Die Sage um die schweigsamen Nordjütländer … The legend of the taciturn Northern Jutlanders

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Das ist eine Sage, die in Dänemark oft und gerne erzählt wird. Als wir von Südjütland ganz in den Norden zogen, trafen wir auf einen Hauswirt, der ein Hyggeonkel in Gummistiefeln war und Geschichten aus seiner Kindheit zum besten gab. Na, dachten wir, das ist wohl die so oft besungene Ausnahme von der Regel.

… This is a legend that is often and enthusiastically told in Denmark. When we moved from the south of Jutland up to the very north, we met a landlord, who was a jovial fellow in rubber boots, who told stories of his childhood. Well, we thought, this must be the so often cited exception of the rule.

Da wir auf einem Hügel ganz für uns alleine wohnten, kamen wir nicht mit sehr viel Leuten zusammen. Ein Nachbar kam im Frühjahr über die matschigen Felder gestapft und sagte, dass wir zum Tee eingeladen wären bei ihm und seiner Frau, wenn wir mal in ihre Richtung kommen sollten. Sie wohnten im nächsten Haus auf unserer Strassenseite, so ca. 600 Meter weit entfernt von uns. Wir schafften es vor unserem Wiederwegzug nicht mehr, der Einladung nachzukommen.

… As we lived on a hill all for ourselves, we did not meet many people. In spring a neighbour came stomping over the soggy fields and invited us to tea with him and his wife, whenever we should pass by their house. They lived in the next house on our side of the road, about 600 metres further up. We didn’t make it to see them before we moved on again.

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Es verschlug uns dann ca. 86 km weiter nach Süden. Von unserem Hauswirt, der zwar kein Hyggeonkel war, sondern ein gestresster Geschäftsmann wurden wir sogleich in sämtliche Dorfzwiste eingeweiht. (Erst die Windmühle, dann der Schweinebauer, und jetzt gibt es schon wieder einen neuen, und zwar geht es um Katzen, es sind zu viele und keiner will seine kastrieren lassen, weil das ja Geld kostet. So werden das immer mehr Katzen, die bei den Nachbarn auf den Rasen und auf die Beete scheissen. Ich halte mich aus der Diskussion heraus, aber ich verjage freundlich aber bestimmt all die Katzen aus meinem Garten. Die Vögel sollen ja auch irgendwo zu ihrem Recht kommen. Ausserdem sehen die meisten der Katzen ungemein vernachlässigt aus.)

… We ended up about 86 km further south. Our landlord, not a jovial fellow, but a stressed businessman enlightened us immediately about all the village feuds. (First the windmill, then the pig farmer, and now the latest about cats. There are too many and nobody wants to get theirs‘ neutered, because that costs money. So they get more and more cats, shitting on the neighbours‘ lawn and flowerbeds. I keep out of the discussion, but I chase friendly but firmly all cats from my garden. The birds must also come to their rights. In addition, most of the cats look rather neglected.)

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Eine Nachbarin von gegenüber erzählte uns beim ersten Treffen auf der Strasse ihre komplette Krankheitsgeschichte mit diversen Schlaganfällen, während sie nach Herzenslust rauchte.

… A neighbour from the other side of the road told us at the first by chance meeting her complete health analysis, including diverse strokes, while chain smoking.

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Wir wurden misstrauisch. Wo waren die schweigsamen Nordjütländer? So richtig gefunden haben wir noch keinen. Sobald man sie anspricht, sprudeln sie über.

… We became suspicious. Where were the taciturn Northern Jutlanders? We haven’t really found any yet. As soon as one approaches them, they never stop talking.

Wenn man im Vildmose mit einem Fernglas um den Hals auftritt, wird man garantiert angesprochen und gefragt, ob und was man gesehen hat und Sichtungen werden ausgetauscht, vielleicht werden sogar Fotos gezeigt. Oder es werden ganz andere Dinge angesprochen, wie zum Beispiel die Instandhaltung, in diesem Falle die Begehbarkeit, des Mose, was zum grossen Teil von Freiwilligen Helfern erledigt wird. Oder man macht einfach nur small talk oder man wird gefragt, ob man einen guten Wanderweg für rüstige Rentner kenne, für die 1,5 km nun doch zu kurz sind.

… When you walk around in the Vildmose (wild moor national park) with binoculars around your neck, it is guaranteed that people will talk to you, ask you if you have seen something or what you have seen, and sightings are being exchanged, maybe even photos are being shown. Or completely other matters are touched like for instance the maintenance, in this case the accessibility of the moor, which is handled mostly by volunteers. Or one just chats or is being asked, if one knows a good hiking path for perky pensionists, for whom 1.5 km really is too short.

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Wir haben noch an keinem Wohnort so viel mit völlig fremden Leuten gesprochen. Ein gutes Beispiel auch die Joggerin vom Parkplatz bei den Rebild-Hügeln, die uns sämtliche Sehenswürdigkeiten der Umgebung auflistete. Wir haben es noch gar nicht geschafft, uns die alle anzusehen.

… In none of our homes have we talked so much with complete strangers. Another good example is the young girl jogger at the Rebild hills, who specified all the sights of the region for us. We were not even able to see them all yet.

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Dabei haben wir Interessantes über unsere neue Heimat und speziell das Vildmose und den Roldskov gelernt, z. B. dass Leute tote Tiere, die sie an der Strasse  finden, für die Adler auf die Futterplätze legen. (Es gibt tatsächlich zwei Steinadlerpaare im Lille Vildmose. Im übrigen Europa scheinen sie nur noch in den Bergen vorzukommen. Im Vildmose haben sie sich anscheinend mit einem kleineren Revier zufrieden gegeben und gegen relative Sicherheit eingetauscht.) Oder, dass Nachtfalter ganz wild auf Rotwein mit Zucker sind. Oder man erfährt, dass die Vereinigung, die das Vildmose betreibt, auch einen Naturpark in Zimbabwe besitzt, wo sie versuchen, die Nashörner vor den Wilddieben und dem Aussterben zu beschützen.

… We have found out interesting facts about our new home, especially the moor and Roldskov, for example that people pick up the dead animals they find on the road and put them on the feeding places for the eagles. (There really are two pairs of golden eagles at Lille Vildmose. In the rest of Europe they seem to exist only in the mountains now. In Vildmose they seem to be content with a smaller territory in exchange with relative security.) Or that moths are crazy about red wine with sugar. Or one learns that the association that runs the Vildmose also owns a national park in Zimbabwe, where they are trying to save Rhinos from poachers and extinction.

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Liebe Nordjütländer, es ist wunderbar, dass eure Schweigsamkeit nur eine Sage ist!

… Dear Northern Jutlanders, it is great that your taciturnity is only a legend!

Drama auf dem Lande … Drama in the countryside

Mein Mann und ich sitzen friedlich in der guten Stube, als etwas Grosses mit ziemlicher Wucht ans Fenster knallt, ein Vogel, ein grosser Vogel, eine Taube. Ich springe auf, um rauszulaufen und einer etwaigen Taube in Schock beizustehen, als mein Mann ruft: „Da fliegt ein Raubvogel mit einer Taube in den Krallen!“ Schockschwerenot … ich weiss ja, dass sie auch leben müssen, aber hier im Dorf jagen? Am Futterplatz? Das wirkt etwas frech. Eine Türkentaube hat er sich geschnappt, die Ringeltauben sind wahrscheinlich etwas zu fett.

… My husband and I are sitting peacefully in the living room, when something big crashes against the window; a bird; a big bird; a pigeon. I jump up to run out and help a possible pigeon in distress, when my husband calls out: „There is a bird of prey, it is flying away with a pigeon in its claws!“ What a shock … I know that they also have to live, but to hunt here in the village? At the bird feeder? That seems a bit cheeky. It took a collared dove. I presume that the wood pigeons are a bit too fat.

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So eine war es, armes Viecherl … 😦

… It was one of those, poor little creature … 😦

Sturm … Storm

Ein gleichmässiger, drohender Unterton, dazu das Geheule der Böen und das Klappern von lose Hängendem …  eine Harmonie des Schreckens.

… a monotonous, threatening, underlying tone, add the howling of the gusts and the rustling of all things hanging loose … a harmony of terror.

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Die Natur wird gebeutelt, und selbst im Haus kommt kein Gefühl der Sicherheit auf …

… Nature is being shaken, and even inside the house a feeling of security does not arise …

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(P.S.: Wenn ich an die schrecklichen Stürme in den Philippinen denke mit 300 m/Sekunde und das stundenlang, dann grenzt es für mich an ein Wunder, dass dort überhaupt Menschen überlebt haben.

… When I think about the terrible hurricanes in the Philippines with 300 m per second and that for hours on end, I consider it a miracle that anybody has survived at all.)

 

Wir essen also gerne, na und?

Vorletzte Woche war zu mehr als 50% Balles-World-Woche. Balle stellt auf ihrem Blog u. a. Rezepte ihrer Mutter aus Makedonien vor, die neben den griechischen, den toskanischen (Buch)  und den 5-Elemente-Rezepten (unbezahlte Reklame) jetzt mit zu unseren Lieblingen gehören.

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(Hier macht es Spass zu kochen. Wahnsinnig, wie der Philodendron explodiert ist! Der obere Zweig war auch schon beim Kalender angelangt, da habe ich ihn umgedreht und zurückwachsen lassen, denn schliesslich soll man das schöne Aquarell aus Dubrovnik noch sehen können.)

Sonntag vor zwei Wochen gab es die wunderbaren Fischfrikadellen von Balles Mutter mit den Sahnekartoffeln aus unserem Toskana-Kochbuch, die ich hier schon einmal vorgestellt habe.

Am Montag probierten wir Balles Bohneneintopf „Tavce Gravce“. Ich hatte Bedenken, weil mein Mann immer behauptet, dass er keine Hülsenfrüchte mag. Von wegen! Er ass drei Portionen und eine allerletzte Miniportion, der Rest, den ich nicht mehr hinunterklemmen konnte. Dazu gab es Pita vom Zitronen-und-Olivenöl-Blog mit Oregano und Thymian gewürzt.

Am Donnerstag gab es dann den Nudel-Spinat-Auflauf von Balle, sehr lecker, keine Reste … 😉

Am Freitag, der fast immer unser Restetag ist, gab es die restlichen Fischfrikadellen (ich hatte extra mehrere gemacht) mit gratinierten Restkartoffeln.

In der Woche darauf, nachdem wir aus Kopenhagen zurück waren, hatten wir noch einen Rest Bohneneintopf (extra mehr gemacht, damit ich nach der „Reise“ nicht gleich kompliziert kochen musste), zu welchem ich kleine Fladen briet, mehr kleine Pfannkuchen (Blinis?) als Brot und sehr lecker, „Lalangites“ vom Zitronen-und Olivenöl-Blog. Ich machte nur die Hälfte der angegebenen Menge, weil wir ja nur zu zweit sind, aber das war ein Fehler, denn die schmecken auch kalt zwischendurch, wann immer.  😉

Ich verbringe eine Menge Zeit mit Kochen, und ich geniesse es, denn als ich noch arbeiten ging, hatte ich keine Zeit dazu; abends war ich einfach zu müde. Ich halte mich nach dem ersten Ausprobieren nicht immer buchstäblich an Rezepte, sondern übernehme eigentlich mehr Ideen. Bei der griechischen und der toskanischen Küche sind das z. B. die frischen Kräuter und die Gewürze. Da gibt es manchmal Kombinationen, auf die ich von allein nicht gekommen wäre.

Könnt ihr euch vorstellen, ich habe mir seit ein paar Monaten tatsächlich angewöhnt, einen Essensplan für die Woche zu machen, nach welchem ich dann den Einkaufszettel schreibe und an den wir uns auch so ziemlich halten. 😉  Das spart so viel Geld, man glaubt es kaum. Vorher liessen wir uns eher davon inspirieren, was im Supermarkt angeboten wurde, was nicht unbedingt immer ratsam ist … 😉

Aber jetzt wünsche ich euch allen erst einmal einen guten Appetit!

 

Wie haben meine Pflanzen den langen Winter überlebt?

Alles in allem ist da eine gute Überlebensrate. Ich habe allerdings etwas den Überblick verloren, was wo drin ist. Das meiste kann ich identifizieren, einiges nicht und einige wenige zeigen gar kein Leben oder vergammelte (wegen zu viel Nässe) Wurzeln/Knollen/Zwiebeln. Bei den Gartengloxinien weiss ich, dass sie erst später kommen, da habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Von den Rosen haben alle überlebt, von den Rhododendren auf jeden Fall 17 von 19 (die beiden kleinen sehen nämlich nicht gut aus, aber mal sehen). Die meisten Stauden haben überlebt, nur den Stockrosen, einigen Tulpen und den Alpenveilchen war es zu feucht.

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Hier haben wir erst einmal meinen Arbeitsplatz eingerichtet; das ist die Ostterrasse. Hier haben wir die meisten Rosen und andere grosse Container untergebracht (wegen der kommenden Bauarbeiten, alles steht jetzt auf den Terrassen).

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Das ist die Südterrasse. Wenn da Blumentöpfe stehen, sind wir recht ungeniert.

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Hauptsächlich werden wir uns wohl hier aufhalten, auf der Nordterrasse. Sie ist am grössten und lieg am ungeniertesten. Hier haben die Rhodos und viele andere ein vorübergehendes Heim gefunden.

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Die habe ich aus dem Grass gerettet, bevor das grosse Umgraben beginnt. Die muss ich irgendwo zwischenparken.

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Die Phlox-Pflanzen habe ich vom Nachbarn gegenüber geerbt. Er bekommt dann Tomaten und vielleicht Dahlien.

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Die bisher einzige blühende Tulpe (bei mir), eine botanische.

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Ein Koniferen-Bonsai.

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Das sind verschiedene Johannesbeerbüsche und ein Zierribes. Ob meine Schmetterlingsbüsche was werden, sei dahingestellt, aber es ist noch zu früh zum Aufgeben.

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In der Mitte Taglillien, rechts Iris (?), links eine Wildstaude, die ich geklaut habe, dahinter Primeln. Das Tote sind die Stockrosen.

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Mein totgeglaubter Rittersporn (so eine kleinwüchsige Sorte mit tollen dunkelblauen Blüten).

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Mein wilder Wald- und Wiesenknoblauch, 5 Erwachsene und ganz viele Babies.

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Den Lavendeln geht es gut und der kleinen Mirabelle auch, die bekommt Blattknospen. Mit hineingeschummelt haben sich eine junge Tulpe, eine Waldanemone (hoffentlich eine blaue …) und eine Prairiemalve.

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Der vierjährige Apfelbaum. Der neu ausgesähte vom letzten Jahr ist leider abgenippelt.

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Margariten; ich weiss noch nicht, ob es die hohen schlaksigen sind oder die italienischen.

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Mein Lärchen-Bonsai wird grün.

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Anemona sylvestris, die grosse Schwester der Buschwindröschen.

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Meine Waldrebe, die bekommt mittelblaue, ein wenig glockenförmige Blüten. Zwei von den anderen Klematis zeigen auch Leben. Eine noch nicht.

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Bepflanzt mit geretteten Akelei und Lupinen und zwei gekauften spanischen Margariten.

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Meine vier Tomaten. Ich habe noch fünf Pflanzen, aber die sind für den Nachbarn.

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Insgesamt fünf Paprikapflanzen; die stehen in zwei Etagen.

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Ganz schüchtern noch zeigt sich etwas Grün an der marokkanischen Minze.

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Und hier sind die fünf grössten der Oleander aus Samen von Malta. Da stehen noch acht kleinere über das Haus verteilt. Sie haben noch nicht geblüht, auch hier steigt die Spannung wie bei den Rhododendren. 😉

Jetzt wisst ihr das meiste. Wenn man die Umstände in Betracht zieht, kann ich mich nicht beklagen. Meine Pflanzen sind tapfer!  😉

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Falls ihr interessiert sein solltet, wie es den kleinen Tomatenpflänzchen ergangen ist: sie leben in bester Willkür. Die zweiten Blätterpaare kommen ganz schüchtern hervor.

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Nun geschah es aber an einem der Tage, dass ich eine rote Paprikaschote zubereitete, und siehe da, sie enthielt wunderbare, reife und gesunde Samen. Ich konnte es natürlich nicht sein lassen und habe welche aufbewahrt.

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Sobald ich den Sack Erde unter all dem Schnee auf der Terrasse gefunden habe, hole ich ihn rein, lass ihn durchwärmen und dann sähe ich die Samen aus.

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Die Tomaten fingen auch in einer Champignonverpackung an. Jetzt haben sie einen höheren Deckel bekommen, das Unterteil einer Weintraubenverpackung. Aber die wird auch bald nicht mehr hoch genug sein, wenn die so weiterwachsen.

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Die Tomaten haben einen „Schal“ umbekommen, denn es ist kalt so dicht am Fenster.
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ch habe noch nie probiert, Paprika zu ziehen; das wird spannend. 

Tschüss, bis nächstes Mal!

 

 

Zwischenmeldung auf die Schnelle …

… am 20. Februar habe bei Campogeno berichtet, dass ich Samen von Supermarkt-Tomaten ausgesäht habe. Schaut mal hier, fünf Tage später:

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Bisher haben  13 Samen gekeimt, ich glaube es waren 16-18 Samen insgesamt. Wenn die alle überleben, werde ich den GSM fragen, ob er wieder ein paar Pflanzen haben will, allerdings dieses Mal schon als Jungpflanzen. 😉  In unserem kleinen Plastikgewächshaus haben eigentlich nur 3 Pflanzen Platz, wenn es auch letztes Jahr 7 beherbergte… 😉

Spannend ist ja, was das wohl für Tomaten ergibt und wie verschieden die Pflanzen wohl sind. Ich kann’s einfach nicht lassen … 😉  😀