Es muss einfach mal gesagt werden: Krankenpflegepersonal … It has to be said: nursing personnel

Foto: Mohamed_Hassan – Pixabay

… The English text follows after the German in one block.

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, hat in Dänemark das Krankenpflegepersonal dieses Jahr gestreikt für bessere Arbeitsbedingungen und höheren Stundenlohn. Wir alle glaubten, dass sie eine gute Chance hatten, von wegen „Helden an der Front“ und so weiter.

Man muss einleitend dazu anmerken, dass es seit mindestens 15 Jahren an Krankenpflegepersonal mangelt, einerseits weil die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, dass nicht so viele junge Leute den Beruf ergreifen wollen, andererseits weil diejenigen, die im Job sind, überbelastet sind und dann dementsprechend of krank sind. Nichts wurde unternommen, um die Situation zu verbessern. Wenn also letztes Jahr das Gesundheitswesen so unter Druck war, ist es nicht allein die Schuld von COVID-19, sondern auch von der langjährigen Vernachlässigung dieses Sektors. Das ist nicht nur in Dänemark so, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Die Regierung und das zuständige Ministerium haben diese Problematik lange vernachlässigt und haben sich jetzt die Hände in Unschuld gewaschen und COVID-19 die alleinige Schuld gegeben.

Der Streik zog sich in die Länge und am Ende griff die Regierung ein und traf die Entscheidung, dass die Forderungen des Pflegepersonals nicht erfüllt werden könnten. Daraufhin gingen die Pflegenden dazu über Dienst nach Vorschrift zu leisten, keine Überstunden etc. und immer mehr Personen verlassen jetzt den Arbeitsplatz. Man kann sich vorstellen, dass das nicht gerade eine gute Situation ist, wenn die Zahl der Erkrankten wieder zunimmt. Und jetzt greint unsere Staatsministerin bei den letzten Pressekonferenzen, ob das Krankenpflegepersonal nicht einen extra Einsatz leisten könnte. Wie armselig ist das denn?

Diese Leute haben seit Jahrzehnten einen extra Einsatz geleistet! Erkennt das endlich einmal an, nicht nur mit leeren Worten!

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As you may have noticed, the nursing staff in Denmark went on strike this year for better working conditions and higher hourly wages. We all thought they had a good chance, being „heroes at the front lines“ and so on.

To begin with, it should be noted that there has been a shortage of nursing staff for at least 15 years, on the one hand because the working conditions are so bad that not so many young people want to take up the profession, on the other hand because those who are at work are overworked and then accordingly often are sick. Nothing has been done to improve the situation. So if healthcare was under such pressure last year, it’s not just the fault of COVID-19, it’s also longstanding neglect of this sector. This is not only the case in Denmark, but also in other European countries. The government and the responsible ministry have neglected this problem for a long time, and now they have washed their hands of this responsibility and blame COVID-19 as the only culprit.

The strike dragged on and in the end the government stepped in and made the decision that the demands of the nursing staff could not be met. Then the nurses went to work according to regulations, no overtime etc. and more and more people are now leaving the workplace. One can imagine that this is not exactly a good situation when the number of sick people increases again. And now our Minister of State whines at the last press conferences and begs the nursing staff to make an extra effort. How pathetic is that?

These people have been making an extra effort for decades! Finally acknowledge that, not just with empty words!

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

13 Gedanken zu „Es muss einfach mal gesagt werden: Krankenpflegepersonal … It has to be said: nursing personnel“

  1. Ich habe Krankenschwester gelernt und dadurch mitbekommen das viele von uns auch schlichtweg aus dem Beruf geekelt und gemobbt werden. Wenn ich meinen heutigen Kollegen in den sozialen Netzwerken zuschaue, sieht man in vielen Kommentaren das es immer noch so ist . Pflegende sind vlt zu den Patienten nett, aber untereinander oft die Hölle.. traurigerweise. Ich bin auch nur eine von vielen die dadurch dem Job auf nimmer wiedersehen den Rücken gekehrt hat. So ganz unschuldig sind diese „Helden “ also auch nicht…

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    1. Mobbing hilft dem Personalproblem natürlich überhaupt nicht, und es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich weiss nicht, ob es in Dänemark genau so ist.

      Mobbing scheint allgemein ein Problem zu sein, auch an anderen Arbeitsplätzen. Ich habe mal in so einer Firma gearbeitet (in Deutschland). Da wurde das von der Chefin nicht nur geduldet, sondern ging direkt von ihr aus.

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  2. Dieser uneinsichtigen Ministerin wünsche ich einen Krankenhausaufenthalt und zwar OHNE Ministerinnen-Bonus. Wenn möglich in einem 6 Bettzimmer, mit einigen Schwerkranken.
    Diese Dame scheint ja grundsätzlich lernresistent zu sein. 😦 😦
    Sie ist in ihrem Job in der Politik fehl am Platz. Mir würde für sie ein Posten in einem Heim für schwer erziehbare Kinder vorschweben. 🙂
    Lieben Gruß Lilo

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    1. „lernresisten“ finde ich gut. Diese Frau ist eiskalt und kann, wenn es nötig ist, ihr Gesicht in die richtigen Ausdrücke formen und auch mal eine Träne abkneifen, wenn es sein muss, wie sie es nach dem Besuch einer Nerzfarm mit Leichen gemacht hat. Im Moment sind (fast) überall solche Typen an der Macht. Und das Schlimmste ist, dass sie oft sogar noch populär sind. In unseren gestrigen Kommunalwahlen hat die so genannte Sozialdemokratie allerdings nicht so gut abgeschnitten. Die Opposition wollte ja ein Misstrauensvotum stellen, was Neuwahlen bedeutet hätte, aber da ziehen die Koalitionsparteien nicht mit, weil die ja auch gerne an der Macht bleiben wollen. Sie hat noch zwei Jahre nach, und die Alternative ist auch nicht viel besser.

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  3. Es ist nicht zu glauben, wie unverschämt das ist. Das Pflegepersonal wird sich sicher nicht davon beeinflussen lassen. Die Bezahlung ist einfach zu schlecht für diese körperlichen und psychischen Strapazen in der Pflege

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  4. Moin Stella.
    Kein Widerspruch. Oder wie es neulich meine „Lieblings-Intensiv-Fachpflegekraft“ zu mir sagte: „Wir verdienen nicht schlecht, aber für das, was wir leisten und aushalten müssen, viel zu wenig.“
    Der Geschäftsführer einer großen Lübecker Einrichtung meinte, das ist schon ein paar Jahre her, als mein Sohn noch lebte und dort gepflegt wurde, dass er gerne allen Bediensteten mehr bezahlen würde, wenn er wüsste, woher er das Geld nehmen soll.
    Genau das ist m. E. der springende Punkt und soweit ich das in meinem (ehrenamtlichen) Job erlebe und aus dem involvierten Freundes- und Bekanntenkreis höre, wissen das alle. Will sagen, es ist ein gesellschaftliches Problem. Gerade wurde in D ein für 2022 befristeter „Corona-Zuschlag“ für die Pflegeversicherung beschlossen. Ich habe darüber geschrieben, 7,30 Euro mehr im Monat für mich. So what? Aber nein, selbst darüber wird von einigen gejammert. Alles wird teurer, wer soll das bezahlen, und so weiter. Solidarität? Fehlanzeige! Nein, nicht bei allen. Aber die Stimmen gibt es.
    Würden wir – ich rede jetzt von D – unsere Pflegekräfte finanziell besser stellen wollen, müsste das refinanziert werden. Entweder wir sind bereit, dauerhaft höhere Krankenkassen- und oder Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen, oder der gerade abgeschaffte Soli würde dafür neu erhoben, oder aus dem allgemeinen Steuertopf würden entsprechende Mittel bereit gestellt werden – die dann an anderer Stelle fehlen würden – oder alles bleibt wie es ist. Steuererhöhungen soll es nicht geben bzw. sind politisch nicht durchsetzbar, mehrheitsfähig.
    Manchmal bedauere ich, dass in D keine „Volksabstimmungen“ nach Schweizer Vorbild zu bestimmten Themen möglich sind. Stellen wir uns dennoch einmal vor, eine solche wäre zulässig mit der Frage, ob bspw. ein Solidaritätszuschlag zur finanziellen Besserstellung der Kräfte im Gesundheitswesen erhoben werden soll? Wie mag die wohl ausgehen? Keine Ahnung – oder doch – und wie schnell kämen dann andere Berufsgruppen, meinetwegen die Polizei, die ebenfalls zurzeit keinen einfachen Job haben und vom Soli-Kuchen würden etwas abhaben wollen?
    Das nur mal so ein paar Gedankengänge ….
    Viele Grüße aus Ostholstein, bleibe gesund!

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    1. Nun, Dänemark ist eines der Länder mit den höchsten Steuersätzen. Es ist Geld da für alle möglichen Projekte, wie z. B. die Brücke zwischen Dänemark und Deutschland. Und die Umsetzung eines Leuchtturms um 75 m, der jetzt schon wieder bedroht ist.
      Bei Volksabstimmung bin ich dabei.
      Grüsse zurück und du pass auch auf dich auf!

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