Fotos des Monats, Juni 2020 / Photos of the month, June 2020

Zuerst der tolle Rhododendrongarten in Viborg, der „Burggraben“.

… First the beautiful rhododendron garden in Viborg, the „burgrave“.

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Dieses gut gepflegte Holzboot konnte ich natürlich auch nicht unfotografiert lassen … 😉

… This well-tended wooden boat, I could not leave unphotographed either … 😉

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Letztes Jahr hatte ich schneeweissen Mohn, der sich ein wenig ausgesät hat. Eines der Kinder hat diese aparte Färbung.

… Last year, I had snowy white poppies, which sowed itself a bit. One of the offspring has this delicate colouring.

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Ein neuer und leider sehr gefrässiger Gast, der seine ganze Familie mitgebracht hat.

… A new and unfortunately very voracious guest, who had brought his entire family.

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Meine absolute Lieblingsakelei. Zum einen ist die Farbe ungewöhlich, zum anderen ist sie die einzige in meinem Garten mit diesen sehr langen Schweifen. Sehen die Blüten nicht aus wie schwebende Elfen?

… My absolute favourite of the columbines. On the one hand the colour is unusual, on the other hand it is the only one in my garden with these very long tails. Don’t the flowers look like hovering elves?

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Ich wünsche euch allen einen angenehmen Juli!

… I wish you all a pleasant month of July!

Rumi und Liebe … Rumi and Love

Meeting_of_Jalal_al-Din_Rumi_and_Molla_Shams_al-Din blog

[Teil einer Miniatur aus dem Topkapi Palast Museum (Istanbul, Türkei). Auf dem Bild ist das erste Treffen zwischen Rumi und Shams von Tabriz dargestellt (Die vierzig Regeln der Liebe).

… Part of a miniature from the Topkapi Palace Museum (Istanbul, Turkey). The picture shows the first meeting between Rumi and Shams of Tabriz (The forty rules of love).

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„Niemals sucht in Wahrheit der Liebende, ohne von dem Geliebten gesucht zu werden. Wenn das Licht der Liebe in dieses Herz gesenkt wurde, muss man wissen, dass es auch in jenes Herz gesenkt wurde. Wenn die Liebe zu Gott in deinem Herzen wächst, hat auch Gott zweifellos Liebe zu dir. Kein Händeklatschen stammt allein von einer Hand.“

„Die Liebenden finden sich nicht irgendwo am Ende. Sie lebten, der eine in dem anderen, von Anfang an.“

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… „In reality, the lover never searches without being searched by the loved one. When the light of love has been lowered into this heart, then one must know that it also has been lowered into that heart. If the love of God grows within your heart, God without any doubt also has love for you. Clapping always requires two hands.“

„The lovers don’t find each other somewhere at the end. They have lived one inside the other from the beginning.“

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Und damit wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag!

… And thus I wish you all a pleasant Sunday!

Der Mann aus Teheran, Kopenhagen/ Marseille … The man from Tehran, Copenhagen/Marseille

Da habe ich letzte Nacht einen leeren Beitrag veröffentlicht, die Schablone für den nächsten Abschnitt, tut mir leid!

… Seems like I have published an empty post last night, the template for the next part, sorry!

 

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Donnerstag, 9. Februar 2006

Flughafen Kopenhagen, 20.05 Uhr

Wahil studierte eine Zeichnung. Es war einfach zum Flughafen zu finden, und nun hielt er an einem Kreisverkehr, der anscheinend zum Flughafengebiet gehörte. Die Zeichnung zeigte, dass es einen McDonalds und eine Tankstelle an einer der ‚Ecken‘ des Kreisverkehrs geben sollte. Beide sollten sich in demselben runden Gebäude befinden und die Tankstelle sollte „Statoil“ heißen. Die meisten Namen machten ihm Mühe, aber er war nicht so weit gekommen, nur um wegen einiger seltsamer Namen aufzugeben. Er nahm die Küstenstraße und fuhr langsam in Richtung Süden. Zu seiner großen Erleichterung war die Straße nicht abgesperrt, wie sie es angeblich gewesen war, als der Inbegriff des Bösen, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Dänemark besucht hatte. Das vereinfachte seine Arbeit erheblich. Ein Flugzeug kam brüllend über seinen Kopf geflogen und landete sicher ein paar hundert Meter weiter nach rechts, hinter einem Drahtzaun.
Er hielt den Wagen an und folgte dem Flugzeug mit seinen Augen. Er lächelte grotesk vor sich hin und nickte in der Dunkelheit mit dem Kopf. Man hatte eine gute Übersicht von hier, eine sehr gute sogar. Kurz danach fand er, was er suchte. „SAS Component“ stand auf einem Schild. Das Schild war an der Einfahrt zu einem großen unregelmäßigen Gebäude angebracht. Davor befand sich ein großer Parkplatz. Die meisten Plätze waren leer und die wenigen Autos, die jetzt dort parkten, standen auf den Plätzen am dichtesten zum Gebäude. Es gab zwei Einfahrten zum Parkplatz und er merkte sich ihre Lage. Er fühlte, wie die gleiche Begeisterung, die er nach dem Mord in Lyon gefühlt hatte, anfing Besitz von ihm zu ergreifen. Bald, dachte er, sehr bald.
Von der Küstenstraße aus konnte er alles sehen, was er brauchte, und er fuhr weiter in Richtung Süden. Die Straße wurde schmaler, und kurz danach kam er an einem Schild vorbei, auf dem „Sydvagten“ stand. Er bog nach links ab und dann nach rechts in einen Parkplatz. Er wendete den Wagen und begann zurückzufahren. Er war mit dem, was er gesehen hatte, zufrieden. Vorläufig hatte er hier nichts mehr zu tun. Er fuhr zurück zum Kreisverkehr und folgte von dort seiner Zeichnung bis zu einer Straße, die „Amager Strandvej“ hieß. Dort bog er nach rechts ab, zu einem modernen Yachthafen. Hier fand er nach einigem Suchen ein kleines schwarzes Motorrad der Marke Suzuki mit dänischem Kennzeichen. Das Motorrad markierte die Stelle, wo er sich bis zum nächsten Tag, wenn er wieder zum Flughafen fahren würde, aufhalten sollte.
Er stieg aus dem Auto und ging nach hinten, wo er die hinteren Türen des Wagens öffnete. Er packte das schwere Motorrad und schwang es mühelos in den Frachtraum vor die Kiste. Der Schlüssel für das Motorrad hing immer noch an einer der Zeichnungen. Die nächsten Stunden würden schlimm für ihn werden, denn er konnte nichts tun als warten. Sein Temperament war nicht für lange Pausen mit Müßiggang geeignet, aber er hatte keine andere Wahl. Im gleichen Moment radelte ein Mann auf das Hafengelände und lehnte sein Fahrrad gegen eines der Gebäude. Wahil folgte ihm gedankenverloren mit den Augen. Der Mann betrachtete den dunkelblauen Peugeot einen Moment lang, verschwand dann aber in eines der Gebäude. Wahil schätzte ihn als harmlos ein, legte die Füße auf den Beifahrersitz und versuchte zur Ruhe zu kommen.

Flughafen Kopenhagen, 21.10 Uhr

John Williams schloss die Tür zu seinem Hotelzimmer auf. Er hatte beschlossen, sich im komfortablen Hilton Hotel, direkt auf dem Flughafengelände, einzumieten. Er war aus dem Hotel-Restaurant gekommen und war auf dem Weg zum Aufzug gewesen, als einer der Rezeptionsmitarbeiter ihn abfing und ihm mitteilte, dass eine wichtige Nachricht für ihn gekommen war. Die Nachricht war kurz und bündig: Ruf mich an, umgehend! J. Lemming. Was in aller Welt will Lemming denn jetzt, dachte er verärgert! Lemming wusste doch, dass er mit den Vorbereitungen für die morgige Aktion beschäftigt war. Aber es blieb ihm nichts anderes übrig. Wenn Lemming sagte „umgehend anrufen“, so rief man umgehend an. Er öffnete die Tasche mit seinem SatellitenTelefon und rief Lemmings direkte Telefonnummer an. Lemming meldete sich selbst.
– Ja! bellte er kurzangebunden.
– John hier. Da war eine Nachricht für mich im Hotel, sagte Williams, unfähig, seinen Ärger zu verbergen.
– John! Da bist du ja, sagte Lemming mit seinem schleppenden Dialekt. Warte einen Moment, ich muss die Tür zumachen. Nach einer kurzen Pause hörte er Lemmings Stimme wieder am Telefon.
– Was zum Teufel hast du angestellt, John? war das erste, was er sagte.
– Angestellt? wiederholte Williams verblüfft. Was in aller Welt meinst du?
– Ich will dir verdammt nochmal sagen, was ich meine, sagte Lemming. Die neue Fachabteilung des H.R. 3162 ist deinem Arsch auf der Fährte. Williams war total verwirrt. Was fantasierte der Mann sich zurecht?
– Was? fragte er, bevor Lemming fortsetzte.
– Ich weiß nicht, was genau los ist und ich habe eigentlich auch gar keine Lust etwas darüber zu hören, aber ich kann dir so viel sagen, dass es sich um ein pissegefährliches Gift handelt, das du von einer unserer so ungemein geheimen Anlagen entfernt hast. Aber was auch immer es ist, das du in die Hände bekommen hast, bist du so unvorsichtig gewesen, es in der wirklichen Welt anzuwenden. Siehst du, irgend ein verdammter Iraner ist gestorben, und zwar unter so verdammt seltsamen Umständen, dass man die Todesursache auf das Gift zurückführen konnte und von dort zur Produktionsanlage und schließlich zurück zu deinem Arsch, wo der Weg blind endet. Kapiert? Williams fühlte ein Kribbeln unter den Achseln. Wie in alles auf der Welt war man ihm auf die Spur gekommen? Aus einem Reflex heraus fühlte er in seiner Hosentasche nach. Die Schachtel mit dem Ring war, wo sie sein sollte. Er beschloss, so zu tun, als ob er von nichts wüsste.
– Ich bin völlig verwirrt hier, Jack, antwortete er. Ich habe keine Ahnung, wovon du redest, warum sollte ich … Lemming unterbrach ihn und sagte:
– Ehrlich gesagt, John, ich weiß nicht, wie dumm du glaubst, dass wir alle sind, aber die Sache ist die, dass ich ganz einfach nichts mehr über diese Angelegenheit hören will. Ich habe dir ein wenig Zeit gekauft. Genügend Zeit, um zu Ende zu bringen, was du da drüben in Prinz- und Prinzessinland zu tun gedenkst. Innerhalb von weniger als einer Woche ab heute, musst du damit rechnen, für diese Scheiße zur Rechenschaft zu stehen, verstehst du was ich sage? Also mein Rat an dich, John, ist, dass du einen ganzen Sack voll Erfolg und positiver PR mit zurückbringst, ist das klar? Sorg dafür, dass es gelingt, hörst du? Sieh zu, dass du diese Bastarde erwischt, und zwar umgehend. Lass die Presse einen Haufen gestochen scharfe Bilder von ihnen machen und sie zum krönenden Abschluss nach Guantánamo fliegen, falls sie noch atmen können. Ist das alles vollständig sonnenklar?
– Aber, das ist alles ein Missverständnis, versuchte Williams einzulenken.
– Ist das alles vollständig sonnenklar, John? wiederholte Lemming in einem Ton, der keinen Zweifel darüber ließ, welche Antwort die Klügste wäre.
– Ja, es ist alles vollkommen klar, sagte Williams.
– Gut, John, gut, sagte Lemming in einem ziemlich herablassenden Ton. Nur noch Eines: gute Jagd morgen, mein Alter. Lemming legte auf, bevor Williams beantworten konnte.

Williams war ausnahmsweise erschüttert. Wie zum Teufel war man ihm auf die Schliche gekommen? Er ging im Kopf die Nachforschungsmöglichkeiten durch, die es gab. Ein gestorbener Iraner, hatte Lemming gesagt. Das war Seyed Mossadegh. Wenn man seinen Tod als ungewöhnlich angesehen hatte, war er vermutlich obduziert worden, und wer weiß, was man gefunden hatte. Aber wie brachte das ihn ins Bild? Natürlich konnte man herausfinden, dass er an dem Tag in Teheran gewesen war, aber wie hatte man die Verbindung zwischen ihm und dem Mord gemacht? Es musste irgendetwas geben, was den Mord mit dem Nervengift verband. Stünde die Aktion am Flughafen nicht bevor, würde er seine eigenen Untersuchungen veranlassen, aber im Moment hatte er einfach keine Zeit dazu. Lemming hatte in einem Punkt recht: Es war wichtig, dass die bevorstehende Aktion so ausfiel, dass er als Nationalheld daraus hervorging. Also musste er sich auf die Aufgabe konzentrieren und alle Störungen von außen ignorieren! Er schaute auf die Uhr. Es war 21.30 Uhr. In einer halben Stunde hatte er bereits ein Treffen mit seinen eigenen Agenten. Er wusste, dass er vorsichtig sein musste, und dass er gezwungen sein würde, mit EATO zusammenzuarbeiten, aber er war fest entschlossen nicht zuzulassen, dass sie seinen großen Tag ruinierten. Nein, morgen war einzig und allein sein Tag.

Kopenhagen, 21.20 Uhr

Lisbeth bog in den Hans-Christian-Andersen-Boulevard ein, Richtung stadtauswärts. Es gab wenig Verkehr und sie erwartete, in 15 oder 20 Minuten zu Hause zu sein. Sie wählte eine Nummer auf dem Telefon und wartete. Das Telefon klingelte ein paar Mal, bevor es abgenommen wurde und eine weibliche Stimme antwortete:
– Antonsen. Es war keine junge Stimme, daher nahm Lisbeth an, dass es sich um Preben Antons Frau handelte.
– Guten Abend, mein Name ist Lisbeth Hasselbeck, sagte sie. Ich möchte mich für die späte Störung entschuldigen, aber ich rufe dienstlich an. Könnte ich mit Preben Antonsen sprechen?
– Einen Moment, antwortete die Stimme.

Antonsen nahm den Hörer fast sofort. Lisbeth vermutete daher, dass er mitgehört hatte.
– Lisbeth! klang seine freundliche Stimme. Was kann ich für dich tun? Sie berichtete, worüber Rolf und sie im Restaurant gesprochen hatten.
– Ich verstehe. Das war ein guter Gedanke, antwortete er. Ich werde sofort jemanden damit beauftragen. Wir können genauso gut die Leute benutzen, die bereits im Dienst sind. Ich melde mich, wenn ich etwas Konkretes habe. Lisbeth beendete das Gespräch. In dieser Hinsicht konnte jetzt nicht noch mehr getan werden. Die Polizei konnte es unmöglich schaffen, alle Mitarbeiter des Flughafens zu befragen. Sie hoffte, dass es die richtige Entscheidung war, sich auf die Torwächter zu konzentrieren. Zehn Minuten später parkte sie ihren Wagen vor ihrem Reihenhaus in Vanløse. Alle möglichen Bildern und Vorahnungen drängten sich in ihrem Kopf. Sie konnte es nicht ertragen, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Es würde sie vollständig verrückt machen.

Marseille, 21.30 Uhr

Sarkov legte den Telefonhörer auf und war zufrieden. Er hatte sich gerade eine große Sendung von fünftausend Landminen, hundert Raketen, tausend Sturmgewehren und einigen Ersatzteilen verschiedener Art gesichert. Es würde alles innerhalb einer Woche mit dem Schiff nach Marseille verfrachtet und von dort ungeöffnet an die Endabnehmer weiterverschifft werden, die sich ihrerseits an einem ganz anderen Ort befanden. Er nahm den Hörer fast sofort wieder in die Hand und rief den Torwächter an. Er bat ihn, in zehn Minuten den Chauffeur mit dem Auto zum Haupteingang zu bestellen. Jetzt musste er zusehen, dass er nach Hause kam und die Angelegenheit mit dem großen Araber in Ordnung brachte. Das Problem war jetzt wieder Nummer Eins auf seiner Liste. Er verfluchte sich selber wegen seiner Nachlässigkeit. Nun, was passiert ist, ist passiert. Aber das Meiste ließ sich mit ein wenig Einfallsreichtum wieder geradebiegen. Er musste versuchen, seine Al-Qaida-Verbindung zu fassen zu bekommen.

– Ist das nicht Sarkovs Mercedes? fragte einer der beiden Männer, die in einem dunklen Citroen C5 gegenüber Sarkovs Geschäftsadresse saßen. Ein großer, silberfarbener Mercedes 600 SLE war gerade vor dem Haupteingang vorgefahren. Der zweite Mann nahm einen Notizblock aus der Tasche und verglich das Kennzeichen des Mercedes mit einem, das er sich zuvor notiert hatte.
– Ja, es ist er, sagte er. Dann fährt er vielleicht endlich nach Hause, das war auch an der Zeit. Fünf Minuten später erkannten sie Sarkovs korpulente Figur, die mühsam auf den Rücksitz des großen Luxus-Autos kletterte. Das Auto startete sofort und die beiden EATO-Agenten folgten in diskretem Abstand.
– Er fährt in Richtung nach Hause, sagte einer der Männer. Sollen wir das Risiko eingehen und uns darauf verlassen, dass er es tut?
– Ja, wir können ihn hier sowieso nicht schnappen, antwortete der andere. Wir haben keine Möglichkeit, in den Mercedes reinzukommen, es sei denn, er öffnet eine Tür oder ein Fenster. Halt dich fest. Er trat auf das Gaspedal und überholte einen Augenblick später Sarkov. Sie fuhren mit hoher Geschwindigkeit in Richtung des mondänen Wohnviertels außerhalb der Stadt, zu Sarkovs Privatadresse.

Jetzt  geht es darum, das Richtige zu meinem Al-Qaida Kontakt zu sagen, dachte Sarkov. Es durfte sich nicht so anhören, als ob er besorgt war oder als ob er einen Fehler gemacht hätte. Das war es im Grunde ja auch nicht, dachte er. Er konnte schließlich nichts dafür, dass der große Araber rumlief und hier in Frankreich Ausländer abservierte. Vielleicht bin ich paranoid, dachte er, aber das konnte man auch leicht werden, wenn man mit diesen Leuten zu tun hatte. Ein dunkler Citroen C5 überholte sie mit großer Geschwindigkeit, aber Sarkov bemerkte nicht, wer darin saß. Wahrscheinlich nur junge Leute, die auf sich aufmerksam machen wollen, dachte er. Wo ist die Polizei, wenn man sie wirklich einmal braucht?

Einige Minuten später bog Sarkovs Limousine in die Straße ein, wo er wohnte. Der Fahrer manövrierte das Auto an die linke Seite der Einfahrt und blieb neben der Metall-Box stehen, genau dort, wo die beiden EATO-Agenten in den frühen Morgenstunden gestanden hatten, und zog eine Magnetkarte durch den eingebauten Kartenleser. Das große Tor öffnete sich langsam mit einem klagenden Quietschen und das Auto fuhr auf das weitläufige Gelände. Fast umgehend begann das Tor sich hinter dem Auto wieder zu schließen, im gleichen Tempo und mit einem ebenso schrecklichem Lärm. Ungefähr zehn Meter hinter dem Tor, teilte sich die Einfahrt. Rechts war für Fahrzeuge, die ankamen, und links war für die, die wegfuhren. Der große Mercedes bog nach rechts ein, und das Tor verschwand aus dem Sichtbereich des Fahrers. Weder er noch Sarkov sahen daher die beiden Männer, die durch das Tor schlüpften, gerade noch rechtzeitig bevor es wieder zuknallte. Nur hundert Meter weiter hielt das Auto vor dem Eingang der großen Villa und Sarkov stieg aus. Der Fahrer fuhr gleich weiter zu den Garagen auf der linken Seite des Hauses. Die beiden Männer waren in vollem Galopp über das Gelände gelaufen und hatten sich auf den Rasen hinter einen Busch geworfen, gerade in dem Moment als Sarkov abgesetzt wurde. Beide Agenten waren atemlos nach dem schnellen Laufen, aber sie waren jetzt weniger als dreißig Meter vom Haus entfernt. Das Auto fuhr weiter in Richtung Garage.
– Du nimmst die Garage, ich nehme Sarkov, sagte der eine.
– Bin auf dem Weg! antwortete der andere und rannte sofort in die Richtung, in die das Auto gefahren war.

Sarkov watschelte wie eine fette Gans die breite Steintreppe zur Haustür hinauf. Er stellte seinen Aktenkoffer auf den Boden und öffnete eine Metallklappe auf der linken Seite der Tür. Ein rotes Licht kam zum Vorschein. Sarkov tippte einen Code auf der integrierten Tastatur. Das rote Licht erlosch, und eine grüne Lampe leuchtete stattdessen auf. Er steckte einen Schlüssel in die Tür, schloss auf und beugte sich zu seinem Aktenkoffer hinunter.
– Monsieur Sarkov! sagte eine laute Stimme plötzlich hinter ihm. Das kam so unerwartet, dass es einige Sekunden dauerte, bevor Sarkov reagierte. Er drehte sich um mit seinem Koffer in der Hand und einem verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht. Ein Mann in dunkler Kleidung kam die Treppe hinauf. Er kam ihm bekannt vor, aber es dauerte einige Sekunden, bis Sarkov ihn erkannte. Sarkov griff in seine Jacke nach seiner Waffe, aber der Mann zog mit erstaunlicher Geschwindigkeit seine eigene Pistole und richtete sie direkt auf Sarkov.
– Ich würde das an Ihrer Stelle nicht tun, Monsieur Sarkov, sagte er in einem harten Ton. Sie würden nur zu Schaden kommen.
– Wer sind Sie? fragte Sarkov mit zitternder Stimme. Was wollt ihr von mir? Ihr seid nicht von der Polizei, das weiß ich.
– Die Polizei? wiederholte der Mann. Wer hat was von Polizei gesagt? Jedenfalls keiner von uns. Der Mann grinste und fuhr fort:
– Was wir wollen? Nun, wir wollen wirklich nur ein kleines Gespräch mit Ihnen führen, Monsieur Sarkov, und dieses Mal ein, sagen wir mal… Er hielt inne, so als ob er nach den richtigen Worten suchen musste.
– … tiefer gehendes Gespräch, wenn Sie verstehen, was ich meine.
– Ich habe nichts mit Ihnen zu bereden, sagte Sarkov halbwegs in Panik. Wer zum Teufel waren diese Männer? dachte er.
– Ich fürchte, Sie haben keine andere Wahl, sagte der Mann. Leider muss ich Sie bitten, mit uns in die Stadt zurückzukommen.
– Und wenn ich mich weigere? versuchte Sarkov. Der Mann richtete seine Pistole auf einen Punkt ein paar Zentimeter rechts von Sarkovs Kopf und drückte ab. Es war ein durch einen Schalldämpfer abgeschwächter Schuss zu hören und ein Projektil bohrte sich in den Türrahmen hinter Sarkov. Sarkov war sicher, dass er den Luftdruck von dem Projektil gefühlt hatte.
– Entschuldigung, ich habe nicht richtig zugehört, sagte der Mann sarkastisch. Haben Sie etwas gesagt, Monsieur Sarkov? Sarkov stand wie vom Blitz getroffen. Er hatte jetzt Angst, große Angst, aber sein Gehirn versorgte ihn trotzdem mit einer neuen Idee.
– Mein Chauffeur und Leibwächter kann jeden Moment kommen, versuchte er verzweifelt.
– Damit würde ich an Ihrer Stelle nicht rechnen, Monsieur Sarkov, sagte eine neue Stimme.

Sarkov wandte sich mit einem Ruck in die Richtung der neuen Stimme. Der andere Mann vom Nachmittag kam auf die Treppe zu.
– Ihr Fahrer ist im Moment ausreichend beschäftigt. Es gibt anscheinend niemanden, der Ihnen jetzt zu Hilfe kommen kann, Monsieur Sarkov. Trotz der kühlen Abendluft begann Sarkov am ganzen Körper zu schwitzen. Wenn er nur wüsste, wer zum Teufel die beiden Scheißkerle waren. Der zweite Mann ging die Treppe hinauf zu Sarkov, packte ihn am Arm und zog eine Pistole aus der Innentasche seiner Jacke.
– Kommen Sie, Monsieur Sarkov, lassen Sie uns nicht hier stehen und frieren, sagte er und zog ihn mit sich fort. Sarkov leistete keinen Widerstand.

Amager (östlichster Teil von Kopenhagen), 21.55 Uhr

Das Taxi hielt vor dem Haupteingang des Radisson SAS Scandinavia Hotel am Amager Boulevard. Rolf bezahlte den Fahrer und stieg aus. Das Hotel lag in der Nähe des Flughafens und hatte angeblich guten Komfort. Er bemerkte plötzlich, wie müde er war. Es hatte ja nicht zu mehr als einem sehr kurzen Nickerchen im Büro in Hamburg gereicht, bevor Tom und er sich hierher in die dänische Hauptstadt aufgemacht hatten. Er hatte wirklich Nachholbedarf. Alles verlief reibungslos an der Rezeption. Der Koffer wurde in sein Zimmer gebracht, und er bestellte einen Weckruf für 06.00 Uhr am nächsten Morgen. Der Nachtportier wünschte ihm eine gute Nacht.

Flughafen Kopenhagen, 22.00 Uhr

Williams betrat den großen Konferenzraum des Hotels, den er bereits früher am Tag reserviert hatte. Sechzehn Agenten waren bereits anwesend, zehn Männer und sechs Frauen. Der Raum maß etwa 25 Quadratmeter, war etwa fünf Meter lang und entsprechend breit, und man hatte Tische und Stühlen für fünfundzwanzig Personen bereitgestellt. Die meisten der Anwesenden hatten bereits einen Platz gefunden, sprachen aber kaum miteinander. Einer der Männer ging mit einem Gerät durch den Raum, das er mit einer rhythmischen Bewegung über Wände und Decke gleiten ließ. Nicht einen Zentimeter ließ er aus. Als er etwas später anscheinend zufrieden war, sagte er zu Williams:
– Nichts zu finden, der Raum ist gesichert. Er fing an, das Gerät zusammenzupacken und Williams wartete, bis er fertig war. Als alle sich eingefunden und gesetzt hatten, stellte Williams sich in die Mitte des Raums.
– O. k.! sagte er mit fester Stimme. Lassen Sie uns anfangen. Alle schauten aufmerksam auf Williams.
– Ich nehme an, dass Sie noch nicht sehr viel über die Aktion morgen wissen, begann er. Aber selbst wenn Sie bereits etwas wissen sollten, ist es gut, es noch einmal zu hören. Mit anderen Worten, ich spreche jetzt und wünsche nicht unterbrochen zu werden. Ich stelle selber ein paar Fragen während meines Vortrags, und ich beantworte sie auch selber. Wenn ich fertig bin, bekommen Sie Gelegenheit, weitere, einfache Fragen zu stellen, aber nicht vorher. Irgendwelche Einwände? Er sah sich im Raum um, aber wie erwartet gab es keine Einwände.
– Die Situation ist folgendermaßen, fuhr er fort. Morgen erwarten wir einen Terrorangriff auf unseren Botschafter aus Stockholm und auf unsere BasketballJungs, die hier in Europa sind, um denen mal zu zeigen, wie das Spiel eigentlich gespielt werden soll. Das Ganze findet hier im Flughafen statt, und zwar in Verbindung mit der Abreise des Botschafters und der Sportler nach Budapest morgen Nachmittag. Die Gesichter der Anwesenden verrieten große Konzentration. Williams hatte ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und fuhr fort:
– Wir sind gemeinsam mit der Europäischen Anti-Terror-Organisation EATO dafür verantwortlich, die Schweine auf frischer Tat zu ertappen. Und übrigens, ich hätte es fast vergessen, aber der dänische Außenminister reist mit demselben Flug nach Budapest. Er ging zum Tisch der am nächsten stand und setzte sich auf die Kante.
– Das waren die wichtigsten Überschriften, fuhr er fort. Jetzt kommt der rhetorische Teil:  ich frage, ich antworte:
– Frage: Wie können wir wissen, dass der Angriff stattfinden wird?
– Antwort: Wir wissen das nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, aber fast. Ich bin jedenfalls nicht im Zweifel.
– Frage: Wie wird der Angriff stattfinden?
– Antwort: Auch das wissen wir nicht, wir können nur raten. Das Wahrscheinlichste scheint zu sein, dass die Terroristen versuchen werden, an die Budapest-Reisenden heranzukommen und auf dem Wege etwas zu versuchen.
– Frage: Steht ein S.W.A.T.-Team zur Verfügung?
– Antwort: Ja, die Europäischen Anti-Terror-Leute kommen mit einem Team speziell ausgebildeter Jungs.
– Frage: Wie reagieren wir auf den Angriff?
– Antwort: Das zumindest wissen wir bis ins kleinste Detail. Wir haben einen Plan. Und es ist wichtig, dass jeder seine Rolle ganz genau kennt. Wir gehen den Plan gleich noch durch.
– Frage: Gibt es besondere Schwierigkeiten?
– Antwort: Ja! Die EATO ist nicht auf derselben Wellenlänge wie wir. Unser Plan, streckt sich sehr viel weiter als der ihrige. Das ist sehr wichtig! Ich habe vor weniger als einer Stunde ein Gespräch mit Lemming geführt, der will, dass wir die Terroristen gefangen nehmen. Er hofft auf Überlebende, die er in Guantánamo einlagern kann. Die Agenda der EATO ist es, den Angriff zu verhindern. Das bedeutet, entweder die Veranstaltung abzusagen oder im schlimmsten Fall, die Banditen zu verscheuchen, bevor sie überhaupt anfangen.
– Frage: Wie können wir zusammenarbeiten, wenn wir verschiedene Ziele haben?
– Antwort: Wir haben in diesem Fall einen Vorteil. Die EATO ist gezwungen, zu unseren Bedingungen zu spielen. Unser Botschafter in Kopenhagen hat den dänischen Außenminister dazu überredet, die ganze Veranstaltung unter voller Pressedeckung durchzuführen, sogar mit der Terrordrohung über seinem Haupt.
– Frage: Wie sieht es mit der persönlichen Sicherheit der Budapest-Reisenden aus?
– Antwort: Dafür sorgt die dänische Polizei, natürlich unter Absprache mit unserem Geheimdienst. Aber wenn man die Größe der Veranstaltung berücksichtigt, wird die größte Last wohl auf den Schultern der Polizisten liegen.  Williams sah zufrieden in die Runde.
– Und nun zum eigentlichen Plan. Ich erwarte, dass alle aufmerksam zuhören, denn unser Erfolg hängt davon ab, dass jeder Einzelne sein Bestes gibt, verstanden?

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The man from Teheran

Thursday, 9 February 2006

Copenhagen airport, 8:05 p.m.

Wahil studied a drawing. It had been easy to find the way to the airport, and now he had stopped near a roundabout that appeared to be part of the airport area. The drawing showed that there should be a McDonalds and a gas station at one of the ‚corners‘ of the roundabout. Both should be in the same round building and the gas station should be called „Statoil“. Most of the names bothered him, but he hadn’t gotten that far just to give up on some strange names. He took the coastal road and drove slowly south. To his great relief, the street was not cordoned off as it was said to have been when the epitome of evil, the President of the United States of America, had visited Denmark. This greatly simplified his work. A plane came roaring overhead and landed safely a few hundred yards to the right, behind a wire fence.

He stopped the car and followed the plane with his eyes. He smiled grotesquely to himself and nodded his head in the dark. He had a good overview from here, a very good overview. Shortly afterwards he found what he was looking for. „SAS Component“ was written on a sign. The sign was mounted on the entrance to a large irregular building. There was a large parking lot in front of it. Most of the spaces were empty and the few cars that were now parked there, were closest to the building. There were two driveways to the parking lot, and he noted their location. He felt how the same enthusiasm that he had felt after the Lyon killing, started to take hold of him. Soon, he thought, very soon.

From the coastal road he could see everything, he needed to see, and he continued south. The road narrowed, and shortly afterwards he came across a sign that read „Sydvagten“. He turned left and then right into a parking lot. He turned the car around and started to drive back.

He was satisfied with what he had seen. For the time being he had nothing to do here. He drove back to the roundabout and from there followed his drawing to a street called „Amager Strandvej“. There he turned right to a modern marina. After some searching, he found a small black Suzuki motorcycle with a Danish license plate. The motorcycle marked the place where he should remain until the next day, when he was going back to the airport.

He got out of the car and went to the back, where he opened the rear doors. He grabbed the heavy motorcycle and swung it effortlessly into the cargo hold in front of the box. The key to the motorcycle was still fixed to one of the drawings. The next few hours would be the worst for him because there was nothing he could do but wait. His temper wasn’t suited for long idle breaks, but he had no choice. At the same moment, a man was cycling into the marina area and leaned his bike against one of the buildings. Wahil followed him with his eyes lost in thought. The man looked at the dark blue Peugeot for a moment, but then disappeared into one of the buildings. Wahil judged him to be harmless, put his feet on the passenger seat and tried to calm down.

Copenhagen Airport, 9:10 p.m.

John Williams unlocked the door to his hotel room. He had decided to stay in the comfortable Hilton Hotel right on the airport area. He had just come out of the hotel restaurant and was on his way to the elevator when one of the receptionists intercepted him and told him there was an important message for him.
The message was short and to the point:
‘Call me immediately! J. Lemming.’
What in the world does Lemming want now, he thought irritated! Lemming knew that he was busy preparing for tomorrow’s action. But Williams had no choice. If Lemming said „call immediately“, you called immediately. He opened the bag with his satellite phone and called Lemming’s direct phone number.
Lemming took the phone himself.
– Yes! he barked curtly.

– John here. There was a message for me at the hotel, Williams said, unable to hide his anger.

– John! There you are, said Lemming with his drawling dialect. Wait a moment, I have to close the door.

After a short pause, he heard Lemming’s voice on the phone again.

– What the hell have you been up to, John? was the first thing he said.

– Been up to? repeated Williams in amazement. What on earth do you mean?

– I’ll god-dam tell you what I mean, said Lemming. The new special department under the H.R. 3162 is on the hunt for your ass.

Williams was totally confused. What was the man rambling about?

– What? he asked before Lemming continued.

– I don’t know what’s going on and I don’t really want to hear anything about it, but I can tell you this much. It’s about some absurdly dangerous poison that you are supposed to have removed from one of our extremely secret facilities. Whatever it is that you got your hands on, you have been so careless as to use it out here in the real world. You see, some damn Iranian died, under such strange circumstances that the cause of death could be traced back to the poison and from there to the production facility and finally back to your ass where the path ends blindly. Got it?

Williams felt a tingle under his armpits. How in the world had he been tracked down? From a reflex, he felt in his pocket. The box with the ring was where it should be.
He decided to pretend he didn’t know anything about this.

– I’m completely confused here, Jack, he replied. I have no idea what you’re talking about, why should I …

Lemming interrupted him and said:
– Frankly, John, I don’t know how stupid you think we all are, but the thing is, I just don’t want to hear anything about this anymore. Now, I have bought you a little time. Enough time to finish what you plan to do over there in the Prince and Princess country. But in less than a week from today, you have to expect to be held accountable for this shit, do you understand what I’m saying? So, my advice to you, John, is that you bring back a whole sack of success and positive PR, is that clear? Make sure it is a success, do you hear? See to it that you catch these bastards, and that immediately. Let the press take a bunch of crisp pictures of them and then fly them strait to Guantánamo to top it off, if they still can breathe. Is it all completely clear?

– But, it’s all a misunderstanding, Williams tried to calm the waves.

– Is it all completely clear, John? Lemming repeated in a tone that left no doubt as to which answer would be the smartest.

– Yes, everything is perfectly clear, said Williams.

– Good, John, good, said Lemming in a rather condescending tone. Only one thing left to say. Good hunting tomorrow, old boy.

Lemming hung up before Williams could answer.

Exceptionally, Williams was shaken. How the hell had they found him? He went through the research possibilities they would have had in his head. A dead Iranian, Lemming had said. That was Seyed Mossadegh. If they thought his death was unusual, he had probably been autopsied, and who knows what they found. But how did that put him in the picture? Of course they could easily find out that he had been in Tehran that day, but how hade they made the connection between him and the murder? There had to be something that linked the murder to the neurotoxin. If the upcoming action at the airport had not been so imminent, he would do his own research, but at the moment he just didn’t have time to do it. Lemming was right on one point: It was important that the action went in a way that he emerged as a national hero. So he had to concentrate on the task and ignore all outside disturbances! He looked at the clock. It was 9:30 p.m. In half an hour he already had a meeting with his own agents. He knew that he had to be careful and that he would be forced to work with EATO, but he was determined not to let them ruin his big day. No, tomorrow was his day alone.

Copenhagen, 9.20 p.m.

Lisbeth turned onto Hans-Christian-Andersen-Boulevard, out of town. There was little traffic and she expected to be home in 15 or 20 minutes. She dialed a number on the phone and waited. The phone rang a few times before being picked up and a female voice answered:

– Antonsen. It was not a young voice, so Lisbeth assumed it was Preben Anton’s wife.

– Good evening, my name is Lisbeth Hasselbeck, she said. I would like to apologize for the late disturbance, but this is a business call. Could I talk to Preben Antonsen?

– One moment, the voice replied.

Antonsen picked up the phone almost immediately. Lisbeth, therefore, suspected that he had been listening.

– Lisbeth! sounded his friendly voice. What can I do for you? She reported what Rolf and she had been talking about in the restaurant.

– I understand. That was a good thought, he replied. I will assign someone to do this immediately. We can just as well use the staff who are already on duty. I’ll let you know when I have something specific.

Lisbeth ended the conversation. In this regard, nothing more could be done now. The police would be unable to interview all of the airport employees. She hoped it was the right decision to focus on the gatekeepers. Ten minutes later she parked her car in front of her row house in Vanløse. All kinds of pictures and premonitions crowded into her head. She couldn’t bear to pay attention to them. It would drive her completely crazy.

Marseille, 9:30 p.m.

Sarkov hung up the phone and was satisfied. He had just secured a large shipment of five thousand landmines, a hundred rockets, a thousand assault rifles, and several spare parts of various kinds. Everything would be shipped to Marseille within a week and from there shipped on unopened to the end customers, who in turn were in a completely different place. He picked up the receiver almost immediately and called the gatekeeper. He asked him to order the chauffeur to bring the car to the main entrance in ten minutes. Now he had to hurry to get home and fix the big Arab affair. That problem was now on top of his list. He cursed himself for his negligence. Well what has happened, has happened. But most of it could be straightened out with a little ingenuity. He had to try and get in touch with his al-Qaida connection.

– Isn’t that Sarkov’s Mercedes? asked one of the two men sitting in a dark Citroen C5 across from Sarkov’s business address.

A large, silver-colored Mercedes 600 SLE had just pulled up in front of the main entrance. The second man took a notepad out of his pocket and compared the number plate of the Mercedes with one that he had previously noted.

– Yes, it is, he said. Then maybe he will finally drive home, that was about time.

Five minutes later, they recognized Sarkov’s stout figure, who laboriously climbed into the back seat of the large luxury car. The car started immediately and the two EATO agents followed at a discrete distance.

– He’s heading home, said one of the men. Should we take the risk and rely on him to do it?

– Yes, we can’t snatch him here anyway, the other answered. We have no way of getting into the Mercedes unless he opens a door or window. Hold on tight He stepped on the accelerator and passed Sarkov a moment later. They drove at high speed in the direction of the sophisticated residential area outside the city, to Sarkov’s home address.

Now it’s important saying the right thing to my Al Qaeda contact, Sarkov thought. It shouldn’t sound as if he was worried or as if he had made a mistake. Basically, he hadn’t, he thought. After all, he couldn’t help that the huge Arab ran around and dumped foreigners here in France.
Maybe I’m paranoid, he thought, but it is easy to get paranoid, if you are dealing with these people.
A dark Citroen C5 overtook them at high speed, but Sarkov didn’t notice who was in it. Probably only young people who want to draw attention to themselves, he thought. Where’s the police when you really need them?

A few minutes later, Sarkov’s limousine pulled into the street where he lived. The driver maneuvered the car to the left of the driveway and stopped next to the metal box, exactly where the two EATO agents had stood in the early morning. He dragged a magnetic card through the built-in card reader, and the big gate slowly opened with a plaintive squeak. A few moments later the car drove onto the extensive grounds. The gate behind the car began to close almost immediately, at the same slow speed and with an equally terrible noise.
The driveway split up about ten meters behind the gate. The right was for vehicles that arrived, and the left was for those that left. The big Mercedes turned right, and the gate disappeared from the driver’s line of sight. Neither he nor Sarkov saw two men slipping through the gate just in time before it slammed shut.
After only a hundred metres, the car stopped in front of the entrance to the large villa and Sarkov got out. The driver drove straight to the garages on the left side of the house.

The two men had run at full gallop across the grounds and threw themselves on the grass behind a bush just as Sarkov was dropped off. Both agents were breathless after running so fast, but they were now less than thirty meters away from the house.

They saw the car continue towards the garage.

– You take the garage, I take Sarkov, said one of them.

– I’m on my way! the other answered and immediately ran into the direction the car had driven.

Sarkov waddled up the wide stone staircase to the front door like a fat goose. He put his briefcase on the floor and opened a metal door on the left side of the door. A red light appeared. Sarkov typed a code on the integrated keyboard. The red light went out and a green one came on instead. He put a key in the door, unlocked it, and leaned down to pick up his briefcase.

– Monsieur Sarkov! said a loud voice suddenly behind him.
It was so unexpected that it took a few seconds for Sarkov to respond. He turned with his suitcase in his hand and a confused expression on his face. A man in dark clothes came up the stairs. He looked familiar, but it took a few seconds for Sarkov to recognize him.
Sarkov reached into his jacket for his handgun, but the man pulled his own pistol at astonishing speed and aimed it directly at Sarkov.

– I wouldn’t do that in your place, Monsieur Sarkov, he said in a harsh tone. You would only be harmed.

– Who are you? Sarkov asked in a trembling voice. What do you want from me? You are not from the police, I know that.

– The police? the man repeated. Who said anything about the police? At least none of us.
The man grinned and continued:
– What we want? Well, we really just want to have a little conversation with you, Monsieur Sarkov, and this time, let’s say …
He paused, as if trying to find the right words.
– … a deeper conversation if you understand what I mean.

– I have nothing to talk to you about, Sarkov said in a panic.
Who the hell were these men? he thought.

– I’m afraid you have no choice, said the man. Unfortunately, I have to ask you to come back to town with us.

– What if I refuse? Sarkov tried.

The man pointed his gun at a point a few inches to the right of Sarkov’s head and pulled the trigger. A shot weakened by a silencer was heard and a projectile bored into the door frame behind Sarkov.
Sarkov was certain that he had felt the air pressure from the projectile.

– Sorry, I wasn’t listening properly, the man said sarcastically. Did you say something, Monsieur Sarkov?

Sarkov felt as if struck by lightning. He was scared now, very scared, but his brain still gave him a new idea.

– My chauffeur and bodyguard can come at any moment, he tried desperately.

– I wouldn’t count on that, if I were you, Monsieur Sarkov, said a new voice.

Sarkov turned abruptly into the direction of the new voice. The other man from the afternoon approached the stairs.

– Your driver is rather busy at the moment. Apparently, there is no one who can rush to your aid now, Monsieur Sarkov.

Despite the cool evening air, Sarkov started to sweat all over. If only he knew who the hell these two bastards were. The second man went up the stairs to Sarkov, grabbed his arm and pulled his handgun from the inside pocket of his jacket.

– Come on, Monsieur Sarkov, don’t let us stand here and freeze, he said, pulling him away.

Sarkov made no resistance.

Amager (easternmost part of Copenhagen), 9:55 p.m.

The taxi stopped in front of the main entrance to the Radisson SAS Scandinavia Hotel on Amager Boulevard. Rolf paid the driver and got out. The hotel was close to the airport and was said to have good standards. He suddenly noticed how tired he was. It hadn’t been enough to take a very short nap at the office in Hamburg before Tom and he left for the Danish capital. He really had some catching up to do. Everything went smoothly at the reception. The suitcase was brought to his room and he ordered a wake-up call at 6 a.m. the next morning. The night porter wished him a good night.

Copenhagen Airport, 10 p.m.

Williams entered the hotel’s large conference room, which he had reserved earlier in the day. Sixteen agents were already present, ten men and six women. The room was about ten feet square, and tables and chairs for twenty-five people had been provided. Most of those present, had already found a place, but hardly spoke to each other. One of the men went through the room with a device that he glided over the walls and ceiling with a rhythmic movement. He didn’t miss an inch. When he appeared to be satisfied a little later, he said to Williams:

– Nothing to be found, the room is secured. He started packing the device away and Williams waited for him to finish.

When everyone had arrived and sat down, Williams stood up in the middle of the room.

– OK.! he said in a firm voice. Let’s get started. Everyone looked closely at Williams.

– I assume that you don’t know very much about the action tomorrow, he started. But even if you already know something, it’s good to hear it again. In other words, I am speaking now and do not wish to be interrupted. I will ask a few questions myself during my speech, and I answer them myself. When I’m done, you’ll have the opportunity to ask more simple questions, but not before. Any objections?
He looked around the room, but as expected there was no objections.

– The situation is as follows, he continued. Tomorrow we expect a terrorist attack on our ambassador from Stockholm and on our basketball boys who are here in Europe to show them how the game is supposed to be played. The whole thing takes place here at the airport, in connection with the departure of the ambassador and the athletes to Budapest tomorrow afternoon.

The faces of those present betrayed great concentration. Williams had their undivided attention and continued:

– Together with the European anti-terrorist organization EATO, we are responsible for catching the bastards red-handed. And by the way, I almost forgot; the Danish Foreign Minister is traveling to Budapest on the same flight.

He went to the table closest to him and sat on the edge.

– Those were the main headlines, he continued. Now comes the rhetorical part: I ask, I answer:

– Question: How do we know that the attack will take place?

– Answer: We don’t know that with 100% certainty, but almost. In any case, I have no doubt.

– Question: How will the attack take place?

– Answer: We don’t know that either, we can only guess. The most likely seems that the terrorists will try to get to the Budapest travelers and try something along the way.

– Question: Is there a S.W.A.T. team available?

– Answer: Yes, the European anti-terrorist people are here with a team of specially trained boys.

– Question: How do we react to the attack?

– Answer: That, at least, we know down to the smallest detail. We have a plan. And it is important that everyone knows their role very well. We’ll go through the plan right away.

– Question: Are there any special difficulties?

– Answer: Yes! The EATO is not on the same wavelength as we are. Our plan extends much further than theirs. This is very important! I had a conversation with Lemming less than an hour ago who wants us to capture the terrorists. He hopes for survivors who he can store in Guantánamo. EATO’s agenda is to prevent the attack. That means either canceling the event or, in the worst case, chasing the bandits off before they even start.

– Question: How can we work together if we have different goals?

– Answer: We have an advantage in this case. EATO is forced to play on our terms. Our ambassador in Copenhagen persuaded the Danish Foreign Minister to hold the whole event under full press coverage, even with the terrorist threat over his head.

– Question: What about the personal safety of the Budapest travelers?

– Answer: The Danish police will take care of this, of course in consultation with our secret service. But considering the size of the event, the biggest burden will probably be on the shoulders of the police.

Williams looked around satisfied.

– And now for the actual plan. I expect everyone to listen carefully because our success depends on everyone doing their best, do you understand?

(To be continued)

Was ist das denn? … What on earth is this?

2020-06-18 16.47.02 Peacon

Es nennt sich „Peacon“, wie Bacon nur mit Erbsen. Der neue Trend ist anscheinend für die Imitationsfleischprodukte Erbsenprotein zu benutzen. Ist ja sehr löblich, denn Soja ist ja nicht unproblematisch, schon wegen des Massenanbaus, da man Soja auch als Tierfutter verwendet (80% der Produktion, habe ich gelesen), dann weil die USA den genmanipulierten Dreck herstellt und früher haben sie dort die Sojapflanzen with DDT entlaubt. Ich weiss nicht, ob sie das immer noch machen.

… It is called „Peacon“, like bacon, just made from peas. The new tendency for meat imitation products seems to be the use of pea protein. That is laudible, as soya is not unproblematic. There is the mass production, as soya is also used as animal fodder (80% of the production, as I have read). And then the USA are producing the gene manipulated crap, and they used to defoliate the soya plants with DDT. I don’t know, if they are still doing this.

Nun kaufen wir diese Imitationsprodukte nur noch sehr selten, aber dieses war im Sonderangebot und war witzig.

… We buy these products rarely, but this was on offer and looked funny.

Als ich mir zuhause die Packung näher ansah dachte ich: „Oh, nein, die Packung muss in der Sonne gelegen haben, die eine Seite der obersten Scheibe ist ganz ausgebleicht.“ Ich öffnete dann die Packung und sah, dass alle Scheiben so aussahen. Man hat ganz einfach den Fettrand des Bacons imitiert. Das hätte man also meinetwegen nicht machen müssen … 😉  😀

… When I looked at the packet more closely at home I thought: „oh, no, this must have been lying in the sun, one half of the upper slice is completely bleached“. I then opened the packet and saw that all slices looked like that. One had just imitated the fat string that bacon has. They didn’t have to do that for my sake … 😉  😀

Wenn man die Schreiben brät, werden sie knusprig.

… When you fry the slices, they get crispy.

War o.k. im Geschmack, aber muss nicht noch einmal sein.

… The taste was o.k., but we don’t have to repeat the experience.

Mein Garten: Die Iris … My garden: the irises

Die Frühen (Februar/März)                                      … The early ones (February/March)

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April

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Mai/Juni                                                         … May/June

Die Grossen (holländische Iris). Die hellblauen stammen von unseren Freunden aus Ostholstein, die weinroten von meiner dänischen Schwägerin, die hellgelben von meiner Nachbarin. Die zweifarbig blauen waren auf einmal da, keiner will es gewesen sein, und ich habe sie jedenfalls auch noch nicht gehabt.

… The large ones (Dutch iris?). The light blue ones are a present from our friends in Eastern Holstein (Germany), the wine red ones from my Danish sister in law, the light yellow from my neighbour. The two coloured blue ones were just there one day, nobody claims donorship, and I did not have any of those before either.

 

 

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Und zwei sibirische Iris

und meine kleine zweifarbige (Bartiris, Juni). Sie hat noch nie so viele Blütenstiele gehabt, wie dieses Jahr. Eine ehemalige Kollegin in Hamburg hat sie mir geschenkt, und sie hat sie auf einem Haufen mit ausrangierten Stauden gefunden. Sie ist mir also bereits aus Hamburg gefolgt. Zweimal dachte ich, dass sie nicht überlebt, aber sie ist sich immer wieder gekommen und seht nun jetzt!

… and my little two coloured one (bearded iris, June). It has never had so many flower stilks as this year. It was a present from a former colleague in Hamburg, and she found it on a heap of discarded perennials. It has – so to speak – followed me already from Hamburg. Twice I thought it won’t survive, but it always pulled through, and look at it now!

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32 irises and then some … 🙂  (nicht übersetzt, da eine Anspielung auf einen Musiktitel von Ani Difranco))

Wir haben ein paar richtige Sommertage … vor dem grossen Gewitter … 😉

… We have a few real summer days … before the big thunder storm … 😉

Habt noch einen schönen Tag alle zusammen!

… I wish you all a pleasant day!

 

Mango-Käsekuchen ohne Backen … Mango cheese cake without baking

Dieses Rezept stammt von einer Bloggerin aus Indien, Deeksha, die eine Menge leckere Rezepte auf ihrem Blog vorstellt. Die Bilder zu diesem Rezept könnt ihr bei ihr sehen. Meine sahen so aus:

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… This recipe I found on the site of a blogger from India, Deeksha, who presents a lot of delicious recipes on her blog. The anglophones, please find the recipe there.

 

ZUTATEN:

Unterste Schicht:

100 g Zerkleinerte Kekse (z. B. Digestives)
20 g Butter

Füllung:

200 g Frischkäse
1/3 Tasse Puderzucker
100 g Schlagsahne
100 g Mangopüree

Dekoration:

Runde Mangoscheiben
und etwas mehr Mangopüree

zubreitung:

Vermische die zerkleinerten Kekse mit der Butter.

Verteile die Mischung auf 6 kleine Dessertgläser und drücke sie fest. Stelle die Gläser in den Kühlschrank, damit der “Boden” fest wird.

Püriere reife Mangos im Mixer oder benutze fertiges Püree.

Schlage den Frischkäse locker auf und mische Zucker nach Geschmack hinzu. Stelle den vorbereiteten Frischkäse beiseite.

Schlage die Sahne in einer separaten Schale und füge Zucker hinzu, wenn du meinst.

Für das Mangopüree zum Frischkäse und mische gut.

Und jetzt muss noch die Schlagsahne sanft unter die Mischung gehoben werden.

In der Zwischenzeit hat die Keksbasis sich gefestigt. Nimm die Gläser aus dem Kühlschrank und verteile die Frischkäsemischung gleichmässig. Lasse ein wenig Platz für eine abschliessende Lage Mangopüree.

Stelle die Gläser noch einmal für 3-4 Stunden in den Kühlschrank, damit sich der Käse”kuchen” setzen kann. Nimm dann die Gläser heraus und verteile eine gleichmässige Lage Mangopüree oben auf den Portionen.

Stell die Gläser noch einmal in den Kühlschrank, um auch die oberste Lage Mangopüree abzukühlen und füge vor dem Servieren kleine Mangostücke hinzu.

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Die Mangostücke waren seltsamerweise in der Zwischenzeit verschwunden … 😉  😀

… Strange to say, the mango pieces had in the meantime disappeared into thin air … 😉  😀

 

Liebe, das Amen des Universums … Love, the Amen of the universe

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(Foto: Pixabay, Ben_Kerckx)

Heute kommen zwei deutsche Romantiker zu Wort.

… Today, two German romantics will have their say.

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Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte, das Amen des Universums.

Novalis (1772-1801)

 

Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.

Clemens von Brentano (1778-1842)

 

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Love is the ultimate purpose of world history, the Amen of the universe.

Novalis (1772-1801)

 

Love alone understands the secret of giving to others and getting rich oneself in the process.

Clemens von Brentano (1778-1842)

 

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In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag!

… In this spirit, I wish you a pleasant Sunday!

 

Der Mann aus Teheran, Kopenhagen Stadt und Flughafen … The man from Tehran, Copenhagen city and airport

CoverDeutsch

 

Der Mann aus Teheran

Donnerstag, 9 Februar 2006

Kopenhagen, 18.05 Uhr

– Hört mit dem Lärm auf, rief Tine Berg aus der Küche ihren beiden Kindern zu, die in der Stube herumschrien. Sie ging mit schnellen Schritten in den Raum und sah, dass der vier Jahre alte Andreas seine kleine dreijährige Schwester Emma um den Couchtisch jagte.
– Passt doch auf, ihr beiden, sagte sie, als sie Andreas in voller Fahrt zu fassen bekam. Habe ich nicht mindestens eine Million Mal gesagt, dass ihr nicht um den Tisch laufen sollt? Papa kommt gleich, und dann essen wir zusammen.
– Aber Mama, Dreas ärgert mich, protestierte Emma.
– Nein, tue ich gar nicht, versuchte Andreas sich zu verteidigen. Emma hat angefangen …
– Das reicht jetzt mit euch beiden, unterbrach Tina. Ihr dürft also nicht um den Couchtisch laufen! Wenn einer von euch fällt und den Kopf an einer Ecke schlägt. Sie deutete auf die scharfen Ecken des niedrigen Tisches.
– Ihr könnt euch ganz schlimm verletzten. Hör mal, wollt ihr mir nicht lieber helfen den Tisch zu … Das Geräusch eines Autos, dass die Einfahrt heraufkam, unterbrach sie mitten im Satze.
– Papa, Papa, riefen beide Kinder auf einmal. Nein, das ist nicht Papas Auto, sagte Tine. Es muss jemand anderes sein. Eine Autotür wurde zugeschlagen, und einen Augenblick später klingelte es an der Haustür. Tina ging in den Flur und schaute durch das Glaspaneel auf der rechten Seite der Tür. Draußen stand ein ausländisch aussehender Mann in einer grünen Jacke und mit einer dazu passenden grünen Baseball-Mütze auf dem Kopf. Er hielt ein Paket in den Händen und sah freundlich aus. Auf der Seite des Autos, konnte sie „Paket-Service“ lesen. Was in aller Welt kann das sein, dachte sie, und öffnete die Tür.

– Familie Berg? fragte der Mann mit einem ausgeprägten ausländischen Akzent. Andreas und Emma standen jeweils hinter einem von Tines Beinen versteckt und schauten neugierig auf den Mann in der Tür. Tine war im Begriff, die Frage bejahen, als sich der Gesichtsausdruck des Mannes plötzlich völlig veränderte. Von freundlich lächelnd ging er über zu hart und bedrohlich. Sie versuchte, schnell die Tür zuschlagen, aber es war zu spät. Der Mann hatte einen Fuß in die Tür geklemmt und drückte mit seinem ganzen Körpergewicht dagegen, so dass Tine und die Kinder rückwärts taumelten. Bevor sie Zeit hatte zu schreien, war er bei ihr. Er presste ihr eine Hand vor den Mund. Andreas und Emma fingen ihrerseits an zu schreien, aber wie aus heiterem Himmel erschienen noch zwei ausländisch aussehende Männer im Flur, und beide Kinder wurden in der gleichen Weise wie ihre Mutter zum Schweigen gebracht. Einer der Männer schloss die Tür mit dem Fuß, und Tina und die Kinder wurden in das Wohnzimmer geschoben. Faroukh, der immer noch die Hand auf Tines Mund hielt, drehte sie herum, so dass er direkt in ihr Ohr sprach. Mit rauer Stimme sagte er auf gebrochenem Deutsch:
– Wenn du einen Ton von dir geben, dann wir töten die Kinder, verstanden? Tine war vor Entsetzen gelähmt, aber sie versuchte zu nicken, so gut sie nun konnte. Faroukh nahm seine Hand von ihrem Mund.
– Sage Kindern, sie ruhig sein, verstanden? fuhr er fort. Sie nickte wieder und sah zu Andreas und Emma hinüber. Eine Mischung aus Entsetzen und Erstaunen war in ihren Gesichtern zu lesen. Ich muss mich zusammenreißen, dachte sie verzweifelt, ich muss mich zusammenreißen, um ihretwillen. Mit tränenerstickter Stimme sagte zu ihnen:
– Ihr müsst tun, was die Männer sagen, hört ihr? Ihr müsst versprechen, zu tun, was die Männer sagen, versprecht ihr mir das? Andreas und Emma versuchten zu nicken. Akhmahel und Mohammad lösten langsam ihren Griff mit dem sie die beiden Kinder hielten. Sie gaben keinen Ton von sich. Akhmahel konnte sehen, dass beide Kinder fast gelähmt waren vor Angst. Als die Männer sie losließen, liefen sie zu ihrer Mutter. Sie zog sie an sich. Es war offensichtlich, dass sie alles tun würde, um sie zu beschützen. Es musste ein Albtraum für sie sein.
– Was … was haben Sie mit uns vor? fragte sie verzweifelt. Faroukh ging zum Esstisch im Wohnzimmer, zog drei Stühle heraus und stellte sie nebeneinander. Mit übertrieben schweren Schritten ging er zurück zu den drei entsetzten Menschen und schob sie in Richtung der Stühle.
– Ihr hier sitzen und Mund halten, knurrte er. Plötzlich fing Emma an zu weinen, und Tine versuchte, sie so gut sie konnte zu trösten:
– Ihr braucht keine Angst zu haben, log sie. Wenn wir nur tun, was die Männer sagen, dann passiert uns nichts. Komm, lass uns hier sitzen.

Tine war verzweifelt. Was wollten diese Fremden? Wer waren sie? Warum waren sie hier eingedrungen? In ihren Gedanken stellte sie sich die beiden schlimmsten Schreckszenarien vor, die für eine Frau auftreten konnten. Würden sie ihren Kindern wehtun oder würden sie sie vergewaltigen? Sie saß auf dem mittleren Stuhl und platzierte Andreas und Emma rechts und links neben sich. Sie vermied es, die Männer anzusehen, aus Angst, dass sie es für provozierend halten könnten. Akhmahel beobachtete die drei. Obwohl er nicht verstehen konnte, was die Frau zu ihren Kindern sagte, konnte er doch es fast erraten. Er ging zu dem kleinen Trio hinüber und hockte sich vor die Frau. Er konnte ihr Parfüm riechen. Warum hatten diese Leute so viel Angst vor ihrem eigenen Körpergeruch?
– Verstehen Sie, was ich sage? fragte er gedämpft in englischer Sprache. Tine befand sich in einer unmöglichen Stress-Situation. Ihr Herzschlag war am Galoppieren, und sie war kurz davor, eine Panikattacke zu bekommen. Sie dachte im Moment nicht so sehr an sich selbst, sondern an Andreas und Emma. Sie war fest entschlossen, die Männer anzugreifen, wenn sie versuchen sollten, ihren Kindern wehzutun. Sie versuchte, ihre Stimme zu kontrollieren und zu reagieren, aber es kam kein Ton aus ihrem Mund.
– Ganz ruhig, ganz ruhig, sagte Akhmahel und wiederholte seine Frage.
– Verstehen Sie, was ich sage?
– Ja, antwortete sie. Ich verstehe, was Sie sagen. Was wollen Sie von uns? Wir haben nichts, können Sie … wollen Sie Geld? Ich habe etwas im Portemonnaie. Sie können auch meine Visa-Karte bekommen. Ich gebe Ihnen den PIN-Code. Ich verspreche, es nicht zu melden …
– Sch, sch, sch, sagte Akhmahel und legte ihr seinen Finger auf den Mund. Wir sind nicht an ihrem Geld interessiert. Aber Sie liegen falsch. Sie haben tatsächlich etwas, was wir gebrauchen können, und wissen Sie, was das ist? Sie dachte verzweifelt nach, konnte aber nicht darauf kommen, was er meinte. Sie schüttelte den Kopf.
– Nein? fragte Akhmahel. Nun, ich werde es Ihnen sagen. Sie haben die Loyalität Ihres Mannes. Eine neue Panik ergriff sie. Sie wollten Jesper etwas antun. Sie blickte auf die Uhr an der Wand. Es würde noch mindestens eine Stunde dauern, bevor er nach Hause kam.
– Ich verstehe nicht was Sie meinen, stammelte sie. Mein Mann ist nicht zu Hause und kommt erst morgen zurück. Akhmahel lächelte sie nachsichtig an und fuhr fort:
– Es ist lobenswert, dass Sie Ihren Mann schützen wollen, aber wir wissen, dass er bald kommt … Er sah auf seine Armbanduhr.
–… so in ungefähr einer Stunde. Ja, wir wissen Einiges über Sie, aber darüber würde ich mir jetzt keine Sorgen machen, wenn ich Sie wäre. Er gab Mohammad ein Zeichen, der sofort mit einer Rolle Gaffer-Tape kam.

– Jetzt werde ich Ihnen erzählen, was geschehen wird, sagte Akhmahel. Wir binden Sie alle drei mit diesem leistungsfähigen Band zusammen. Dann werden Sie in den Kastenwagen gebracht, der vor der Tür hält, und an einen bestimmten Ort gefahren. Es handelt sich also um eine ganz normale Entführung. Man wird Sie nicht voneinander trennen und Ihnen wird nichts geschehen. Tine hatte das Gefühl, in ihren eigenen Gedanken und Gefühlen zu ertrinken. Sie klammerte sich sofort an den Strohhalm, dass ihnen nichts geschehen würde.
– Wenn Ihr Mann nach Hause kommt, fuhr Akhmahel fort, wir werden ihm erklären, was passiert ist. Wir werden ihm vorschlagen, dass er uns einen kleinen Gefallen tut. Einen Gefallen, den er ohne Probleme bewältigen kann. Wenn er getan hat, worum wir ihn bitten, bekommt er zu wissen, wo Sie sind, und im Handumdrehen sind Sie alle wieder hier zu Hause versammelt, und das Leben geht weiter, als ob nichts geschehen wäre. Sie wollte etwas sagen, aber Akhmahel legte wieder den Finger auf ihre Lippen.
– Nur zuhören, nicht sprechen, sagte er und fuhr fort. Wenn ich Probleme mit Ihnen bekomme… Er sah ihr direkt in die Augen,
–… dann habe ich keine Bedenken, sie meinen Freunden hier zu überlassen. Und glauben Sie mir, die sind nicht so rücksichtsvoll, wie ich. Haben sie verstanden? Also, tun sie, was wir sagen, dann passiert Ihnen nichts, verstanden? Tina nickte eifrig.
– Sagen Sie Ihren Kindern, was Sie eben gehört haben oder etwas anderes, wenn Sie wollen, setzte Akhmahel fort. Aber es wird wahrscheinlich am besten für Sie alle sein, wenn die Kinder wissen, dass man Sie aneinander bindet. Sie nickte wieder und wandte sich zu Andreas und Emma.
– Der Mann hat versprochen, uns nicht weh zu tun, versteht ihr, was ich sage? fragte sie. Sie musste kämpfen, um einigermaßen gefasst zu wirken.
– Man bindet uns mit Klebeband zusammen, wie das, das Papa im Schuppen hat, und dann fahren wir alle zusammen irgendwo hin. Es wird nicht sehr lange dauern, dann kommt Papa und holt uns. Dann können wir wieder alle zusammen nach Hause gehen. Versteht Ihr, was ich sage? Beide Kinder nickten stumm und Akhmahel gab Mohammad ein Zeichen, der sie alle drei prompt auf die Beine scheuchte. Er fing an, sie zusammenzukleben. Er klebte Andreas‘ linken Arm an Tinas rechten Arm und Emmas rechten Arm an Tinas linken Arm. Akhmahel beobachtete sie, während Mohammad sie zusammenband. Der Junge hatte einen verbissenen Gesichtsausdruck und starrte Mohammad wütend an. Sieh mal einer an, dachte Akhmahel, ein richtiger kleiner Mann. Das Mädchen begann wieder zu weinen, aber keiner von ihnen leistete Widerstand. Einen Moment später konnte man die drei verschreckten Menschen nicht mehr ohne Messer oder Schere voneinander trennen, aber sie konnten sich noch ohne Hilfe bewegen. Akhmahel nahm eine kleine Digitalkamera aus der Tasche.
– Lächeln! sagte er und fotografierte sie.
– Das soll nur dabei helfen, dass es nicht zu lange dauert bis Ihr Mann den Ernst der Lage versteht, sagte er. Er winkte Faroukh zu sich und sagte:
– Fahrt jetzt los! Wir sehen uns in ein paar Stunden. Und vergesst nicht das Motorrad auf der Straße!

Flughafen Kopenhagen ,19.55 Uhr

– Das ist nicht meine Idee, Birthe, das weißt du wahrscheinlich auch sehr gut, sagte Jesper Berg. So hat es sich eben nach und nach entwickelt, wir müssen schneller und schneller laufen für immer weniger Geld. Er warf einen kurzen Blick auf seine Uhr.
– Nun, ich muss jetzt gehen. Können wir nicht später darüber reden?
– Ja, später, später sagte Birthe. Es nimmt doch niemand mehr unsere Arbeit ernst. Aber keine Sorge, Jesper, ich mache dir ja keine Vorwürfe. Wir sehen uns nach der Pause. Grüß Tine und die Kinder.
– Das mache ich, sagte er und schloss die Tür zu seinem Büro in der Gepäcksortieranlage ab. Zehn Minuten später verließ er mit dem Auto das Flughafengelände durch das südliche Wachtportal. Er würde in weniger als zehn Minuten zu Hause sein. Jesper Berg war einer der Gruppenleiter in der Gepäcksortierung am Kopenhagener Flughafen, und er war zufrieden mit seinem Job. Trotz der vielen Einsparungen und Veränderungen während der fast sieben Jahre, die er in dem hektischen Flughafen gearbeitet hatte, betrachtete er ihn immer noch als einen guten Arbeitsplatz. Kein Tag war wie der andere, und die besondere internationale Atmosphäre hatte es ihm vom ersten Tag an angetan. Vor sechs Jahren hatte er Tine bei einer Pauschalreise nach Teneriffa kennengelernt, und bereits im Jahr darauf hatten sie geheiratet. Im Handumdrehen waren sie zu dritt und kurz darauf zu viert. Dass ihr Haus in Dragør lag bedeutete, dass er bei Spätschichten zum Abendessen nach Hause fahren konnte. Tina war dann auch zu Hause. Man konnte sagen, dass alles vielversprechend für Jesper Berg aussah, zumindest bis er in die Tür seines Hauses trat.
– Wer versucht, sich vor Papa verstecken? rief er wie immer, wenn er die Haustür geöffnet hatte. Er lächelte, weil er wusste, dass Emma und Andreas jetzt über ihre eigenen Füße fielen, um zu einem der vier, fünf festen Verstecke zu kommen, die sie hatten. Sie waren immer leicht zu finden, weil sie vor lauter Spaß kicherten, sobald er sich näherte. Er ging immer ein paar Male an ihnen vorbei, bevor er mit einem Löwengebrüll seinen Kopf zu ihnen hinunter steckte. Es dauerte mehrere Sekunden, bevor es ihm klar wurde, dass etwas nicht so war wie es sein sollte. Es fehlte das übliche Kichern der Kinder und das Haus roch nicht nach Essen, wie sonst, wenn er in seiner Pause nach Hause kam. Zwar war im Haus Licht an, aber irgendetwas stimmte nicht. Ihm ging auf, dass Tine und die Kinder nicht zu Hause waren. Wo auf der Welt konnten sie sein, dachte er?

Er zog seine Jacke aus und hängte sie an einen Haken. Vielleicht lag ein Zettel auf dem Tisch. Er ging in die Stube. An manche Dinge ist man so gewöhnt, dass man sie nicht mehr wirklich sieht, nur wenn sie plötzlich anders aussehen. So ging es auch Jesper, als er ins Zimmer kam. Sein Sessel sah ganz anders als sonst. Ein Fremder saß in ihm. Der Mann saß völlig entspannt in Jespers Sessel, mit übergeschlagenen Beinen und die Hände ruhig im Schoß. Jesper war schockiert. Er schloss die Augen und schüttelte den Kopf, als ob er seiner Sinne nicht ganz sicher war. Aber als er die Augen wieder öffnete, saß der Mann immer noch da. Jesper zog sich reflexmäßig zusammen und spannte seine Muskeln an.
– Wer sind Sie? rief er alarmiert. Wo sind …? Er sah sich in der Stube um, als ob er erwartete, dass seine Frau und seine Kinder hier irgendwo versteckt waren. Langsam bekam er es mit der Angst zu tun. Akhmahel hatte Jesper sofort erkannt. Er sah noch genauso aus wie auf dem einen Hochzeitsfoto des Paares, das auf einer alten Kommode im Wohnzimmer stand. Akhmahel verstand nicht, was Jesper zu ihm sagte, aber er konnte sich ungefähr denken, worum es ging, genauso wie vorher, als die Frau mit ihren Kindern gesprochen hatte. Jesper hatte jetzt natürlich Angst, aber er sah nicht aus, wie ein Mann, der den Helden spielen würde. Akhmahel hob die Hand, um Jesper zu beruhigen.
– Ihre Frau spricht verblüffend gut Englisch. Ich vermute Sie auch? Jesper war verwirrt. Natürlich sprach er Englisch. Er arbeitete in einem internationalen Flughafen. Was meinte der Mann damit, dass seine Frau gut Englisch sprach?
– Meine Frau? Was meinen Sie? Wo ist sie? Wo sind meine Kinder? Was geht hier vor, sagte er zusammenhanglos.
– Das waren viele Fragen auf einmal unterbrach Akhmahel. Sollten wir nicht eine nach der anderen durchgehen? Setzen Sie sich. Ich werde Ihnen die Situation erklären. Jesper setzte sich auf das Sofa gegenüber Akhmahel. Er wusste nicht, was er sonst tun sollte.
– Wo sind meine Frau und meine Kinder? fragte er wieder. Ist ihnen etwas passiert?
– Nein, nein, ihnen geht es gut, antwortete Akhmahel. Obwohl sie Sie wahrscheinlich schon vermissen. Jesper war im Begriff, wieder etwas zu sagen, aber Akhmahel verbat sich jegliche Unterbrechung mit einer Geste.
– Hören Sie zu, Jesper Berg! Lassen Sie mich sprechen, dann geht alles viel schneller, sagte er. Schneller, dachte Jesper verzweifelt, was soll schneller gehen?
– Jesper Berg fuhr Akhmahel fort. Ich vertrete eine Gruppe von Menschen, die jetzt dringend Ihre Hilfe braucht. Akhmahel schaute Jesper mit ernstem Blick an.
– Nun könnte man natürlich argumentieren, dass wir uns auf die übliche Weise an Sie hätten wenden können und Ihnen ein Geschäft hätten vorschlagen können. Aber leider ist es so, dass nur sehr wenige Menschen auf dieser Welt diese Gruppe verstehen. Das hängt wahrscheinlich mit dem ziemlich gewalttätigen Gebaren dieser Gruppe zusammen. Es gelingt uns eigentlich nur sehr selten, diese Art von freiwilligen Vereinbarungen zu treffen. Fangen Sie so langsam an zu verstehen, wo ich damit hin will, Jesper Berg? Jesper verstand nur allzu gut. Ihm brach der kalte Schweiß aus.
– Ich kann Ihnen ansehen, dass das Nächste, was ich Ihnen zu sagen habe Sie nicht weiter überraschen wird, setzte Akhmahel fort. Aber die Sache ist die, dass wir im Moment den Rest der Familie Berg unterhalten und verpflegen. Sie sind an einem sicheren Ort, nicht allzu weit von hier. Ich versichere Ihnen, dass keiner Ihrer drei Lieben Schaden erleiden wird. Vorausgesetzt natürlich, dass Sie sich positiv in Bezug auf unseren Vorschlag stellen. Sind Sie vielleicht daran interessiert zu hören, was unser Vorschlag ist? Jesper schwitzte am ganzen Körper und war völlig perplex. Das konnte einfach nicht wahr sein. Sie mussten ihn mit einem anderen verwechselt haben.
– Ich kann nicht … Ich habe noch nie … ich bin doch nur ein normaler kleiner Angestellter, murmelte er. Worum geht es? Es darf meiner Familie nichts passieren, hören Sie? Ich werde tun, was Sie wollen, wenn ich kann. Oh, verdammt, was wollen Sie denn von mir?
– Ganz ruhig, lassen Sie uns nicht in Panik geraten, sagte Akhmahel. Was wir von Ihnen wollen, ist die einfachste Sache der Welt für Sie, aber völlig unmöglich für uns. Hören Sie zu. Morgen um 16.45 Uhr gibt es einen Flug nach Budapest. Der Flug heißt … Er nahm ein Stück Papier aus seiner Tasche und las:
–… Ja, hier steht es, es heißt SK779, und ist offensichtlich ein Flug Ihrer lokalen Fluggesellschaft Scandinavian Airline System. Wir, das heißt die Gruppe, die ich vertrete, möchte gerne, dass das Flugzeug ein … Er lehnte sich nach vorne.
– … Sollen wir es nicht einfach ,etwas‘ nennen, das das Flugzeug mitnehmen soll. Und genau hier kommen Sie ins Bild, Jesper Berg. Jesper war wie gelähmt. Der Gedanke an das, was er an Bord bringen sollte, drehte ihm den Magen um. Er wusste ganz genau, wer mit dem Flugzeug fliegen würde. Er hatte es sowohl im Radio als auch im Fernsehen früher am Tag gehört. Oh Gott, das hier war ein Alptraum. Sein Mund war völlig trocken, als er sagte:
– Aber … aber ich kann doch nichts ohne die … Ich kann doch nicht schuld daran sein … Tränen strömten ihm über die Wangen. Er saß mit leerem Blick da und schüttelte den Kopf. Er befand sich in einem völlig unmöglichen Dilemma und konnte keinen Ausweg sehen. Tief im Innern wusste er bereits, dass er tun würde, was der Mann verlangte, aber er konnte die Konsequenzen nicht überblicken.
– Nun, nun, nehmen Sie es mal nicht so schwer, sagte Akhmahel. Es wird viel einfacher als Sie denken.
– Aber es wird zusätzliche Sicherheitsveranstaltungen gerade für diesen Flug geben, versuchte Jesper.
– Darüber sind wir uns im Klaren, Jesper Berg, antwortete Akhmahel. Es werden sowohl die Polizei, als auch die CIA und sogar der Geheimdienst anwesend sein, aber keine Sorge, wir haben die Situation im Griff und ich kann garantieren, dass es für Sie keine großen Schwierigkeiten geben wird. Aber die Zeit ist gekommen, wo Sie sich zusammenreißen müssen und anfangen müssen sich zu konzentrieren. Sie sollten sich Folgendes klar machen: Die Sicherheit Ihrer Familie hängt von Ihnen ab. Und die Aufgabe, die Sie ausführen sollen ist überschaubar. Sehen Sie das Positive, Jesper Berg. Morgen zur gleichen Zeit sind sie wieder mit Ihrer Familie zusammen, und die Polizei hier an Ihrem Ende der Welt wird Sympathie für die schwierige Situation aufbringen, in der Sie sich befunden haben. Es wird alles gut werden. Jesper wusste nicht, was er glauben sollte. Aber er wusste, dass er alles tun würde, um Tine und die Kinder unversehrt zurückzubekommen.
– Wie kann ich sicher sein, dass Sie meiner Familie nichts antun? fragte er verzweifelt.
– Da müssen Sie sich auf mein Wort verlassen, sagte Akhmahel. Wir haben kein Interesse daran, ihnen etwas anzutun. Unser Ziel ist viel größer. Aber wir haben keine Zeit mehr. Ich muss Ihnen jetzt Ihre Anweisungen geben. Sind sie bereit? Jesper nickte mutlos, und Akhmahel begann ihm zu erklären, was er tun sollte. Das Foto von Tine und den Kindern hatte er nicht benötigt.

Kopenhagen, 20.00 Uhr

Mit einer eleganten Bewegung stellte der Kellner zwei Teller auf den Tisch. Lisbeth hatte Pasta mit Gorgonzolasoße bestellt und Rolf ein Fischgericht. Der Kellner schenkte ihnen Wein ein und zog sich dann diskret zurück.
– Das sieht aber gut aus, sagte Rolf und sah mit Genugtuung zu Lisbeth hinüber.
– Dieses Restaurant ist definitiv eines meiner Favoriten, wenn ich italienisch essen möchte, wohlgemerkt, antwortete sie mit einem Lächeln. Das Essen enttäuscht nie und die Bedienung ist ganz speziell. Sie haben echte italienische Kellner hier, die fast alle ihren Stolz darein setzen, dass die Gäste sich gut behandelt fühlen. Rolf erwiderte ihr Lächeln. Er versuchte sich vorzustellen, wie die Kellner um ihren Tisch herumscharwenzelten, wenn sie alleine hierher kam. Er würde wahrscheinlich das Gleiche tun. Sie war wirklich eine attraktive Frau.
– Du gehst vielleicht öfter aus zum Essen? fragte er vorsichtig.
– Nein, nein, gar nicht, antwortete sie ein wenig verlegen. Das klang nach mehr als es in Wirklichkeit ist. Sie genossen ihr Essen, ohne viel zu sprechen.
– Wo schläfst du heute Nacht? fragte Lisbeth nach einer Weile.

– In einem Radisson Hotel in Amager, sagte Rolf. Tom hat versprochen, meinen Koffer heute Abend ins Hotel zu bringen. Ich hoffe nicht, dass er es vergessen hat. Lisbeth nickte abwesend, und Rolf fragte sich, was wirklich in ihrem Kopf vorging. Die Antwort bekam darauf er einen Augenblick später.
– Was ist mit morgen? fragte sie. Was ist deine ehrliche Meinung? Was glaubst du, wird geschehen? Rolf sah sich um. Sie saßen an einem Tisch in einer Art Nische für sich selbst. Anscheinend konnte niemand hören, was sie besprachen. Meine ehrliche Meinung, dachte er. Kann ich ihr die sagen? Er beschloss, es zu wagen.
– Nun, meine ehrliche Meinung ist, dass wir morgen vielleicht eine schlimme Überraschung erleben werden, antwortete er. Ich weiß nicht, was uns erwartet, aber mein Instinkt sagt mir, dass es sehr leicht etwas ganz anderes sein könnte als das, was wir eigentlich erwarten sollten, konfus gesagt. Lisbeth nickte nur.
– Denk nur an die Entführung, fuhr er fort. Ich möchte verdammt gerne wissen, wer da entführt werden sollte. Vielleicht ist das sogar schon passiert. Ich finde die ganze Idee äußerst beunruhigend. Lisbeth sehnte sich danach, mit Rolf über ihre Vorahnung um Tom zu sprechen, aber sie war sich immer noch nicht im Klaren darüber, ob sie dieses Erlebnis überhaupt mit jemandem teilen sollte.
– Könnte es jemand vom Flughafenpersonal sein? sagte sie stattdessen. Könnte es zum Beispiel ein Wachmann oder ähnliches sein?
– Keine schlechte Idee, sagte Rolf. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt, dass die Gruppe vielleicht plant, die Familie eines Flughafenangestellten zu entführen, aber wessen? Aber wenn es ein Wachmann ist, wie du vorschlägst, würde es durchaus Sinn machen. Vielleicht sollten wir die Idee weiterverfolgen. Sie hatten aufgehört zu essen und der Kellner schaute besorgt auf ihre Teller.
– Rolf, ich glaube ich rufe Antonsen auf dem Heimweg an, sagte Lisbeth. Ich erzähle ihm von unserem Verdacht und bitte ihn, jeden, der mit dem Zugang zum Flughafengelände zu tun hat, zu interviewen. Vielleicht taucht auf diese Weise etwas auf. Es ist einen Versuch wert. Rolf nickte anerkennend und widmete sich dann endlich wieder seinem Fisch. Lisbeth machte sich über ihre Nudeln her. Der Kellner sah erleichtert aus. Eine halbe Stunde später verließen sie beide das Restaurant, nachdem sie zuvor vereinbart hatten, am Flughafen zusammen zu frühstücken. Rolf glaubte nicht, dass man im Hotel so früh ein Frühstück servieren würde.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The Man from Tehran

Thursday, 9 February 2006

Copenhagen, 6:05 p.m.

– Stop that noise, Tine Berg called from the kitchen to her two children, who were screaming in the living room at the top of their voices. She walked quickly into the room and saw that four-year-old Andreas chased his little three-year-old sister Emma around the coffee table.

– Watch out, you two, she said gripping hold of Andreas running past her at full speed.

–  Haven’t I said at least a million times that you must not run around the table? Daddy’s coming home soon, and then we eat together.

– But mom, Dreas is teasing me, protested Emma.

– No, I am not, Andreas tried to defend himself. Emma started it …

– That’s enough with both of you, Tine interrupted. You mustn’t run around the coffee table! If one of you falls and hits your head on a corner… She pointed to the sharp corners of the low table.
– …you can hurt yourself badly. Listen, don’t you want to help me set the…

The sound of a car coming up the driveway interrupted her in the middle of the sentence.

– Daddy, Daddy, both children called at once.

– No, that’s not dad’s car, said Tine. It must be someone else.

A car door slammed and a moment later the doorbell rang. Tine went into the hall and looked through the glass panel on the right side of the front door. Outside was a foreign-looking man in a green jacket and a matching green baseball hat on his head. He had a package in his hands and looked friendly. On the side of the car, she could read „Parcel Service“. What in the world can that be, she thought, and opened the door?

– Family Berg? asked the man with a pronounced foreign accent. Andreas and Emma were each hiding behind one of Tina’s legs and looked curiously at the man in the door. Tine was about to answer the question in the affirmative when the man’s facial expression suddenly changed completely. From a friendly smile, he went to hard and threatening. She tried to slam the door quickly, but it was too late. The man had a foot stuck in the door and was pushing against it with his whole body weight, so that Tine and the children staggered backwards. Before she had time to scream, he had reached her and put a hand over her mouth. Andreas and Emma started screaming, but two more foreign-looking men appeared out of the blue in the hallway, and both children were silenced in the same way as their mother. One of the men closed the door with his foot and Tine and the children were pushed into the living room.

Faroukh, still holding his hand on Tina’s mouth, turned her around so that he spoke directly into her ear. In a rough voice he said in broken German:

– If you make sound, we kill children, understand?

Tine was paralyzed with horror, but tried to nod as best she could. Faroukh took his hand from her mouth.

– Tell children be calm, understand? he continued.

She nodded again and looked over at Andreas and Emma. There was a mixture of horror and astonishment on their faces. I have to pull myself together, she thought desperately, I have to pull myself together for their sake. In a tearful voice said to them:

– You have to do what the men say, do you hear? You have to promise to do what the men say, do you promise me?

Andreas and Emma tried to nod.

Akhmahel and Mohammad slowly released their grip on the two children.
They made no sound.
Akhmahel could see that both children were almost paralyzed with fear. When the men let them go, they ran to their mother. She pulled them to her. It was obvious that she would do anything to protect them. This had to be a nightmare for her.

– What … what are you going to do with us? she asked desperately.

Faroukh went to the dining table in the living room, pulled out three chairs and placed them side by side. With exaggerated heavy steps, he went back to the three horrified people and pushed them towards the chairs.

– You sit here and shut up, he growled.

Suddenly Emma started to cry, and Tine tried to comfort her as best she could:
– You don’t have to be afraid, she lied. If we only do what the men say, nothing will happen to us. Come on, let’s sit here.

Tine was desperate. What did these strangers want? Who were they? Why had they intruded their home? In her mind, she imagined the two worst horror scenarios that could occur for a woman. Would they hurt their children or would they rape her? She sat down in the middle chair and placed Andreas and Emma to the right and left of her. She avoided looking at the men for fear that they might think it was provocative.

Akhmahel watched the three. Although he couldn’t understand what the woman was saying to her children, he could almost guess it. He went over to the little trio and crouched in front of the woman. He could smell her perfume. Why were these people so afraid of their own body odor?

– Do you understand what I am saying? he asked with a subdued voice in English.

Tine was in an impossibly stressful situation. Her heart was galloping and she was about to have a panic attack. At this moment she wasn’t thinking so much about herself, but about Andreas and Emma. She was determined to attack the men if they tried to hurt their children. She tried to control her voice and to answer, but no sound came out of her mouth.

– Just take it easy, said Akhmahel and repeated his question.
– Do you understand what I am saying?

– Yes, she replied. I understand what you are saying. What do you want from us? We have nothing, you can use… do you want money? I have something in my wallet. You can also get my Visa card. I will give you the PIN code. I promise not to report it …

– Shh, shh, shh, said Akhmahel and put his finger on her mouth. We are not interested in your money. But you’re wrong. You actually do have something we can use, and do you know what it is?

She thought desperately, but couldn’t figure out what he meant. She shook her head.

– No? asked Akhmahel. Well, I’ll tell you. You have your husband’s loyalty and love.

A new panic seized her. They wanted to do something to Jesper. She looked at the clock on the wall. It would be at least an hour before he got home.

– I don’t understand what you mean, she stammered. My husband is not at home and will only be back tomorrow.

Akhmahel smiled indulgently and continued:
– It is commendable that you want to protect your husband, but we know that he is coming soon … He checked his watch.
–… in about an hour. Yes, we know a lot about you, but I wouldn’t worry about that now if I were you.

He signaled to Mohammad, who immediately came with a roll of gaffer tape.

– Now I’m going to tell you what’s going to happen, said Akhmahel. We will tie all three of you together with this powerful tape. You will then be taken to the van parked in front of the door and driven to a specific location. So this is an old fashion kidnapping. You will not be separated and nothing will happen to you.

Tine felt like she was drowning in her own thoughts and feelings. But she immediately clung to the straw that nothing would happen to them.

– When your husband comes home, Akhmahel continued, we will explain to him what has happened. We will suggest to him that he can do us a small favor. A favor that he can handle without problems. If he does what we ask him to do, we will let him know where you are and before you know it you will all be safe back here at home, and life will go on as if nothing has happened.

She wanted to say something, but Akhmahel put her finger on her lips again.

– Just listen, don’t speak, he said, and continued. If I have problems with you …
He looked her straight in the eye,
–… then I have no scruples to leave you to my friends here. And believe me, they are not as considerate as I am. Do you understand? So, do what we say, and nothing will happen to you, understand?

Tina nodded eagerly.

– Tell your children what you just heard or tell them something else if you want, Akhmahel continued. But it will probably be best for all of you if the children know that you will be bound together.

She nodded again and turned to Andreas and Emma.

– The man promised not to hurt us, do you understand what I’m saying? she asked. She had to fight to appear somewhat calm.

– They are going to tie us together with tape like the one daddy has in the shed, and then we all go somewhere together. It won’t be long before daddy comes and gets us. Then we can all go home together again. Do you understand what I’m saying?

Both children nodded silently and Akhmahel gave Mohammad a sign who promptly shooed all three of them to their feet. He started taping them together. He taped Andreas‘ left arm to Tine’s right arm and Emma’s right arm to Tine’s left arm.
Akhmahel watched them as Mohammad tied them. The boy’s face was grim and he glared at Mohammad. Look at that, Akhmahel thought, a real little man. The girl started to cry again, but none of them resisted. A moment later, the three frightened people could no longer be separated without knives or scissors, but they could still move without help.

Akhmahel took a small digital camera out of his pocket.

– Smile! he said and took a picture of them.

– This is only meant to ensure that it doesn’t take too long for your husband to understand the seriousness of the situation, he said.

He beckoned Faroukh to himself and said:
– Start driving now! We’ll see you in a couple of hours. And don’t forget the motorcycle on the street!

Copenhagen Airport, 7:55 p.m.

– It’s not my idea, Birthe, you probably know that very well, said Jesper Berg. That’s how it developed gradually, we have to run faster and faster for less and less money. He glanced at his watch.

– Well, I have to go now. Can’t we talk about it later?

– Yes, later, later Birthe said. Nobody takes our work seriously anymore. But don’t worry, Jesper, I’m not blaming you. We’ll see each other after lunch-break. Say hello to Tine and the kids from me.

– I’ll do that, he said, locking the door to his office in the baggage sorting facility. Ten minutes later, he left the airport area by car through the southern guard portal. He would be home in less than ten minutes. Jesper Berg was one of the group leaders in baggage sorting at Copenhagen Airport and he was happy with his job. Despite the many savings and changes over the almost seven years that he had worked in the hectic airport, he still considered it a good job. No day was like any other day, and the special international atmosphere had impressed him from day one. He had met Tine six years ago on a packaged tour to Tenerife, and they had married the following year. In the blink of an eye there were three of them and shortly thereafter four. They had bought a house in Dragør which meant that he could drive home for dinner on late shifts. Tine was also at home then. You could say that everything looked promising for Jesper Berg – that is until a few moments after he stepped through the front door of his house.

– Who is trying to hide from dad? he called as always when he opened the door. He smiled knowing that Emma and Andreas were now tumbling over their own feet to get to one of the four or five permanent hiding places they had. They were always easy to find because they giggled with fun as soon as he approached. He always walked past them a few times before sticking his head down at them roaring like a lion.

It took several seconds before he realized that something was not as it should be. The usual giggles of the children were missing and the house did not smell of food as it usually did when he came home during his break. The light was on in the house, but something was wrong. He realized that Tine and the children were not at home. Where in the world could they be, he thought? He took off his jacket and hung it on a hook. Maybe there was a note on the table. He went into the living room.

You can get so used to some things that you no longer really see them, unless they suddenly look different. It was the same with Jesper when he came into the room. His armchair looked very different than usual. A stranger was sitting in it. The man sat completely relaxed in Jesper’s armchair, with his legs crossed and his hands in his lap. Jesper was shocked. He closed his eyes and shook his head as if he wasn’t quite sure of his senses. But when he opened his eyes again, the man was still sitting there. Jesper contracted reflexively and tensed his muscles.

– Who are you? he called alarmed. Where are …?
He looked around the room as if expecting his wife and children to be hidden somewhere. Now he started to get scared.

Akhmahel recognized Jesper immediately. He still looked exactly like on the one wedding photo of the couple that stood on an old chest of drawers in the living room. Akhmahel didn’t understand what Jesper was saying to him, but he could guess what it was about, just like before, when the woman had spoken to her children. He was scared now, of course, but he didn’t look like a man who would play the hero.

Akhmahel raised a hand to reassure Jesper.
– Your wife speaks English amazingly well. I suspect you do too?

Jesper was confused. Of course he spoke English. He worked in an international airport. What did the man mean that his wife spoke English well?

– My wife? What do you mean? Where is she? Where are my children? What’s going on here, he said incoherently.

– That was a lot of questions at the same time, Akhmahel interrupted. Shouldn’t we go through them one by one? Why don’t you sit down, and I will explain the situation to you.

Jesper sat on the sofa opposite Akhmahel. He didn’t know what else to do.

– Where are my wife and children? he asked again. Did something happen to them?

– No, no, they are fine, Akhmahel replied. Although they probably miss you already.

Jesper was about to say something again, but Akhmahel blocked any interruption with a movement of the hand.

– Listen, Jesper Berg! Let me speak, then everything will go much faster, he said.

Faster, Jesper thought desperately, what was supposed to go faster?

– Jesper Berg, Akhmahel continued, I represent a group of people who now urgently need your help.
He gave Jesper a intense look.
– Now, of course, one could argue that we could have contacted you in the usual way and suggested a deal to you. But unfortunately, very few people in this world understand this group. This is probably related to the violent behavior of this group. We rarely manage to make this type of voluntary agreement. Are you starting to understand where I want to go, Jesper Berg?

Jesper understood all too well. Cold sweat broke out.

– I can see that the next thing I have to say will not surprise you any further, Akhmahel continued. But the thing is that we are currently entertaining and caring for the rest of the Berg family. They are at a safe place, not too far from here. I assure you that none of your three loved ones will be harmed. Provided, of course, that you are positive about our proposal. Are you interested in hearing what our suggestion is?

Jesper was sweating all over and was completely perplexed. It just couldn’t be true. They must have been mistaken about who he was.

– I can’t … I’ve never … I’m just a normal little clerk, he muttered. What is this all about? Nothing must happen to my family, do you hear? I will do what you want, if I can. Oh damn, what do you want from me?

– Easy now, let us not panic, said Akhmahel. What we want from you is the easiest thing in the world for you, but completely impossible for us. Listen to me. Tomorrow at 4.45 p.m. there is a flight to Budapest. The flight is called …
He took a piece of paper from his pocket and read:
–… Yes, it says here, it’s called SK779, and is obviously a flight from your local airline, Scandinavian Airline System. We, that is, the group I represent, would like the plane to take …
He leaned forward.
– … shouldn’t we just call it ’something‘ with it. And this is exactly where you come in, Jesper Berg.

Jesper was paralyzed. The thought of what they might ask him to bring on board turned his stomach. He knew exactly who was going to fly with that plane. He had heard it earlier on the day both on the radio and on television. Oh god, this was a nightmare. His mouth was completely dry when he said:
– But … but I can’t do anything … I can’t responsible for …
Tears streamed down his cheeks. He sat there with an empty look and shook his head. He was in a completely impossible dilemma and could see no way out. Deep inside, he already knew he would do what the man asked, but he couldn’t comprehend the consequences.

– Well, don’t take it so hard, said Akhmahel. It will be a lot easier than you think.

– But there will be additional security events just for this flight, Jesper tried.

– We are aware of that, Jesper Berg, Akhmahel replied. The police, the CIA and even the secret service will be there, but don’t worry, we have the situation under control, and I can guarantee that you will not have any major difficulties. But the time has now come for you to pull yourself together and start concentrating. You should be aware of the following: The safety of your family depends entirely on you. And the task you are expected to perform is manageable. Look at the positive, Jesper Berg. Tomorrow at the same time you will be with your family again, and the police here at your end of the world will be sympathetic to the difficult situation you have been in. Everything is going to be alright.

Jesper didn’t know what to believe. But he knew he would do anything to get Tine and the children back unharmed.

– How can I be sure that you won’t harm my family? he asked desperately.

– You have to rely on my word, said Akhmahel. We have no interest in harming them. Our goal is much bigger. But we have no more time. I have to give you your instructions now. Are you ready?

Jesper nodded despondently and Akhmahel started to explain what to do. He didn’t need the photo of Tine and the children.

Copenhagen, 8 p.m.

With an elegant movement, the waiter placed two plates on the table. Lisbeth had ordered pasta with Gorgonzola sauce and Rolf a fish dish. The waiter poured them wine and then retired discreetly.

– That looks good, Rolf said, and looked over at Lisbeth with satisfaction.

– This restaurant is definitely one of my favorites if I want to eat Italian, mind you, she replied with a smile. The food never disappoints and the service is very special. They have real Italian waiters here who almost all take pride in making guests feel well treated. Rolf returned her smile. He tried to imagine the waiters waving around her table when she came here alone. He would probably do the same. She was really an attractive woman.

– Maybe you go out to eat more often? he asked carefully.

– No, no, not at all, she replied a little sheepishly. I think I made it sound of more than it really is.

They enjoyed their food without speaking much.

– Where are you sleeping tonight? Lisbeth asked after a while.

– In a Radisson hotel in Amager, said Rolf. Tom promised to bring my suitcase to the hotel tonight. I hope he didn’t forget.

Lisbeth nodded absently, and Rolf wondered what was really going on in her head. He got the answer a moment later.

– What about tomorrow? she asked. What is your honest opinion. What do you think is going to happen?

Rolf looked around. They were sitting at a table in a kind of niche for themselves. Apparently, no one could hear what they were talking about. My honest opinion, he thought. Can i tell her? He decided to take the risk.

– Well, my honest opinion is that we may be in for a bad surprise tomorrow, he replied. I don’t know what to expect, but my instinct tells me that it could very easily be something completely different from what we should actually expect, if I may say it in a confused way.

Lisbeth just nodded.

– Just think of the kidnapping, he continued. I would really want to know whom they plan to kidnap. Maybe it even has happened already. I find the whole idea extremely unsettling.

Lisbeth longed to talk to Rolf about her premonition about Tom, but she still wasn’t sure whether to share the experience with anyone.

– Could it be someone from the airport staff? she said instead. Could it be a security guard or something like that?

– Not a bad idea, said Rolf. I even played with the thought that the group might be planning to kidnap an airport clerk’s family, but whose? But if it’s a security guard, as you suggest, it would make perfect sense. Maybe we should pursue the idea.

They had stopped eating and the waiter looked worriedly at their plates.

– Rolf, I think I’ll call Antonsen on the way home, said Lisbeth. I’ll tell him about our suspicions and ask him to interview anyone involved in accessing the airport grounds. Maybe something will show up this way. It’s worth a try.

Rolf nodded approvingly and then finally turned back to his fish. Lisbeth started on her noodles. The waiter looked relieved. Half an hour later, they both left the restaurant after agreeing to have breakfast together at the airport. Rolf didn’t think breakfast would be served so early in the hotel.

(To be continued)

 

Rustikales Brot … Country bread

Ein Rezept von Bloggerin „Wasmachstdueigentlichso„. Meine Brote sind nicht so extrem aufgegangen und sind daher nicht so locker und luftig, und ich glaube, dass ich zu wenig Wasser an den Teig getan habe. Bei dem Mehl, das ich benutze, nehme ich bei meinem anderen Brot immer mehr Wasser als im Rezept steht, weil es das „schluckt“. Aber dieses Mal wollte ich mich doch mal an das Rezept halten … schmecken tut es jedenfalls so richtig gut!

Vielleicht lag es auch an der Hefe? Ich habe ganz normale Frischhefe genommen und keine „Turbohefe“.

Hier das Ergebnis. Wie gesagt, der Geschmack ist hervorragend.

(English will follow after the photo.)

2020-06-19 18.29.31 Brot

… This is a recipe of blogger „Wasmachstdueigentlichso„. My breads did not rise as much as they should have, and are not as fluffy as they are supposed to be. I believe that I took too little water. Normally when I bake bread, with the flour I use, I take more water than mentioned in the recipes, because the flour „swallows“ it. But this time I wanted to stick to the recipe … however, the taste is really nice!

Maybe it was because of the yeast? I used normal fresh yeast and not „turbo yeast“. Above the result. As already said, it tastes really well!

Ingredients and preparation:

Day 1: Knead together
530 g wheat flour,  18.7 oz
60 g spelt flour,          2   oz
4 g yeast, (in ounces that’s a smidgen)
13 g salt, 0.5 oz
13 g brown sugar and 0.5 oz
280 ml luke warm water.  (9.5 oz)
Cover the dough with a tea towel and fold after 20, 40 and 60 minutes. Then cover the bowl with foil and a lid and put it in the refridgerator.

There it will stay for two nights (yes,  you read correctly). The dough has grown enormously. Divide it into three pieces on a plate dusted with flour. If you can, fold the skin from the sides over to the middle. Cover with a tea towel and let it rest for an hour.

After one hour form two breadlike shapes and four small ones out of the dough, cover again and let rest for another hour.

After that hour heat the oven to 250 degrees Celsius (482 F) and place a container with hot water at the bottom of the oven. Wait until the temperature is reached and put in the breads.

Bake for about 20 minutes, then let cool.