Tatort Küche … Crime scene kitchen

Oder: Was der Navratan Korma aus meiner Küche gemacht hat.

… Or: What Navratan Korma did to my kitchen.


Mein Mann mag ja indisches Essen, nicht alles, aber doch. Von der Zeit als wir noch in Kopenhagen und Hamburg die indischen Restaurants heimsuchten, sind seine Lieblingsgerichte Malai Kofta, Birbali Kofta (die ich nirgendwo im Internet finden kann), Saag Paneer und Navratan Curry/Korma. Jetzt kommen laufend neue dazu, hauptsächlich von dem Blog „Dee’s Platter„. Saag Paneer besteht zur Hauptsache aus Spinat und Paneer, einem indischen Frischkäse, den man leicht selber herstellen kann, es ist also ein relativ einfaches Gericht. Malai Kofta ist komplizierter, aber so lecker mit Sosse aus gegrillten Cashew-Kernen. Birbali Kofta, wie gesagt, kann ich nicht finden, das sind Gemüsebällchen in Tomatensauce. Aber für Navratan Curry/Korma habe ich ein schönes Rezept gefunden, und zwar bei thespruceeats.com.

… My husband likes Indian food, not everything, but anyway. From the time, when we were still haunting the Indian restaurants in Hamburg and Copenhagen, his favourtie dishes are Malai Kofta, Birbali Kofta (which I cannot find anywhere on the Internet), Saag Paneer and Navratan Curry/Korma. Now we are adding continuously new ones, mainly from the blog „Dee’s Platter„. Saag Paneer consists mainly of spinach and paneer, a kind of Indian cottage cheese, which is not difficult to make yourself, so it is a comparatively easy dish. Malai Kofta is more complicated, but so delicious with sauce of grilled cashews. Birbali Kofta, as mentioned, I cannot find, they are vegetable dumplings in tomato sauce. But, for Navratan Curry/Korma i found a really good recipe at thespruceeats.com.

Deeksha von Dee’s Platter hat mich gewarnt, das wäre viel Arbeit, weshalb man es normalerweise eher im Restaurant ässe. Der Eindruck bestätigte sich beim Lesen des Rezeptes. Ich beschloss, einige Kurven zu schneiden. Welche das waren, verrate ich euch weiter unten.

… Deeksha from Dee’s Platter has warned me that it would be a lot of work, and that is why people usually would eat it at a restaurant. The impression was confirmed when reading the recipe. I decided to cut some corners. Which those were, I will disclose further down.

Navratan bedeutet 9 Juwelen/Kleinodien, weil da so viele verschiedene Gemüse, Nüsse, Frucht etc. enthalten sind. Weil ich für uns nur jeweils eine Tasse von jedem gebrauchen würde, wollte ich nicht volle Portionen von allem kaufen. Grüne Bohnen gibt es im Moment sowieso nur aus der Dose oder tiefgefroren in riesigen Tüten. Ich nahm also zwei Tiefgefriergemüsemischungen, die ungefähr alles enthielten, was benötigt wurde, Blumenkohl wurde durch Brokkoli erstattet (Entschuldigung an alle Inder).

… Navratan means 9 gems, as it contains so many different vegetables, nuts fruit etc. As I would need only a cup of each ingredient, I did not want to buy big portions of everything. Green beans for example we only get tinned or frozen in big bags at the moment. So I chose two different deep frozen vegetable blends, which contained round about all that I needed. Cauliflower was exchanged with broccoli (I apologize to all Indians).

Von hier ab werde ich den deutschen Text gesammelt angeben und danach den englischen gesammelt. Ich denke, dass das bei einem Rezept praktischer und überschaulicher ist.

… From here onwards, I will give the German text in one block, and after that the English in one block. I think that for a recipe it will be less confusing this way.

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Doch hier erst einmal die Zutaten:
4 Esslöffel Pflanzenöl
1/2 Tassen Cashew-Nüsse, grob gehackt
1 Tasse Paneer in Würfel geschnitten (Rezept siehe am Ende des Beitrags)
2 mittelgrosse Zwiebeln, gehackt und zu einer Paste verarbeitet (Mixer 😉 )
2 Teelöffel (TL) Knoblauchpaste
1 TL Ingwerpaste
3 Tomaten, gehackt und zu einer Paste verarbeitet
1 TL Koriander gemahlen
1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
1/2 TL Gelbwurz gemahlen
1/2 TL roter Chili gemahlen
1 TL Garam Masala gemahlen (kann man fertig kaufen)
1 Tasse gepellte, gewürfelte, vorgekochte Kartoffeln (nur angekocht)
12-15 grüne Bohnen, Enden abgeschnitten, vorgekocht (dto.)
2 mittelgrosse Wurzeln/rote Rüben, in kleinen Würfeln, vorgekocht (dto.)
1/2 Tasse grüne Erbsen, vorgekocht (dto.)
1 Tasse Blumenkohlröschen, vorgekocht (dto.)
1 mittelgrosse grüne Paprikaschote, ohne Samen, in kleine Vierecke geschnitten
1 Tasse Ananasstücke
3 Esslöffel 80% Sahne
Salz nach Behagen
Anmerkung: A) Bis auf die Kartoffeln habe ich alle Gemüse zusammen vorgekocht. B) Für die Pasten habe ich alle diesbezüglichen Zutaten zusammen im Mixer gepastet.

Zubereitung:
Erwärme eine Pfanne auf mittlere Hitze mit einem Teelöffel Öl und röste die Cashew-Stücke leicht braun. Mit einem Sieblöffel entnehmen und auf Küchenpapier ablegen. Dann die Paneer-Stücke ebenso anbraten und dann auf Küchenpapier legen. [Anmerkung: ich habe beide Zutaten zusammen angebraten und sie danach in eine kleine Schüssel getan. Da man später sowieso wieder Öl benutzt kann ich nicht so ganz einsehen, warum man sie auf Küchenpapier legen soll.]

Jetzt fügt man das restliche Öl hinzu. Wenn es warm ist, gibt man nacheinander die Pasten hinein, erst Zwiebel, dann Knoblauch und Ingwer und zum Schluss Tomate und brät die Zwiebelpaste bis sie leicht braun ist und die anderen jeweils eine Minute [oder wie ich, alle zusammen in eins um die drei Minuten].

Danach fügen wir sämtliche gemahlenen Gewürze hinzu und lassen alles braten, bis sich das Öl absetzt. Dann fügen wir eine Tasse warmes Wasser hinzu und kochen die Mischung für eine Minute.

Alles, was wir mehr oder weniger mühsam vorbereitet haben, wird jetzt in die Gewürzmischung getan und vorsichtig untergemischt. Es wird weitergekocht, bis alle Gemüse al dente sind.

Zum Schluss fügen wir die Sahne und Salz hinzu rühren um und fertig ist dieser leckere, reichhaltige, milde und fruchtige Curry. Ich habe mehr Sahne genommen, weil mein Mann gerne Sosse mag.

Man kann dazu Naan essen (indisches Fladenbrot) oder, wie wir, Reis. Ich bekam ein grosses Kompliment von meiner indischen Verbindung, nachdem sie das Foto sahen. Zwei Personen hätten gerne das übriggebliebene Navratan zugebeamed bekommen. Wenn man jetzt den Freundlichkeitsfaktor abrechnet, ist das immer noch ein sehr schönes Kompliment. 😉 🙂 ❤

Ich bin gespannt, ob ihr euch daran traut. Wir finden ja, dass es all die Mühe wert war, besonders mein Mann … 😉

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ENGLISH:

Ingredients:

  • 4 tbsps vegetable/ canola/ sunflower cooking oil
  • 1/2 cup cashews, broken into bits
  • 1 cup paneer (cottage cheese) cubes (1″ cubes) – see recipe at the end of this post
  • 2 medium-sized onions chopped and ground to a fine paste
  • 2 tsps garlic paste
  • 1 tsp ginger paste
  • 3 tomatoes chopped and ground to a fine paste
  • 1 tsp coriander powder
  • 1/2 tsp cumin powder
  • 1/2 tsp turmeric powder
  • 1/2 tsp red chilli powder
  • 1 tsp garam masala powder
  • 1 cup peeled, cubed, parboiled potato
  • 12-15 french beans, tops and tails removed, parboiled
  • 2 medium carrots chopped into small cubes and parboiled
  • 1/2 cup green peas, parboiled
  • 1 cup cauliflower florets, parboiled
  • 1 medium-sized green bell pepper, seeds removed and cut into 1″ squares
  • 1 cup pineapple cubes
  • 3 tbsps thickened/ double/ heavy cream
  • Salt to taste

Remark: A) All vegetables except the potatoes I have parboiled together. B) For the pastes, I have put all the ingredients in question together in a blender.

Preparation:
Heat a pan on medium heat with a teaspoon of oil and toast the cashew pieces lightly brown. Remove with a sieve spoon and place on kitchen paper. Then fry the paneer pieces in the same way and then place them on kitchen paper. [Note: I fried both ingredients together and then put them in a small bowl. Since you will use oil again later anyway, I can’t quite see why you should put it on kitchen paper.]

Now you add the rest of the oil. When it’s hot, you add the pastes one after the other, first onion, then garlic and ginger and finally tomato and fry the onion paste until it is light brown and the others for a minute each [or like me, all together in one go for three minutes].

Then we add all the ground spices and let everything fry until the oil settles. Then we add a cup of warm water and boil the mixture for a minute. Everything that we have prepared more or less laboriously is now put into the spice mixture and carefully stirred in. The cooking continues until all the vegetables are al dente.

Finally, we add the cream and salt, stir and this delicious, rich, mild and fruity curry is ready. I took more cream because my husband likes sauce.


You can eat naan (Indian flatbread) with it or, like us, rice. I got a big compliment from my Indian connection after they saw the photo. Two people would have liked to have the leftover Navratan beamed over. If you take the kindness factor into account, that’s still a very nice compliment. 😉 🙂 ❤


I’m curious to see whether you will try it. We think it was worth all the effort, especially my husband … 😉

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Herstellung von Paneer: (4 Personen) Geht ganz schnell
2 Liter Vollmilch
Etwas Essig (20 ml) mit 200 ml warmem Wasser vermischen
Die Milch wird aufgekocht (Tipp: zuerst eine Bodendecke Wasser zum Kochen bringen, dann die Milch hinzufügen, dann brennt nichts an, auch wenn man nicht umrührt. So mache ich das auch mit Haferflockenbrei.) [Achtung: das funktioniert nicht mit Induktionsherden!] Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und das warme Wasser mit dem Essig vermischt unter langsamen Umrühren ebenso langsam in die Milch giessen. Sobald die Milch anfängt auszuflocken, nicht weitergiessen. Die Menge, die ich angegeben habe ist allerdings ziemlich genau für 2 Liter Milch berechnet, daher kippe ich einfach alles hinein (ich bin kein Geduldsmensch).
Alles durch ein feines Sieb giessen und den zurückbleibenden Paneer abtropfen lassen. Ich lege ein Küchentuch in das Sieb, denn ich finde, dass sonst zu viel verloren geht.
Normalerweise habe ich den Paneer immer am Tag vorher gemacht. Gestern habe ich es vergessen und ihn erst am selben Morgen hergestellt. Er schmeckte wesentlich besser. Wenn er über Nacht steht wird er hart und schmeckt einfach nicht mehr so gut. Wieder eine Erfahrung.

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… Preparation of paneer: (4 portions) It doesn’t take long
2 liters of whole milk
Mix a little vinegar (20 ml) with 200 ml of warm water
Bring the milk to boiling point (tip: first bring a bottom cover of water to boiling point, then add the milk, then nothing will burn, even if you do not stir it. This is how I do it with oatmeal porridge.) [Attention: this does not work with induction.] When the milk boils, take the pan off the stove and mix the warm water with the vinegar and pour it slowly into the milk, while stirring just as slowly. As soon as the milk starts to flocculate, stop pouring. The amount that I have given is, however, calculated almost exactly for 2 liters of milk, so I just pour everything in (I am not a patient person).
Pour everything through a fine sieve and let the paneer that remains drain off. I cover the sieve with a cloth though, because I find that too much gets lost otherwise.
I usually did the paneer the day before. I forgot yesterday and didn’t make it until the same morning. It tasted a lot better. If it stands overnight it becomes hard and just doesn’t taste that good anymore. Another experience gained.