Circle of Love

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Ich wünsche euch allen einen angenehmen Sonntag und eine gute kommende Woche!

… I wish you all a pleasant Sunday and a good new week.

Liebe ist die Verkörperung des Göttlichen … Love is the embodiment of divinity

Mevlana in Konya, Rumi’s Mausoleum
Foto: Pixabay, Halil Ibrahim Zengin

Die Religion, für die ich eintrete, und das taten auch die sterblichen Menschen, die als Jesus, Buddha und Nanak bekannt sind, ist die Religion der Liebe, des Mitgefühls und der Selbstverwirklichung.

Keine Religion ist größer als die Liebe,
Denn Liebe ist die Verkörperung des Göttlichen,
Keine Kirche ist höher als das Selbst,
Weil das Selbst die Manifestation des Allmächtigen ist,
Keine Anbetung ist größer als Hilfe,
Denn helfen ist der Dienst Gottes,
Kein Gebet ist so heilig wie Güte,
Denn in der Güte liegt die wahre Tat des Herrn,
Keine Schrift ist herrlicher als der Geist,
Denn der Geist ist der Schöpfer der heiligen Schriften,
Lerne also aus der Schrift, um deiner Art zu helfen,
Und sei der Leim für den Stoff der Menschheit, der alle Brüche heilt.
Heile deine Gattung, mein Freund, mit deiner Weisheit und Wärme, die transzendent ist,
Wenn nicht du, wer sonst wird die Menschheit vereinen und sich als triumphierende Sapiens erheben.
— Abhijit Naskar (Neurowissenschaftler, Schriftsteller und Vortraghalter aus Indien)

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… The religion that I advocate, and so did the mortal humans known as Jesus, Buddha and Nanak, is the religion of love, compassion and self-realization.

No religion is greater than love,
For love is the embodiment of divinity,
No church is higher than the self,
Because the self is the manifestation of the Almighty,
No worship is greater than help,
For helping is the service of God,
No prayer is as sacred as kindness,
For in kindness lies the real act of the Lord,
No scripture is more glorious than the mind,
For the mind is the creator of the scriptures,
So learn from that scripture within to be of help to your kind,
And be the glue to the fabric of humanity healing all ruptures,
Heal your kind my friend with your wisdom and warmth transcendent,
If not you then who else will unify humanity and rise as sapiens triumphant.
— Abhijit Naskar, Neuroscientist, author and speaker from India

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Ich wünsche euch allen einen von Liebe gesegneten Sonntag!

… I wish you all a Sunday blessed by love!

Das Ziel der Liebe ist die Gutheit … The goal of love is goodness

Die besten Meister sagen, die Liebe, mit der wir lieben, sei der Heilige Geist. Es gab manche, die dem widersprechen wollten. Dies aber ist immer wahr: Alle Bewegungen, durch die wir zur Liebe bewegt werden, in der bewegt uns nichts anderes als der Heilige Geist. Liebe in ihrem lautersten, ganz in sich selbst abgelösten Sein ist nichts anderes als Gott. Die Meister sagen: Das Ziel der Liebe,
auf das hin die Liebe alle ihre Werke wirkt, ist die Gutheit, und die Gutheit ist Gott.

Sowenig mein Auge sprechen und meine Zunge Farbe erkennen kann, ebensowenig
kann sich die Liebe auf irgend etwas anderes neigen als auf die Gutheit und auf Gott.
(Meister Eckhart, christlicher Mystiker, 13. Jahrhundert)

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… The best Masters say that the love with which we love is the Holy Spirit. There were some who wanted to contradict this. But this is always true: All movements through which we are led to love, nothing else moves us there than the Holy Spirit. Love in its purest, completely detached being is nothing other than God. The masters say: the goal of love, toward which love works all its works is goodness, and goodness is God.

As little as my eye can speak and my tongue can see color, just as little
love can lean on anything other than goodness and God.
(Meister Eckhart, Christian mystic, 13th century)

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Ich wünsche euch allen einen besonders schönen ersten Sonntag des Jahres 2021.

… I wish you all an especially pleasant first Sunday of 2021.

Ein Akt der Liebe … An act of love


Ein nachweihnachtlicher Gedanke. … A post Christmas musing.

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Die Erfahrung des Einswerden mit Gott ist das höchste Gefühl was ein Mensch haben kann. Dafür wurde er geschaffen, daher wird dadurch alles in dem Menschen befriedigt. 

Das Gott den Menschen schafft und mit diesem dann Eins werden möchte ist ein Akt des Schenkens, es ist ein Akt der Liebe aus dem wir schöpfen dürfen. Wenn es also zu der Frage kommt warum Gott mit dem Menschen Eins sein möchte und seine Herrlichkeit verschenken möchte dann ist die Antwort, dass er es aus Liebe tut und tat.
(www.freevangelium.de)

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… The experience of becoming one with God is the highest feeling a person can have. That is what he was created for, therefore everything in man is satisfied by it.

That God creates man and then wants to become one with him is an act of giving, it is an act of love from which we can draw. So when it comes to the question why God wants to be one with man and wants to give away his glory, then the answer is that he does and did it out of love.
(www.freevangelium.de)

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Alles Liebe aus Dänemark an euch alle!

… All the best from Denmark to all of you!

Liebe kennt kein Warum … Love does not ask why

Heute präsentiere ich ein paar Worte von Meister Eckhart, einem christlichen Mystiker aus dem 13. Jahrhundert.

… Today I will present some words by Master Eckhart, a Christian mystic from the 13th century.

Liebe hat kein Warum. Hätte ich einen Freund und liebte ich ihn darum, daß mir Gutes von ihm geschähe und mein voller Wille, so liebte ich nicht meinen Freund, sondern mich selbst. Ich soll meinen Freund lieben um seiner eigenen Güte und um seiner eigenen Tugend und um alles dessen willen, was er in sich selbst ist: dann (erst) liebe ich meinen Freund recht, wenn ich ihn so, wie eben gerade gesagt wurde, liebe. Ganz so steht es bei dem Menschen, der da in Gottes Liebe steht, der des Seinen nichts sucht an Gott noch an sich selbst noch an irgendwelchen Dingen und Gott allein um seiner Güte und um der Güte seiner Natur und um alles dessen willen liebt, was er in sich selbst ist. Und das ist rechte Liebe.

Wenn Gott in der Seele wirkt, dann liebt er sein Werk. Wo nun die Seele ist, in der Gott sein Werk wirkt, da ist das Werk so groß, daß dieses Werk nichts anderes ist als die Liebe; die Liebe hinwiederum ist nichts anderes als Gott.

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Love does not ask why. If I had a friend and loved him because of the benefits which this brought me and because of getting my own way,  then I did not love my friend but myself. I should love my friend for his own goodness and for his own virtue and for everything for the sake of what he is in himself: then (only) do I really love my friend when I love him as just said. It is exactly the same with the person who stands in God’s love, who seeks nothing of his own in God, nor in himself nor in any things, and loves God only for his goodness and for the goodness of his nature and for everything that he is in himself. And that is real love.

When God works in the soul, he loves his work. Now, where the soul is, in which God creates his work, the work is so great it is nothing else but love; love, on the other hand, is nothing else but God.

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Ich wünsche uns allen, so lieben zu können, und so geliebt zu werden!

… I wish for all of us to be able to love like that, and to be loved like that!

Die Kraft der Liebe … The force of love

Ich habe heute noch einmal ein Zitat von Abhijit Naskar, den ich euch letzten Sonntag schon vorgestellt habe. Ich „stolperte“ über dieses Zitat und fand es so schön. Im Text könnt ihr anstatt „Naskar“ euren eigenen Namen einsetzen.

… I have another quote from Abhijit Naskar again today, whom I have presented to you last Sunday. I „stumbled“ over this quote and I like it very much. In the text you can put your own name wherever it says „Naskar“.

Mevlana in Konya, Rumi’s Mausoleum
Foto: Pixabay, Halil Ibrahim Zengin

„Alle Menschen sind meine Schwestern und Brüder. Mein Leben ist nur dann sinnvoll, wenn die Menschen auf der Erde darin einen Sinn für ihr eigenes Leben finden können. Ich stehe auf keiner Seite – ich habe keine Sekte – ich habe keinen ausschließlichen Glauben – denn ich bin universell, ich bin allgegenwärtig, ich bin allmächtig. Wo immer es einen Menschen gibt, der sich durch Misserfolge arbeitet, lebt ein Naskar – wo immer es einen Menschen gibt, der den Bedrängten eine fürsorgliche Hand gibt, lebt ein Naskar. Aber es ist unerheblich, ob ich Naskar oder Christus oder Buddha oder Shankara oder Shams oder irgendetwas anderes genannt werde – was zählt, ist, dass die Kraft hinter diesen Namen ein und dieselbe ist – es ist die Kraft der Liebe – es ist die Kraft des Dienstes – es ist die Kraft des Opfers. „
― Abhijit Naskar 

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“All humans are my sisters and brothers. My life is meaningful only if the people of earth can find meaning for their own life in it. I have no side – I have no sect – I have no exclusive belief – for I am universal, I am omnipresent, I am omnipotent. Wherever there is a human who works through failures, there lives a Naskar – wherever there is a human who lends a caring hand to those in distress, there lives a Naskar. But it’s irrelevant whether I am called Naskar or Christ or Buddha or Shankara or Shams or anything else – what matters is that the force behind these names is one and the same – it’s the force of love – it’s the force of service – it’s the force of sacrifice.”
― Abhijit Naskar

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Ich wünsche uns allen Kraft und Mut für und durch die Liebe.

… I wish for all of us strength and courage for and through love.