Der Mann aus Teheran, Flughafen Kopenhagen/ Marseille/ Fährhafen Puttgarden … The man from Tehran, Airport Kopenhagen/ Marseille/ ferryport Puttgarden

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Der Mann aus Teheran

Donnerstag, 9 Februar 2006

Flughafen Kopenhagen, 15.10 Uhr

– Das ist gar kein Problem, sagte Leif Andersen überzeugt. Wenn wir das Flugzeug herausziehen, gibt es reichlich Platz, um allen Ihren Anforderungen gerecht zu werden. Tische und Stühle kann ich beschaffen. Rolf nickte zufrieden. Es gab genügend Platz draußen für die Busse, und die beheizte Halle, wo sie sich gerade aufhielten, war ideal für die morgige großen Informationsrunde. Das musste man den Dänen einräumen: wenn sie erst einmal wollten, konnten sie sehr zusammenarbeitswillig sein.
– Können wir mit Ihnen in Verbindung kommen, wenn es notwendig wird? fragte er. Leif Andersen nahm eine Visitenkarte aus der Brusttasche seiner Jacke und reichte sie Rolf.
– Hier haben Sie meine direkte Nummer im Büro und auch meine Handynummer, antwortete er. Sie können jederzeit anrufen, egal, worum es sich handelt. Wenn ich nicht helfen kann, kann ich Sie vielleicht an jemanden weiterleiten, der es kann. Und wenn Sie jetzt keine weiteren Fragen haben, würde ich gerne in mein Büro zurückgehen. Er schaute Rolf fragend an.
– Nochmals vielen Dank, sagte Rolf. Im Moment kommen wir klar. Aber später würden wir gerne um eine Führung bitten, um uns mit dem Flughafengelände vertraut zu machen.
– Rufen Sie nur an und ich werde zusehen, dass man eine professionelle Führung für Sie organisiert, versprach Leif Andersen.
– Nur noch eine Sache, sagte Rolf. Einer meiner Mitarbeiter, Lisbeth Hasselbeck, kommt später am Nachmittag. Sind Sie sicher, dass man sie hereinlässt?
– Natürlich, sagte Leif Andersen. Ich werde dafür sorgen, dass Sie einige Ausweise bekommen, damit Sie jederzeit kommen und gehen können.

Er ging hinaus und Rolf blieb stehen und sah sich in der großen Halle um. Einen Moment später kam Tom durch eine kleinere Tür, die in das große Tor eingebaut war.
– Bist du zufrieden? rief er von der Tür her.
– Absolut, antwortete Rolf. Besser geht es nicht.

Marseille, 16.30 Uhr

Sarkov stand auf, rückte seine Krawatte zurecht und ging zur Tür. Gerade eben hatte seine Sekretärin ihm gemeldet, dass ihn zwei Herren zu sprechen wünschten. Er blieb einen Moment vor der Tür stehen und versuchte, sich zu entspannen. Als er sich bereit fühlte, öffnete er entschlossen die Tür und trat ins Vorzimmer, wo die Sekretärin saß. Die beiden Herren standen auf und Sarkov sagte freundlich:
– Sie sind sicher die beiden Gendarmen, die heute Morgen bei mir zu Hause waren. Bitte kommen Sie herein! Er ließ sie zuerst in sein Büro eintreten, folgte ihnen und schloss die Tür.
– Bitte nehmen Sie Platz! schlug er vor und zeigte in Richtung Sofa. Die beiden Männer setzten, sich ohne ein Wort zu sagen. Sarkov fühlte sich durch ihr Schweigen verunsichert und versuchte unbekümmert zu klingen, als er fragte:
– Was kann ich für Sie tun, meine Herren? Soweit ich verstehen konnte, handelt es sich um einen Unfall irgendeiner Art. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich oder besser gesagt die Unternehmen, die ich kontrolliere, mehr als zwanzig Autos auf der Straße haben. Wissen Sie, um welches Fahrzeug es sich handelt? Einer der Männer nahm einen Notizblock aus der Tasche und blätterte ein darin.
– Sind Sie oder eines der Unternehmen, die sie kontrollieren, vielleicht Eigentümer eines dunkelblauen Peugeot Boxer mit dem Kennzeichen 124RDQ15, Herr Sarkov? fragte er. Weder die Nummer noch die Beschreibung des Wagens sagten Sarkov etwas, daher war er etwas ruhiger, als er antwortete:
– Das ist gut möglich. Ich will es nicht abstreiten. Aber da Sie zu mir gekommen sind, gehe ich davon aus, dass der Eigentümer bereits feststeht. Was ist passiert? Ohne auf die Frage zu antworten, fuhr der Mann fort:
– Würden Sie uns bitte mitteilen, wer diesen Wagen gestern Abend gefahren hat?
– Ja, natürlich, antwortete Sarkov. Er erhob sich mit Mühe, ging zu seinem Schreibtisch und drückte auf den Knopf einer Gegensprechanlage. Seine Sekretärin antwortete sofort:
– Ja, Herr Sarkov?
– Clarisse, könnten Sie bitte eines unserer Fahrzeuge nachforschen, sagte er zu ihr. Es handelt sich um den Wagen mit dem Kennzeichen …

Er sah hinüber zu dem Mann, der ihm die Frage gestellt hatte, der daraufhin die Nummer sofort wiederholte. Sarkov gab sie durch die Sprechanlage weiter und ging dann zu den beiden Männern zurück.
– Und worum handelt es sich denn nun? fragte er wieder. Ohne zu antworten, fragte derselbe Mann wie vorher:
– Haben Sie vor Kurzem Unstimmigkeiten mit der deutschen Polizei gehabt?
– Mit der deutschen Polizei? Echote Sarkov deutlich verwirrt. Nein, ganz und gar nicht. Was sollte das sein? Jetzt müssen Sie mir aber wirklich sagen, worum es geht. In diesem Moment klopfte es vorsichtig an der Tür, und die Sekretärin kam herein. Sie gab Sarkov ein Zeichen.
– Warten Sie bitte einen Augenblick, meine Herren, sagte er und stand auf. Ich glaube bestimmt, dass wir dieses Missverständnis aufklären können. Er ging zur Tür, wo die Sekretärin mit einer Mappe in den Händen stehengeblieben war.
– Ich fand nur diese eine Mappe, Herr Sarkov, flüsterte sie. Sie reichte sie ihm und er öffnete sie umgehend. Als ihm klar wurde, um welches Fahrzeug es sich handelte, wurde ihm buchstäblich schlecht. Verdammter Scheißdreck, dachte er. Das war das Auto, das er dem Al-Qaida-Mann mitgegeben hatte. Was in aller Welt hatte der Kerl angestellt? Er war kurz davor, in Panik zu geraten. Er musste zusehen, die Fassung zu bewahren und klar zu denken.
– Einen Augenblick, sagte er zu seiner Sekretärin. Er gab vor, durch die Papiere zu blättern. Währenddessen arbeitete sein Gehirn auf Hochdruck. Nein, nicht diese Mappe, Clarisse, sind da noch andere? fragte er mit übertriebener Härte in seiner Stimme.
– Nein, antwortete die Sekretärin verwirrt. Es ist ja diese …
– Nun, dann suchen Sie weiter. Danke, das war alles im Moment, unterbrach er sie und stieß sie durch die Tür hinaus. Er schluckte schwer und versuchte, sich zu beruhigen, bevor er sich umdrehte.
– Die Unterlagen scheinen verlegt worden zu sein, sagte er und setzte sich wieder. Aber ich werde dafür sorgen, dass sie gefunden werden und werde Ihnen Bescheid geben. Jetzt muss ich leider dieses Gespräch abbrechen, denn … Er schaute nervös auf seine Uhr.
–… Ich habe eine weitere Besprechung in einer Minute. Wenn da weiter nichts war, dann …

Auf der Straße vor dem Haupteingang des Marseille Business Enterprise und der ANSA Trade Company Ltd. standen die beiden EATO-Agenten und diskutierten.
– Er hat etwas zu verbergen, sagte der eine. Ich glaube, dass er ganz genau weiß, welches Auto wir meinen.

– Ja! Und ich wette, dass die Sekretärin das richtige Auto gefunden hatte, sagte der andere. Er hatte es ziemlich eilig damit, sie wieder loszuwerden. Was machen wir jetzt? Es ist das zweite Mal, dass wir mit leeren Händen zurückkommen. – Wir müssen zusehen, dass wir ihn zu uns ins Büro bekommen, antwortete der erste. Wir können in seinem eigenen Büro nicht mehr Druck auf ihn ausüben.
– Glaubst du, er würde eine Einladung von einer Anti-Terror-Organisation, die gar nicht existiert, akzeptieren? fragte der andere ironisch.
– Nein, aber man könnte ihn möglicherweise dazu überreden, wenn man ihm eine Neun-Millimeter hart in die Rippen presst, erwiderte der erste.

Die beiden Männer hatten kaum das Büro verlassen, als Sarkov seine Sekretärin darum bat, ihm die Mappe wieder zu bringen.
– Aber Monsieur Sarkov, ich verstehe das alles nicht, sagte sie.
– Holen Sie die Mappe, sofort! knurrte er und schlug die Tür zu. Was zum Teufel ist hier los, dachte er, als er ein paar Minuten später am Schreibtisch saß und die Mappe durchging. Er dachte an den großen, arabisch aussehenden Mann, der den Wagen mit seiner tödlichen Fracht am Tag zuvor abgeholt hatte. Hatte er das Ding schon benutzt? Nein, das konnte nicht sein. Das würde Aufsehen erregen. Das würde auf der Titelseite aller Zeitungen auf der ganzen Welt erscheinen und er hatte bisher nichts darüber gelesen. Es musste sich um etwas anderes handeln, aber was? Die beiden Polizisten hatten von einem Unfall gesprochen. Wenn der Araber in einen Unfall verwickelt worden wäre, hätte die Polizei natürlich seine Ladung bemerkt und ihn sofort verhaftet.

Es ging ihm plötzlich auf, wie idiotisch es gewesen war, das Auto durch eines seiner eigenen Unternehmen zu kaufen. War er denn völlig senil geworden? Aber es war auf der anderen Seite auch sehr ungewöhnlich, dass man ihn gebeten hatte, bei dem Handel ein Auto mitzuliefern. Er musste herausfinden, was passiert war. Es schien an der Zeit zu sein, einen Gefallen einzukassieren, den ein guter Freund in Bordeaux ihm schuldete. Er griff zum Telefon und wählte eine Nummer. Nach einigen Minuten Wartezeit war er mit der Person verbunden, die er sprechen wollte.
– Ja! sagte die Stimme am Telefon.
– Hallo, Pierre! Sarkov hier, sagte er in einem gutgelaunten Tonfall. – Sarkov? wiederholte die Stimme am Telefon, sichtlich ohne Begeisterung. André Sarkov? Warum zum Teufel rufst du mich an? Das kann nichts Gutes bedeuten.
– Aber nicht doch, Pierre, aber nicht doch, sagte Sarkov immer noch gut gelaunt. Ich dachte nur, dass wir lange nicht voneinander gehört haben. Du weißt doch, alte Freundschaft und das alles.
– Entschuldige mal, antwortete Pierre, aber mein Quatsch-Barometer spielt jetzt total verrückt. Was zum Teufel willst du?
– Also wirklich, ich muss schon sagen, antwortete Sarkov. Als wir uns das letzte Mal trafen, warst du doch ganz zufrieden mit mir. Warum dieser Sinneswandel? – Mach nun nicht mehr daraus, als es eigentlich war, antwortete Pierre mit Verachtung in seiner Stimme. Du hast nur meine Recherchen verkürzt. Ich hätte die Banditen auf jeden Fall geschnappt. Und du hast auch nur mitgespielt, weil der Handel in einem deiner eigenen Lager stattfand. Du hättest sehr leicht selber hochgehen können, nicht wahr?
– Aber das war doch gar nicht mein Motiv, verteidigte sich Sarkov. Du vergisst völlig, dass ich auch Kinder habe und nicht will, dass diese Scheiße auf der Straße verkauft wird, weder an meine Kinder noch an die anderer Leute. Aber wie du ganz richtig sagst, so habe ich Deine Nachforschungen verkürzt und das muss doch etwas wert sein oder? Vielleicht könntest du mir jetzt einen kleinen Gefallen tun, als Gegenleistung, nicht wahr?
– Als Gegenleistung! schnaubte Pierre. Bewahre mich, ich schulde dir einen Scheißdreck. Worum geht es überhaupt?
– Nun, es ist weiter nichts Besonderes, antwortete Sarkov. Die Sache ist die, dass einer unserer Firmenwagen anscheinend in irgendeinen Unfall verwickelt ist. Es waren zwei Polizisten bei mir im Büro, die mir eine Menge Fragen gestellt haben, ohne mir aber zu erzählen, worum es ging. Es wäre ein Leichtes für dich, im Computer nachzusehen, was da eigentlich passiert ist. Danach hörst du nie wieder ein Wort von mir. Was sagst du? Das ist doch nicht zuviel verlangt oder?
– Hmm, grunzte Pierre. Wenn du danach für immer aus meinem Leben verschwindest, ist es das wert. Unter welcher Nummer kann ich dich erreichen? Sarkov gab ihm seine direkte Telefonnummer und Pierre versprach, sich so bald wie möglich zu melden.

Flughafen Kopenhagen, 17.00 Uhr

Lisbeth hielt beim Wachbüro an und stieg aus dem Auto. Es war schon dunkel, und sie zitterte vor Kälte. Die Bilder mit Tom auf dem Boden liegend ließen ihr keine Ruhe, aber sie war entschlossen, sich nichts anmerken zu lassen. Sie glaubte nicht, dass Tom ihre Vernehmungen ernst nehmen würde. Der Wächter fand sofort ihren Namen auf einer Liste, und einen Augenblick später war sie wieder im Auto und fuhr in Richtung Hangar. Dort parkte sie den Wagen zwischen den grauen Bussen und stieg aus. Ihr kleines Auto erschien winzig neben den beiden großen Fahrzeugen. Die Tür zu dem einen Bus öffnete sich und Rolf winkte ihr zu. Sie winkte zurück und ging auf ihn zu.
– Komm rein und setz dich, sagte er. Tom hat Kaffee gemacht, aber du trinkst ihn auf eigene Verantwortung. Meine Güte, ist der stark! Lisbeth bemerkte, dass sie sich in der mobilen Kommandozentrale befanden. Sie war offenbar noch nicht einsatzbereit, aber zumindest war sie komfortabel. Sie zog ihre Jacke aus und setzte sich auf einen Stuhl. Auf einem Tisch standen eine Reihe von Kaffeetassen und ein Glaskolben, der eine schwarze Substanz enthielt. Sie nahm an, dass das der Kaffee war, den Tom gemacht hatte. Sie entschied sich gegen den Kaffee.
– Wie ging es bei der Polizei? fragte Rolf und setzte sich ihr gegenüber. Sie bemerkte, dass er selber anscheinend auch nichts von der Substanz trank.
– Ganz wie erwartet, antwortete sie. Sie erzählte ihm die wichtigsten Einzelheiten von ihrem Gespräch mit Antonsen.

– Wir können auf jeden Fall auf ihre volle Unterstützung zählen, schloss sie. Die Tür öffnete sich, und Tom stampfte in den Bus.
– Lisbeth! rief er mit einem breiten Lächeln. Schön, dass du hier bist! An Rolf gewandt fuhr er fort:
– Ich habe die Führung organisiert, die der sprechende Anzug uns versprochen hat, sagte er. Wir werden in etwa einer halben Stunde abgeholt. Er will uns alle Eingänge, Hintertürchen, Schlupflöcher und Fuchslöcher zeigen, die es hier gibt. Der Flughafen ist viel größer als ich gedacht hatte.

– Hervorragend, Tom, sagte Rolf. Aber bis dahin, möchte ich Lisbeth auf den Stand der Dinge bringen. An sie gewandt fuhr er fort:
– Es ist Einiges passiert, seit du gestern Nachmittag von Hamburg abgefahren bist. Spitz die Ohren! Er erzählte ihr kurz und präzise von der Erpressung eines ihrer IT-Mitarbeiter und die Informationen, die Yemi ihnen gegeben hatte. Er sprach auch über die SMS-Nachricht, die sie auf ihrem Weg nach Puttgarden erhalten hatten. Als er fertig war, runzelte Lisbeth die Stirn.
– Ja, das kann man nur als beunruhigend bezeichnen, bemerkte sie nachdenklich. Aber nüchtern gesehen können wir zumindest daraus folgern, dass wir uns jetzt mit fast hundertprozentiger Sicherheit an der richtigen Stelle befinden. Das kann doch nur zu unserem Vorteil sein. Es klopfte an die Tür und ein Mann im Kampfanzug steckte den Kopf herein.
– Da ist ein Mann vom Flughafen, Sir, sagte er zu Tom.
– Gut, mein Junge, sagte Tom und nickte dem Kopf in der Tür zu. Das muss wegen der Führung sein. Sag ihm, dass wir kommen. Der Kopf verschwand, und die Tür wurde wieder geschlossen.
– Sind wir parat? fragte Tom. Rolf nickte und Lisbeth breitete die Arme aus.
– Parater denn je!

Fährhafen Puttgarden, 17.10 Uhr

Das grüne Licht über der Fahrbahn leuchtete auf, und die drei einzigen Autos, drei Lieferwagen, die warteten, begannen an Bord der Fähre „Prinzesse Benedikte“ zu fahren. Als Letzter ein dunkelblauer Peugeot Boxer mit französischem Kennzeichen. Einige Minuten später saß Wahil im Laderaum des Peugeots und studierte einige Karten und handgezeichnete Anweisungen, die er im Al-Qaida-Haus in Kabul bekommen hatte. Sein Problem war nicht so sehr, den Weg zu finden, sondern die fremden Städtenamen zu entziffern. Die Strecke zur dänischen Hauptstadt war anscheinend nicht so kompliziert. Er brauchte nur der Autobahn zu folgen. Wegweiser gab es der Beschreibung nach reichlich. Die Dänen nannten ihre Hauptstadt K-ø-b-e-n-h-a-v-n. Er hatte keine Ahnung, wie man das aussprach, aber das war ihm eigentlich auch egal. Er sollte für eine lange Zeit in die Richtung dieser Stadt fahren. Anderes interessierte ihn nicht.
Wenn er sich der Hauptstadt näherte, sollten der Beschreibung nach Schilder zum Flughafen und dem benachbarten Schweden kommen. Er musste aufpassen, dass er die Autobahn bei der letzten Ausfahrt vor dem Tunnel, der ins Nachbarland führte, verließ. Er fand es schwer, sich einen Tunnel vorzustellen, der in ein anderes Land führte, aber auf der anderen Seite hatte das ja keine Bedeutung für ihn. Er sah zum ersten Mal auf die Zeichnungen vom Flughafengelände und prägte sich alle Details und Markierungen ein. An einer der Zeichnungen war mit Klebeband ein Schlüssel befestigt. Er ließ seinen Finger darübergleiten, entfernte ihn aber nicht. Plötzlich wurde er von Ungeduld gepackt und kämpfte gegen den Drang, die Kiste zu öffnen und die Montage zu beginnen. Aber es war wichtig, dass die Transportsicherung nicht vor dem allerletzten Moment aufgebrochen wurde. Außerdem musste das Ding auf jeden Fall programmiert werden, bevor es gefährlich wurde. Aber im Kopf ging er alle Schritte durch, die er in weniger als 24 Stunden vornehmen sollte. Plötzlich ertönte eine verzerrte Stimme über den Lautsprecher. Obwohl er kein einziges Wort verstand, war ihm klar, dass die Reise zu Ende war. Jetzt brauchte er nur die Bestätigung, dass an der Grenze keine Kontrolle sein würde. Weniger als zehn Minuten später befand sich der Peugeot auf der Autobahn in Richtung Hauptstadt und Flughafen.

Marseille, 17.35 Uhr

– Ich weiß nicht, in was zum Teufel du deine Finger hast, Sarkov, sagte Pierres Stimme in der Leitung. Das Auto wird in Zusammenhang mit einem Mordfall nördlich von Lyon gesucht.
– Ein Mordfall? wiederholte Sarkov mit sichtlichem Erstaunen in der Stimme. Mord an wem?
– An einem Deutschen. Einem deutschen Polizisten noch dazu, sagte Pierre. Sarkov war völlig desorientiert. Was sollte das denn nun wieder bedeuten?
– Ein Polizist? wiederholte er erstaunt. Aber warum sollte eines meiner Autos in so etwas verwickelt sein? Gibt es mehr Einzelheiten? Warum wollten die beiden Polizisten mit mir reden?
– Eins nach dem anderen, sagte Pierre. Ich weiß nicht, warum Dein Auto gesucht wird, aber in dem Nachforschungsnotiz steht, dass der Fahrer ein großer, gewalttätiger Mann ist. Die Beschreibung trifft wohl nicht ganz auf dich zu. Aber was dich mehr interessieren könnte ist, dass die Polizei in Marseille erst vor ein paar Stunden angewiesen worden ist, den Eigentümer des Fahrzeugs zu finden. Man plant, morgen früh bei dir im Büro vorbeizuschauen. Pierre lachte schadenfroh und fuhr fort:
– Wer auch immer dich besucht hat, es war garantiert nicht die Polizei. Wenn du meine ehrliche Meinung hören willst, dann steckst du gründlich in der Scheiße!
Pierre legte auf und Sarkov saß und starrte geradeaus mit dem Telefonhörer in der Hand. Was zum Teufel bedeutete das alles? Wenn die beiden Männer nicht von der Polizei waren, wer waren sie dann? Und was hatte das mit dem Mord an einem Polizisten zu tun? Und dann auch noch einem deutschen Polizisten. Nach der Beschreibung des Fahrers musste der Araber ihn getötet haben. Aber warum hatte er das getan? Die deutsche Polizei konnte ihn doch nicht in Lyon belästigt haben oder?
Plötzlich kam ihm ein Gedanke: Vielleicht waren die beiden Männer Agenten irgendeiner Art? Vielleicht waren es französische Geheimdienstagenten. Es konnte doch sein, dass sie einem der Waffengeschäfte auf der Spur waren, das er mit einem der rabiaten Extremisten gemacht hatte, die sich mittlerweile in seiner Kundendatenbank befanden. Oder sie waren hinter dem großen Araber her und wussten vielleicht schon, mit welcher Art Ladung er unterwegs war.
Er musste seinen Kontakt bei Al-Qaida zu fassen bekommen. Er musste sie warnen. Wenn sie gestoppt wurden, bevor sie ihren Plan durchführen konnten, ließen sie es vielleicht an ihm aus. Oder leide ich jetzt schon an Verfolgungswahn? dachte er. Er begann am ganzen Körper zu schwitzen. Er würde auf jeden Fall heute Abend von zu Hause aus anrufen. Hier im Büro fühlte er sich nicht sicher genug. Er sah auf seine Uhr. Es war fast sechs. Es würde mindestens noch ein paar Stunden dauern bevor er weg konnte. Er musste den Zeitunterschied berücksichtigen. Die nächste Waffenlieferung von einem Zulieferer in Texas sollte über die Bühne gehen, und er musste alle Formalitäten vorbereiten. Wenn auch nur der mindeste Verdacht auf seine amerikanischen Lieferanten fiel, würden sie ihn vierteilen. Nun, alles zu seiner Zeit, dachte er, und griff nach dem Telefon. Einen Moment später war er in ein Gespräch mit einem seiner besten Lieferanten vertieft.

Kopenhagen, 18.05 Uhr

In einer Nebenstraße zum Jagtvej, gegenüber dem Friedhof, parkte ein weißer Toyota Hiace Kastenwagen. Auf den Seiten des Wagens stand in großen Buchstaben „Paket-Service“, aber ohne Adresse oder Telefonnummer. Das Auto stand dort bereits seit ein paar Tagen, aber es störte niemanden. Nur wenige hatten es überhaupt wahrgenommen. Ein dunkelblauer BMW 320i mit deutschem Kennzeichen hielt neben dem Wagen an. Ein Mann stieg aus. Er nahm ein Schlüsselbund aus der Hosentasche, schloss den Kastenwagen auf und stieg ein. Einen Augenblick später waren beide Autos verschwunden.
– Wie weit ist es von hier? fragte Akhmahel, während er versuchte, den weißen Lieferwagen vor ihnen nicht aus den Augen zu verlieren. Die vier Männer hatten auf der Reise von Rødby nach Kopenhagen nicht viele Worte gewechselt. Sie waren alle in ihre eigenen Gedanken versunken gewesen.
– Ungefähr eine halbe Stunde, sagte Mohammad. Und selbst wenn wir Faroukh verlieren, ist das kein Problem. Ich kenne die Strecke so gut wie den Gemüsegarten meines Vaters. Sie bogen vom Jagtvej links in die Ågade und fuhren eine Weile geradeaus. Sie kamen am Rathausplatz vorbei und fuhren über die lange Brücke. Am Stadtgraben bogen sie nach links ab und kreuzten den Christmas Møllers Plads. Danach fuhren sie weiter über Vermlandsgade, Uplandsgade und Prags Boulevard und bogen nach rechts auf den Amager Strandvej. Nach etwa 15 Minuten waren sie am Flughafen angelangt.
Akhmahel fühlte sein Herz schneller schlagen. So sieht es hier also aus, dachte er. Er wusste nicht, was er eigentlich erwartet hatte, aber die Anlage sah moderner und ordentlicher aus, als er sie sich vorgestellt hatte. Sie fuhren langsam auf der Küstenstraße um den Flughafen herum. An einer Stelle befanden sie sich plötzlich direkt unter einem Flugzeug das vom Øresund einflog. Kurz danach passierten sie das südliche Wachtportal und bogen nach links ab. E
in Stück weiter kamen sie in eine der feineren Wohngegenden Dragørs. Faroukh stoppte den Kastenwagen, stieg aus und ging zurück zu dem BMW. Akhmahel hielt direkt hinter ihm und senkte die Fensterscheibe.
– Es ist das dritte Haus auf der rechten Seite, sagte Faroukh und wies auf eine Buchenhecke ein wenig weiter weg. Es waren keine Menschen auf der Straße zu sehen. Akhmahel schaute auf seine Armbanduhr; es war 18.35 Uhr. Es hatte eine halbe Stunde gedauert, hierher zu fahren, genau wie Mohammed gesagt hatte.
– Und Ihr meint, dass er jetzt weg ist? fragte er. Wann kommt er zurück?
– Ja, er ist jetzt nicht da, sagte Faroukh und war sichtlich nervös. Aber er hat um acht Uhr eine Stunde Pause zum Abendessen und ist zehn, fünfzehn Minuten später zu Hause. Mach dir keine Sorgen, er wird kommen! Akhmahel antwortete nicht sofort, sondern sah zu der Hecke hin, als ob er erwartete, dass sie ihm etwas mitteilen könnte. Dann wandte er sich wieder an Faroukh.
– Nun, dann lasst uns in Schwung kommen, sagte er. Jeder weiß, was er zu tun hat, nicht wahr?
– Ja, ertönte es fast einstimmig von den drei Männern. Akhmahel und Mohammad stiegen aus dem Auto und gingen zu der Buchenhecke. Faroukh ging zum Kastenwagen und öffnete die Tür zum Laderaum. Trotz der schwachen Innenbeleuchtung konnte man sehen, dass der Kastenwagen nicht leer war. Am vorderen Ende der Ladefläche stand, ordnungsgemäß gesichert, ein schwarzes Suzuki Motorrad mit dänischem Kennzeichen. Auf dem Boden am hinteren Ende konnte man eine große Sporttasche sehen. Aus dieser nahm Faroukh eine grüne Jacke und eine grüne Baseball-Mütze. Er zog beide an und nahm dann ein Paket von der Größe eines A4-Ordners aus der Tasche. Mit dem Paket unter dem Arm, ging er zur Fahrerkabine zurück und setzte sich hinein. Jetzt wartete er nur noch auf ein Zeichen. Sadou setzte sich neben ihn. Akhmahel und Mohammad hatten die Buchenhecke erreicht und folgten ihr bis zur Einfahrt zum Haus. Beide blieben stehen und sahen sich um. Es war immer noch niemand auf der Straße zu sehen. Kurz darauf befanden sie sich auf der anderen Seite der Hecke. Das Haus war ein gewöhnliches, dänisches Modellhaus: ein vergrößerter Schuhkarton mit einer Einfahrt, die an einer Seite des Hauses entlang führte, und in einem Carport endete. Der Garten war vor vielen Jahren angelegt worden, so dass die beiden Männer sich leicht hinter den Bäumen und Sträuchern verstecken konnten, als sie sich vorsichtig auf die Rückseite schlichen.
Die hohen Hecken schützten das Haus und die Fenster vor neugierigen Blicken von der Straße. In mehreren Zimmern war Licht an, aber die Vorhänge waren nicht zugezogen. Die beiden Männer setzten sich hinter einen Busch, von wo aus sie direkt in die Wohnstube sehen konnte. Sie sahen zwei Kinder, die um einen Tisch herum liefen. Einen Moment später kam eine junge Frau mit schnellen Schritten in das Zimmer und schien etwas zu ihnen zu sagen. Sie schnappte sich eines der Kinder als es vorbeilief. Akhmahel gab Mohammad ein Zeichen. Dieser eilte sofort auf die Straße und winkte den beiden anderen Männern. Faroukh startete den Motor des Kastenwagens sobald er Mohammad sah und fuhr los. Er bog in die Einfahrt des Hauses ein und fuhr so weit hinein, dass das Auto durch die Glaspartie der Eingangstür zu sehen war. Er schaltete den Motor aus und öffnete die Tür. Dann nahm er das Paket, stieg aus dem Wagen und ging zur Haustür. „Familie Berg“ stand auf einem Messingschild an der rechten Tür. Er setzte ein breites Lächeln auf und klingelte.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The man from Tehran

Thursday, 9 February 2006

Airport Copenhagen, 3:10 p.m.

– It’s not a problem at all, said Leif Andersen confidently. If we pull the plane out, there will be plenty of room to meet all of your requirements. I can get tables and chairs.

Rolf nodded satisfied. There was plenty of space outside for the buses, and the heated hall where they were staying was ideal for tomorrow’s large information session. You had to give it to the Danes: once they wanted to, they could be very willing to cooperate.

– Can we get in touch with you if necessary? he asked.

Leif Andersen took a business card from the breast pocket of his jacket and handed it to Rolf.

– Here is my direct number at the office and also my cell phone number, he replied. You can call anytime, no matter what. If I can’t help, I may be able to refer you to someone who can. And if you have no further questions now, I would like to go back to my office.
He looked questioningly at Rolf.

– Thank you again, said Rolf. We are fine for the moment. But later we would like to ask for a tour to familiarize ourselves with the airport grounds.

– Just give me a call and I will see to it that a professional tour is organized for you, Leif Andersen promised.

– Just one more thing, said Rolf. One of my co-workers, Lisbeth Hasselbeck, will be here later in the afternoon. Are you sure they will let her in?

– Of course, said Leif Andersen. I will make sure you get some ID cards so that you can come and go at any time.

He left, and Rolf looked around the large hall. A moment later, Tom came through a smaller door built into the large gate.

– Are you satisfied? he called from the door.

– Absolutely, answered Rolf. It couldn’t be any better.

Marseille, 4.30 p.m.

Sarkov got up, adjusted his tie and went to the door. His secretary had just told him that two gentlemen wanted to speak to him. He stopped at the door for a moment and tried to relax. When he felt ready, he resolutely opened the door and entered the anteroom where the secretary was sitting. The two gentlemen got up and Sarkov said gently:
– You must be the two gendarmes who were at my house this morning. Please come in!

He let them enter his office first, followed them, and closed the door.

– Please take a seat! he suggested and pointed towards the sofa.

The two men sat down without saying a word. Sarkov felt unsettled by their silence and tried to sound carefree when he asked:
– What can I do for you, gentlemen? As far as I could understand, it is an accident of some kind. Please understand that I, or rather the companies I control, have more than twenty cars on the road. Can you tell me which vehicle it is?

One of the men took a notepad out of his pocket and leafed through it.

– Are you or one of the companies that you control, perhaps the owner of a dark blue Peugeot Boxer with the license plate 124RDQ69, Mr. Sarkov? he asked.

Neither the number nor the description of the car rang a bell with Sarkov, so he was a little calmer when he replied:

– It is quite possible. I don’t want to deny it. But since you came to me, I assume that the owner has already been determined. What has happened?

Without answering the question, the man continued:

– Would you please tell us who drove this car last night?

– Yes, of course, replied Sarkov. He got up with difficulty, went to his desk and pressed the button on an intercom. His secretary replied immediately:

– Yes, Mr. Sarkov?

– Clarisse, could you please investigate one of our vehicles, he said to her. It is the car with the license plate … He looked over at the man who had asked him the question, who immediately repeated the number. Sarkov passed it on through the intercom and then went back to the two men.

– And what is it all about then? he asked again.

Without answering, the same man asked as before:
– Have you recently had any disagreements with the German police?

– With the German police? Echoed Sarkov clearly confused. No, not at all. What should that be about? Now you really have to tell me what it is about.

At that moment there was a knock on the door and the secretary came in. She signaled to Sarkov.

– Please wait a moment, gentlemen, he said and stood up. I definitely believe that we can clear up this misunderstanding.

He went to the door where the secretary had stopped with a folder in her hands.

– I only found this one folder, Mr. Sarkov, she whispered.

She handed it to him. and he opened it immediately. When he realized which vehicle it was, he literally felt sick. Damn it, he thought. That was the car he had given the al Qaeda man. What in the world had the guy done? He was about to panic. He had to watch out, keep his composure and think clearly.

– Just a moment, he said to his secretary. He pretended to leaf through the papers. Meanwhile, his brain was working flat out.

– No, not this folder, Clarisse, are there any others? he asked with exaggerated hardness in his voice.

– No, the secretary replied confused. It’s this …

– Well, keep looking. Thank you, that was all right now, he interrupted and pushed her out the door.

He swallowed hard and tried to calm down before turning.

– The papers seem to have been misplaced, he said, and sat down again. But I will make sure that they are found, and I will let you know. Now I will have to break off this conversation because … He looked nervously at his watch. … I have another meeting in a minute. If there was nothing else, then …

On the street in front of the main entrance of the Marseille Business Enterprise and the ANSA Trade Company Ltd the two EATO agents stood and discussed.

– He is hiding something, said one. I think he knows exactly what car we were talking about.

– Yes! And I bet the secretary found the right car, said the other. He was in a hurry to get rid of her. What do we do now? It is the second time that we come back empty-handed.

– We will have to get him down to the office, the first answered. We can’t put more pressure on him at his own office.

– Do you think he would accept an invitation from an anti-terrorist organization that doesn’t exist? the other asked ironically.

– No, but you could possibly persuade him, if you put a gun to his head, the first replied.

The two men had barely left the office when Sarkov asked his secretary to bring the folder back to him.

– But Monsieur Sarkov, I don’t understand all of this, she said.

– Get the folder right now! he growled and slammed the door shut.

What the hell is going on here, he thought as he sat at the desk a few minutes later and went through the folder. He thought of the huge, Arab-looking man who had picked up the car with its deadly cargo the day before. Had he used that thing already? No, this could not be. That would have caused a stir. That would have appeared on the front pages of all newspapers around the world and he hadn’t read anything about it. It had to be something else, but what? The two police officers had spoken of an accident. Of course, if the Arab had been involved in an accident, the police would have noticed his cargo and immediately arrested him. He suddenly realized how stupid it was to buy the car through one of his own companies. Had he gotten completely senile?

But on the other hand, it was also very unusual to be asked to deliver a car to the deal. He had to find out what had happened. It seemed time to collect a favor that a good friend in Bordeaux owed him. He picked up the phone and dialed a number. After waiting a few minutes, he was connected to the person he wanted to speak to.

– Yes! said the voice on the phone.

– Hello, Pierre! Sarkov here, he said in a cheerful tone.

– Sarkov? repeated the voice on the phone, obviously without enthusiasm. André Sarkov? Why the hell are you calling me? This can’t be a good thing.

– But no, Pierre, no, said Sarkov, still in a good mood. I just thought we haven’t heard from each other for a long time. You know old friendship and all that.

– Excuse me, Pierre replied, but my bullshit-meter is going crazy now. What the hell do you want?

– Really, I must say, Sarkov answered. The last time we met, you were quite happy with me. Why this change of heart?

– Don’t make more of it, than it actually was, Pierre replied with contempt in his voice. You just shortened my research. I would have caught the bandits anyway. And you only played along because the trade took place in one of your own warehouses. You could easily have become implicated yourself, right?

– But that wasn’t my motive at all, Sarkov defended himself. You completely forget that I also have children and don’t want this shit to be sold on the street, neither to my children nor to those of other people. But as you say quite correctly, I did shorten your research and that must be worth something, right? Maybe you could do me a very small favor in return now?

– A favor in return! snorted Pierre. Give me a break, I don’t owe you shit. What is it about?

– Well, it’s nothing special, replied Sarkov. The thing is that one of our company cars appears to be involved in an accident. There were two police officers in my office who asked me a lot of questions without telling me what it was about. It would be easy for you to check on the computer, what actually happened there. After that, you’ll never hear a word from me again. What do you say? That’s not too much to ask, is it?

– Hmm, Pierre grunted. If it can make you disappear from my life forever, it’s worth it. What number can I reach you on?

Sarkov gave him his direct phone number and Pierre promised to answer as soon as possible.

Copenhagen Airport, 5 p.m.

Lisbeth stopped at the guard office and got out of the car. It was already dark, and she was shivering from the cold. The pictures of Tom lying on the floor kept badgering her, but she was determined not to let on about it. She didn’t think Tom would take her forebodings seriously. The guard immediately found her name on a list, and a moment later she was back in the car heading for the hangar. There she parked the car between the gray buses and got out. Her small car appeared tiny next to the two large vehicles. The door to one of the buses opened and Rolf waved to her. She waved back and walked towards him.

– Come in and have a seat, he said. Tom made coffee, but you drink it at your own risk. Gosh, it’s strong!

Lisbeth noticed that they were in the mobile command center. It was apparently not ready for use yet, but at least it was comfortable. She took off her jacket and sat on a chair. A row of coffee cups and a glass flask containing a pitch-black substance stood on a table. She assumed that was the coffee that Tom had made. She decided against the coffee.

– How did it go at the police? Rolf asked and sat opposite of her.

She noticed that he didn’t seem to be drinking the substance either.

– As expected, she replied. She told him the main details of her conversation with Antonsen.

– We can definitely count on his full support, she concluded.

The door opened and Tom stamped into the bus.

– Lisbeth! he called with a big smile. Nice that you are here!
Turning to Rolf, he continued:
– I organized the tour that the talking suit promised us, he said. We will be picked up in about half an hour. He will show us all the entrances, back entrances, loopholes, and foxholes this place has. The airport is much bigger than I thought.

– Excellent, Tom, said Rolf. Until then, I would like to bring Lisbeth up to date.
To her, he continued:
– A lot has happened since you left Hamburg yesterday afternoon. Prick up your ears! He told her briefly and precisely about the extortion of one from the IT staff and the information Yemi had given them. He also spoke about the text message they had received on their way to Puttgarden. When he was done, Lisbeth frowned.

– Yes, that can only be described as unsettling, she said thoughtfully. But soberly speaking, we can at least conclude that we are now in the right place with almost 100 percent certainty. That can only be to our advantage.

There was a knock on the door and a man in a battle suit poked his head in.
– There’s a man from the airport, sir, he said to Tom.

– Good, said Tom, nodding to the head in the door. This has to be about the guided tour. Tell him we’re coming.

The head disappeared and the door was closed again.

– Are we ready? asked Tom. Rolf nodded and Lisbeth spread her arms.

– More ready than now I’ll never be.

Puttgarden ferry terminal, 5:10 p.m.

The green light above the lane came on, and the only three vans, that were waiting in line, started to drive on board the ferry “Prinzesse Benedikte”. The last one was a dark blue Peugeot boxer with a French number plate.
A few minutes later, Wahil was sitting back in the vans hold, studying some of the maps and hand-drawn instructions he’d received at the Al Qaeda House in Kabul. His problem was not so much to find the way, but to decipher the foreign city names. The route to the Danish capital was apparently not that complicated. All he had to do was follow the highway. There would be plenty of signposts along the way according to the description. The Danes called their capital K-ø-b-e-n-h-a-v-n. He had no idea how to pronounce it, but he didn’t really care. He should drive in the direction of this city for a long time. He was not interested in anything else.

When he approached the capital, signs for the airport and neighboring Sweden should come as described. He had to be careful that he left the highway at the last exit before the tunnel that led to the neighboring country. He found it difficult to imagine a tunnel leading to another country, but on the other hand, it wasn’t of any importance to him. He looked at the drawings of the airport site for the first time and memorized all the details and markings. A key was taped to one of the drawings. He ran his finger over it but didn’t remove it. Suddenly he was seized with impatience and fought the urge to open the box and start assembling the device. But it was important that the transportation lock wasn’t broken before the very last moment. In addition, the thing had to be programmed before it became dangerous. But inside his head he went through all the steps he was supposed to take in less than 24 hours. Suddenly a distorted voice came over the loudspeaker. Even though he didn’t understand a word, he knew the trip was over. Now all he needed was confirmation that there would be no control at the border. Less than ten minutes later, the Peugeot was on the highway towards the capital and the airport.

Marseille, 5:35 p.m.

– I don’t know what the hell you’ve got your fingers in, Sarkov, said Pierre’s voice on the line. The car is being investigated in connection with a murder case north of Lyon.

– A murder case? Sarkov repeated with obvious astonishment in his voice. Murder of whom?

– A German, a German police officer even, said Pierre.

Sarkov was completely disoriented. What was that supposed to mean?

– A police officer? he repeated in astonishment. But why would one of my cars get involved in something like that? Are there more details? Why did the two policemen want to talk to me?

– One thing at a time, said Pierre. I don’t know why they are looking for your car, but the research note says the driver is a big, violent man. The description probably doesn’t quite apply to you. But what might interest you more is that the police in Marseille were only instructed a few hours ago to find the owner of the vehicle. They’re planning to drop by your office tomorrow morning.
Pierre laughed maliciously and continued:
– So whoever came to see you, was definitely not the police. If you want to hear my honest opinion, you’re really in deep shit!

Pierre hung up and Sarkov sat and stared straight ahead with the phone in his hand. What the hell did all this mean? If the two men weren’t from the police, who were they? And what did that have to do with the murder of a police officer? A German one. According to the driver’s description, the Arab must have killed him. But why had he done that? The German police couldn’t have bothered him in Lyon, could they?

Suddenly he thought: Maybe the two men were agents of some sort? Maybe they were French Secret Intelligent Agents. It could be that they were on the trail of one of the gun trades that he had done with one of the ruthless extremists, who were now in his customer database. Or they were after the huge Arab and maybe already knew what kind of cargo he was traveling with. He had to get hold of his contact with Al Qaeda. He had to warn them. If they were stopped before they could carry out their plan, they might take it out on him. Or am I suffering from paranoia now? he thought. He started to sweat all over. He would definitely call them from home tonight. He didn’t feel safe enough here at the office. He checked his watch. It was almost six. It would take at least a couple of hours before he could leave. He had to take the time difference into account. The next gun shipment from a Texas supplier was supposed to go ahead and he had to prepare all the paperwork. If there were any suspicions of his American suppliers, they would quarter him. Well, all in good time, he thought, and picked up the phone. A moment later, he was talking to one of his best suppliers.

Copenhagen, 6:05 p.m.

A white Toyota Hiace van was parked on a side street to Jagtvej, opposite the cemetery. „Parcel service“ was written in large letters on the sides of the car, but without an address or telephone number. The car had been there for a few days, but it didn’t bother anyone. Few had noticed it at all. A dark blue BMW 320i with a German license plate stopped next to the van. A man got out. He took a bunch of keys from his pocket, unlocked the van, and got in. A moment later, both vehicles were gone.

– How far is it from here? Akhmahel asked, trying not to lose sight of the white van in front of them. The four men hadn’t exchanged many words on the trip from Rødby to Copenhagen. They had all been lost in their own thoughts.

– About half an hour, said Mohammad. And even if we lose Faroukh, that’s not a problem. I know the route as well as my father’s vegetable garden. They turned left from Jagtvej into Ågade and continued straight for a while. They passed the town hall square and drove over a bridge. They turned left at Stadsgraven and crossed Christmas Møllers Plads. Then they drove on Vermlandsgade, Uplandsgade and Prags Boulevard and turned right onto Amager Strandvej. After about 15 minutes they were at the airport.

Akhmahel felt his heart beating faster. So this is what it looks like here, he thought. He didn’t know what he had been expecting, but the layout looked more modern and tidier than he had imagined. They drove slowly on the coastal road around the airport. At one point they were suddenly right under an airplane that flew in from Øresund. Shortly thereafter, they passed the southern guard portal and turned left.

A little further down the road, they came to one of the finer residential areas of Dragør. Faroukh stopped the van, got out and went back to the BMW. Akhmahel stopped right behind him and lowered the window.

– It’s the third house on the right, said Faroukh, pointing to a beech hedge a little further away.
There were no people on the street. Akhmahel looked at his watch; it was 6:35 p.m. It had taken half an hour to drive here, just as Mohammed had said.
– And you think he’s gone now? he asked. When is he coming back?

– Yes, he is not there now, said Faroukh and was visibly nervous. But he has an hour lunch break at eight and is home ten or fifteen minutes later. Don’t worry, he will come!

Akhmahel didn’t answer immediately, but looked at the hedge as if he expected it to talk to him. Then he turned back to Faroukh.

– Well, then let’s get going, he said. Everyone knows what to do, right?

– Yes, it sounded almost unanimously from the three men.

Akhmahel and Mohammad got out of the car and went to the beech hedge. Faroukh went to the van and opened the door to the hold. Despite the poor interior lighting, you could see that the van wasn’t empty. At the front end of the loading area, properly secured, was a black Suzuki motorcycle with a Danish license plate. A large sports bag could be seen on the floor at the far end. From this, Faroukh took a green jacket and a green baseball cap. He put them on, then took an A4-sized package out of the bag. With the package under his arm, he went back to the driver’s cab and got in. Now he was just waiting for a signal. Sadou got in next to him. Akhmahel and Mohammad had reached the beech hedge and followed it up to the entrance to the house. They stopped and looked around. There was still no one on the street. Shortly afterwards they were on the other side of the hedge.
The house was an ordinary Danish model house: an enlarged shoe box with a driveway that ran along one side of the house and ended in a carport. The garden had been laid out many years ago so that the two men could easily hide behind the trees and bushes as they carefully sneaked up on the back. The high hedges protected the house and the windows from prying eyes from the street. Lights were on in several rooms, but the curtains were not drawn. The two men sat behind a bush from where they could see directly into the living room. They saw two children running around a table. A moment later, a young woman came quickly into the room and seemed to be saying something to them. She grabbed one of the children as it ran past her. Akhmahel signaled to Mohammad. The latter immediately rushed onto the street and beckoned to the other two men. Faroukh started the van engine as soon as he saw Mohammad and drove off. He pulled into the driveway of the house and drove so far in that the car could be seen through the glass of the front door. He switched off the engine and opened the door. Then he took the package, got out of the car and went to the front door. „Family Berg“ stood on a brass plate on the right door. He put on a big smile and rang the doorbell.

(To be continued)

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

2 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Flughafen Kopenhagen/ Marseille/ Fährhafen Puttgarden … The man from Tehran, Airport Kopenhagen/ Marseille/ ferryport Puttgarden“

  1. Ich habe gerade die neueste Folge gelesen. Nun kenne ich den Ablauf mittlerweile so gut, dass ich genau weiss, wenn du den Faden der Geschichte abbrichst. Ich bin wieder mal sehr gespannt, wie der spannende Roman deines Mannes weitergeht. Hab noch ein erholsames Wochenende, Birgit!

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