Auch so etwas gehört zur Realität … Things like this are also part of reality

In diesem Fall in Dänemark, was ist nur aus uns geworden?

… In this case in Denmark, what has become of us?

Foto: Gerd Altmann (Pixabay)

… The English text follows after the German in one block.

Unsere so genannte Integrationsministerin Inger Støjberg ist nun zu 60 Tagen Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden, weil sie die EU-Regeln im Hinblick auf junge verheiratete Flüchtlingspaare nicht befolgt und dadurch unnötiges Leiden für die jungen Leute verursacht hat. Trotzdem gibt es – besonders in der dänischen Volkspartei – eine Menge Leute, die sie immer noch als Kandidatin für den Posten des Parteivorsitzenden sehen. Wie bitte? Mit einem Strafregistereintrag? Seit wann kann man mit so einem für den Staat arbeiten???
(In der Zwischenzeit ist sie aus dem Parlament gestimmt worden.)
Auf diesen Misstand im so genannten Integrationsministerium haben übrigens die oft verschmähten Tageszeitungen Ekstrabladet und BT hingewiesen.

Morten Messerschmidt, ein relativ junger Mann, der der dänischen Volkspartei angehört und so ziemlich als Stern galt und ebenfalls als Kandidat für den Posten als Parteivorsitzender, wurde ebenfalls verurteilt (6 Monate Gefängnis), und zwar für den Missbrauch von EU-Mitteln für partei-interne Zwecke. Das ist ganz eindeutig und schriftlich belegt. Trotzdem findet er sich unschuldig und hat gegen das Urteil Widerspruch eingelegt. Auch er gilt für viele immer noch als möglicher Parteivorsitzender in seiner eigenen Partei.
Nun sollte man denken, dass der gute Morten auch aus dem Parlament gestimmt würde, aber nein. Sein Verfahren wird ganz von vorne beginnen, weil einer der Richter, der anscheinend nicht weiss, was erlaubt ist und was nicht, sich in den sozialen Medien negativ über Morten geäussert hat. Der hat natürlich straks beantragt, den Richter für parteiisch zu erklären, und das ist ihm geglückt. Unter den Umständen ist das sogar verständlich. Jetzt hat er Zeit gewonnen. Trotzdem sollte er, meiner Meinung nach kein Kandidat als Parteivorsitzender sein.

Unsere Staatsministerin selber wird untersucht für zwei mögliche „Fehltritte“. Der erste ist die Entscheidung im März 2020, das ganze Land zuzumachen, was sie im Alleingang entschieden hat, ohne überhaupt jemand anders zu Rate zu ziehen. Sie behauptete damals, dass die Gesundheitsbehörden ihr diesen Rat gegeben hätten, aber die streiten es alle ab. Dann waren es auf einmal Gesundheitsexperten, die sie beraten hatten, aber sie hat bis heute keine Namen genannt.
Die zweite Angelegenheit ist die Nerz-Geschichte. Zu beweisen, dass sie gewusst hat, dass die Entscheidung keine Mehrheit im Parlament hatte, wird schwierig sein, weil ja alle Emails und Sms von der Zeit gelöscht worden sind trotz Journalpflicht. Das ist einmalig in der Geschichte des dänischen Parlaments. Sie hat allerdings öffentlich im Fernsehen gesagt, dass sie solche Entscheidung wieder treffen würde, wenn sie es für notwendig erachtete, und würde dann die Mehrheit hinterher „beibringen“. Bin ich die einzige, die das gesehen und gehört hat? Sie ist geeignetes Diktatormaterial! Jetzt behauptet sie nämlich, dass sie gar keine Entscheidung getroffen, sondern nur eine Empfehlung gegeben habe. Wenn man ihr ihre eigenen Aussagen vom Fernsehen zeigt, wie zum Beispiel „Alle Nerze in Dänemark müssen getötet werden!“ sagt sie einfach nur: Das kann ich so nicht wiedererkennen!
Ihr neuester Kommentar zur Presse bezüglich der gelöschten SMS und E-Mails: „Die sind weg, lebt damit!“ Bin ich die einzige, die das rotzfrech findet?

Und dann war da noch Corona: Das neueste Ausspiel eines Politikers: Ungeimpfte sollen Arbeitsverbot bekommen, und Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe sollen für sie gestrichen werden. (Dann kommen wohl auch bald die Renten dran.) Das will er im Folketing diskutieren und zur Abstimmung bringen. Da sind wir alle sehr gespannt. Angesichts der immer lauter werdenden Nachrichten über Pfusch mit den Zahlen wird das wohl in sich zusammenfallen.

Das Allerneueste: Die dänische Volkspartei (DF) findet es ganz in Ordnung, Inger Støjberg wieder ins Parlament zu lassen und in ihre Partei, aber sie wollen jetzt einen Gesetzesentwurf vorlegen, der Musiker von öffentlichen Zuschüssen ausschliesst, wenn sie vorbestraft sind. Aber die können dann ja in die DF eintreten und sich für den Posten des Parteivorsitzenden bewerben und sich auch für den Posten des Staatsministers aufstellen lassen. Das geht dann alles mit Vorstrafe.
Das Kopfschütteln nimmt kein Ende …

ENGLISH

… Our so-called Integration Minister, Inger Støjberg, has now been sentenced to 60 days in prison without parole for failing to comply with EU rules regarding young married refugee couples and thereby causing unnecessary suffering for the young people. Nevertheless, there are a lot of people – especially in the Danish People’s Party – who still see her as candidates for the post of DF’s party chairman. I beg  your pardon? With a criminal record? Since when can one work with something like that for the state ???
(In the meantime she has been voted out of parliament.)
By the way, it was the often ridiculed tabloids Ekstrabladet and BT that pointed out this grievance in the so called Ministry of Integration.

Morten Messerschmidt, a relatively young man who belongs to the Danish People’s Party and was pretty much considered a star and also a candidate for the post of party chairman, was also convicted (6 months in prison) for misusing EU funds for internal party purposes. This is very clearly a fact and documented in writing. Nevertheless, he finds himself innocent and has appealed against the verdict. For many, he, too, is still considered a possible candidate for party chairman post of his party.
One would think that dear Morten would also be voted out of parliament, but no. His trial will start all over again because one of the judges, who doesn’t seem to know what is allowed and what is not, made negative comments about Morten on social media. Of course, he applied immediately to declare the judge to be biased, and he succeeded. Under the circumstances, that is even understandable. Now he has gained time. Nevertheless, in my opinion, he should not be a candidate for the post of party chairman.

Our Minister of State herself is being examined for two possible „missteps“. The first is the decision from March 2020 to shut down the whole country, which she made single-handedly without consulting anyone else at all. She claimed at the time that health authotities gave her this advice, but they all deny it. Then all of a sudden it was health experts who had advised her, but to this day she has not given any names.
The second matter is the mink story. To prove that she knew that the decision did not have a majority in parliament will be difficult, because all emails and sms from the time have been deleted despite the journal obligation that politicians have. This is unique in the history of the Danish Parliament. However, she has said publicly on television that she would make such a decision again if she saw it necessary and would then „obtain“ the majority afterwards. Am I the only one who saw and heard this? She is suitable dictator material! Now she claims that she made no decision at all, but only gave a recommendation. If you show her her own statements from television, as for example „All minks in Denmark must be put down!“ she simply says: I can’t recognize it like that!
Her latest comment to the press with regard to the disappeard sms and emails: “They are gone, live with it!” Am I the only one, who finds that snotty?

And then there is Corona: The latest idea from a politician: Unvaccinated people should be banned from working, and unemployment benefits and unemployment assistance should be canceled for them. (Then it will soon be the pensions’ tour, I presume.) He wants to discuss this in the Folketing and bring it to a vote. We are all very excited to hear the result. In view of the more and more appearing news about false figures, this matter will most probably just collapse.

And the very latest: The Danish People’s Party (DF) does not have any problems with accepting Inger Støjberg back into Parliament and would also welcome her in their party, but on the other hand they want to present a law draft, in which musicians with a criminal record should be excluded from subsidies. But then they can enter DF and stand for party leader and also let themselves be nominated as candidate for Minister of State. That is possible with a criminal record.
I can’t stop shaking my head …

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

9 Gedanken zu „Auch so etwas gehört zur Realität … Things like this are also part of reality“

  1. BERICHTIGUNG
    Ich musste in dem Artikel Veränderungen vornehmen, weil ich etwas falsch verstanden habe. Inger Støjberg und Morten Messerschmidt sind keine Kandidaten für den Staatsministerposten, sondern für den Posten des Parteivorsitzenden der DF (dänische Volkspartei).

    CORRECTION
    … I had to make changes in the article, because I have misunderstood something. Inger Støjberg and Morten Messerschmidt are not candidates for Minister of State, but for party chairman of DF (Danish people’s party).

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Birgit , warum soll es in Dänemark anders sein als in Deutschland. Da hat ein Staatssekretär ( CSU) sich bei der Beschaffung von Schutzmasken (1.Coronawelle) um knapp 1Million € bereichert . Er ist nach den Wahlen zwar nicht mehr in einem Ministerium, ist aber in eine Führungsrolle der Opposition aufgestiegen. Der Gesundheitsminister soll sich ebenfalls, bei Beschaffungen von Coronnatest bereichert haben. Ihr seit nicht allein mit derartigen Korruptionfällen

    Gefällt 2 Personen

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