Schubladendenken …Stereotyped thinking

Foto: Matsunaga – Pixabay

Neulich erinnerte ich mich an eine Begebenheit aus meiner Jugend. Ich hatte eine Freundin, die schon studierte, als ich noch ins Gymnasium ging, denn sie hatte zweimal eine Klasse übersprungen, im Gymnasium, ungemein imponierend. Sie studierte Politikwissenschaften. Eines Abends waren wir in einer unserer Stammkneipen und trafen einen, wie ich fand, merkwürdigen Typen. Als er hörte, dass meine Freundin Politikwissenschaften studierte kam er gleich mit einem Vorurteil: Studiengang der reichen, verwöhnten Leute. Als meine Freundin ihm dann erzählte, dass sie aus einer Arbeiterfamilie stammte, fand er gleich eine neue Schublade: sie hatte sich hochgearbeitet vom Proletariat und studierte nunmehr Politik um zu beweisen, dass sie genau so gut war wie die reichen, verwöhnten Studenten.

Und so ging es weiter. Jedes Mal wenn sie etwas sagte, konterte er mit einer neuen Schublade. Ich fragte mich, ob er wohl wirklich so klischeehaft dachte oder sie nur provozieren wollte.

Meine Pointe ist, dass diese Art zu denken die Menschen nicht verbindet, sondern separiert. Empathie ist völlig unmöglich in so einer Situation, jegliche Art der Zusammenarbeit wird behindert.

Die Frage ist, wie man die Schubladen loswerden kann, die den Menschen anscheinend Sicherheit geben, das Gefühl oder die Illusion, ihr Leben und die Realität im allgemeinen im Griff zu haben.

Ich würde mir wünschen, dass wir alle unsere Schubladen entleeren und jedem Menschen einfach als einem Mitmenschen begegnen, ohne jegliche Vorurteile, nicht Aussehen, nicht Hautfarbe, nicht Kleidung, nicht Beschäftigung, nicht Nationalität, nicht Religion, nicht Alter, ja, nicht einmal Geschlecht; dass wir einfach jedem Menschen eine Chance geben als Mensch.

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… I recently recalled an incident from my youth. I had a friend who was already studying when I was still in high school, because she had twice skipped a grade in high school, which was extremely impressive. She studied political science. One night we were in one of our favorite bars and we met what I thought was an odd guy. When he heard that my girlfriend was studying political science, he immediately came up with a prejudice: the course for rich, spoiled people. When my friend told him she came from a working-class family, he immediately found a new category: she had worked her way up from the proletariat and was now studying politics to prove she was just as good as the rich, spoiled students.

And so it continued. Every time she said something, he countered with a new label. I wondered if he was really thinking in such a cliche way or just trying to provoke her.

My point is that this way of thinking doesn’t unite people, it separates them. Empathy is completely impossible in such a situation, any kind of cooperation is hindered.

The question is how to get rid of the stereotypes that seem to give people security, the feeling or the illusion of being in control of their lives and reality in general.

I would wish that we all threw away the labels and just met every human being as a fellow human being, without any prejudices, not looks, not skin color, not clothes, not occupation, not nationality, not religion, not age yes, not even gender; that we simply give everyone a chance as human being.

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

10 Gedanken zu „Schubladendenken …Stereotyped thinking“

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