Der Mann aus Teheran, Flughafen Kopenhagen/Greve … The man from Tehran, Copenhagen airport/ Greve

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Freitag, 10. Februar 2006

Flughafen Kopenhagen, 15.50 Uhr

– Mit anderen Worten, es war ein Ablenkungsmanöver, sagte Tom. Entweder wollte man uns glauben machen, das damit alles vorbei war oder wir sollten zu der einen Seite schauen, während auf der anderen etwas völlig anderes vor sich ging. Verdammt, die hätten vor unseren Augen einen Porno-Film drehen können, ohne dass wir es bemerkt hätten. Wir waren viel zu beschäftigt damit, den Zeitungszusteller zu erschießen. Ihm gegenüber saßen Rolf, Antonsen und Williams. Hinter ihnen saß ein Techniker. Unmittelbar nach dem Vorfall an Terminal 2, waren Rolf und Williams zur Kommandozentrale geeilt, wo sie jetzt versuchten, die Situation zu klären.
– Es muss das Erstere sein, sagte Williams. Wir sollen jetzt die Sicherheit lockern, weil wir denken es ist vorbei.
– Darin bin ich nun nicht einig, sagte Antonsen.
– Nicht? Wie interessant, sagte Williams säuerlich. Und warum nicht?
– Sehen Sie, begann Antonsen, nach dem, was Sie gesagt haben, sind die Leute, die hinter dem geplanten Anschlag stehen, gut organisiert und professionell, nicht wahr? Da müssen wir uns doch fragen, warum dieser Kerl in Zeitungen eingepackt war und nicht mit Sprengstoff? Sie mussten doch wissen, dass wir ihren Bluff relativ schnell entdecken würden. Und der Kerl kann auch nicht im Zweifel gewesen sein, dass er getötet werden würde oder? Er lief direkt in eine schwer bewaffnete Gruppe Soldaten, nicht wahr? Wenn es ein Ablenkungsmanöver für einen weiteren Angriff gewesen sein sollte, hätte er sich selbst und alle Umstehenden in die Luft gesprengt. Das hätte uns einen sehr guten Grund gegeben zu glauben, dass es vorbei war. Der einzige Grund dafür, dass er nicht mit Sprengstoff bepackt war ist, dass er nur dazu diente, die Aufmerksamkeit von etwas anderem, das gleichzeitig stattfand, abzulenken. Da müssen noch andere gewesen sein …
– Was ist mit unseren internen Personenkameras? unterbrach Rolf.
– Die Bilder sind nicht detailliert genug, antwortete Tom. Aber der Sicherheitsdienst des Flughafens hat seine Kameras zufällig auch an unsere Hardware angeschlossen. Lasst uns mal sehen, was sie zeigen! Tom nickte dem Techniker zu, der mitgehört hatte und schon die Aufnahmen von allen Kameras bereit hatte.
– Die sind klar, Tom, sagte er und tippte hektisch auf einer Tastatur. Unmittelbar danach erschien eine Reihe kleinerer Fenster auf dem großen Bildschirm.
– Die da, Kamera ‚A5‘, sagte Antonsen und deutete auf eines der kleinen Fenster. Die hängt in der Sicherheitskontrolle in Terminal 2. Lassen Sie uns sehen, was sie gefilmt hat. Der Techniker klickte mit der Maus auf ‚A5‘. Das Fenster wurde sofort auf etwa 125 Zentimeter vergrößert.
– Spul zurück bis kurz bevor das Ganze losging, sagte Rolf. Kurz darauf, wussten sie alle, was geschehen war. Williams starrte auf den Bildschirm wie eine Katze, die eine Feldmaus entdeckt hat. Dort auf dem Bildschirm, genau vor seiner Nase, hatte er Akhmahel gesehen. Endlich wusste er, wie er jetzt aussah. Nun musste er ihn nur aufspüren und unschädlich machen. Er brannte vor Ungeduld, in die Abflughalle zu kommen. Er war so dicht wie nur irgend möglich daran, den Vorletzten von der teheraner Liste zu beseitigen. Und Wahil war auch nicht weit weg, da war er sich völlig sicher.
– Ich werde zum Terminal gehen, sagte er, und bevor jemand protestieren konnte, war er aus der Tür.
– Der hatte es aber eilig, stellte Antonsen fest.
– Ja, er läuft jetzt wahrscheinlich sein eigenes Rennen, sagte Rolf. Aber wir haben einen Mann, der ihm die ganze Zeit auf den Fersen ist. Wenn er sich irgendwann daneben benimmt, tappen wir nicht völlig im Dunkeln. Antonsen runzelte die Stirn. Es gab da offenbar etwas, worüber er nicht informiert worden war. Er wollte gerade nachfragen, als Tom sagte:
– Wir wissen also, dass es drei Personen waren, und dass der, der in den zollfreien Bereich lief, offenbar etwas von dem Kerl in der Mitte bekommen hat, aber was? Eine Waffe?
– Ja, auf jeden Fall, ich glaube bestimmt, dass es sich um eine Waffe handelt, sagte Rolf.
– Vollkommen einig, sagte Antonsen.
– Großartig! Jetzt haben wir einen bewaffneten Terroristen im zollfreien Bereich, sagte Tom. Ein sehr beruhigender Gedanke. Was machen wir jetzt?

– Wo ist die Budapest-Gruppe im Moment? fragte Rolf.
– Die sind umringt von schwer bewaffneten Polizisten in Kampfuniform, sagte Antonsen. Wie ich schon zu Lisbeth gesagt habe, als wir den Ablauf besprachen, wollten wir die Party abbrechen, falls es gefährlich würde. Und das ist es gerade geworden, kann man wohl mit gutem Gewissen sagen. Die Presse hat sowohl die Pressekonferenz als auch die Basketball-Spieler vergessen. Sie haben Lunte gerochen. Sie wittern eine Geschichte, die über das übliche hinausgeht. Und sie glauben nicht im Mindesten daran, dass wir die Situation unter Kontrolle haben. Für mich ist das Ganze damit vorbei, also was die Pressekonferenz angeht. Jetzt halten wir die Politiker und die Sportler verantwortlich unter Schutz, bis ihr Flugzeug abgeflogen ist. Außerdem habe ich einen Metalldetektor zu Gate A13 bestellt. Niemand kommt an Bord, wenn er auch nur ein 25-Øre-Stück lose in der Tasche hat, basta.
– Ich glaube, wir alle hier sind einig mit dir, sagte Rolf. Es endet hier, auch wenn der Rest von uns sich mit dem kleinen Problem herumschlagen muss, dass wir die Terroristen noch nicht unschädlich gemacht haben. Wir wissen noch nicht einmal, worauf wir achten müssen.
– Aber wir haben doch zumindest ein Bild von ihnen, sagte Tom.
– Ja, aber sehr viel wird es uns nicht nützen, widersprach Antonsen. Die Beschreibung der beiden Komplizen passt auf zu viele der Reisenden hier im Flughafen, und bevor ihr Bilder an alle verteilt habt, ist alles vorbei. Dazu kommt, dass die Druckqualität dieser Art Bilder so schlecht ist, dass man kaum etwas darauf erkennen kann.
– Sollten wir nicht den Flughafen evakuieren lassen? schlug Tom vor. Wäre das nicht das Vernünftigste?
– Nein, nein, nein, das ist jetzt zu spät, sagte Antonsen mit einem Kopfschütteln. Die Panik, die bei einer Evakuierung normalerweise auftritt, würde es uns unmöglich machen, auch nur irgendetwas abzusichern. So ein Chaos würde den Terroristen die bestmöglichen Bedingungen für ihr Vorhaben geben, und dann können sie unbemerkt verschwinden.
– Aber der Budapest-Flug muss auf jeden Fall gestoppt werden, sagte Rolf. Es ist zu riskant, zumal wir wissen, dass das Theater in Terminal 2 ein Ablenkungsmanöver war. Sie haben etwas Anderes vor, das ist sicher.
– Ausgeschlossen! sagte Antonsen. Der Außenminister hat sich geweigert, den Flug abzublasen. Natürlich habe ich ihm das vorgeschlagen. Er sagt, dass eine Stornierung des Fluges in sich selbst schon ein Sieg für die Terroristen darstellen würde. Der amerikanische Botschafter unterstützt ihn auch noch darin. Manchmal denke ich, dass die alle mit dem Kopf unter dem Arm herumlaufen.
– Diese ganze Angelegenheit ist eine verdammte Scheiße, sagte Rolf. Vielleicht sollten wir alle gemeinsam ein Gebet zum Himmel schicken. Das scheint im Moment unsere beste Chance für eine Lösung zu sein.

Greve, 16.00 Uhr

– Da, nach rechts abbiegen, sagte der Polizist, der auf der Beifahrerseite des Streifenwagens saß. Der Fahrer bog in eine kleine Nebenstraße in Richtung Strand ein. Eine ältere Dame kam aus einer Einfahrt gelaufen und winkte ihnen mit beiden Armen zu. Sie hielten neben ihr an und der Polizist auf der Beifahrerseite öffnete sein Fenster.
– Es ist das nächste Haus, sagte sie eifrig. Es ist eine junge Frau und ihr Kind … oder sagte sie Kinder? Nein, es war sicherlich ein Kind … nein, warten Sie …
– Wir schauen selber nach, danke, sagte der Polizist, und nickte seinem Kollegen zu. Sie fuhren weiter zu der Einfahrt, die die ältere Dame ihnen gezeigt hatte. Der Polizist auf dem Beifahrersitz stieg aus.
– Bleib hier, während ich ums Haus gehe, sagte er zu seinem Kollegen. Dieser nickte und stieg ebenfalls aus dem Auto. Auf der Rückseite des Hauses, konnte der Polizist sehen, dass Glasscherben auf dem Kies lagen. Das bestätigte zumindest die Geschichte der älteren Dame. Er legte seine Hand auf seine Pistole, ging zu dem zerschmetterten Fenster und steckte den Kopf hinein. Dort auf dem Bett saß eine junge Frau neben zwei schlafenden Kindern. Die Frau sah ihn direkt an. Er wollte gerade etwas sagen, als die Frau plötzlich in Weinen ausbrach. Der Polizist räusperte sich unsicher.
– Was ist hier passiert? fragte er. Sind Sie verletzt? Tine fasste sich.
– Ich … Ich, wir sind entführt worden, brachte sie unsicher hervor. Gestern Abend, von unserem Haus in Dragør. Es waren ein paar Männer. Sie wollten, dass mein Mann etwas für sie tut. Also er arbeitet am Flughafen und …
– Also, ganz ruhig, sagte der Polizist. Können Sie uns hineinlassen?
– Nein, die Tür ist von außen verriegelt. Können Sie uns nicht helfen? fragte sie.
– Doch, natürlich, sofort, antwortete der Polizist. Ist was mit den Kindern passiert?
– Nein, nein, sie schlafen nur, antwortete sie. Wir bekamen eine Spritze … heute Vormittag.
– Eine Spritze? wiederholte der Polizist. Tine wollte zu einer Erklärung ansetzen, wurde aber gleich von dem Polizisten unterbrochen.
– Machen Sie sich keine Sorgen, junge Frau, sagte er. Wir holen Sie sofort da raus. Er zog den Kopf aus dem Fenster.
– Nun, war da was? fragte der andere Polizist, als sein Kollege zurückgekommen war.

– Ja, in dem Haus sind eine junge Frau und ihre beiden Kinder, antwortete er. Sie wurden angeblich gestern Abend entführt. Anscheinend hat man ihnen irgendein Schlafmittel injiziert. Die Kinder schlafen jedenfalls immer noch tief. Ruf einen Krankenwagen, dann breche ich in der Zwischenzeit die Tür auf.

Flughafen Kopenhagen, 16.05 Uhr

Maria wendete das Motorrad, als sie Sydvagten erreichte. Sie wartete ein paar Minuten bevor sie begann, die Küstenstraße langsam wieder zurückzufahren. Der Kastenwagen hielt noch an derselben Stelle, bemerkte sie von Weitem, als sie wieder in nördliche Richtung fuhr. Sie spähte über das Flughafengelände, genau wie vorher, aber ihr Blick wanderte immer wieder zu dem Wagen zurück. Irgendetwas an dem Fahrzeug weckte ihre Aufmerksamkeit. Vielleicht war alles in Ordnung, aber Routine-Stichproben gehörten zu ihrem Job. Sie entschied sich, das Fahrzeug genauer zu untersuchen. Sie schaltete das blaue Blinklicht an und hielt vor dem Kastenwagen. Über Funk gab sie Bescheid, dass sie einen dunkelblauen Peugeot Boxer mit dem französischen Kennzeichen 124RDQ69 inspizieren wollte. Sie stieg vom Motorrad schob das Visier nach oben und ging langsam auf das Auto zu.

Wahil sah in den Seitenspiegeln, dass sich eine Motorrade-Patrouille von hinten näherte. Er vermutete, dass es sich um den gleichen Polizisten handelte, der bereits eben vorbeigekommen war und der sich nun auf dem Rückweg befand. Er rechnete damit, dass er auch jetzt wieder an ihm vorbeifahren würde. Plötzlich blinkte das blaue Licht am Motorrad. Der Polizist fuhr vor den Kastenwagen und blieb dort stehen. Wahil erstarrte. Dann nahm er mit einer schnellen Bewegung seine Pistole aus dem Handschuhfach und steckte sie in den Hosenbund. Er versuchte, entspannt auszusehen und wartete bis der Polizist fast das Auto erreicht hatte, bevor er das Fenster öffnete. Er lächelte. Zu seiner Überraschung sah er, dass es sich um eine Polizistin handelte. Das kam ihm völlig verkehrt vor. Wie sollte er sich in dieser Situation verhalten?

Maria war beim Auto angekommen und hatte ihre Motorrad-Handschuhe ausgezogen. Der Anblick, der sich ihr bot raubte ihr den Atem. Der Fahrer des Wagens war ein wahrer Koloss mit deutlich arabischem Aussehen. Sie fasste sich jedoch sofort wieder und handhabte die Situation professionell.
– Guten Tag, sagte sie auf Englisch. Verstehen Sie Englisch?
– Ja, natürlich, antwortete der Riese, mit einem verlegenen Lächeln. Ist etwas nicht in Ordnung? ‚Ist etwas nicht in Ordnung‘, wiederholte sie in Gedanken. Das war eines der Klischees, die bei den meisten Polizisten alle Alarmlichter in Gang setzte. Aber sie schrieb die Frage der allgemeinen Unsicherheit des Mannes zu.
– Ihren Führerschein, bitte! sagte sie.
– Ja, natürlich, sagte er und steckte seine Hand in die Innentasche seiner Jacke.

Einen Moment später hatte er eine Brieftasche in der Hand, nahm einen Französisch Führerschein heraus und reichte ihn ihr.
– Vielen Dank! sagte sie und schaltete eine Taschenlampe an. Nach dem Führerschein zu schließen hieß der Mann Charles Carrére.
– Sind Sie geschäftlich hier in der Nähe des Flughafens, Herr Carrére? fragte sie.
– Ja, bin ich. Ich soll eine Kiste an SAS Component liefern, antwortete er. Aber ich bin zu spät dran. Die Warenannahme schließt um drei Uhr nachmittags, und ich bin erst vor einer Weile am Flughafen angekommen. Ich wollte eigentlich gerade wieder hinfahren und auf dem Parkplatz von SAS Component übernachten bis morgen früh um 7.00 Uhr, wenn sie wieder aufmachen. Er lächelte sie an. Ihr Instinkt sagte ihr, dass etwas mit diesem riesigen Mann nicht stimmte, aber sie hatte Angst, dass nur ihre Vorurteile zu ihr sprachen und nicht ihr gesundes Urteilsvermögen. Vielleicht sollte sie überprüfen, ob SAS Component die Wahrenannahme um drei Uhr nachmittags schloss, so wie der Riese es behauptete, dachte sie. Sie entschied sich jedoch für eine andere Lösung.
– Öffnen Sie bitte den Laderaum! sagte sie.
– Ja, natürlich, antwortete er und sprang aus dem Auto. Als er vor ihr stand, erschien er ihr sogar noch größer. Sie schätzte ihn auf mindestens zwei Meter groß und fühlte sich alles andere als komfortabel mit der Situation. Sie folgte ihm um das Auto herum, und er öffnete die Seitentür für sie. Maria steckte den Kopf in den Laderaum und sah sich um. Wahil stand direkt hinter ihr, angespannt bis zum Äußersten. In der Mitte auf dem Fußboden stand eine große Holzkiste mit einer Aufschrift auf der Seite. Der Text sagte ihr jedoch nichts. Hinter der Kiste lag etwas Undefinierbares mit einem Schlafsack zugedeckt und an der einen Seite, ganz hinten im Kastenwagen, war ein Motorrad festgeschnallt.
– Was ist in der Kiste? fragte Maria, immer noch mit dem Kopf im Laderaum.
– Ich muss gestehen, dass ich das nicht weiß, antwortete Wahil prompt. Aber ich habe die französischen Versandpapiere, wenn Sie die sehen möchten, log er. Maria überlegte, ob sie von dem Angebot Gebrauch machen sollte, aber ihr Französisch war nicht besonders gut, so dass die Papiere ihr kaum etwas sagen würden.
– Und das Motorrad, wozu brauchen Sie das? fragte sie.
– Das habe ich gerne dabei, wenn ich in einer fremden Stadt übernachten muss, wie zum Beispiel heute. Man ist beweglicher damit als mit dem großen Wagen.  Er war froh, dass das Motorrad nicht mit der Rückseite zu ihnen stand. Wenn die Polizistin entdeckt hatte, dass es ein dänisches Kennzeichen hatte, wäre das sicherlich Anlass zu weiteren Fragen gewesen.
– Was ist da unter dem Schlafsack? bohrte Maria weiter.
– Meine Kleidung und meine Toilettenartikel, antwortete er.

Jeder Muskel in Wahils riesigem Körper war nun bis zum Äußersten angespannt. Die nächste Frage der Polizistin, würde darüber entscheiden, ob er ihr den Hals brach oder nicht. Maria fühlte Unbehagen mit der Situation. Vielleicht stimmte es, was der Riese sagte. Vielleicht war es aber auch von vorne bis hinten gelogen. Sie wusste nicht, was sie glauben sollte. Sie blieb einige Zeit stehen und sah auf die Kiste und den Schlafsack, bevor sie eine Entscheidung traf.
– Hier ist Ihr Führerschein, sagte sie. Sie gab ihm die Papiere zurück. Einen schönen Abend noch.
– Danke, für Sie auch, antwortete er, und atmete erleichtert auf. Wenn er gezwungen gewesen wäre, sie zu töten, hätte man sie wahrscheinlich sehr schnell vermisst, und das hätte er im Moment überhaupt nicht gebrauchen können.

Maria fuhr mit einem seltsamen Gefühl im Magen davon. Sie beschloss, ihrem Kollegen Kristian von dem Vorfall zu erzählen, sobald sie zum Kreisverkehr zurückkam.

Flughafen Kopenhagen, 16.10 Uhr

Birthe hatte Jesper diskret beobachtet, seitdem er zur Arbeit gekommen war. Er sah schrecklich aus und sie war ernsthaft um ihn besorgt. Mehrmals hatte er etwas aus seiner Brusttasche genommen, es mit einem ernsten Ausdruck auf seinem Gesicht betrachtet und es dann wieder in die Tasche zurückgesteckt. Sie konnte nicht sehen, was es war, aber sein ständiges Interesse daran, machte sie so neugierig, dass sie fast am Platzen war. Offenbar nahm keiner der anderen Kollegen Notiz von ihm. Alle waren entweder mit ihrer Arbeit beschäftigt oder sprachen über den Vorfall in Terminal 2. In der Halle wimmelte es im Moment mit zusätzlichen Sicherheitskräften. Es ging das Gerücht um, dass FBI- und CIA-Agenten anwesend waren. Durch die Fenster des Büros in der Gepäcksortierung sah sie, wie Jesper zum dritten Mal kurz nacheinander eine Einteilungsliste durchsah, jedes Mal dieselbe. Sie beschloss nachzusehen, was ihn so sehr interessierte. Sobald er das Büro verließ, schlüpfte sie hinein und nahm sich die Liste. Soweit sie sehen konnte, war es Flug SK779, der ihn interessierte. War das nicht das Flugzeug, wo alle die amerikanischen Sicherheitsbeamten standen und Kontrollen durchführten? Warum interessierte Jesper sich gerade für diesen Flug so sehr? Sie schaute aus dem Fenster. Jesper befand sich bei dem Gepäck, das für SK779 bestimmt war. Jetzt war sie wirklich beunruhigt. Sollte sie mit anderen darüber reden? Nein, sie wollte keine schlechte Kollegin sein. Aber vielleicht war sie es gerade dann, wenn sie nicht mit anderen darüber redete. Nun, dann war es eben so. Es gab Dinge, die man tat, und es gab Dinge, die man nicht tat. Jetzt musste sie zurück an die Arbeit, sonst würde man sie vermissen.

Flughafen Kopenhagen, 16.15 Uhr

Akhmahel kam aus den Waschräumen, nicht weit von der Sicherheitskontrolle, wo Faroukh sein Leben geopfert hatte. Sein Aussehen hatte sich verändert, und zwar mehr als sonst, wenn er seine Identität änderte. Er trug eine Perücke mit langen, ungepflegten Haaren. Die Gefahr, dass jemand überwachte, wer in die Waschräume ging und wer wieder herauskam, war noch nicht besonders groß. Alle üblichen Sicherheitsveranstaltungen am Flughafen waren nach dem Vorfall in Terminal 2 mehr oder weniger außer Gefecht gesetzt. Er konnte überall Sicherheitsbeamte und Agenten ausmachen, aber es sah fast so aus, als ob sie planlos umeinander herumliefen. Alles verlief im Moment zu Akhmahels großer Zufriedenheit. Verwirrung ist gut, dachte er. Dadurch wird es einfacher für Wahil, den eigentlichen Angriff auszuführen, ohne Verdacht zu erregen. Er selbst musste sich jetzt darauf konzentrieren, die allgemeine Verwirrung so weit wie möglich zu verstärken. Zwei Beamte in Kampfausrüstung warteten auf den Aufzug und Akhmahel stellte sich hinter sie und wartete mit ihnen. Mit dem Aktenkoffer in der Hand sah er aus wie ein Geschäftsmann, selbst mit dem ungepflegten Haar. Die beiden Polizisten nahmen ihn gar nicht wahr. Sie redeten miteinander in einer Sprache, die er nicht verstand, und er nahm an, dass es sich um Dänisch handelte. Schön klang es nicht, aber das konnte ihm ja letztendlich egal sein. Der Aufzug kam und die Türen öffneten sich. Er war leer. Akhmahel sah sich über die Schulter. Ja, er hatte gerade Zeit genug. Die beiden Polizisten betraten eilig den Aufzug und einer von ihnen drückte im Vorbeigehen auf den Knopf der gewünschten Etage. Akhmahel folgte ihnen auf dem Fuße. Die Polizisten gingen zur Rückwand des Fahrstuhls und drehten sich um. Ohne ein Wort zog Akhmahel mit einer schnellen Bewegung die schallgedämpfte Pistole, die er von Mohammad übernommen hatte und feuerte zweimal schnell hintereinander. Die beiden Männer waren tot, bevor sie Zeit hatten herauszufinden, was da eigentlich vor sich ging. Sie stürzten auf den Boden, beide durch den Hals geschossen. Akhmahel steckte die Pistole wieder in die Tasche und trat rückwärts schnell wieder aus dem Aufzug. Die Türen schlossen sich und der Aufzug mit den beiden toten Polizisten verschwand ein Stockwerk tiefer. Akhmahel ging zum Terminal 3. Fünf Meter vom Aufzug entfernt, ging er an einem stämmigen Mann mit einem harten Gesicht vorbei. Sie hatten für den Bruchteil einer Sekunde Augenkontakt, lange genug, dass Akhmahel das Gefühl bekam, den Mann kennen zu müssen. Er beschloss jedoch, ihn zu ignorieren und eilte weiter.

Williams hatte Zebra-Base mit einer lange nicht mehr gefühlten, erwartungsvollen Freude verlassen. Wo zum Teufel bist du, Akhmahel, sagte er laut, aber niemand hörte es. Er entschloss sich, in Richtung Terminal 2 zu gehen, zurück zur Sicherheitskontrolle. Einen Augenblick später kam dort an und sah sich vorsichtig um. Aber es war nichts zu sehen. Er wollte gerade aufgeben, als er plötzlich auf einen Mann aufmerksam wurde, der rückwärts aus

einem Aufzug trat. So verließ man normalerweise nicht einen Fahrstuhl und Williams war darin geschult, Dinge zu bemerken, die falsch wirkten. Der Mann sah sich nach beiden Seiten um und begann, in Richtung Williams zu gehen. Da war etwas mit der Art und Weise, wie der Mann sich umsah. Er schien nervös zu sein, nein, wachsam war das richtige Wort. Williams Sinne waren hellwach. Als der Mann an ihm vorbeiging, hatten sie für einen Moment Augenkontakt. Williams Herz schlug spürbar schneller. Er blieb stehen und sah dem Mann nach. Er ähnelte bestimmt nicht Akhmahel, aber Williams war sich zumindest einer Sache sicher: der Mann trug Make-up und hatte eine Perücke auf.

Ein kleines Stück weiter weg stand Jørgen Iversen und studierte Wohnungsanzeigen in der Zeitung. Die Art und Weise, mit der Williams einen langhaarigen Mann beobachtete, der gerade an ihm vorbeigegangen war, hatte Jørgens Interesse geweckt. Was war so besonders an dem Mann?

Weniger als zwei Meter von Jørgen entfernt stand Sadou und beobachtete ebenfalls die Geschehnisse. Instinktiv spürte er, dass der Mann, an dem Akhmahel vorbeigegangen war, eine Gefahr darstellen konnte. Der Mann stank von Weiten nach Polizei oder Ähnlichem. Es war an der Zeit, zu tauschen. Akhmahel ging direkt auf Sadou zu, wobei er sich an den übrigen Reisenden vorbeischlängeln musste. Sadou trat vor Akhmahel hin, und die beiden Männer stießen wie zufällig ineinander.
– Entschuldigung! sagte Sadou. Akhmahel antwortete nicht, sondern ging nur weiter … um eine schallgedämpfte Pistole leichter.

Flughafen Kopenhagen, 16.20 Uhr

Wahil hielt auf dem Parkplatz von SAS Components. Es standen noch eine Menge andere Autos da, aber im Gegensatz zu dem dunkelblauen Kastenwagen, waren sie ordentlich auf den markierten Plätzen geparkt. Wenn man den Parkplatz von der Luft aus gesehen hätte, hätte man vielleicht bemerkt, dass der Kastenwagen fast parallel zu der Start- und Landebahn hielt, die momentan benutzt wurde. Der Wagen hielt mit der Front zum Flughafengelände. Die hinteren Türen zeigten in Richtung Öresund. Ein unbedeutendes Detail für einen zufälligen Beobachter, aber von entscheidender Bedeutung für Wahil.
Im Laderaum arbeitete Wahil mit äußerster Konzentration. Er hatte die Seiten und den Deckel von der Kiste entfernt und sie unter den Wagen geworfen. Der Inhalt der Kiste, eine ausgeklügelte Rampenkonstruktion, war nun zu sehen. Der untere Teil der Rampe bestand aus einer gepanzerten Kiste, die einen großen Elektromotor und eine starke Batterie enthielten. Auf der Kiste war eine Drehscheibe montiert und auf der Drehscheibe war ein Gestell befestigt, mit dem man den Elektromotor heben und senken und in alle Richtungen drehen konnte. Auf dem Gestell wiederum befand sich eine Schiene, die auf etwa drei Meter ausziehbar war. Ganz obenauf lag das, was die Schiene steuern sollte, eine fast zwei Meter lange Rakete mit einer Sprengkraft, die stark genug war, einen Krater von zehn Metern im Durchmesser zu hinterlassen, wenn er auf dem Boden aufschlug.
Aber diese Rakete war nicht dazu bestimmt, auf dem Boden zu explodieren. Sie würde in einer Höhe von etwa 300 Metern in die Luft gehen, wenn sie mit einer Geschwindigkeit von fast zweitausend Kilometern in der Stunde den Laderaum von Flug SK779 traf, wahrscheinlich in weniger als einer halben Stunde.
Wahil öffnete eine kleine Klappe am hinteren Ende der Abschussrampe und nahm einen Laptop heraus. Dieser war drahtlos mit dem Computer in der Rakete verbunden. Er schaltete den Laptop an und einen Augenblick später war ein Signalton von der Rakete zu hören, der die Verbindung bestätigte. Einige wenige Kommandos auf der Tastatur gaben ihm Zugang zu dem Menü, mit dem er die Rakete aktivieren konnte. Mit professioneller Sicherheit gab er die erforderlichen Daten ein und lud sie von dem Laptop auf den Computer der Rakete. Alles lief wie geplant und bald lehnte Wahil sich zurück. Jetzt brauchte er nur noch die Zielsuche zu aktivieren. Hier war er jedoch auf fremde Hilfe angewiesen.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The Man from Tehran

Friday, 10 February 2006

Copenhagen Airport, 3:50 p.m.

– In other words, it was a diversion, said Tom. Either they wanted us to believe that it was all over, or we should look to one side while something completely different was going on on the other. Damn it, you could have made a porn movie in front of our eyes without us even noticing it. We were way too busy shooting the newspaper delivery man.

Rolf, Antonsen and Williams sat opposite him. A technician was sitting behind them. Immediately after the Terminal 2 incident, Rolf and Williams had rushed to the command center, where they were now trying to resolve the situation.

– It must be the former, said Williams. We should relax security now because we think it’s over.

– I don’t agree on that now, said Antonsen.

– Not? How interesting, Williams said sourly. And why not?

– You see, Antonsen started, after what you said, the people behind the planned attack are well organized and professional, aren’t they? So, we have to ask ourselves why this guy was wrapped up in newspapers and not with explosives? They had to know that we would discover their bluff relatively quickly. And the guy couldn’t have been in any doubt that he was going to be killed, could he? He ran straight into a heavily armed group of soldiers, didn’t he? If it had been a diversion for another attack, he would have blown himself and everyone around up. That would have given us a very good reason to believe that it was over. The only reason he wasn’t packed with explosives was because it was only used to distract attention from something else that was happening at the same time. There must have been others …

– What about our internal cameras? interrupted Rolf.

– The pictures are not detailed enough, answered Tom. But the airport security service also happened to have its cameras connected to our hardware. Let’s see what they show!
Tom nodded to the technician who had been listening and already had the recordings from all the cameras ready.

– They’re ready, Tom, he said, frantically typing on a keyboard. Immediately afterwards, a series of smaller windows appeared on the big screen.

– That one there, camera ‚A5‘, said Antonsen and pointed to one of the small windows. It’s in the security check in Terminal 2. Let’s see what it recorded.

The technician clicked on ‚A5‘ with the mouse. The window was immediately enlarged to about 50 inches.

– Rewind until just before the whole thing started, said Rolf.

A few minutes later, they all knew what had happened.
Williams stared at the screen like a cat that has spotted a field mouse. There on the screen, right in front of his eyes, he had seen Akhmahel. At last he knew what he looked like now. Now he just had to track him down and take him out. He was burning with impatience to get into the departure lounge. He was so close to being able to remove the penultimate from the Tehran list. And Wahil wasn’t far away either, he was absolutely sure of that.

– I’ll go to the terminal, he said, and before anyone could protest, he was out the door.

– My, my, he was in a hurry, said Antonsen.

– Yes, he is probably running his own race now, said Rolf. But we have a man who is following him all the time. If he misbehaves at some point, we are not completely in the dark.

Antonsen frowned. Apparently, there was something he hadn’t been informed about. He was about to ask when Tom said:

– So, we know that there were three people and that the one who ran into the duty-free area apparently got something from the guy in the middle, but what? A weapon?

– Yes, definitely, I definitely believe it was a weapon, said Rolf.

– I totally agree, said Antonsen.

– Great! Now we have an armed terrorist in the duty-free area, said Tom. A very pacifying thought. What do we do now?

– Where is the Budapest group at the moment? asked Rolf.

– They are surrounded by heavily armed police officers in riot uniform, said Antonsen. As I said to Lisbeth when we discussed the process, we would end the party if it got dangerous. And that’s just what it got. I think we can all agree on that. The press has forgotten all about the press conference and the basketball players. They smelled a rat. They are sensing a story that goes beyond the usual. And they don’t believe in the least that we have the situation under control. For me, the whole thing is over, as far as the press conference is concerned. From this moment on we will keep the politicians and the athletes under protection until their plane has left the airport. I also ordered a metal detector for Gate A13. Nobody gets on board if they have even a 10-cent coin lying loose in their pocket, and that’s all there is to it.

– I think we all agree with you here, said Rolf. It ends right here, even if the rest of us have to grapple with the remaining problem witch is, that we haven’t neutralized the terrorists yet. We don’t even know what to look for.

– But at least we have a picture of them, said Tom.

– Yes, but it won’t be of much use to us, Antonsen contradicted. The description of the two accomplices fits too many of the travelers here at the airport, and before you distribute pictures to everyone, it’s all over. In addition, the print quality of these types of images is so poor that you can hardly see anything on them.

– Shouldn’t we have the airport evacuated? suggested Tom. Wouldn’t that be the most sensible thing?

– No, no, no, it’s too late now, said Antonsen with a shake of the head. The panic that normally occurs during an evacuation would make it impossible for us to secure anything. Such a mess would give the terrorists the best possible conditions for their endeavors, and then they too could slip away unnoticed.

– But the Budapest flight definitely has to be stopped, said Rolf. It’s too risky, especially since we know that the drama in Terminal 2 was a deviation. They have something else in mind, that’s for sure.

– Won’t happen! said Antonsen. The Foreign Minister has refused to cancel the flight. Of course, I suggested that to him. He says that canceling the flight would in itself be a victory for the terrorists. The American ambassador also supports him in this. Sometimes I think they’re all walking around with their heads under their arms.

– This whole thing is some bloody crap, said Rolf. Maybe we should all send a prayer to heaven together. That seems to be our best chance for a solution at the moment.

Greve, 4 p.m.

– There, turn right, said the police officer, who was sitting on the passenger side of the patrol car. The driver turned into a small side street towards the beach. An elderly lady came running out of a driveway and waved at them with both arms. They stopped next to her and the policeman on the passenger side opened his window.

– It’s the next house, she said eagerly. It’s a young woman and her child … or did she say children? No, it was certainly a child … no, wait …

– We’ll see for ourselves, thank you, said the policeman, and nodded to his colleague. They drove on to the driveway the elderly lady had pointed out to them. The policeman in the passenger seat got out.

– Stay here while I go around the house, he said to his colleague.
The latter nodded and also got out of the car.

At the back of the house, the police officer could see broken glass lying on the gravel. At least that confirmed the story of the older lady. He put his hand on his pistol, went to the shattered window, and poked his head inside. A young woman was sitting on the bed next to two sleeping children. The woman looked straight at him. He was about to say something when the woman suddenly burst into tears. The police officer cleared his throat uncertainly.

– What happened here? he asked. Are you hurt?

Tine gathered herself.
– I … I … I mean we have been kidnapped, she brought out faintly. Last night, from our house in Dragør. There were some men. They wanted my husband to do something for them. He works at the airport that is, and …

– Well, take it easy, said the police officer. Can you let us in?

– No, the door is locked from the outside. Can’t you help us? she asked.

– Yes, of course, immediately, replied the police officer. Did anything happen to the kids?

– No, no, they’re just sleeping, she replied. We got an injection … this morning.

– An injection? echoed the police officer.

Tine wanted to start an explanation, but was immediately interrupted by him.

– Don’t worry, Madam, he said. We’ll get you out of there straight away. He pulled his head out of the window.

– Well, was there something? asked the other policeman when his colleague had returned.

– Yes, there is a young woman and her two children in the house, he replied. They were allegedly kidnapped last night. Apparently, they were injected with some soporiphic. In any case, the children are still sleeping soundly. Call an ambulance and in the meantime, I will break down the door.

Copenhagen Airport, 4:05 p.m.

Maria turned the motorcycle around when she reached Sydvagten. She waited a few minutes before slowly starting to drive back down the coast road. The van still stood in the same place, she noticed from afar as she headed north again. She peered over the airport grounds, just as before, but kept glancing back at the car. Something about the vehicle caught her eye. Maybe everything was fine, but routine checks were part of her job. She decided to examine the vehicle more closely. She turned on the blinking blue light and stopped in front of the van. By radio she informed that she wanted to inspect a dark blue Peugeot boxer with the French registration 124RDQ69. She got off the motorcycle, pushed the visor up, and walked slowly towards the car.

Wahil saw in the side mirrors that a motorcycle patrol was approaching from behind. He suspected that it was the same police officer who had just driven past and was now on his way back. He expected him to drive past him again now. Suddenly the blue light on the motorcycle flashed. The police officer placed the bike in front of the van and stopped there. Wahil froze. Then, with a quick movement, he took his pistol out of the glove compartment and stuck it into his waistband. He tried to look relaxed and waited until the police officer almost reached the car before opening the window. He smiled. To his surprise, he saw that the officer was a woman. That seemed completely wrong to him. How should he behave in this situation?

Maria had arrived at the car and had taken off her motorcycle gloves. The sight that presented itself took her breath away. The driver of the car was a true hulk with a distinctly Arab appearance. However, she immediately recovered and handled the situation professionally.

– Good afternoon, sir, she said in English. Do you understand English?

– Yes, of course, answered the giant, with an embarrassed smile. Is something wrong? ‚Is something wrong,‘ she repeated in her mind. That was one of the clichés that triggered an alarm in most police officers. But she attributed the question to the general insecurity of the man.

– Your driving license, please! she said.

– Yes, of course, he said and put his hand in the inside pocket of his jacket.

A moment later, he had a wallet in his hand, from which he took out a French driver’s license and handed it to her.

– Thank you! she said and switched on a flashlight. Gathered from the driver’s license, he was called Charles Carrére.

– Are you here at the airport on business, Mr. Carrére? she asked.

– Yes I am. I’m supposed to deliver a box to SAS Component, he replied. But I’m late. Incoming goods closes at three in the afternoon, and I only got to the airport a while ago. I was about to go back and stay in the SAS Component parking lot until 7:00 a.m. tomorrow when they open again.
He smiled at her.

Her instincts told her there was something wrong with this huge man, but she was afraid that it was only her prejudice that was speaking to her, and not her sound judgement. Perhaps she should check, if it was true that SAS Component closed the incoming goods department at three in the afternoon, as the giant claimed, she thought. However, she opted for a different solution.

– Please open the hold! she said.

– Yes, of course, Wahil replied and jumped out of the car.

When he stood in front of her, he appeared even bigger to her. She estimated him to be at least two meters in height, and she felt anything but comfortable with the situation. She followed him around the van, and he opened the side door for her. Maria stuck her head in the hold and looked around. Wahil was right behind her, tense to the extreme. In the middle on the floor was a large wooden box with a label on its side. However, the text meant nothing to her. Something indefinable was covered with a sleeping bag behind the box, and a motorcycle was strapped to one side, at the back of the van.

– What’s in the box? asked Maria, her head still in the hold.

– I have to admit that I don’t know, Wahil replied promptly. But I have the French shipping papers, if you’d like to see them, he lied.

Maria considered taking advantage of the offer, but her French wasn’t particularly good, so the papers would hardly tell her anything.

– And the motorcycle, what do you need that for? she asked.

– I like to have it with me when I have to spend the night in a strange city, like today. I am more mobile with it than with the big car.

He was glad that the motorcycle was not facing the rear end towards them. If the police officer had discovered that it had a Danish license plate, it would have given rise to further questions.

– What’s under the sleeping bag? Maria kept insisting.

– My clothes and toiletries, he replied.

Every muscle in Wahil’s huge body was now tense to the extreme. The police officer’s next question would decide whether he broke her neck or not.

Maria felt uneasy about the situation. Maybe what the giant said was true. Maybe it was a lie from one end to the other. She didn’t know what to believe. She paused for a while and looked at the crate and the sleeping bag before making a decision.

– Here’s your driver’s license, she said. She handed the papers back to him. Have a nice evening.

– Thank you, you too, he replied, and breathed a sigh of relief.
If he had been forced to kill her, she would probably have been missed very quickly, and he really didn’t need any kind of complication right now.

Maria drove away with a strange feeling in her stomach. She decided to tell her colleague Kristian about the incident as soon as she got back to the roundabout.

Copenhagen Airport, 4:10 p.m.

Birthe had been watching Jesper discreetly since he’d come to work. He looked terrible and she was seriously worried about him. He had taken something out of his breast pocket several times, looked at it with a serious expression on his face, and then put it back in his pocket. She couldn’t see what it was, but his constant interest in it made her so curious that she was almost bursting. Apparently, none of the other colleagues took notice of him. Everyone was either busy with their work or talking about the incident in Terminal 2. The hall was currently teeming with additional security guards. Rumor had it that FBI and CIA agents were present. Through the windows of the office in the baggage sorting area, she saw Jesper looking through a shift plan for the third time in quick succession, the same each time. She decided to find out, what interested him so much. As soon as he left the office, she slipped in and took the paper. As far as she could see, it was flight SK779 that interested him. Wasn’t that the plane where all the American security guards were standing and making checks? Why was Jesper so interested in this flight? She looked out the window. Jesper was with the baggage that was destined for SK779. Now she was really worried. Should she talk to others about it? No, she didn’t want to be a bad colleague. But maybe she was just that, if she didn’t talk to others about it. Well, that couldn’t be changed. There were things you did and there were things you didn’t. Now she had to get back to work, otherwise she would be missed.

Copenhagen Airport, 4.15 p.m.

Akhmahel came out of the toilet, not far from the security checkpoint where Faroukh had sacrificed his life. His appearance had changed, more than he usually changed it, when he took on a new identity. He wore a wig with long, unkempt hair. The risk of someone monitoring, who went into the lavatory, and who came out was not particularly great. All usual security measures at the airport were more or less put out of action after the incident in Terminal 2. He could spot security guards and agents everywhere, but it almost looked like they were running around randomly. Everything was going to Akhmahel’s great satisfaction at the moment. Confusion is good, he thought. This makes it easier for Wahil to carry out the actual attack without arousing suspicion. He now had to concentrate on increasing the general confusion as much as possible. Two officers in riot gear waited for the elevator and Akhmahel stood behind them and waited with them.

With a briefcase in his hand, he looked like a businessman, even with his unkempt hair. The two police officers didn’t even notice him. They spoke to each other in a language that he did not understand, and he assumed it was Danish. It didn’t sound nice, but why should he care? The elevator arrived, and the doors opened. It was empty. Akhmahel looked over his shoulder. Yes, he just had enough time. The two police officers hurriedly entered the elevator and one of them pressed the button of the desired floor as they passed. Akhmahel followed closely behind them. The officers moved to the back of the elevator and turned around. Without a word, Akhmahel quickly pulled the silenced pistol he had taken from Mohammad and fired twice in quick succession. The two men were dead before they had time to find out what was going on. They fell to the ground, both shot through the throat. Akhmahel put the gun back into his pocket and quickly backed out of the elevator. The doors closed and the elevator with the two dead policemen disappeared one floor below. Akhmahel headed for Terminal 3. Five meters from the elevator, he passed a stocky man with a hard face. They had eye contact for a split second, long enough for Akhmahel to feel that he should know the man. However, he decided to ignore him and hurried on.

Williams had left Zebra Base with an expectant joy that he had not felt for a long time. Where the hell are you, Akhmahel, he said aloud, but nobody heard it. He decided to go to Terminal 2, back to security. He got there a moment later and looked around carefully. But there was nothing to be seen. He was about to give up when he suddenly noticed a man backing out of an elevator. This is not how you normally get out of an elevator, and Williams was trained to spot things that looked wrong. The man looked around to both sides and started walking towards Williams. There was something about the way the man looked around. He seemed nervous, no, watchful was the right word. Williams‘ senses were wide awake. When the man passed him, they had eye contact for a moment. William’s heart beat faster. He stopped and looked after the man. He certainly didn’t look like Akhmahel, but Williams was certain of at least one thing: the man was wearing makeup and had a wig on.

A little further away stod Jørgen Iversen with his head behind a newspaper. The way Williams watched a long-haired man who had just passed him had drawn Jørgen’s interest. What was so special about the man?

Sadou stood less than two meters from Jørgen and also watched the events. Instinctively, he sensed that the man Akhmahel had walked past might pose a threat. The man had police or something like that written all over him. It was time to swap.

Akhmahel went straight towards Sadou, having to squirm past the rest of the travelers. Sadou stepped in front of Akhmahel and the two men bumped into each other as if by accident.

– Sorry! said Sadou. Akhmahel didn’t answer, just kept walking … no longer carrying the silenced pistol. It had shifted hands.

Copenhagen Airport, 4.20 p.m.

Wahil stopped in the SAS Components parking lot. There were a lot of other cars there, but unlike his dark blue van, they were neatly parked in the marked places. If you had seen the parking lot from the air, you might have noticed that the van held almost parallel to the runway that was currently in use. The van stood with the front to the airport compound. The fact, that the rear doors faced Øresund, would be an insignificant detail to a casual observer, but is was vital to Wahil.

Wahil worked with extreme concentration in the boot. He had removed the sides and the lid from the box and thrown them under the van. The contents of the box, an ingenious ramp construction, could now be seen. The lower part of the ramp consisted of an armored box containing a large electric motor and a powerful battery. A turntable was mounted on the crate and a stand was attached to the turntable, with which the electric motor could be raised and lowered and rotated in all directions. On the frame there was a rail that could be extended to about three meters. At the top was what the rail was supposed to control, an almost two-meter-long missile with an explosive force strong enough to leave a crater of ten meters in diameter when it hit the ground.

But this missile was not designed to explode on the ground. It would blow up at about 984 feet, when it would hit the hold of Flight SK779 at a speed of nearly 1200 mph, probably in less than half an hour.

Wahil opened a small hatch at the far end of the launch pad and took out a laptop. This was connected wirelessly to the computer in the missile. He turned on the laptop and a moment later a beep could be heard from the missile confirming the connection. A few commands on the keyboard gave him access to the menu that enabled him to activate the missile. With professional security, he entered the required data and downloaded them from the laptop to the missile’s computer. Everything went as planned and Wahil soon leaned back. Now all he had to do was activate the target search. For this, however, he depended on outside help.

(To be continued)