Ich mische mich in die Debatte … I am joining the debate

furious-2514031_1280 RobinHiggins
(Foto: Pixabay, Robin Higgins)

Ich habe nämlich langsam die Nase voll!     … Because I am fed up now!

Hauptsächlich wegen der widersprüchlichen bzw. merkwürdigen Massnahmen der Regierung/der Kommunen.

… Mainly because of the contradicting resp. strange measures the government/districts are taking.

Die Baumärkte sind bei uns geöffnet. Die Logik entzieht sich mir, aber ich bin froh darüber, denn dann können die Leute sich zuhause konstruktiv betätigen anstatt sich einen Frust anzufressen. Wir waren im Bauhaus Rosenerde für das zukünftige Rosenbeet zu holen.  Der ganze Parkplatz war voll und drinnen waren viele Leute. Es verlief sich aber, und alle verhielten sich vernünftig, hielten Abstand, keiner drängelte an der Kasse. Ich habe mich in keinem Moment „bedroht“ gefühlt.

… The hardware stores are open here. The logic eludes me, but I am glad, because people can do something constructive at home instead of frustration binge eating. We were at Bauhaus and bought soil for the soon to be rose bed. The entire parking lot was filled, and there were many people inside. However, they were distributed over a large area, and everybody acted responsibly, kept their distance, nobody was pushing at the cashier. At no point I felt „threatened“.

Die Regierung hat mit 70.000 Leuten gerechnet, denen wegen vorübergehender Arbeitslosigkeit zusätlich finanziell geholfen werden muss. Es sind aber bereits mehr als 200.000. Die Rechnung wird hinterher von den Steuergeldern bezahlt, also von uns, und die allseits beliebten Kürzungen der Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe etc. etc. werden sicher auch wieder vorgenommen werden, wie schon so oft, alles unter der Devise: Wir müssen jetzt alle zusammenhalten und das finanzieren. Alle ausser den Banken natürlich …

… The Government has calculated with 70,000 additional people to be financially supported because of lost jobs. However, they are counting more than 200,000 already.  The invoice will be paid by the tax payers afterwards, meaning by us, and the popular measures of cutting social benefits like unemployment benefits, welfare etc. etc. will most probably be executed again, as often before, all under the motto: We have to stand together now and finance this backlog. All except the banks, of course …

Wie wäre es denn mit Restriktionen gegenüber den Banken? Unsere Staatsministerin „empfiehlt“ den Banken, dieses Jahr keine Dividenden an die Aktionäre auszuzahlen, damit mehr Rücklagen gebildet werden. Wenn die Banken das nicht tun und dann irgendwann in Bedrängnis geraten, soll der Steuerzahler sie dann etwa wieder auslösen? Obwohl viele Banken sich jetzt in der Krise weigern, billige Kredite an kleine Firmen zu gewähren? Das ist auch etwas, wozu sie von der Regierung „aufgefordert“ wurden.

… How about restrictions for the banks? Our Minister of State „recommends“ to the banks, not to pay out dividends to the shareholders this year, so that they have more reserve funds. If the banks don’t do that, and later on they get into difficulties, is the tax payer expected to bail them out again? Although many banks refuse to give low interest loans to small companies in this time of crisis? That is also something, that the Government „requested“ them to do.

Einerseits wundert es mich, dass die Baumärkte geöffnet sind (ich beklage mich nicht, nicht falsch verstehen!!!), aber wenn man in Lundby Bakker spazieren gehen will, einem grossen Waldgebiet, dann sind da die Hälfte aller Parkplätze abgesperrt, so dass nur die Hälfte der Leute wie sonst dort spazierengehen können. Das fanden wir so widersinnig, dass wir weitergefahren sind.

…  I am surprised that on the one hand the hardware stores are open (I am not complaining, don’t get me wrong!!!), but if one wants to take a walk at Lundby Bakker, a large woodland, then half of the parking places are blocked off, so that only half the amount of people can take a walk there. We found that so absurd that we drove on.

Eine andere merkwürdige Massnahme ist, dass man nur in einer Richtung, und zwar im Uhrzeigersinn, um Seen herumgehen darf. In meinen Augen trägt das doch nur zur „Klumpenbildung“ bei, denn ich latsche nicht im Schneckentempo hinter irgendjemandem her in 10 m Abstand. Ich gehe mein Tempo und überhole. Das dauert wenige Sekunden und ich kann gerne solange den Atem anhalten. In meinen Augen verteilen sich die Spaziergänger besser, wenn man in beide Richtungen gehen kann. Eine etwaige Begegnung dauert auch nur ein paar Sekunden. Zuwiderhandeln wir mit Strafen von 1500 DKK geahndet (ca. 200 EUR). Das noch mehr Bizarre ist, dass man auf den übrigen Waldwegen gehen „darf“ wie man will. Der Økssø wird von uns erst einmal gemieden …

… Another odd measure is that one can only walk around lakes in one direction now, clockwise. As far as I see it, this only contributes to „lump formation“, because I don’t walk in snail speed behind somebody in 30 feet distance. I walk in my tempo and overtake. That takes a few seconds, and I am willing to keep my breath while doing it. In my eyes, the walkers distribute better, when they can walk in both directions. Possible encounters would also take a few seconds only. Non-compliance will cost you 1500 DKK (about 250 USD or about 177 GBP). What is even more bizarre is that in the rest of the wood one is „allowed“ to walk however one wants. We will avoid Økssø for the time being …

Die letzte Massnahme ist, dass man nach Ostern langsam wieder öffnen will. Zu dem Zweck beginnt man mit der undiszipliniertesten Bevölkerungsgruppe, nämlich den Kindergartenkindern und Grundschülern 1.-5. Klasse. Es liegt hier in der Natur der Sache, dass man alles mindestens 50 Mal sagen muss, bevor es behalten wird. Wie soll man Kleinkindern erklären, dass sie zwei Meter Abstand voneinander halten müssen? Für mich ist das schon fast so, als ob man will, dass das Öffnen scheitert. Warum beginnt man nicht mit den älteren Schülern und jungen Erwachsenen, die ihre Examen oder ihre Berufsausbildung unterbrechen mussten? Sie wären sicher motivierter …

… The last measure is that after Easter we are supposed to slowly open up again. To this end, one will start with the most undisciplined group of the population, meaning the nursery kids and the school classes 1 to 5. It is in the nature of things for these age groups that one has to tell them everything 50 times before they remember it. How does one explain to small children that they have to keep 6 feet distance from each other? To me this looks as if they want the opening up to fail. Why don’t they start with the older pupils and young adults, who had to interrupt their exams or there job training? They would certainly be more motivated …

So, das war’s angehend Corona auf diesem Blog.

… So, that was it about Corona on this blog.

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

22 Gedanken zu „Ich mische mich in die Debatte … I am joining the debate“

  1. Ich finde es noch viel zu verfrüht über eine Lockerung der Maßnahmen nachzudenken. Trotzdem steigt immer noch die Anzahl der Infizierten. Deutschland ist bisher nur sehr schwach getroffen von Corona. Trotzdem haben wir eine Sterblichkeitsrate von 2% und das obwohl unsere Krankenhäuer noch nicht überfordert sind. In Italien und Spanien liegt die Sterblichkeit bei über 10%.

    Natürlich macht die Wirtschaft Druck, dass alles seinen nornmalen Gang gehen soll, aber eine Sterblichkeit von 2% würde trotzdem 1.000.000 Menschen das Leben kosten bis wir die Herdenimmunität erreichen. Und ich betpne es noch einmal: Noch sind unsere Krankhenhäuser nicht überlastet. Wenn allerdings schon Gesetze beschlossen wurden, dass systemrelevante Berufe auch zwölfstündig ausgeübt werden dürfen, dann steht uns wohl noch das Schlimmszte bevor.

    https://uberlaufer.wordpress.com/2020/04/09/lieber-luigi-oder-den-markt-retten/

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    1. Mich würde interessieren, worauf sich die Prozentsätze beziehen, denn es kann nicht die Gesamtbevölkerung der Länder sein. Eine Prozentrechnung auf die gemeldeten Fälle gibt eine schiefe Zahl, denn viele Fälle sind ja gar nicht erfasst, weil sie leicht verlaufen und die Tests in den Ländern allzu unterschiedlich gehandhabt werden. Daher kann man einen Ländervergleich nur anhand der Gesamtbevölkerungszahlen vornehmen, sonst ist das nicht repräsentativ. 10% wären in Italien 6 Mio. und in Spanien 4,6 Mio. 2% In Deutschland wären 1.7 Mio. (alles ca.)
      Oder meintest du 1 Mio weltweit? Während der letzten schlimmen Grippewelle 2017/2108 starben 650.000 Menschen weltweit (in Deutschland 25.000 und Dänemark 2800, ca. 0,03% der Gesamtbevölkerung). Italien hat diesen Satz schon überschritten und Spanien ist dicht davor. Alle anderen liegen noch darunter. Warum es gerade in den beiden Ländern so schlimm ist, wäre eine Untersuchung wert, aber dafür hat man dort sicherlich keine Kapazität im Moment.
      So ein Gesetzesbeschluss ist wohl in erster Linie eine Vorsichtsmassnahme. Panik sollte vermieden werden, denn die hilft nicht und Angst fördert Stresshormone, die wiederum das Immunsystem lahmlegen. Das sollten wir uns wirklich immer vor Augen halten. Die Medien schüren auf unverantwortliche Weise diese Angst und machen die Leute empfänglicher für alle Arten von Krankheitserregern.

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        1. Wie hat man diese Sterblichkeitsrate errechnet? Auf Basis der registrierten Fälle? Man weiss ja gar nicht, wie viele Tausende den Virus schon gehabt haben und wieder gesund sind. Die meisten Fälle verlaufen mit leichten Symptomen. Die eine Million, die ja dann ca. 1,2 % der Gesamtbevölkerung wären, halte ich für unwahrscheinlich.

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            1. O.k., danke für die Aufklärung wie man auf die 1 Mio kommt, aber worauf basieren die Studien die 2% Todesfälle? Anzahl der Toten von was?
              Das ist ja ganz unterschiedlich in den verschiedenen Ländern, je nachdem, wieviele Leute getestet wurden. Je mehr Leute getestet wurden, je niedriger der Prozentsatz der Todesfälle.
              In Dänemark hat man in den ersten drei Wochen nur die Leute mit schweren Symptomen getestet, alles andere lief am Radar vorbei, daher ist die Anzahl der Todesfälle in Beziehung zu den registrierten Fällen fälschlich hoch, jedenfalls in Dänemark.

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  2. Vielen Dank für deine Perspektive über die Dinge in Dänemark! Bei uns könnte man viele Probleme aufzählen, die denen bei euch ähneln. Dazu kommt, dass die Senioren- und Altersheime besonders von dem Virus betroffen sind und so manche Probleme aufgetaucht sind, die schon lange vor der Epidemie unbeachtet geblieben sind. Die meisten Todesfälle sind in diesen Wohnkomplexen zu finden.
    Nochmals viele liebe Ostergrüße von mir und Biene!

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    1. Ja, diese Situation zeigt uns so einiges auf …
      Infektionen sind ja in den letzten Jahren auch in den Krankenhäusern gehäuft aufgetreten wegen mangelnder Hygiene. Das Saubermachen darf ja nichts mehr kosten. Früher hatte man dafür fest angestelltes Personal, die sich an die Hygieneregeln hielten. Diese Infektionen nennt man dann hochtrabend nosokomiale Infektionen.

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  3. Im Uhrzeigersinn um den See 🙂 – das finde ich ja mal eine total interessante Regel. Wenn ich nämlich drüber nachdenke, ist mein natürlicher Impuls ohnehin, im Uhrzeigersinn zu laufen. Aber wenn ich´s müsste, würde ich wohl sofort darüber nachdenken, ob es andersherum nicht besser wäre. Total spannend zu hören, wie es in anderen Ländern läuft. In Deutschland überlegt man z.B. die Schule zunächst für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Grad auch in Hinblick auf die Prüfungen. (Es wird hier allerdings wohl schwierig mit den Lehrern. Allzuviel Junge wurden in den letzten Jahren nicht eingestellt..und die Älteren gehören zur Risikogruppe.) Liebe Grüße, Stefanie

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    1. Das finde ich wesentlich vernünftiger, als bei den Kleinen anzufangen. Die jungen Leute verstehen doch wenigstens, was da vor sich geht und wollen sicherlich nicht, dass die „freiwillige Isolation“ verlängert wird.

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  4. … nein, die Kleinsten können den geforderten Kontaktabstand nicht einhalten und Ihnen dieses Signal beim Spiel zu vermitteln, ist ein falscher pädagogischer Weg… da bin ich ganz bei Dir, dass die Jungen angehenden Erwachsenen jetzt ihre Lektion in Verantwortung für einander lernen könnten… abfeiern kann mein sein Leben lang… 🤘🏻

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  5. Birgit, du glaubst doch nicht, das es auch nur einen einzigen der Verantwortlichen interessiert was das Volk denkt. Diese ganzen Berechnungen sind in meinen Augen mehr als zweifelhaft. 😦
    Wie auch immer – wir werden uns noch auf eine sehr lange Zeit auf Einschränkungen einstellen müssen. Sehr viele Alte werden diesen Tag nicht mehr erleben.
    Ich kann diese irren Informationen in der Presse schon lange nicht mehr hören.
    Aber ich kann von unserem Klinikum berichten – bisher (nur) 2 Sterbefälle. Das ist für mich aussagekräftig und auch glaubwürdig.
    Ich bin immerhin auch wieder „sauber“ raus gekommen. 😉

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    1. Ich denke mal, Abstand halten, andere nicht Anhusten oder Anrotzen (was man mir sogar schon als Kind beigebracht hat, dass man das nicht tut), die Flucht ergreifen wenn andere Husten und Rotzen, und häufiges Händewaschen, dann sollte es gehen. (Nicht zur Arbeit gehen oder mit den Öffentlichen fahren, wenn man krank ist … ich hasse das … schon immer.)

      Das sind Massnahmen, die ich für jede Grippesaison empfehlen würde, dann würden vielleicht auch weniger Leute an Grippe sterben.

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      1. Birgit sogar im Krankenhaus haben sich einige Menschen nicht zu benehmen gewusst.
        Die wird es aber leider immer und überall geben. Ich brauchte zum Glück nicht in den Warteraum. Manchmal ist es nicht schlecht wenn man bekannt ist. 😉
        Bin auch mit meinem Wagen gefahren, (ganz langsam) wer weiß wer in dem RTW vorher gefahren wurde. Jetzt habe ich wieder Knast. 😦
        Ich hoffe Lars darf am Mittwoch wieder behandeln.

        Ich wünsche dir eine gute Nacht!
        LG Lilo

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  6. Ich bin sprachlos. Als erfahrene Lehrerin und Mutter kleiner Kinder bin ich einfach nur sprachlos. Linksverkehr im Wald, Gruppenkuscheln im Baumarkt… Ich wünschte mir, ich würde aufwachen.
    Übrigens musste mein Bruder eine hohe Geldstrafe bezahlen, weil er mit zwei Kollegen in die Arbeit gefahren ist. Es sind nur zwei Erwachsene erlaubt. Aber in einem Zimmer arbeiten dürfen die drei dann schon. Da fragst dich doch. 😢

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    1. Also im Baumarkt fand ich es nicht schlimm, weil der so gross ist, da hat sich nichts geklumpt. Aber an der Kasse, auch wenn alle die 2 Meter einhalten, wenn da mehr als 10 Leute in einer Schlange stehen, gilt das dann als ungesetzliche Versammlung??? 😉 😀
      Aber so lang waren die Schlangen nicht, als wir im Baumarkt waren. Ich bin froh, dass die offen haben. Dann haben die Leute doch wenigstens etwas, was sie tun können. Da ist schon genügend Frust unterwegs auf den Strassen ….

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