Der Mann aus Teheran, Greve/ Flughafen Kopenhagen … The man from Tehran, Greve/ Copenhagen airport

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Freitag, 10. Februar 2006

Greve, 15.20 Uhr

Tine kam langsam wieder zu Bewusstsein. Sie sah sich verwirrt um. Wo war sie? Ein Gedanke versuchte, in ihr Bewusstsein vorzudringen. Es war etwas Wichtiges, konnte sie vernehmen, aber was? Plötzlich stellte sich die Erinnerung ein und sie setzte sich mit einem Ruck auf. Andreas und Emma lagen erschreckend reglos neben ihr. Sie legte ihr Ohr an die Köpfe ihrer Kinder. Zu ihrer großen Erleichterung atmeten beide ruhig und rhythmisch.  Sie wurde langsam mehr und mehr klar im Kopf und erinnerte sich an alles. Einer der Männer, sie nahm an, dass er der Anführer war, hatte zu ihr gesagt, dass alle drei Männer das Haus in Kürze verlassen würden und dass sie und die Kinder von ihrem Mann innerhalb weniger Stunden abgeholt würden. Er hatte ihr und den Kindern eine Spritze mit einem Schlafmittel gegeben.

Sie versuchte aufzustehen, aber stolperte, als ihre Beine unter ihrem Gewicht nachgaben. Sie taumelte zur Wand und musste sich anlehnen, bis sie in der Lage war, das Gleichgewicht zu halten. Sie rief die Kinder, aber die reagierten nicht. Daher wankte sie wieder zum Bett zurück und versuchte, sie vorsichtig wachzurütteln, aber das war ebenso wenig erfolgreich. Dann ging sie zur Tür und wollte sie öffnen, aber die Tür war verschlossen. Sie klopfte an die Tür und rief, bekam aber keine Antwort. Sie mussten weggefahren sein, wie der Mann zu ihr gesagt hatte. Sie ging zum Fenster, aber das war scheinbar auch nicht zu öffnen. Sie dachte daran, die Scheibe einzuschlagen und zu fliehen, aber wie sollte sie die bewusstlosen Kinder durch das Fenster bekommen?
Plötzlich hörte sie jemanden pfeifen, so wie man nach einem Hund pfeift. Der Nebel in ihrem Kopf löste sich schlagartig auf. Sie eilte ans Fenster und begann so hart sie konnte mit der Handfläche an das Fenster zu klopfen. Sie versuchte, gleichzeitig zu rufen, aber es kam kein Ton aus ihrer Kehle. Beim zweiten Versuch ging es besser.
– Hilfe! schrie sie so laut sie konnte und hieb weiterhin auf die Fensterscheibe.
– Hilfe!  schrie sie wieder, aber es kam keine Antwort. Sie sah sich im Zimmer um und entdeckte eine Keramik-Lampe neben dem Bett. Sie packte sie und riss das Kabel aus der Steckdose. Mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, warf sie die Lampe gegen das Fenster. Die Scheibe zersplitterte mit einem gewaltigen Knall in tausend Stücke. Vorsichtig steckte sie den Kopf aus dem Fenster, direkt in das Gesicht einer älteren Dame.

Alma Birkelund fühlte, dass ihre Durchblutung durch den Spaziergang richtig gut in Gang gekommen war. Nun warteten ihr Nachmittagstee und die Tageszeitung auf sie. Rina war wie üblich zurückgeblieben, als sie merkte, dass es nach Hause ging. Sie wurde nie müde, sich an den vielen Düften zu berauschen, die sie auf ihrem üblichen Weg wahrnehmen konnte. Alma hatte wieder ‚zufällig‘ vor dem Haus angehalten und sah zu ihrer großen Erleichterung, dass der dunkle Wagen verschwunden war. Vielleicht sind sie wieder nach Hause gefahren, dachte sie. Das war gut! Aber jetzt wollte sie selbst nach Hause. Sie pfiff nach Rina, die aus einer Einfahrt weiter weg hervorkam. Pfui, Rina, dachte sie, du darfst doch nicht in die Gärten anderer Leute gehen!
Sie wollte gerade weitergehen, als sie plötzlich ein lautes Hämmern hörte. Es schien von der Rückseite des Hauses zu kommen. Oh, nein, dachte sie, was ist denn das nun wieder? Sie beschloss, den Lärm zu ignorieren und wollte wieder weitergehen, als das laute Hämmern wieder einsetzte. Diesmal hörte sie deutlich eine weibliche Stimme, die „Hilfe“ rief, und dann noch einmal „Hilfe“. Ach du meine Güte, dachte sie, was soll denn das bedeuten? Rina war inzwischen herangekommen. Als der Hund sah, wie interessiert Frauchen an dem Haus war, wollte sie es auch ein wenig näher untersuchen. Sorglos lief sie auf das Grundstück und begab sich mit der Nase auf dem Boden zur Rückseite des Hauses. Oh, nein, dachte Alma, du darfst da nicht reinlaufen. Sie lief hinter Rina her und folgte ihr zur Rückseite des Hauses. Sie wollte gerade nach ihr rufen, als zwei Meter vor ihr plötzlich ein Fenster mit einem lauten Knall explodierte.

Alma war wie versteinert und sah zu der Stelle, wo die Glassplitter herausflogen. Plötzlich war da ein Kopf zu sehen, ein Frauenkopf. Und nicht nur das, der Kopf fing an, mit ihr zu reden.
– Hil … Hilfe! Sie müssen uns helfen! Rufen Sie die Polizei! Man hat uns entführt und am Flughafen wird etwas Schreckliches passieren. Sie müssen uns helfen! Alma war jetzt völlig verwirrt. Was in der Welt ging hier vor sich? Die Polizei? Entführt? Der Flughafen? Ja, aber …? Wäre es ein Männerkopf gewesen, der Alma ansprach, wäre sie sicher so schnell sie konnte weggelaufen, aber es war eine junge Frau und die Situation wirkte überhaupt nicht gefährlich. Also abgesehen davon, dass das Fenster explodiert war. Alma beschloss, sich zusammenzureißen.
– Was sagen Sie? fragte sie und versuchte sich zu konzentrieren. Tine war jetzt so klar im Kopf, dass sie einsah, wie merkwürdig die Situation für die alte Dame sein musste, die da vor ihr stand.
– Haben Sie keine Angst, sagte sie. Meine beiden Kinder und ich sind gestern von unserem Haus in Dragør entführt worden. Bitte verstehen Sie. Die Männer, die uns entführt haben, sind nicht mehr hier, aber wir können nicht raus. Sie haben meine beiden Kinder und mich betäubt und wir brauchen Hilfe. Glauben Sie, Sie könnten die Polizei für uns anrufen? Jetzt verstand Alma, was da vor sich ging. Sie las schließlich Zeitung und sah Nachrichten im Fernsehen. Und gegen einen Kriminalroman hin und wieder hatte sie auch nichts einzuwenden.
– Ich verstehe, sagte sie. Machen Sie sich keine Sorgen, junge Dame, ich werde sofort die Polizei rufen. Sie drehte auf dem Absatz um und lief so schnell sie konnte zu ihrem Haus auf der anderen Seite der Hecke. Rina sah ihr verblüfft nach. Sie hatte ihr Frauchen noch nie so schnell laufen gesehen. Rina versuchte, sie einzuholen.
Sobald sie in die Tür gekommen war griff Alma Birkelund zum Telefon und rief die Polizei an. Der wachhabende Polizist, der ihren Anruf entgegennahm, klang skeptisch, als sie ihm die Vorkommnisse berichtete. Und Ihr Name ist? fragte er bürokratisch.
– Wie bitte? Nun, mein Name ist Alma Birkelund. Das habe ich doch schon gesagt, antwortete Alma. Jetzt wurde sie also langsam sauer.
– Können Sie nicht einfach umgehend einen Streifenwagen schicken? fragte sie mit fester Stimme.
– Der ist schon längst unterwegs, sagte der Polizist. Rufen Sie von Ihrem eigenen Telefon an?
– Von meinem eigenen Telefon? wiederholte Alma. Aber natürlich, antwortete sie indigniert.

– Gut, wie gesagt ist ein Streifenwagen bereits auf dem Weg. Sie können jetzt nichts mehr tun, schloss er.

Flughafen Kopenhagen, 15.25 Uhr

Der Ministerwagen hielt vor dem Eingang zum Terminal 3 an. Vier uniformierte Polizisten eilten herbei, um den Außenminister in Empfang zu nehmen. Der Chauffeur stieg aus dem Auto, ging auf die andere Seite und öffnete die Tür für den Minister.
– Ich wünsche Ihnen eine gute Reise, Herr Minister, sagte er, als er die Tür hinter Sven Krog Petersen schloss. Bevor der Minister antworten konnte, hatten die Polizisten einen Ring um ihn herum gebildet und führten ihn schnell in den Terminal. Rolf stand im Eingang und beobachtete die Gruppe. Er hatte sich absichtlich so postiert, dass er an den Minister herantreten konnte, sobald er ankam.
– Guten Morgen, Herr Minister, begrüßte er ihn, als er durch die Eingangstür trat. Er war nicht sicher, ob der Minister ihn erkennen würde. Sie waren sich schließlich nur einmal vorher begegnet.
– Rolf Duvenhart? Fragte der Minister.
– Lassen Sie uns gemeinsam zur Abflughalle gehen, antwortete Rolf nur. Ich werde Ihnen die aktuelle Situation erklären. Sie gingen in Richtung Treppe, und Rolf erzählte kurz und bündig, was bis jetzt geschehen war.
–… also mit anderen Worten, wissen wir immer noch nicht, was passieren wird, schloss er.
– Aber Sie sind überall in Stellung wie ich sehe, sagte der Minister, und ich bin sicher, dass Sie gut vorbereitet sind, nicht wahr? Sie schnappen sie einfach sobald sie kommen. Wenn Sie zu nahe an die Reisegruppe kommen, ist die Polizei bereit, uns alle in Sicherheit zu bringen.
– Ich werde unter keinen Umständen eine Garantie geben, sagte Rolf irritiert. Wir haben keine Ahnung, womit wir rechnen müssen. Und dann möchte ich Sie gerne daran erinnern, dass sich mehrere hundert Menschen im zollfreien Bereich befinden und die Polizei keine Chance hat, all diese Leute in Sicherheit zu bringen, falls oder sobald der Angriff stattfindet.
– So schlimm wird es schon nicht werden, sagte der Minister kurz. Und jetzt müssen Sie mich entschuldigen, Herr Duvenhart, die Pressekonferenz ist im Begriff, ohne mich anzufangen. Sie waren zur Sicherheitskontrolle gekommen, wo der Minister sich der gleichen Prozedur unterwerfen musste wie jeder andere auch. Rolf ging nach dem Minister durch den Metalldetektor. Niemand reagierte darauf, dass die Handwaffe, die er bei sich hatte, mehr oder weniger einen Panikalarm auslöste. Einige Vorteile hatte er also doch dem Minister gegenüber.
– Delta-10, Zebra-Basis hier, klang Toms Stimme plötzlich in Rolfs Kopfhörer, bitte kommen.
– Delta-10 hier, antwortete Rolf.
– Ich kann sehen, dass du bei der Sicherheitskontrolle in Terminal 3 bist, sagte Tom. Hast du ein paar Worte mit dem Minister gesprochen? Ob ich ein paar Worte mit dem Minister gesprochen habe, wiederholte Rolf in Gedanken. Ja, bewahre uns! Der Mann hat keine Ahnung, auf was er sich eingelassen hat.
– Ja, und er ist leider vollkommen uneinsichtig, antwortete er. Er hat sich offenbar von den Amerikanern blenden lassen. Wir sollen sie fangen und es sind unsere Ärsche, die auf dem Spiel stehen, wenn wir scheitern sollten. Aber die Pressekonferenz scheint gleich anzufangen. Wo sind jetzt alle?
– Alpha-Team ist bei euch da oben, begann Tom. Aber ich wette, du kannst sie nicht sehen, habe ich recht? Rolf sah sich um und konnte keinen der Kommandosoldaten entdecken.
– Du hast recht! antwortete er. Wo zum Teufel hast du sie versteckt?
– Sie stehen in Hintereingängen von Geschäften und ähnlichen Stellen, sagte Tom. Bravo-Team befindet sich bei der Sicherheitskontrolle in Terminal 2 zusammen mit Matts. Alle Reisenden werden im Moment dort durch die Kontrolle geschleust. Lisbeth ist ganz in deiner Nähe.
– Ich kann sie sehen, warf Rolf ein, als er Lisbeth entdeckte. Sie stand ein wenig weiter vorn und schaute sich aufmerksam um.
– Jørgen steht auch irgendwo in eurer Nähe, versetzte Tom. Er beschattet Williams. Charly-Team zirkuliert frei. Ein paar sind bei euch und ein paar in Terminal 2. Der Rest ist auf dem ganzen Flughafengelände verteilt. Die EchoAgenten, zu denen wir neben Williams Funkkontakt haben, stehen auch verstreut. Einer von ihnen tritt dir gleich auf die Füße.
– Ich sehe ihn, antwortete Rolf, als ihm ein CIA-Agent ins Auge stach. Er verschmolz mit den anderen Reisenden, wie ein Sumo-Ringer mit einer Gruppe Balletttänzer.
– Das ist so ziemlich alles, versetzte Tom. Ja, mit Ausnahme von Antonsen und Connie Andersen, denen das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn sie auf unser Spielzeug hier im Wagen gucken. Rolf lächelte. Er konnte sich leicht vorstellen, wie ein technologisches Wunder wie die mobile Kommandozentrale auf Antonsen und Connie Andersen wirken musste. In diesem Moment begann die Pressekonferenz.

Flughafen Kopenhagen, 15.30 Uhr

Während der letzten halben Stunde war die Schlange vor der Sicherheitskontrolle im Terminal 2 stetig gewachsen. Aber trotz des zusätzlichen Drucks auf das Personal vor Ort wurden die Sicherheitsroutinen korrekt gehandhabt. Alle wurden überprüft, und jedes Stück Handgepäck wurde durchleuchtet. Akhmahel zeigte seine Bordkarte und legte seinen Aktenkoffer auf das Förderband. Er bekam die Bordkarte zurück und ging ohne Probleme durch den Metalldetektor. Während dieser alltäglichen Vorgänge beobachtete er genauestens sein Umfeld. Alles war wie er erwartet hatte. Neben den üblichen Sicherheitskräften war anlässlich der heutigen Presse-Veranstaltung ein größeres Polizeiaufgebot zur Stelle. Es waren auch Spezialkräfte der einen oder anderen Art anwesend, bemerkte Akhmahel. Sie trugen graue Kampfanzüge und waren mit automatischen Waffen ausgerüstet. Akhmahel ging davon aus, dass diese wahrscheinlich als Erste das Feuer eröffnen würden, wenn sich die Ereignisse hier gleich überschlugen.
Aus dem Augenwinkel sah er Mohammad sein Handgepäck auf das Förderband legen. Er würde als Nächster durch den Metalldetektor kommen. Alles musste in der richtigen Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Akhmahel fand seine Tasche am anderen Ende des Förderbandes und nahm sie an sich. Zur gleichen Zeit ging Mohammad durch den Metalldetektor. Der gab Alarm, und er wurde sofort von einem Sicherheitsbeamten angehalten, der ihn mit einem manuellen Metalldetektor überprüfte. Mohammad sah einen kurzen Moment zu Akhmahel hinüber, gab aber kein Zeichen, dass er ihn kannte. Ein dritter Mann, Faroukh, der gleich hinter Mohammad gestanden hatte, lief plötzlich und völlig unvorhergesehen Amok. Alles ging blitzschnell. Faroukh sprang durch den Metalldetektor, der sofort Alarm schlug und hatte plötzlich eine Pistole in der Hand. Er packte Mohammad, zog ihn dicht an sich heran und legte einen Arm um seinen Hals, während er ihm mit der anderen Hand die Pistole an die Schläfe drückte. Alle standen wie versteinert. Die ersten, die reagierten, waren die Bravo-Team-Soldaten. Im Nu richteten sie ihre automatischen Waffen auf Mohammad und den Verrückten, aber keiner von ihnen eröffnete das Feuer.
– Zurück, zurück! rief Faroukh und sah verzweifelt auf die vielen, auf ihn gerichteten Waffen. Er zog Mohammad rückwärts, weg vom Bravo-Team und näher zu Akhmahel, der offenbar vor Schreck gelähmt war. Faroukh wusste, dass er innerhalb weniger Sekunden mit den großen Kriegern in Allahs Reich vereint sein würde, und sein Herz schlug wild. Als er weniger als zwei Meter von Akhmahel entfernt war, machte er sich bereit für seine alles entscheidende, letzte Handlung. Er zögerte einen Augenblick, atmete tief ein… und dann tat er es. Mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft warf er Mohammad in Akhmahels Arme. Die beiden Männer stürzten zusammen auf den Boden. Faroukh riss blitzschnell seine Jacke auf und alle konnten sehen, dass er mit Sprengstoff bepackt war. Er hatte immer noch die Pistole in der Hand, aber jetzt hielt er etwas, das wie ein Zünder aussah in der anderen Hand. Er schwang wild die Waffe hin und her, als ob er versuchte, alle auf einmal in Schach zu halten. Mit einem wahnsinnigen Ausdruck auf seinem Gesicht brüllte er aus voller Lunge …:
– Allahu akhbar! … Und dann stürzte er sich auf die Polizisten und Bravo-Team.

Der Anführer von Bravo-Team, Heinz Jensen betrachtete die Szene, die sich vor ihm abspielte, mit stummem Staunen. Reflexmäßig richteten er und vier seiner Männer sofort ihre automatischen Waffen auf den wahnsinnigen Mann, der plötzlich durch den Detektor sprang. Die kleine speziell ausgebildete Gruppe wartete nur auf einen Befehl von Heinz. Sie würden sofort das Feuer eröffnen. Aber er entschied sich zu warten. Die Gewehre waren mit einer Art Munition geladen, die nicht durch den Körper hindurchging, sondern innen sämtliche Eingeweide zerriss. Heinz wusste, dass er und jeder Mann in seinem Team über den kurzen Abstand zwischen ihnen und dem Verrückten hinweg einen Punkt in der Größe einer Zwei-Euro-Münze treffen konnten. Die Voraussetzung dafür war allerdings, dass das Ziel stillstand. Das war in der aktuellen Situation nicht gerade der Fall. Heinz sah es als zu gefährlich für die Umstehenden an, jetzt das Feuer auf den Mann zu eröffnen. Dann änderte sich die Situation völlig. Der Verrückte stieß seine Geisel von sich weg, zerrte seine Jacke auf und stürmte direkt in Richtung auf die fünf schussbereiten Gewehre. Heinz war nicht im Zweifel darüber, was getan werden musste, aber er war nicht sicher, ob sie den Mann daran würden hindern können, den Sprengstoff hochzujagen. Faroukh kam zwei Schritte weit, als ein scharfer Befehl ertönte:
– Feuer! Fünf einzelne Schüsse aus den Gewehren von Bravo-Team erfüllten Faroukh seinen größten Wunsch. Er wurde ins Jenseits befördert, nachdem die fünf Kugeln seinen Brustkorb und sein Herz zerfetzt hatten. Noch bevor Faroukh auf den Boden gefallen war, schrie dieselbe Stimme einen neuen Befehl:
– In Deckung! Alle warfen sich mehr oder weniger gleichzeitig auf den Boden, und Mohammad und Akhmahel konnten völlig unbemerkt ihren Teil des Plans ausführen. Akhmahel lag noch am Boden mit Mohammad auf ihm. In dem Moment, als der Befehl „in Deckung“ ertönte, fischte er die Handwaffe, über die sich der Metalldetektor beschwert hatte, als Mohammad hindurchging, aus der Innentasche von Mohammads Jacke. Mohammad rollte sich prompt auf den Boden, während Akhmahel aufsprang, seinen Aktenkoffer ergriff und drei Schritte in die Abflughalle hineinlief und sich dort unter die anderen Reisenden mischte. Alle warteten auf die Explosion, aber nichts passierte. Für einige Sekunden rührte sich niemand, aber es geschah immer noch nichts. Zögernd standen die Leute auf, und bald darauf begannen alle so schnell und so weit wie möglich wegzulaufen. Einer von ihnen war Akhmahel,  sehr wahrscheinlich der einzige Reisende, der bewaffnet war, bewaffnet und gefährlich.

Sadou stand etwa zehn Meter von der Stelle entfernt, wo Faroukh erschossen worden war und konnte erfreut feststellen, dass Akhmahel jetzt bewaffnet war. Er folgte Akhmahel, blieb aber draußen stehen, als dieser in einen der Waschräume ging. Er postierte sich so, dass er alle sehen konnte, die hineingingen oder herauskamen. Alles lief nach Plan. Bald würde hier am Flughafen völlige Verwirrung herrschen. Was für ein Sieg sie doch erwartete!

– Zebra-Basis, hier Delta-11, kommen. Wir haben einen roten Alarm in Terminal 2; wiederhole, wir haben wir einen roten Alarm in Terminal 2, rief Matts ins Mikrofon, während er als Erster zu dem toten Selbstmordattentäter lief.
– Zebra-Basis hier, braucht ihr Verstärkung? fragte Tom. Langsam tauchten einige CIA-Agenten auf und die Polizei begann sofort und mit derartigen Umständen vertraut, den Bereich abzusperren. Jetzt hatte niemand mehr Zugang zum zollfreien Bereich, weder von Terminal 2 noch von Terminal 3.
– Nein, antwortete Matts. Die Situation ist unter Kontrolle. Hier war ein Selbstmordattentäter, der unschädlich gemacht wurde, bevor er seine Bombe auslösen konnte. Tom hatte all auf ‚Mithören‘ geschaltet, und Williams war der Erste, der sich meldete.
– Lassen Sie ihn liegen, bis ich komme! sagte er mit stahlharter Stimme. Wiederhole, lassen Sie ihn liegen. Matts ignorierte Williams und fing an, den Selbstmordattentäter zu untersuchen.
– Ich bin auf dem Weg, warf Rolf ein.
– Ich glaube nicht, dass ihr euch besonders beeilen müsst, sagte Matts plötzlich. Dieser Kerl ist ein … naja, ein Blindgänger könnte man wohl sagen. Es war einen Moment ganz still in der Funkverbindung.
– Ein Blindgänger? wiederholte Tom ungläubig. Was zum Teufel meinst du, Junge?
– Nun, sagte Matts, dieser Kerl ist vielleicht ein bisschen entflammbar, aber explosiv ist er jedenfalls nicht. Die Art von Sprengstoff, in die er eingepackt ist, schleppen die Fluggesellschaften selbst jeden Tag mit an Bord ihrer Flugzeuge, tonnenweise. Er hat kleine Päckchen mit alten Zeitungen am Körper, nichts als alte Zeitungen.

Lisbeth befand sich vor der Tribüne, die vor dem Karen-Blixen-Café aufgebaut war, als Tom die Mithörfunktion aktivierte. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Da stimmte etwas nicht. ‚Blindgänger‘ hatte Matts gesagt. Der Mann, wer zum Teufel er nun war, hatte sich mit Zeitungen eingewickelt. War das, worauf sie gewartet hatten? Hatten sie sich nur für einen halbherzigen Selbstmordversuch in Bereitschaft versetzt? Instinktiv wusste sie, dass das nicht stimmte. Es musste ein Ablenkungsmanöver sein. Plötzlich bekam sie Gänsehaut an den Armen.
Verdammt, vielleicht passierte gleich etwas hier auf der Tribüne. Sie sah sich verzweifelt um. Es war nichts Ungewöhnliches zu bemerken. Sie blickte auf die Tribüne. Die vier Geheimdienstagenten spähten von einer Seite zur anderen. Sie hielten routiniert die versammelten Menschen unter Beobachtung. Es wurde Lisbeth klar, dass die vier noch gar nichts wussten. Sie waren nicht an das Kommunikationssystem angeschlossen.
Gerade als sie über die Sprechanlage Tom anrufen wollte, brach die Hölle los. Von allen Seiten kamen Polizisten in Kampfanzug auf die Tribüne zugestürmt. Die beiden Botschafter erhoben sich mit einem Ruck, und die vier Geheimdienstagenten flankierten sie sofort, bereit dazu, im Notfall eine Kugel abzufangen. Der Außenminister und die Basketballspieler blieben sitzen und sahen sich erstaunt um. Die Polizisten gelangten zur Tribüne, und Lisbeth wurde fast von einem Berg von einem Mann mit schussbereiter Waffe umgerannt. Sie konnte gerade noch zur Seite springen, als er auf sie zu lief.
Sie bemerkte den lebhaften Reporter vom Pressebriefing. Er beobachtete wachsam die Szene, die sich vor seinen Augen abspielte. Ohne Zweifel versuchte er zu verstehen, was hier eigentlich vor sich ging. Die Polizeibeamten bildeten hastig einen Ring um die Gruppe auf der Tribüne. Ihre Waffen sprachen eine klare Sprache: niemand sollte es wagen, näher zu kommen. Die Stimmung war auf das äußerste angespannt. Man wartete offensichtlich auf einen Befehl. Lisbeth drängte sich durch die Menschenmenge und ging in Richtung Terminal 2.

Flughafen Kopenhagen, 15.45 Uhr

Wahil fuhr langsam auf der Küstenstraße nach Norden und stellte fest, dass der Wind anscheinend gedreht hatte. Die Flugzeuge starteten jetzt in Richtung zur Straße und flogen dann weiter über den Öresund. Aber das interessierte ihn eigentlich nicht weiter. Die Windrichtung hatte keinen Einfluss auf sein Vorhaben. Er fand eine Ausweichstelle und fuhr an die Seite, ließ aber den Motor laufen, um die Kabine warm zu halten. Er schaute auf die Uhr. In einer Stunde sollte das Flugzeug abfliegen, und er brauchte eine halbe Stunde Vorbereitungszeit. Er entschied sich, hier zu warten, bevor er sich auf seinen Posten begab.

Kristian Petersen und Maria Hansen hatten die Aufgabe, mit ihren Motorrädern auf der Strecke zwischen dem östlichen Kreisverkehr und Sydvagten zu patrouillieren. Das bedeutete, dass sie die gesamte Ostseite des Flughafens abdeckten. Sie hatten untereinander vereinbart, abwechselnd in regelmäßigen Abständen die Küstenstraße von einem Ende zum anderen abzufahren und sich ansonsten für Notfälle in Bereitschaft zu halten. Sie wählten den Kreisverkehr als Ausgangspunkt. Hier waren sie den Flughafengebäuden am nächsten.
– Ich übernehme wohl am besten die erste Tour, sagte Maria, und startete ihre Maschine, eine leistungsstarke BMW.
– Ach, Mann, das ist doch gar nicht die Mühe wert, sagte Kristian. Auf dieser Seite passiert doch kein Scheiß.
– Vielleicht nicht, antwortete sie. Aber Connie möchte die Umgebung abgedeckt haben, und dann wir müssen es auch richtig machen, Kris. Er wollte gerade etwas sagen, aber Maria senkte das Visier ihres Helmes und fuhr los. Dass sie überhaupt Lust dazu hat, dachte er. Sie hatten jedenfalls eine größere Chance hier an einer Aktion teilzunehmen als auf der Küstenstraße. Naja, das war schließlich ihre Sache.

Maria fuhr langsam, während sie über das Flughafengelände spähte. Alles schien normal zu sein, dachte sie, aber wie sah ‚nicht normal‘ aus? Nun, sie konnte nur ihr Bestes tun. Ein Flugzeug startete mit einem Brüllen über ihren Kopf hinweg und setzte über den Öresund fort, bevor es nach Steuerbord abdrehte. Maria fuhr weiter. Ein Stück länger hin, auf der linken Seite der Straße, stand ein dunkelblauer Kastenwagen. Sie fuhr langsam an ihm vorbei und sah ihn sich genau an. Es war ein Peugeot Boxer mit französischem Kennzeichen. Sie konnte den Fahrer des Wagens nicht richtig sehen, aber von der Silhouette her schien es sich um eine ziemlich große Person zu handeln. Nun, es befanden sich wohl viele im Ausland zugelassene Fahrzeuge hier in der Gegend, dachte sie, und fuhr weiter nach Süden in Richtung Sydvagten, wo sie wenden wollte.

Wahil sah eine Motorradstreife, die in südliche Richtung fuhr, auf ihn zu. Er konnte inzwischen die dänischen Polizeimotorräder von Weitem erkennen. Es wimmelte heute förmlich mit ihnen. Das Motorrad fuhr langsam, während der Polizist über das Flughafengelände spähte. Er würde es vorziehen, keine Fragen beantworten zu müssen, obwohl er eine Erklärung für seine Anwesenheit hier hatte, nur für alle Fälle. Der Polizist schaute in die Kabine, aber Wahil war sicher, dass er von außen nicht gesehen werden konnte und verhielt sich ruhig. Einen Moment später verschwand das Motorrad hinter ihm, und fuhr in südliche Richtung weiter. Wahil atmete erleichtert auf. Er konnte jetzt keine Komplikationen gebrauchen.

(Fortsetzung folgt)

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Der Mann aus Teheran

Freitag, 10. Februar 2006

Greve, 3.20 p.m.

Tine slowly regained consciousness. She looked around in confusion. Where was she? A thought tried to penetrate her mind. It was something important, she could feel it, but what? Suddenly her memory came back, and she sat up with a jerk. Andreas and Emma lay terrifyingly motionless next to her. She put her ear to her children’s heads. To her great relief, both breathed calmly and rhythmically. She was getting clearer in her head and remembered everything. One of the men, who she assumed was the leader, had told her that all three men would be leaving the house shortly and that she and the children would be picked up by her husband within a few hours. And then he had given her and the children an injection with a soporific.

She tried to get up, but stumbled when her legs gave way under her weight. She staggered to the wall and had to lean against it, until she was able to keep her balance. She called the children, but they didn’t respond. So she staggered back to the bed and tried to gently shake them awake, but that was also unsuccessful. Then she went to the door and tried to open it, but it was locked. She knocked on the door and called out, but got no answer. They must have gone away, as the man had said to her. She went to the window, but that didn’t seem to open either. She thought of smashing the window and fleeing, but how was she going to get the unconscious children through the window?

Suddenly she heard someone whistling, like one would whistle for a dog. The fog in her head suddenly cleared. She hurried to the window and started knocking on the window with her palm as hard as she could. She tried to call at the same time, but there came no sound from her throat. The second try was better.

– Help! she screamed as loud as she could and continued to hit the window.

– Help! she screamed again, but there was no answer. She looked around the room and saw a ceramic lamp next to the bed. She grabbed it and tore the cord out of the socket. With all the strength she could muster, she threw the lamp against the window. The disk shattered into a thousand pieces with a violent bang. Carefully she stuck her head out of the window, and looked directly into the face of an elderly lady.

Alma Birkelund felt that the walk had stimulated her blood circulation very well. Now her afternoon tea and the daily newspaper were waiting for her. As usual, Rina was lagging behind when she realized that they were heading home. She never got tired of intoxicating herself with the many scents she could perceive on their usual way. Alma had stopped in front of the “house” again and saw to her great relief that the dark car had disappeared. Maybe they went home again, she thought. That was good! But now she wanted to go home herself. She whistled for Rina, who came out of a driveway further away. Oh, Rina, she thought, you can’t go into other people’s gardens!

She was about to go on when she suddenly heard a loud pounding. It seemed to come from the back of the house. Oh, no, she thought, what’s that now? She decided to ignore the noise and wanted to continue when the loud hammering started again. This time she clearly heard a female voice shouting „Help“ and then „Help“ again. Oh my goodness, she thought, what is this supposed to mean?
Rina had come up in the meantime. When the dog saw how interested her owner looked at the house, she wanted to examine it a little more closely. Carefree she ran onto the property and around the back of the house with her nose to the ground.
Oh, no, Alma thought, you can’t run in there. She ran after Rina and followed her to the back of the house. She was about to call for her when a window suddenly exploded with a loud bang two meters in front of her.

Alma was petrified as the broken glass flew out. Suddenly a head appeared, a woman’s head. And not only that, the head started talking to her.

– Hel … help! You must help us! Call the police! We have been kidnapped and something terrible will happen at the airport. You have to help us!

Alma was completely confused now. What in the world was going on here? The police? Kidnapped? The airport? Yes but …?
If it had been a man’s head that spoke to Alma, she would have run away as fast as she could, but it was a young woman and the situation didn’t seem dangerous at all. So apart from the fact that the window had exploded. Alma decided to pull herself together.

– What are you saying? she asked, trying to concentrate.

Tine was so clear in her head now that she realized how strange the situation must be for the old lady who was standing in front of her.

– Don’t be afraid, she said. My two children and I were kidnapped yesterday from our house in Dragør. Please understand. The men who kidnapped us are no longer here, but we can’t get out. They have anesthetized my two children and me and we need help. Do you think you could call the police for us?

Now Alma understood what was going on. Afterall she did read the newspaper and she did see the news on TV. And now and then she even had no objection to a crime novel.

– I understand, she said. Don’t worry, young lady, I’ll call the police right away. She turned on the heel and ran as fast as she could to her house on the other side of the hedge.

Rina watched her in amazement. She had never seen her owner run so fast. Rina tried to catch up with her.

As soon as she got in the door, Alma Birkelund picked up the phone and called the police.

The policeman on duty, who answered her call, sounded skeptical when she reported the incident to him.

– And your name is? he asked bureaucratically.

– I beg your pardon? Well, my name is Alma Birkelund. I already said that, Alma replied. Now she was getting angry.

– Can’t you just send a patrol car right away? she asked in a firm voice.

– There is already one on its way, said the policeman. Are you calling from your own phone?

– From my own phone? repeated Alma. But of course, she replied indignantly.

– Well, as I said, a patrol car is already on its the way. There is nothing more you can do now, he concluded.

Copenhagen Airport, 3:25 p.m.

The ministerial car stopped in front of the entrance to Terminal 3. Four uniformed police officers rushed over to meet the Foreign Minister. The chauffeur got out of the car, went to the other side and opened the door for the minister.

– I wish you a safe journey, Minister, he said when he closed the door behind Sven Krog Petersen.

Before the minister could answer, the police officers had formed a ring around him and quickly led him into the terminal.

Rolf stood at the entrance watching the group. He had deliberately positioned himself so that he could approach the minister as soon as he arrived.

– Good morning, Minister, he greeted him as he stepped through the front door. He wasn’t sure whether the minister would recognize him. After all, they had only met once before.

– Rolf Duvenhart? Asked the minister.

– Let’s go to the departure lounge together, Rolf only replied. I will explain the current situation to you.

They went in the direction of the stairs, and Rolf briefly told him what had happened so far.

– … So, in other words, we still don’t know what’s going to happen, he concluded.

– But I can see that you are in position everywhere, the Minister said, and I am sure that you are well prepared, are you not? You just grab them as soon as they come. If they come too close to the travel group, the police officers are ready to get us all to safety.

– Under no circumstances will I give a guarantee, said Rolf, irritated. We have no idea what to expect. And then I would like to remind you that there are several hundred people in the duty-free area and the police have no chance of bringing all of these people to safety if or as soon as the attack occurs.

– I’m sure it won’t get that bad, said the minister curtly. Now you have to excuse me, Mr. Duvenhart, the press conference is about to start without me.

They had reached the security checkpoint, where the minister had to submit to the same procedure as everyone else. Rolf went through the metal detector after the minister. No one reacted to the fact that the hand weapon he had with him more or less triggered a panic alarm. He had some advantages over the minister after all.

– Delta-10, zebra base. Tom’s voice suddenly sounded in Rolf’s headphones, please come.

– Delta-10 here, replied Rolf.

– I can see you are at Terminal 3 security, said Tom. Did you speak a few words with the minister?

Have I spoken a few words with the minister, Rolf repeated in his mind? Heaven help us! The man has no idea what he’s gotten himself into.

– Yes, and unfortunately he is completely unreasonable, he replied. Apparently he has been blinded by the Americans. We’re supposed to catch them and it’s our asses that are at stake if we fail. But the press conference seems to be about to start. Where is everybody now?

– Alpha team is up there with you, Tom started. But I bet you can’t see them, am I right?

Rolf looked around and could not see any of the commandos.

– You’re right! he answered. Where the hell did you hide them?

– They’re in the back entrances of shops and the like, said Tom. Bravo team is at the security check in Terminal 2 together with Matts. All travelers are currently being guided through the control there. Lisbeth is very close to you.

– I can see her, interjected Rolf when he saw Lisbeth. She stood a little further ahead and looked around carefully.

– Jørgen is also somewhere near you, said Tom. He’s shadowing Williams. Charly team are circulating freely. A few are with you and a few in Terminal 2. The rest are spread across the entire airport area. The Echo agents, to whom we have radio contact in addition to Williams, are also scattered. One of them will step on your feet in a second.

– I see him, replied Rolf, when a CIA agent caught his eye. He merged with the other travelers like a sumo wrestler with a group of ballet dancers.

– That’s pretty much all, replied Tom. Yes, with the exception of Antonsen and Connie Andersen, whose mouths water when they look at our toys here in the bus.

Rolf smiled. He could easily imagine how a technological miracle like the mobile command center had to work on Antonsen and Connie Andersen.

At that moment the press conference started.

Copenhagen Airport, 3:30 p.m.

The queue in front of the security check in Terminal 2 had grown steadily over the past half hour. But despite the additional pressure on the personnel on site, the safety routines were handled correctly. All passengers were checked, and every piece of hand luggage was screened. Akhmahel showed his boarding card and placed his briefcase on the conveyor belt. He got the boarding card back and went through the metal detector without any problems. During the hole process, he observed his surroundings closely. Everything was as he expected. In addition to the usual security employees, a larger police force was at hand at today’s press event. Special forces of one kind or another were also present, Akhmahel noted. They wore gray combat suits and were equipped with automatic weapons. Akhmahel assumed that when the events in a moment got out of control, they would probably be the first to open fire.

Out of the corner of his eye, he saw Mohammad putting his hand luggage on the conveyor belt. He would come through the metal detector next. Everything had to be done in the right order and at the right time. Akhmahel found his bag at the other end of the conveyor belt and took it. At the same time, Mohammad went through the metal detector. The alarm went off and he was immediately stopped by a security guard who checked him with a manual metal detector. Mohammad glanced over at Akhmahel for a brief moment, but made no sign of recognition. A third man, Faroukh, who had been standing behind Mohammad, suddenly and unexpectedly ran amok. Everything went at lightning speed. Faroukh jumped through the metal detector, which immediately sounded the alarm and suddenly had a pistol in his hand. He grabbed Mohammad, pulled him close and put an arm around his neck while he pressed the pistol to his head with the other hand. Everyone stood petrified. The first to respond were the Bravo team soldiers. In no time they aimed their automatic weapons at Mohammad and the madman, but none of them opened fire.

– Back off, back off! cried Faroukh, looking desperately at the many weapons aimed at him. He pulled Mohammad backwards, away from the Bravo team and closer to Akhmahel, who was apparently paralyzed with terror.

Faroukh knew that he would be united with the great warriors in Allah’s kingdom within a few seconds, and his heart was pounding. When he was less than two meters from Akhmahel, he got ready for his all-important, final act. He hesitated a moment, took a deep breath … and then he did it. With all his strength, he threw Mohammad in Akhmahel’s arms. The two men fell to the floor together. Faroukh ripped open his jacket at lightning speed and everyone could see that he was packed with explosives. He still had the pistol in one hand, but now he was holding what looked like a detonator in the other hand. He waved the gun wildly back and forth as if trying to keep everyone at bay at once. With an insane expression on his face he roared from the top of his voice …

– Allahu akhbar! … and then he ran towards the policemen and Bravo team.

The leader of the Bravo team, Heinz Jensen, gazed at the scene that was happening in front of him with silent amazement. Reflexively, he and four of his men immediately aimed their automatic weapons at the insane man who suddenly jumped through the detector. The small specially trained group was just waiting for an order from Heinz. They would open fire immediately. But he decided to wait. The rifles were loaded with some kind of ammunition that didn’t penetrate the body, but instead tore all the guts inside into pieces. Heinz knew that he and every man in his team could hit a point the size of a two-euro coin across the short distance between them and the madman. The prerequisite for this, however, was that the target stood still. That was not exactly the case in the current situation. Heinz considered it too dangerous for the bystanders to open fire on the man now. Then the situation changed completely. The madman pushed his hostage away, pulled his jacket open, and charged straight for the five rifles ready to fire. Heinz was in no doubt as to what had to be done, but he wasn’t sure if they could prevent the man from blowing up the explosives.

Faroukh managed two steps when a sharp order came:

– Fire!

Five individual shots from the Bravo team’s rifles fulfilled Faroukh’s greatest wish. He was sent to the afterlife after the five bullets tore his chest and heart apart. Before Faroukh fell to the floor, the same voice shouted a new command:

– Get down!

Everyone threw themselves on the ground more or less simultaneously, at witch moment Mohammad and Akhmahel were able to carry out their part of the plan completely unnoticed. Akhmahel was still on the ground with Mohammad on top of him. The moment the command „get down“ sounded, he took the handgun that the metal detector had complained about, when Mohammad passed through, from the inside pocket of Mohammad’s jacket. Mohammad promptly rolled onto the floor while Akhmahel jumped up, grabbed his briefcase and walked three steps into the departure lounge, mingling with the other travelers.

Everyone was waiting for the explosion, but nothing happened. Nobody moved for a few seconds, but still nothing happened. People stood up hesitantly, and soon everyone started running as quickly and as far away as possible. One of them was Akhmahel, and he was most likely the only traveler who was armed. Armed and dangerous.

Sadou stood about ten meters from where Faroukh had been shot and was pleased to see that Akhmahel was now armed. He followed Akhmahel but stopped when he went into one of the restrooms. He positioned himself so that he could see everyone going in or out. Everything went according to plan. There would soon be complete confusion at the airport. What a victory!

– Zebra base, we have a code red in Terminal 2; repeat, we have a code red in Terminal 2, Matts called into the microphone as he was the first to walk to the dead suicide bomber.

– Zebra base here, do you need reinforcements? asked Tom.

Slowly some CIA agents emerged, and the police immediately began to cordon off the area, familiar with such circumstances. Now nobody had access to the duty-free area, neither from Terminal 2 nor from Terminal 3.

– No, answered Matts. The situation is under control. Here was a suicide bomber who was neutralized before he could detonate his explosives.

Tom had switched communication system to ‚listen in‘ and Williams was the first to respond.

– Leave him there until I get there! he said in a steel-hard voice. I repeat, leave him there.

Matt ignored Williams and began to investigate the suicide bomber.

– I’m on my way, Rolf joined in.

– I don’t think you need to hurry up especially, said Matts suddenly. This guy is a … well, you could say a dud.

The radio connection was completely silent for a moment.

– A dud? repeated Tom incredulously. What the hell do you mean man?

– Well, said Matts, this guy may be a bit flammable, but he’s not explosive actually. The airlines themselves carry tons of the type of explosives in which he is wrapped on board there flights every day. He has small packages of old newspapers wrapped on his body, nothing but old newspapers.

Lisbeth stood in front of the grandstand, which had been set up in front of the Karen Blixen Café, when Tom activated the “listen in” function. Her heart skipped a beat. Something was wrong. Matts had said ‚dud‘. The man, who the hell he might be, had wrapped himself up in newspapers. Was that what they were waiting for? Did they just stand by for a half-hearted attempt to commit suicide? Instinctively, she knew that couldn’t be true. It had to be a diversion. Suddenly she got goose bumps on her arms. Damn it, maybe something will happen right here on the stand. She looked around desperately. There was nothing unusual to be noticed. She looked at the grandstand. The four Secret Service agents peered from side to side. They routinely kept the assembled people under surveillance. Lisbeth realized that the four didn’t know anything yet. They were not connected to the communication system.

Just as she was about to call Tom on the intercom, hell broke loose. Police officers in riot suits rushed to the stand from all sides. The two ambassadors got on their feet suddenly, and the four Secret Service agents immediately flanked them, ready to intercept a bullet in case of an emergency. The Foreign Minister and the basketball players remained seated and looked around in amazement. The police came to the stand and Lisbeth was almost run down by a mountain of a policeman with a rifle in his hand, ready to fire. She could barely jump out of his way, when he came running towards her.

She noticed the lively reporter from the press briefing. He watched the scene, which was unfolding before his eyes, carefully. No doubt he was trying to understand what was going on here. The police officers hastily formed a ring around the group on the stand. Their weapons spoke a clear language: nobody should dare to come closer. The atmosphere was extremely tense. Obviously, they were waiting for an order. Lisbeth pushed her way through the crowd and headed for Terminal 2.

Copenhagen Airport, 3:45 p.m.

Wahil drove slowly north on the coast road and saw that the wind had apparently turned. The planes now took off towards the street and then flew over the Øresund. But he didn’t really care. The wind direction had no influence on his project. He found a passing place and drove to the side, but left the engine running to keep the cabin warm. He looked at the clock. The plane was due to depart in an hour, and it would take him half an hour to prepare. He decided to wait here before proceeding to his post.

It was Kristian Petersen’s and Maria Hansen’s task to patrol the stretch of road between the eastern roundabout and Sydvagten with their motorcycles. This meant that they covered the entire east side of the airport. They had agreed among themselves to take turns driving the coast road from one end to the other at regular intervals and otherwise to be on standby for emergencies. They chose the roundabout as the starting point. Here they were closest to the airport buildings.

– I think I better take the first tour, said Maria, and started the engine on the powerful BMW motorcycle.

– Oh, man, it’s not worth the trouble, said Kristian. No shit happens on this side.

– Maybe not, she replied. But Connie wants to have the area covered, and then we have to do it right, Kris.

He was about to say something, but Maria lowered her helmet’s visor and drove off.

Why she wanted to do it at all, he couldn’t understand. They had a far greater chance of participating in any possible action here than on the coastal road. Well, that was her business, after all.

Maria drove slowly as she peered across the airport grounds. Everything seemed normal, she thought, but what would ’not normal‘ look like? Well, she could only do her best. A plane took off with a roar over her head and continued over the Øresund before turning to starboard. Maria drove on. A little further, on the left side of the road, was a dark blue panel van. She drove slowly past it doing some observations. It was a Peugeot boxer with a French number plate. She couldn’t see the driver of the car properly, but judging by his silhouette, it seemed to be a fairly big person. Well, there were probably a lot of overseas registered vehicles around here, she thought, and drove south toward Sydvagten, where she wanted to turn around.

Wahil saw a motorcycle patrol heading south, towards him. By now he had learned to recognize the Danish police motorbikes from afar. It was teeming with them today. The motorcycle drove slowly as the police officer peered across the airport. He would prefer not to have to answer any questions even though he had an explanation for his presence here, just in case. The police officer looked into the cabin, but Wahil was sure that he could not be seen from the outside and was calm. A moment later the motorcycle disappeared behind him and continued south. Wahil breathed a sigh of relief. He didn’t need any complications now.

(To be continued)

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

2 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Greve/ Flughafen Kopenhagen … The man from Tehran, Greve/ Copenhagen airport“

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