Der Mann aus Teheran, Lübeck/ Kopenhagen … The man from Tehran, Lübeck/Copenhagen

CoverDeutsch

Der Mann aus Teheran

Donnerstag, 9 Februar 2006

Lübeck, 08.10 Uhr

Akhmahel sah sich in dem gemütlichen, kleinen Restaurant um. Es herrschte eine gute Atmosphäre im Raum, und er nahm sich vor, hier einmal zu essen, wenn sich die Gelegenheit bot. Ohne die drei erwartungsvollen Männer anzuschauen, öffnete er den Aktenkoffer und nahm verschiedene Dokumente heraus. Er legte alles vor sich auf den Tisch, schloss den Aktenkoffer und stellte ihn auf den Boden neben seinem Stuhl. Er nahm sich Zeit, die Papiere, die vor ihm lagen, zurechtzulegen. Die anderen drei beobachteten jede seiner Bewegungen in andächtiger Stille. Es wirkte fast wie ein Ritual. Vor Akhmahel lagen ein handgeschriebener Brief, einige Landkarten, vier französische Pässe, eine Liste mit Namen, eine primitive Zeichnung des internationalen Flughafens in Kopenhagen und einige handschriftliche Notizen. Keiner der Männer schien das Tablett mit Kaffee, Tee und Brot zu bemerken. Aller Aufmerksamkeit war auf Akhmahel gerichtet, und dem, was vor ihm auf dem Tisch lag. Akhmahel schaute noch eine Weile auf die Papiere, bevor er sich plötzlich aufrichtete und zu sprechen begann.
– Meine Freunde, sagte er sehr ernst und blickte abwechselnd auf die drei Männer. Ich weiß, dass ihr alle diesem Tag mit Sehnsucht entgegen gesehen habt, und glaubt mir, das gilt auch für mich. Die drei Männer nickten einander zustimmend aber schweigend zu. Die Atmosphäre in der kleinen Gruppe war fast magisch.
– Faroukh und Mohammad wissen, dass unser Ziel Kopenhagen ist, speziell der Kopenhagener Flughafen, setzte Akhmahel fort. Ich werde euch gleich zeigen, worum es in unserem Plan geht, aber zuerst möchte ich euch einen Brief vorlesen. Er ließ seine Augen von einem zum anderen gleiten. Freudige Erwartung war in ihren Gesichtern zu lesen. Er nahm den handgeschriebenen Brief in die Hand und öffnete ihn vorsichtig. Es war ein großer Moment für alle. Er war außerordentlich gespannt auf ihre Reaktion auf den Brief, den er ihnen vorlesen würde.
– Dieser Brief, sagte er feierlich und hielt ihn hoch, habe ich von unserem Anführer Osama bin Laden erhalten. Sein Name möge für alle Ewigkeit geehrt werden.
– Für alle Ewigkeit! wiederholte einer der Männer mit lauter Stimme. Die anderen kamen mit zustimmenden Lauten und nickten einander eifrig zu. Aller Augen richteten sich auf das Schreiben, als ob es eine heilige Reliquie wäre. Akhmahel hob die Hand, bat um Ruhe und fuhr fort:
– Ich hatte vor einer Woche in Najran ein Treffen mit unserem Anführer. Er segnete unseren Plan und gab Ausdruck für seine großen Erwartungen an uns. Aber ich denke, seine eigenen Worte sagen es weit besser als meine unzureichenden.
Er blickte auf den Brief und begann zu lesen: Faroukh Ghafouri, Mohammad Reza Shafari, Sadou Bakli, Wahil el Mohammed, meine Brüder. Wenn diese zutiefst gefühlten Worte euer Ohr erreichen, steht ihr an der Schwelle zu einem Sieg, einem Sieg, von dem das islamische Volk über viele kommende Generationen hinweg berichten wird. Ihr gehört zu den Auserwählten, von denen die Legenden erzählen. Zu den Auserwählten, die das Reich Allahs auf Erden und den Ruhm unseres Volkes wiederherstellen werden. Der Kampf, den ihr kämpft, könnt ihr nicht verlieren, denn es ist der Kampf gegen Satan selbst. Es ist der Kampf gegen ein bösartiges Geschlecht, das Satan selbst auf die Erde gebracht hat, damit es regiert. Aber es ist auch ein Geschlecht, das seinem unvermeidlichen Untergang entgegengeht. Wisset, dass Ihr unter den Abendländischen verhasst seid, und dass ihre Handlanger und Lakaien euch verabscheuen. Wisset auch, dass das islamische Volk euch liebt und euch als Märtyrer verehrt. Die Anderen nennen euch Mörder und Verbrecher, und sie haben euch längst als bösartige Terroristen abgestempelt, die Frauen und Kinder töten. Sie zeigen eure so genannten Verbrechen der ganzen Welt im Fernsehen. Aber wenn ihr Mörder seid, ihr, die ihr für eine Freiheit kämpft, die ihr selbst gewählt habt, was sind dann sie? Sie, die unsere Frauen und unsere Kinder töten, um uns ihre falsche Freiheit aufzuzwingen. Heuchler und feige Hunde sind sie! Sie verstecken sich, zitternd vor Angst, hinter teuflischen Waffen. Waffen, die in einem unbeschreiblichen Umfang töten und verstümmeln. Und dennoch zeigen sie mit Verachtung auf euch und nennen euch feige. Aber ihr seid tapfere Männer, die ihr Leben für die Freiheit geben, die wahre Freiheit, die nur Allah gewähren kann. Meine Brüder, vergesst niemals, dass sie ohne Unterlass die Ressourcen unserer Länder stehlen und sie unter sich verteilen, wie sie es für gut befinden. Unser Öl ist mehr wert für sie, als das Blut ihrer eigenen Kinder. Aber lasst nicht zu, dass sie auch unsere Seelen stehlen, das Kostbarste, was wir unser Eigen nennen. Denjenigen unter euch, die während des bevorstehenden Kampfes den Märtyrertod erleiden werden, ist bereits ein Platz im Heiligsten bereitet, und ich bitte euch, diese Worte mit nach Norden zu nehmen: ihr seid alle in meinem Herzen, und meine Gedanken werden immer bei euch in euren Herzen sein. Möge Allah euch begleiten, und möge er euren Weg segnen. In tiefer Verbundenheit, Osama bin Laden.

Niemand sagte auch nur ein Wort als der Brief zu Ende war. Akhmahel blickte die drei Männer an und war milde gesagt verblüfft über die Wirkung, die der Brief hatte. Alle drei hatten glänzende, fast träumerische Augen und Akhmahel war sicher, dass sie in diesem Augenblick ihre eigenen Kehlen durchgeschnitten hätten, wenn der Brief sie darum gebeten hätte. Yemi Bazargan war auch in dem Brief genannt worden, aber Akhmahel hatte ihn absichtlich nicht erwähnt. Es war wichtig, dass die Stimmung, die der Brief erzeugt hatte, nicht durch Spekulationen über Yemis Wohlergehen gestört wurde. Er war davon überzeugt, dass Sadou früher oder später Fragen stellen würde. Aber es war Wahil, nach dem zuerst gefragt wurde.
– Wahil! Du hast Wahil erwähnt in dem Brief von … also in dem Brief. Wo ist er? Nimmt er an unserem … hieran teil? Die Frage kam von Faroukh.
– Alles wird sich heute während dieses Treffens aufklären, antwortete Akhmahel.
– Wo ist Yemi? kam es, wie erwartet, von Sadou. Akhmahel antwortete nicht sogleich. Er hatte bereits beschlossen, wahrheitsgemäß zu berichten, aber er wollte nicht den Eindruck erwecken, unüberlegt zu antworten.
– Yemi wurde von den deutschen Behörden in Gewahrsam genommen, sagte er. Er hat auf die Einladung zu diesem Treffen nicht reagiert. Die einzige Erklärung dafür ist, dass er außer Gefecht gesetzt ist. Er hatte nicht im Sinn, Ihnen von der SMS, die von den Behörden gekommen war, zu erzählen.
– Vielleicht hat er geredet, sagte Mohammad. Vielleicht sind die Behörden jetzt gewarnt.
– Nein, antwortete Akhmahel ruhig. Er hat nicht geredet, weil er nichts weiß, genau wie ihr bis jetzt noch nichts wisst. Mohammad nickte und blickte auf den Tisch, als ihm aufging, wie unlogisch seine Bemerkung gewesen war. Akhmahel war mit der Wendung, die das Gespräch genommen hatte, zufrieden und fuhr fort:
– Der volle Erfolg unserer bevorstehenden Aktion hängt davon ab, dass niemand mehr weiß als notwendig. Ihr werdet es bald verstehen. Aber zuerst muss ich Faroukh und Mohammad noch eine Frage stellen. Ist alles vorbereitet bei … Er blickte auf ein Stück Papier und las:
– … Jesper Berg? Gibt es da etwas, das uns einen Strich durch die Rechnung machen könnte? Faroukh und Mohammad sahen einander nervös an bevor Mohammad antwortete:
– Nein, nichts kann mehr schief gehen, er ist weg, wenn wir es brauchen, und er kommt nach Hause, wenn wir ihn erwarten.
– Gut, antwortete Akhmahel. Dann will ich Euch in den Plan einweihen.

Kopenhagen, 08.45 Uhr

Das Taxi saß in einem Stau im dichten morgendlichen Berufsverkehr gefangen. Williams fluchte im Stillen. Während der letzten Tage war seine Ungeduld stetig gewachsen, und ein Stau war das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte.
– Können sie nicht einen anderen Weg nehmen? fragte er irritiert den Fahrer. Wie zum Teufel konnte es in diesem kleinen, dummen Land so viel Verkehr geben? Waren sämtliche Einwohner hier versammelt?
– Es wird leider nicht besser, egal welche Route ich wähle, antwortete der Fahrer mit einem Achselzucken. Williams lehnte sich kopfschüttelnd in den Sitz zurück. Verdammt, dachte er, jetzt war er nicht von Anfang an bei dem Treffen dabei. Das war wirklich ärgerlich. Er hatte alles von vorne bis hinten geplant und wollte nicht, dass EATO selber auf Ideen kam, die dann in die falsche Richtung liefen. Er war so nahe daran, die Angelegenheit abzuschließen, sie durfte ihm nicht aus den Händen gleiten. Sowohl Wahil als auch Akhmahel würden sich morgen in Kopenhagen befinden, dessen war er sicher. Vielleicht waren sie sogar schon angekommen. Endlich konnte er die Akte über militante Studenten in Teheran schließen. Endlich konnte er die letzten beiden Namen auf der Liste von 1979 durchstreichen. Der Teufel soll mich holen, wenn ich zulasse, dass mir ein beschissener Stau die Tour vermasselt, dachte er entschlossen.

Kopenhagen, 08.50 Uhr

– Genau darüber kann ich noch nicht sprechen, sagte Lisbeth am Telefon. Aber ich kann dir so viel sagen: die Bedrohung muss ernst genommen werden. Wir empfehlen euch, ausreichend Ressourcen für die Aufgabe einzusetzen. Fest und überzeugend zu klingen kostete sie einen größeren Kraftaufwand als sie sich vorgestellt hatte. Während der letzten Nacht war nicht viel Zeit zum Schlafen gewesen, und sie gestand sich ein, dass sie nervöser war als je zuvor. Am anderen Ende der Leitung versuchte Polizeiinspektor Preben Antonsen Informationen aus ihr herauszulocken, aber sie sagte ihm nichts, was er nicht wissen sollte. Nicht, weil sie glaubte, Antonsen nicht vertrauen zu können, im Gegenteil! Sie kannte ihn gut von damals, als sie noch für die Polizei arbeitete und hatte ihn immer respektiert. Aber es war am sichersten, wenn Außenstehende zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als nötig wussten.
– Aber, wer sind Sie? bohrte er nach. Ich glaube nicht, dass ich eine Organisation wie die Ihre kenne. Es kann doch wohl nicht schaden, wenn wir wissen, mit wem wir zusammenarbeiten oder? Aus irgendeinem Grund hatte er das Gefühl, die Stimme am anderen Ende der Leitung zu kennen.
– Können wir nicht heute Nachmittag darüber sprechen, sagte Lisbeth. Ich muss jetzt gleich zu einer Sitzung, und das Telefon ist vielleicht auch nicht der sicherste Ort, um vertrauliche Informationen auszutauschen, nicht wahr?
– Nein, das ist wohl richtig, sagte Antonsen. Wir sehen uns also heute Nachmittag um 15.00 Uhr hier im Polizeipräsidium
– Sie brauchen nur nach mir zu fragen, dann komme ich und hole Sie ab.
– Um 15.00 Uhr wiederholte Lisbeth und legte auf.

Rolf und Tom waren vor fünf Minuten im Büro angekommen und gingen den Korridor entlang, als sie hörten, dass Lisbeth ein Telefongespräch beendete. Rolf stellte sich in die Tür zu Lisbeths Büro und klopfte an den Türrahmen.
– Kommen wir zu früh? fragte er mit einem Lächeln. Lisbeth sah auf ihre Uhr und antwortete:
– Nein, der Zeitpunkt ist perfekt, wir sind alle hier. Matts und Pertti sitzen jetzt sicher im Tagungsraum und schlafen; Jørgen hat Kaffee gekocht und was zum Frühstück mitgebracht. Ich habe gerade mit dem Leiter der Polizeitruppe gesprochen, die die Verantwortung für die Sicherheit im Flughafen übernehmen wird. Ich habe den offiziellen Zeitplan für die Veranstaltung und den Bereitschaftsplan der Polizei bekommen. Eine Liste mit den wichtigsten Informationen bringe ich mit. Sie wedelte mit einem Stück Papier in der Luft.
– Großartig! Haben wir damit nicht das meiste parat für die Planung? fragte Rolf.
– Ja, das denke ich, antwortete sie. Ich habe heute Nachmittag ein Treffen mit dem Gruppenleiter, Antonsen heißt er, im Polizeipräsidium hier in Kopenhagen. Dort werden wir die letzten Einzelheiten zurechtrücken. Aber was ist mit euch? Wie seid ihr hierhergekommen? Mit dem Auto? Rolf lächelte.
– Ja, das kann man wohl sagen. Wir sind in Toms großen Geländewagen eingeflogen, antwortete er. In der gleichen Moment steckte Tom den Kopf in die Tür.
– Guten Morgen, Lisbeth, sagte er mit einem breiten Lächeln. Ihr wisst wirklich, wie man sich das Leben angenehm macht, was? Morgenkaffee fürs Fußvolk! Ja, so ist’s richtig! Lisbeth lächelte über Toms Sarkasmus und antwortete:
– Das ist nicht so sehr für euch, Tom, das ist mehr für die anderen beiden Skandinavier. Die haben weder zu essen noch zu trinken bekommen, seit sie heute Nacht von zu Hause losgefahren sind. Ihr beide habt euch doch sicher auf der Fähre den Bauch vollgeschlagen. Tom grinste und breitete die Arme aus.
– Klar, haben wir, antwortete er. Aber wir wollen trotzdem nicht benachteiligt werden. Habt ihr nicht genügend Tassen, so dass Rolf und ich einen Schluck mittrinken können? Die beiden Männer nebeneinander blockierten die Tür vollständig. Lisbeth ging zu ihnen hinüber.
– Ich glaube, es ist genug für uns alle da, antwortete sie. Also, wenn Ihr bereit seid, können wir losgehen. Das heißt, soweit ich weiß ist Williams noch nicht angekommen. Rolf nickte und Tom zuckte gleichgültig mit den Achseln.
– Und wie hast du es dir gedacht, fuhr sie fort, willst du den Vorsitz übernehmen, Rolf, oder …? Rolf schüttelte den Kopf und klopfte ihr freundlich auf die Schulter.
– Nein, das mach du man selber, antwortete er. Ich kann einspringen, wenn es nötig ist, aber du bestimmst die Tagesordnung. Und wir warten auch nicht auf Williams. Wir müssen davon ausgehen, dass er bald auftaucht. Er spürte, dass Lisbeth etwas nervös war, aber in ihren Augen war ein unmissverständliches Leuchten: sie war die Aufgabe konzentriert, hundert Prozent.
– Gut, lasst uns loslegen, sagte sie. Sie gingen in den Tagungsraum. Lisbeth ging als Erste den Korridor entlang, gefolgt von Rolf und Tom als Letzter. Rolf beobachtete sie diskret, als er hinter ihr herging. Sie war in ein Paar moderne, enge, cremefarbene Jeans und eine weinrote Bluse gekleidet. Die Kombination stand ihr gut. Lässig, aber hübsch, dachte er. Sie passte ausgezeichnet zu seiner eigenen, ebenso lässigen Kleidung. Er trug am liebsten Cordhosen und Sweatshirt. Tom hatte wie immer seinen Camouflage-Anzug an. Rolf fragte sich, ob er überhaupt etwas anderes besaß. Der Tagungsraum im Kopenhagener Büro sah aus wie ein ganz gewöhnlicher Besprechungsraum in einem durchschnittlichen Unternehmen irgendwo in der Welt. Das Zimmer war sechzig Quadratmeter groß, zehn Meter lang und sechs Meter breit. Es gab einen Konferenztisch, der groß genug war, dass zwanzig Personen leicht an ihm hätten sitzen können und an einer der kurzen Wände hing eine riesige Weißwandtafel. An der Decke war ein Projektor montiert, der auf die Tafel gerichtet war, und in einer Ecke stand ein Flipchart. Jørgen Iversen, Matts Viren und Pertti Keikkonen saßen, wie erwartet, bereits dort, als Lisbeth, flankiert von Rolf und Tom, ankam.
Aber sie schliefen nicht, wie Lisbeth vorausgesagt hatte, sondern waren dabei, Kaffee zu trinken und von dem Brot zu essen, das Jørgen gekauft hatte.
– Wir kommen anscheinend im letzten Moment, sagte Lisbeth. Ihr habt ja schon fast den ganzen Teller leer geputzt. War die Verpflegung im Flugzeugtaxi wirklich so schlimm? Sie ging zur Tafel.
– Du kannst es ja selber einmal ausprobieren, schlug Matts vor. Tom und Rolf entschieden sich dafür, am weitesten hinten zu sitzen.
– Es scheint ja spannend zu werden, bemerkte Pertti und nickte in Richtung Tom und Rolf. Wir werden mitten in der Nacht aus dem Bett geworfen, und das gesamte Management kommt aus Deutschland angereist. Dieses Mal scheint Ihr es ernst zu meinen.
– Ja, es ist dieses Mal Ernst, unterbrach Tom. Blutiger Ernst sogar. Sollen wir Lisbeth das Wort erteilen? Aller Aufmerksamkeit richtete sich auf Lisbeth, die sich unmerklich räusperte.
– Wir gehen mit Sicherheit davon aus, dass die Lage ernst ist, begann sie. Alles deutet darauf hin, dass hier in Kopenhagen ein Angriff stattfinden soll, genauer gesagt gegen die Budapest-Reisenden im Flughafen. Ihr habt bereits einen Überblick über die Situation erhalten, als ich euch letzte Nacht anrief. Jetzt müssen wir planen, was wir dagegen tun wollen. Sie begann fast automatisch vor der Tafel hin und her zu gehen.
– Wir müssen bei der Planung von zwei Hauptpunkten ausgehen. Der erste ist, wie gesagt, dass wir von dem Ernst der Bedrohung ausgehen müssen, und der zweite ist, dass wir nur wissen, wo und nicht wie der Angriff stattfinden wird. Wir müssen mit anderen Worten versuchen, sämtliche potentiellen Angriffsmöglichkeiten aufzudecken und dabei alle Hypothesen als gleich wichtig zu betrachten. Eine verdammt schwierige Aufgabe, wenn ich es mal so deutlich sagen darf. Sie hielt in ihrer ‚Wanderung‘ für einen Moment inne und blickte die Anwesenden eindringlich an.
– Vielleicht ist es gar nicht so schwierig, wenn wir richtig darüber nachdenken, warf Pertti ein. Er beugte sich über den Tisch und schaute die anderen an.
– Ich denke, wir können die Situation analysieren, indem wir versuchen, uns in die Lage der Angreifer zu versetzen, fuhr er fort. Was würden wir tun, wenn wir einen Angriff gegen die Budapest-Reisenden durchzuführen hätten? Es kann gut sein, dass wir es nicht haargenau herausfinden, aber vielleicht können wir ein Gefühl dafür bekommen, auf was wir achten sollten.
Tom und Rolf nickten fast synchron, und Lisbeth war ganz sicher für alle konstruktiven Vorschläge empfänglich. Sie hob die Hände.
– Lasst uns versuchen, Perttis Vorschlag zu folgen, sagte sie. Ich werde allerdings als Einleitung den tatsächlichen Zeitplan des Arrangements bekanntgeben. Danach können wir unsere Ideen zu möglichen Angriffsmethoden sammeln. Ich denke es wird uns helfen, wenn der Zeitplan an der Tafel steht. Sie ging an die Tafel, nahm einen schwarzen Stift und fing an, die Liste abzuschreiben, die sie aus ihrem Büro mitgebracht hatte:
14.00 Uhr, Flughafengelände wird von der Polizei versiegelt,
15.00 Uhr, Botschafter aus Stockholm landet, Gate A10;
15.00 Uhr, Außenminister wird in Frederiksberg abgeholt,
15.15 Uhr, Ankunft des Basketball–Teams am Flughafen, Terminal 3,
15.25 Uhr, Ankunft des Außenministers am Flughafen Terminal 3,
15.30 Uhr, Pressekonferenz, Karen Blixen Coffee Shop, Terminal 3,
16.30 Uhr, Boarding, Gate A13,
16.45 Uhr, Abflug,
17.00 Uhr, Operation abgeschlossen.
– Das Karen-Blixen-Café, das gemeint ist, liegt in der zollfreien Zone, sagte sie, als sie fertig war. Mit anderen Worten, das Ganze findet auf der abgesicherten Seite vom Flughafen statt. Sie nahm ihre Wanderung vor der Tafel wieder auf und fuhr fort:
– Neben Presse, Polizei, CIA, Geheimdienst und uns haben nur Personen mit einer gültigen Boardingkarte Zutritt. So sieht also der Handlungsrahmen aus. Sie saßen alle nur da und schauten auf die Tafel, ohne etwas zu sagen. Pertti war der Erste, der das Schweigen brach.
– Lass uns Teilnehmerzahlen hinzufügen, schlug er vor. Kannst du nicht als Überschriften schreiben „Presse“, „Polizei“, „CIA“‘, „Geheimdienst“ und „EATO“ und dann die jeweils erwartete Anzahl Teilnehmer dahinter?
– Gute Idee, antwortete sie und schrieb die Überschriften auf die Tafel.
– Presse ist schwer zu sagen, warf Jørgen ein. Da kommen wahrscheinlich so viele wie es ihnen in den Kram passt, und sie brauchen nur ihren Presseausweis zu zeigen, um reinzukommen.
– Ja, das stimmt, sagte Lisbeth. Aber wir können trotzdem eine geschätzte Anzahl einsetzen. Lasst uns davon ausgehen, dass drei Fernsehsender und fünf Zeitungen über die Veranstaltung berichten. Jeder Sender ist mit einem Journalisten, einem Kameramann, einem Tontechniker und einer zusätzlichen Person vertreten, und jede Zeitung kommt mit einem Reporter und einem Fotografen. Das heißt zwölf Fernsehleute und zehn Zeitungsleute, also 22 von der Presse. Ich spreche auf jeden Fall mit den Vertretern der Presse vor der allgemeinen Pressekonferenz. Wesentliche Änderungen teile ich allen mit, sobald ich etwas Näheres weiß.

Sie schrieb 22 unter „Presse“.
– Dann ist da die Polizei, fuhr sie fort. Nach Angaben des leitenden Polizeiinspektors sind neunzig Mann für die Aufgabe abgestellt. Sie sind wie folgt aufgeteilt. Sie überprüfte ihre Liste und schrieb auf die Tafel: „23 Mann mit Motorrädern; 2 Mann als Eskorte für den Außenminister (ebenfalls mit Motorrad); 30 Mann, die im gesamten Flughafenbereich patrouillieren; 20 Mann, die einen Ring um die Delegation bilden; 15 Mann festes Flughafenpersonal; insgesamt 90 Mann.“
– Dann gibt es die CIA, fuhr sie fort. Wo bleibt Williams ab? Sie schaute Rolf an. Der zuckte mit den Schultern.
– Ich weiß es wirklich nicht, antwortete er, aber mach einfach weiter. Es ist schließlich unsere Operation.
– Gut, fuhr Lisbeth fort. Das muss dann offen bleiben, bis er auftaucht. Er kann uns vielleicht auch sagen, mit wie vielen Männern der Geheimdienst kommt. In diesem Moment wurde die Tür geöffnet, und ein Mitarbeiter der Verwaltung steckte den Kopf ins Zimmer.
– Entschuldigen Sie die Unterbrechung, sagte er. Aber man hat mich gebeten, Ihnen Bescheid zu sagen, sobald John Williams eintrifft. Er ist gerade angekommen.
– Vielen Dank, würden Sie ihn bitte hereinlassen? antwortete sie. Sie schwiegen alle, als Williams ein paar Sekunden später ins Zimmer trat. Lisbeth wollte ihn begrüßen, aber bevor sie oder jemand anders etwas sagen konnte, ging er wortlos an die Tafel und stellte sich genau vor Lisbeth.
– Entschuldigen Sie die Verspätung, sagte er, mit dem Rücken zu ihr. Ich hatte keine Ahnung, dass Sie auch so etwas wie Berufsverkehr in diesem Land haben. Er stellte mit einem Knall seine Tasche auf den Tisch, öffnete sie und fuhr fort, als ob sie alle nur auf seine Ankunft gewartet hätten:
– Nun, egal, lassen Sie uns mit der Sitzung beginnen. Ich habe einen Plan mitgebracht, bei dem Sie alle assistieren sollen. Williams Auftritt war völlig überraschend gekommen. Für einige Sekunden waren alle wie gelähmt, und Lisbeth stand vor Erstaunen der Mund offen. Rolf wollte sich gerade erheben, als Lisbeths Gesichtsausdruck sich verwandelte und ihre Augen Blitz schossen.
– Mr. Williams! stieß sie mit eisiger Stimme hervor. Sie sind als Gast hier im Gebäude, und ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich als solcher aufzuführen. Andernfalls werden Sie sofort wieder hinausbegleitet, ist das klar? Bitte setzen Sie sich, umgehend!
Rolf bekam große Augen. Er hätte sie in diesem Moment küssen können. Williams drehte sich um und bedachte sie mit einem harten Blick, den sie ebenso hart erwiderte.
– Sagen Sie mir, zischte er, wissen Sie überhaupt, worum es hier geht? Das ist kein Spiel. Das ist absoluter Ernst, verstanden? Ich habe Pläne in der Tasche, die von der US–Regierung genehmigt sind. Vielleicht sind Sie selber so freundlich und …
– Mr. Williams! wiederholte Lisbeth mit lauter Stimme. Ich glaube nicht, dass Sie mich gehört haben. Bitte setzen Sie sich, umgehend! Williams wollte etwas entgegnen, drehte sich aber stattdessen resolut um, schloss seine Tasche mit einem Knall und ging zum nächsten freien Stuhl.
– Ich hoffe wirklich, dass Sie wissen, was sie tun, bellte er fast. Das hier werde ich meiner Regierung als mangelnde Kooperation melden. Tom saß und trommelte mit den Händen auf dem Tisch. Seine Augen verrieten, wie schwer es ihm fiel, sich zu beherrschen.
– Willst du oder soll ich? fragte er Rolf. Rolf stand wortlos auf und ging zur Tür.
– Mr. Williams, wir beide brauchen mal eben fünf Minuten allein im Nachbarzimmer, sagte er und öffnete die Tür. Er schaute zu Lisbeth hinüber und fragte:
– Dürfen wir dein Büro leihen? Bevor sie antworten konnte, wandte er sich wieder an Williams:
– Mr. Williams, lassen Sie uns nach nebenan gehen. Williams stand eindeutig rasend vor Wut auf, machte aber keine weiteren Einwände. Als sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, zog Lisbeth einen Stuhl heran und setzte sich. Sie fühlte sich völlig erschöpft. Alle Kraft war aus ihr herausgesogen, und ihre Hände zitterten leicht.
– Das müsst ihr also entschuldigen, sagte sie.
– Was für ein Arschloch! rief Matts. Den sollen wir die nächsten Tage im Schlepptau haben? Gott bewahre! Lisbeth stand wieder auf.
– Wir können genauso gut weitermachen, bis Rolf und Williams zurückkommen, schlug sie vor. Tom, was ist mit deinen Mitarbeitern? Wo sollen wir sie einsetzen? Ja, wie tarnt man so eine kleine Armee in einem geschäftigen Flughafen?

Rolf schloss die Tür zu Lisbeths Büro hinter sich und drehte sich um zu Williams, der einer Gewitterwolke ähnelte.
– Sagen Sie mal, Williams, was zum Teufel bilden Sie sich eigentlich ein? fragte er.
– Was ich mir einbilde? fuhr Williams auf. Das werde ich Ihnen verdammt noch mal sagen, Duvenhart. Sie haben nicht die geringste Ahnung, mit wem Sie es hier zu tun haben. Sie haben überhaupt nicht dieselben Informationen wie …
– Stopp, Williams, sagte Rolf. Wenn Sie etwas wissen, was wir nicht wissen, dann rate ich Ihnen, uns das sofort mitzuteilen. Eins ist sicher, und es wäre weise, sich damit abzufinden: Die EATO steuert die Ereignisse hier in Kopenhagen. Ich würde nicht eine Sekunde zögern, Sie kaltzustellen, wenn ich auch nur den mindesten Verdacht bekäme, dass Sie eine geheime Agenda haben oder dass Sie die Operation manipulieren oder auf Abwege führen. Er sah Williams in die Augen.
– Ich hoffe bei Gott, dass wir auf der gleichen Seite stehen, denn es wird so gemacht, wie ich es sage. Williams sah ein, dass er auf diesem Wege nichts erreichen würde. Er konnte es sich nicht leisten, dass seine persönlichen Gefühle seinem eigentlichen Ziel in die Quere kamen. Er änderte ohne Umschweife seine Taktik.
– Verdammt, Duvenhart, sagte er. Das war doch nicht so gemeint, Sie haben mich missverstanden. Ich dachte doch nur … weil ich zu spät gekommen bin, so wollte ich nur Zeit sparen und sofort loslegen. Natürlich bin ich bereit, zu Ihren Bedingungen zu spielen, das ist doch völlig klar. Sollten wir nicht einfach von vorne anfangen? Rolf hatte das Gefühl, einer Klapperschlange gegenüberzustehen, aber er ließ es sich nicht anmerken und sagte:
– Nun, dann sind wir also einig, Williams. Lassen Sie uns zusammen mit den anderen einen neuen Anfang machen!

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

The Man from Tehran

Thursday, 9 February 2006

Lübeck, 8:10 a.m.

Akhmahel looked around the cozy little restaurant. There was a good atmosphere in the room, and he decided to eat here if the opportunity should present itself. Without looking at the three expectant men, he opened the briefcase and took out various documents. He put everything on the table in front of him, closed the briefcase and put it on the floor next to his chair. He took the time to read through the papers in front of him. The other three watched each of his movements in devout silence. It was almost like a ritual. In front of Akhmahel were a handwritten letter, some maps, four French passports, a list of names, a primitive drawing of Copenhagen international airport, and some handwritten notes. None of the men seemed to notice the tray of coffee, tea, and bread. All attention was focused on Akhmahel and what was on the table in front of him. Akhmahel looked at the papers for a while before suddenly standing up and starting to speak.

– My friends, he said very seriously, looking at the three men in turns. I know that you have all been looking forward to this day, and believe me, so have I. The three men nodded in agreement but silently. The atmosphere in the small group was almost magical.

– Faroukh and Mohammad know that our destination is Copenhagen, especially Copenhagen Airport, Akhmahel continued. I’ll show you what our plan is about, but first I want to read you a letter.
He let his eyes slide from one to the other. There was joyful anticipation on their eyes. He picked up the handwritten letter and opened it carefully. This was a great moment for everyone, and he was extremely curious to see their reaction to the letter he was going to read to them.
– This letter, he said solemnly and held it up, I received from our leader Osama bin Laden. May his name be honored for all eternity.

– For all eternity! repeated one of the men in a loud voice.
The others came with approving sounds and nodded eagerly to each other. All eyes turned to the letter as if it were a holy relic.

Akhmahel raised his hand, asked for calm, and continued:
– I had a meeting with our leader in Najran a week ago. He blessed our plan and expressed his great expectations of us. But I think his own words say it far better than my inadequate ones.
He looked at the letter and began to read: Faroukh Ghafouri, Mohammad Reza Shafari, Sadou Bakli, Wahil el Mohammed, my brothers. When these deeply felt words reach your ears, you are on the threshold of a victory; a victory that the Islamic people will talk about for many generations to come. You are amongst the chosen ones that the legends tell about. The chosen ones who will restore the kingdom of Allah on earth and the glory of our people. You cannot lose the struggle you are fighting because it is the struggle against Satan himself. It is the struggle against an evil race that Satan himself brought to earth to rule. But it is also a race that is facing its inevitable downfall. Know, that you are hated by the Westerners and that their henchmen and lackeys loathe you. Also know, that the Islamic people love you and honor you as a martyrs. The others call you murderers and criminals, and by them you have long been labeled as malicious terrorists who kill women and children. They show your so-called crimes around the world on television. But if you are murderers, you who fight for a freedom that you have chosen, what are they? They who kill our women and children to impose their false freedom on us. They are hypocrites and cowardly dogs! They hide behind devilish weapons, trembling with fear. Weapons that kill and maim to an indescribable extent. And yet they point at you with contempt and call you cowardly. But you are brave men who give your life for freedom, the true freedom that only Allah can grant. My brothers, never forget that they are constantly stealing the resources of our countries and distributing them among themselves as they see fit. Our oil is worth more to them than the blood of their own children. But don’t let them steal our souls, the most precious thing we call our own. Those of you who will be martyred during the forthcoming battle have already been given a place in the holiest, and I ask you to take these words northward with you: you are all in my heart and my thoughts will always be with you in your hearts. May Allah be with you and may he bless your path. In deep connection, Osama bin Laden.

No one said a word when the letter ended. Akhmahel looked at the three men and was, mildly said, amazed at the effect the letter had. All three had shiny, almost dreamy eyes and Akhmahel was certain that at that moment they would have cut their own throats if the letter had asked them to. Yemi Bazargan had also been mentioned in the letter, but Akhmahel had deliberately not mentioned him. It was important that the sentiment that the letter created was not disturbed by speculation about Yemi’s well-being. He was convinced that Sadou would ask questions sooner or later. But as it turned out, it was Wahil that was asked about first.

– Wahil! You mentioned Wahil in the letter from … in the letter. Where is he? Does he participate in our … here? The question came from Faroukh.

– Everything will clear up during this meeting today, Akhmahel replied.

– Where’s Yemi? it came from Sadou, as expected.

Akhmahel didn’t answer immediately. He had already decided to report truthfully, but he didn’t want to give the impression of answering rashly.

– Yemi was taken into custody by the German authorities, he said. He did not respond to the invitation to this meeting. The only explanation for this is that he is out of action.
He had no intention of telling them about the text message that he had received from the authorities.

– Maybe he has talked, said Mohammad. Maybe the authorities are now warned.

– No, Akhmahel replied calmly. He has not talked, because he doesn’t know anything, just like you don’t know anything yet.

Mohammad nodded and looked at the table when he realized how illogical his remark had been.

Akhmahel was satisfied with the turn the conversation had taken and continued:
– The full success of our imminent action depends on nobody knowing more than necessary. You will understand it soon. But first I have to ask Faroukh and Mohammad a question. Is everything ready at …
He looked at a piece of paper and read from it:
– … Jesper Berg? Is there anything that could upset our plan?

Faroukh and Mohammad looked nervously at each other before Mohammad replied:
– No, nothing can go wrong, he is gone when we need it and he comes home when we expect him.

– Fine, replied Akhmahel. Now I want to let you in on the plan.

Copenhagen, 8:45 a.m.

The taxi was caught in a traffic jam in the busy morning rush hour. Williams silently swore. His impatience had grown steadily over the past few days, and a traffic jam was the last thing he needed.

– Can’t you take another route? he asked the driver irritated.

How the hell could there be so much traffic in this little stupid country? Were all the residents gathered here?

– Unfortunately, it doesn’t get any better, no matter which route I choose, the driver replied with a shrug.

Williams leaned back in the seat, shaking his head. Damn it, he thought, he wouldn’t be at the meeting right from the start. That was really annoying. He had planned everything from start to finish and didn’t want EATO to come up with ideas that would go into the wrong direction. He was so close to completing the matter, and couldn’t allow it to slip out of his hands. Both Wahil and Akhmahel would be in Copenhagen tomorrow, he was sure of that. Maybe they had already arrived. He was finally able to close the file on militant students in Tehran. Finally he would be able to cross out the last two names on the 1979 list. Like hell would he allow a shitty traffic jam to get in the way of his plans, he thought resolutely.

Copenhagen, 8.50 a.m.

– I can’t talk about that yet, Lisbeth said on the phone. But I can tell you this much: the threat must be taken seriously. We recommend that you use sufficient resources for the task.

Sounding firm and convincing took more effort than she had imagined. The night before had been a short one, and she admitted to herself that she was more nervous than ever. At the other end of the line, police inspector Preben Antonsen tried to lure information out of her, but she didn’t tell him anything he shouldn’t know. Not because she thought she couldn’t trust Antonsen, on the contrary! She knew him well from when she was still working for the police and had always respected him. But it was safest when outsiders didn’t know more than necessary at this point.

– But who are you? he asked. I don’t think I know an organization like yours. It can’t hurt if we know who we are working with, can it? For some reason, he felt he knew the voice on the other end of the line.

– Can’t we talk about it this afternoon, said Lisbeth. I must go to a meeting right now, and the phone may not be the safest place to share sensitive information, is it?

– No, that’s probably right, said Antonsen. So, we’ll meet this afternoon at 3:00 p.m. here at the police headquarters. All you have to do is ask for me, then I’ll come and pick you up.

– At 3:00 p.m. Lisbeth repeated and hung up.

Rolf and Tom had arrived at the office five minutes ago and were walking down the corridor when they heard Lisbeth ending a phone call. Rolf stood in the door to Lisbeth’s office and knocked on the door frame.

– Are we too early? he asked with a smile.

Lisbeth looked at her watch and replied:
– No, the time is perfect, we are all here. Matts and Pertti are now presumably sitting in the meeting room sleeping; Jørgen made coffee and brought something for breakfast. I have just spoken to the head of the police force that will take responsibility for airport security. I have received the official schedule for the event and the police preparedness plan. I will bring a list with the most important information.

She waved a piece of paper in the air.

– Great! Don’t we have almost everything ready for the planning then? asked Rolf.

– Yes, I think so, she replied. I have a meeting this afternoon with the group leader, his name is Antonsen, at the police headquarters here in Copenhagen. There we will adjust the last details. But what about you? How did you get here? By car?

Rolf smiled.
– Yes, you could say that. We flew in with Tom’s big SUV, he replied.

At the same moment, Tom stuck his head in the door.

– Good morning, Lisbeth, he said with a big smile. You really know how to make life comfortable, huh? Morning coffee for the infantry! Well done!

Lisbeth smiled at Tom’s sarcasm and replied:
– It’s not so much for you, Tom, it’s more for the other two Scandinavians. They haven’t had food or drink since they left home last night. The two of you have surely stuffed yourselves on the ferry.

Tom grinned and spread his arms.
– Sure, we have, he replied. But we still don’t want to be disadvantaged. Don’t you have enough cups so that Rolf and I can have a sip?

The two men side by side blocked the door completely. Lisbeth went over to them.

– I think there is enough for all of us, she replied. So, when you are ready, we can go. That is, as far as I know Williams has not yet arrived.

Rolf nodded and Tom shrugged indifferently.

– And how did you plan to handle it, she continued, do you want to preside, Rolf, or …?

Rolf shook his head and patted her friendly on the shoulder.
– No, you do that yourself, he replied. I can step in if necessary, but you set the agenda. And we’re not waiting for Williams either. We have to assume that he will appear soon.

He sensed that Lisbeth was a little nervous, but there was an unmistakable glow in her eyes: she was focused on the task, one hundred percent.

– Well, let’s get started, she said.

They went to the meeting room. Lisbeth was the first to walk down the corridor, followed by Rolf and Tom last. Rolf watched her discreetly as he followed her. She was dressed in a pair of modern, tight, cream-colored jeans and a burgundy blouse. The combination suited her well. Casual but pretty, he thought. It went perfectly with his own, equally casual clothing. He preferred to wear corduroy pants and a sweatshirt. As always, Tom was wearing his camouflage suit. Rolf wondered if he possessed anything else at all.

The meeting room in the Copenhagen office looked like an ordinary meeting room in any average company anywhere in the world. The room was sixty square meters large, ten meters long, and six meters wide. There was a conference table big enough for twenty people to sit at, and a huge whiteboard hung on one of the short walls. There was a projector mounted on the ceiling facing the whiteboard and a flipchart in one corner. As expected, Jørgen Iversen, Matts Viren and Pertti Keikkonen were already there when Lisbeth, flanked by Rolf and Tom, arrived. But they weren’t asleep, as Lisbeth had predicted, but were drinking coffee and eating the bread Jørgen had bought.

– We seem to be arriving at the last moment, said Lisbeth. You already cleaned almost the whole plate. Was the food in the airplane taxi really that bad?

She went to the blackboard.

– Why don’t you try it yourself, suggested Matts.

Tom and Rolf decided to sit in the far back.

– It seems to be getting exciting, Pertti remarked and nodded towards Tom and Rolf. We are thrown out of bed in the middle of the night and the entire management from Germany is traveling up here. You seem to take it seriously this time.

– Yes, it’s serious this time, interrupted Tom. Bloody serious even. Should we give Lisbeth the floor?

All attention turned to Lisbeth, who cleared her throat imperceptibly.

– We certainly assume that the situation is serious, she started. Everything indicates that an attack is to take place here in Copenhagen, more precisely against the Budapest travelers at the airport. You already got an overview of the situation when I called you last night. Now we have to plan what we want to do about it.

She started walking back and forth in front of the board almost automatically.

– We have to start from two main points when planning. As I said, the first is that we have to assume that the threat is serious, and the second is that we only know where and not how the attack will take place. In other words, we have to try to uncover all potential attacks and consider all hypotheses to be equally important. A damn difficult task, if I may say it so clearly.

She paused for a moment in her ‚hike‘ and looked intently at those present.

– Perhaps it is not that difficult if we think about it properly, Pertti put in.
He leaned over the table and looked at the others.
– I think we can analyze the situation by trying to put ourselves in the position of the attackers, he continued. What would we do if we had to attack the Budapest travelers? We may not be able to find out exactly, but maybe we can get a feel for what to look for.

Tom and Rolf nodded almost synchronously, and Lisbeth was most certainly receptive to all constructive suggestions. She raised her hands.

– Let’s try to follow Pertti’s suggestion, she said. However, I will announce the actual schedule of the arrangement as an introduction. Then we can collect our ideas on possible attack methods. I think it will help us if the schedule is on the board.

She went to the whiteboard, picked up a black pen, and started writing down the list she had brought from her office:

2 p.m., airport area is sealed by the police,

3 p.m., Ambassador from Stockholm lands, Gate A10;

3 p.m., Foreign Minister will be picked up in Frederiksberg,

3:15 p.m., arrival of the basketball team at the airport, Terminal 3,

3:25 p.m., arrival of the Foreign Minister at Terminal 3 Airport,

3.30 p.m., press conference, Karen Blixen cafe, Terminal 3,

4.30 p.m., boarding, Gate A13,

4.45 p.m., departure,

5 p.m., operation completed.

– The Karen Blixen cafe in question is the one in the duty-free zone, she said when she was done. In other words, the whole thing takes place on the secured side of the airport.

She resumed her hike in front of the blackboard and continued:

– In addition to the press, police, CIA, secret service and us, only people with a valid boarding card have access. So that’s the framework for action.

They were all just sitting there looking at the whiteboard without saying anything. Pertti was the first to break the silence.

– Let’s add participant numbers, he suggested. Can’t you write headlines „Press“, „Police“, „CIA“ ‚, „Secret Service“ and „EATO“ and then the expected number of participants behind them?

– Good idea, she replied and wrote the headings on the board.

– The press is hard to say, Jørgen said. They’ll probably get as many in as they can, and all they have to do is show their press ID to get in.

– Yes, that’s right, said Lisbeth. But we can still use an estimated number. Let us assume that three TV channels and five newspapers will report on the event. Each broadcaster is represented by a journalist, a cameraman, a sound engineer and an additional person, and each newspaper comes with a reporter and a photographer. That means twelve television people and ten newspaper people, so 22 from the press. I will definitely speak to the press representatives before the general press conference. I will notify everyone of any major changes as soon as I know anything else.

She wrote 22 under „press“.

– Then there is the police, she continued. According to the chief police inspector, ninety men are assigned to the task. They are divided up as follows.

She checked her list and wrote on the board: “23 officers on motorcycles; 2 officers as escorts for the Foreign Minister (also on motorcycle); 30 officers patrolling the entire airport area; 20 officers forming a ring around the delegation; 15 officers permanent airport staff; a total of 90 officers.“

– Then there is the CIA, she continued. What has happened to Williams?
She looked at Rolf.

He shrugged.
– I really don’t know, he replied, but just keep going. It’s our operation after all.

– Good, Lisbeth continued. That must then remain open until he shows up. He may also be able to tell us how many men the Secret Service is sending.

At that moment, the door opened and an administrative employee stuck his head into the room.

– Excuse me for the interruption, he said. But I’ve been asked to let you know as soon as John Williams arrives. He just did.

– Thank you, would you please show him in? Lisbeth answered.

They were all silent when Williams entered the room a few seconds later. Lisbeth wanted to greet him, but before she or anyone else could say anything, he went wordlessly to the whiteboard and stood in front of Lisbeth.

– Excuse the delay, he said, with his back to her. I had no idea that you also have something like rush hour traffic in this country.

He put his bag on the table with a bang, opened it and continued as if they had all just been waiting for his arrival:

– Well, never mind, let’s start the meeting. I brought a plan with me to which all of you have to assist.

William’s entry had come as a complete surprise. Everyone was paralyzed for a few seconds, and Lisbeth’s mouth was wide open with astonishment.

Rolf was about to rise when Lisbeth’s expression changed and her eyes shot lightning.

– Mr. Williams! she uttered in an icy voice. You are here in this building as a guest and I would strongly recommend that you act as such. Otherwise you will be escorted out immediately, is that clear? Please sit down immediately!

Rolf’s eyes widened. He could have kissed her at that moment.

Williams turned and gave her a hard look, which she returned as hard.

– Listen here, he hissed, do you even know what this is about? This is not a game. This is absolute serious, understand? I have plans in with me that are approved by the United States government. So, maybe you will be so kind and …

– Mr. Williams! Lisbeth repeated in a loud voice. I don’t think you heard me. Please sit down immediately!

Williams tried to counter something, but instead resolutely turned, closed his bag with a bang, and went to the nearest vacant chair.

– I really hope you know what you’re doing, he almost barked. I will report this to my government as a lack of cooperation.

Tom sat and drummed his hands on the table. His eyes revealed how difficult it was for him to control himself.

– Do you want to or should I? he asked Rolf. Rolf got up without a word and went to the door.

– Mr. Williams, I think we need five minutes alone in the next room, he said and opened the door.
He looked at Lisbeth and asked:
– Can we borrow your office?

Before she could answer, he turned to Williams again:

– Mr. Williams, let’s go next door.

Williams was clearly furious, but made no further objection. When the door closed behind them, Lisbeth pulled up a chair and sat down. She felt completely exhausted. All strength had been sucked out of her and her hands trembled slightly.

– Please excuse that, she said.

– What an asshole! cried Matts. That’s the one, we are supposed to have in tow for the next few days? God forbid!

Lisbeth got up again.
– We might as well go on until Rolf and Williams come back, she suggested. Tom, what about your employees? How are we using them? How do you camouflage such a small army in a busy airport?

 

Rolf closed the door to Lisbeth’s office behind him and turned to Williams, who resembled a storm cloud.

– Say, Williams, who the hell do you think you are? he asked.

– Who I think I am? Williams exclaimed. I’ll tell you damn it, Duvenhart. You have no idea who we’re dealing with here. You don’t have the same information as …

– Stop, Williams, said Rolf. If you know something that we don’t know, I advise you to let us know immediately. One thing is certain, and it would be wise to put up with it: EATO controls the events here in Copenhagen. I will not hesitate for a second before cutting you of, if I even have the slightest suspicion that you have a secret agenda or that you are manipulating or going astray.
He looked Williams in the eye.
– I hope by God that we are on the same side, because it will be done as I say it will.

Williams realized that he would not achieve anything in this way. He couldn’t afford to let his personal feelings get in the way of his actual goal. He immediately changed his tactics.

– Damn it, Duvenhart, he said. That wasn’t what I meant, you misunderstood me. I just thought … because I was late, I just wanted to save time and get started right away. Of course I am ready to play on your terms, that is perfectly clear. Shouldn’t we just start over?

Rolf felt like he was facing a rattlesnake, but he didn’t show it and said:

– Well, then we agree, Williams. Let’s make a new start together with the others!

(To be continued)

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

2 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Lübeck/ Kopenhagen … The man from Tehran, Lübeck/Copenhagen“

  1. Nun spielt Williams wieder die erste Geige. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Die Terroristen in der Zwischenzeit haben ja auch eine Spannung geschaffen, die kaum zu steigern ist. Hut ab vor dem Autor!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich werde das Lob weitergeben, mein Mann freut sich immer darüber!
      Ich muss gestehen, dass ich es selbst spannend finde. Ganz lange ahnt man als Leser ja, was da wohl vor sich gehen soll, kann aber nicht sehen wie. Dann erfahren wir das wie, aber Lisbeth und Rolf können es nicht wissen … 😀 😀

      Gefällt 1 Person

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