Der Mann aus Teheran, Kopenhagen/Kabul/Hamburg … The man from Tehran, Copenhagen/Kabul/Hamburg

CoverDeutsch

Der heutige Abschnitt ist geringfügig länger als die letzten. Ich fand keinen besseren Schnittpunkt. Mitten in der Konferenz abzubrechen, wäre meiner Meinung nach abträglich gewesen. Ich werde versuchen, generell den 6-Seiten-Rhythmus einzuhalten, aber auch auf den inhaltlichen Zusammenhang achten. Ganz am Ende der Seite habe zwei lustige Übersetzungspatzer für euch …

Der Man aus Teheran

Mittwoch 8. Februar 2006

Polizeipräsidium in Kopenhagen, 08.00 Uhr

Es war genau 08.00 Uhr, als Polizeiinspektor Preben Antonsen in einen Konferenzraum im Polizeipräsidium in Kopenhagen eintrat. Bevor er die Tür öffnete, war ein lautes, kollegiales Gespräch über alles Mögliche zwischen den fünf Anwesenden, drei Männern und zwei Frauen, im Gang gewesen, aber bei Antons Ankunft brach das Gespräch ab.
Mit seinen 59 Jahren war Antonsen der Älteste im Raum, aber er trug sein Alter mit Würde. Er war ein großer, athletischer Mann mit einem großen Kopf unter einer wilden Mähne dunklen Haares, hier und da mit einer Andeutung von Grau. Er hatte ein ausgeglichenes und festes Auftreten und seine obligatorische Pfeife, die keiner seiner Kollegen jemals angezündet gesehen hatte, hing ihm wie ein Markenzeichen aus dem einen Mundwinkel. Wenn er seine Uniform trug, wirkte er Respekt einflößend, aber er war auch für seine stets gleichbleibende gute Laune bekannt. Einer der Anwesenden rief fröhlich:
– Eintritt Antonsen, damit ist es acht, null, null und null, piep. Die anderen brachen in freundliches Lachen aus und Antonsen ging mit einem milden Zug um den Mund an das eine Ende eines Tisches, wo er eine Mappe, die er in den Händen hielt, ablegte. Er runzelte die Augenbrauen und antwortete humorvoll:
– Bravo, Henning, wirklich gut gemacht, mein Junge. Dann können wir wohl zu unser aller Überraschung feststellen, dass du endlich die Uhr gelernt hast, und gleichzeitig müssen wir einsehen, dass du gar nicht retardiert bis, du tust nur so. Das Lachen brach wieder aus, und selbst Henning fand Antonsens Antwort lustig; er grinste von einem Ohr zum anderen. Antonsen ließ das Lachen abebben, bevor er seine Hand hob und um Ruhe bat.
– O.k., Leute, ergriff er das Wort, wir haben eine eilige Angelegenheit in den Kasten bekommen, eine ziemlich hässliche sogar, wenn ich mal so sagen darf. Antonsen hatte jetzt ihre volle Aufmerksamkeit. Der humorvolle Zug um den Mund war wieder da als er fortfuhr:
– Der Außenminister hat den Innenminister angerufen, der hat den Polizeidirektor angerufen, und der hat den Polizeichefinspektor angerufen, der dann mich anrief. Mit anderen Worten wusste ganz Dänemark Bescheid, bevor ich informiert wurde. Die Einzelheiten sind wie folgt: übermorgen, 10. Februar, 16.45 Uhr, fliegt der Außenminister nach Budapest, und…
– Herrje, Antonsen, unterbrach ihn eine der Frauen, du hinkst ja wirklich hinterher mit deinen Informationen. Das weiß ich schon seit einem Monat. Ehrlich gesagt glaube ich, dass es sogar in der Kantine angeschlagen steht. Vielleicht solltest du dich mit Sandwich-Kirsten verbünden, die kann dich auf dem Laufenden halten, was hier auf der Farm so passiert. Alle brüllten vor Lachen, sogar Antonsen gab auf und gluckste mit. Als sich das Gelächter gelegt hatte, nahm Antonsen den Faden wieder auf:
– Ihr seid wirklich ausgeschlafen heute Morgen, das muss ich sagen. Bravo, Connie, wirklich wunderbar. Ich werde versuchen, an dich zu denken, wenn das nächste Mal jemand für die Organisation von Firma-Picknicks und Weihnachtsfeiern gesucht wird. Aber wie gesagt, bevor ich so munter unterbrochen wurde, soll der Außenminister übermorgen nach Budapest fliegen, und wie wir durch Klein-Connie belehrt wurden, wussten wir das bereits alle. Sämtliche üblichen Sicherheitsmaßnahmen sind offensichtlich schon getroffen worden. Er wurde plötzlich ernst.
– Aber, woran bisher noch niemand gedacht hat ist, dass ein amerikanisches Basketball-Team mit demselben Flugzeug fliegt. Das hat normalerweise nichts mit uns zu tun, da wir bisher noch nicht darum gebeten wurden, auf Sportler aufzupassen, aber, und hier kommt die Neuigkeit, die man nicht von Sandwich-Kirsten bekommen kann… Er zwinkerte Connie zu.
– … Der amerikanische Botschafter aus Stockholm macht für ein paar Stunden eine Zwischenlandung in Kopenhagen und schließt sich der kleinen Reisegruppe nach Budapest an. Auch das geht uns normalerweise einen feuchten Kehricht an, denn er hat an jedem Finger einen Geheimdienstagenten und ist nicht auf unsere Hilfe angewiesen. Alle waren nun voll und ganz fokussiert, und Antonsen fuhr fort:
– Aber das alles ist gerade eben zu unserem Problem geworden, einfach so. Man will nämlich ein großes Presseereignis daraus machen, und sowohl nationale als auch internationale Fernsehsender und Druckmedien werden heute im Laufe des Tages informiert.
– Ach du meine Güte, sagte einer der anderen.
– Das war die Kurzfassung, versetzte Antonsen. Wir müssen mit anderen Worten fast die gleichen Sicherheitsmaßnahmen treffen, wie für den Besuch von Bush. Und wir sollen mit dem CIA und mit einer europäischen Anti-Terror-Gruppe, über die ich noch nicht besonders viel weiß, zusammenarbeiten. Ich habe vor einer halben Stunde mit dem Leiter dieser Gruppe gesprochen, einem Deutschen, und er sagte, dass sich ihre Kontaktperson in Dänemark demnächst bei uns melden wird.

– Hallo! rief Connie und lehnte sich über den Tisch. Geht die CIA nicht normalerweise ihre eigenen Wege? Ich meine, seit wann sind die denn an Zusammenarbeit interessiert?
– Täusch dich nicht in der CIA, sagte Antonsen. Sie kooperieren mehr als wir glauben, obwohl ich zugeben muss, dass es in der Regel passiert, wenn es in ihrem eigenen Interesse liegt, aber das ist auf der anderen Seite wohl auch ihre Arbeit, nicht wahr? Na ja, aber …
– Noch mal Hallo! unterbrach Connie. Sie saß jetzt ganz an der Kante ihres Stuhls und sah in die Runde. Bilde ich mir das ein oder habt ihr anderen auch etwas über eine Anti-Terror-Gruppe gehört? Was zum Teufel soll das bedeuten? Was haben die denn hier zu suchen?
– Das wollte ich mir eigentlich als kleines Dessert aufheben, antwortete Antonsen. So wie ich es verstanden habe, hat man Drohungen gegen die Veranstaltung erhalten, und, haltet euch fest, die CIA-Jungs und diese AntiTerror-Typen haben die Aufgabe, diese Terroristen, wer die auch immer sind, auf frischer Tat zu ertappen und zu fangen.
– Was! rief Connie mit lauter Stimme. Sollen wir denn nicht die übliche Evakuiert-das-Gebäude-da-liegt-eine-Bombe-Routine fahren, wenn die Drohung ernst genommen wird? Verdammt noch mal, ich glaube, ich akzeptiere die Picknickplanung.
– Ich muss gestehen, dass ich mich auch über genau das ein wenig wundere, sagte Antonsen. Es war offensichtlich, dass ihm die Situation nicht behagte.
– Aber nein! Die Gebäude sollen nicht evakuiert werden, fuhr er fort. Man will ja, wie gesagt, die Arschlöcher fangen.
– Aber in den Teil der Arbeit sollen wir uns sicherlich nicht einmischen, könnte ich mir vorstellen? fragte einer der anderen.
– Nein, Per, sagte Antonsen, deutlich erleichtert über den Stimmungsumschwung. Genau das sollen wir nämlich nicht. Wir sollen stattdessen unsere normale Arbeit tun. Wir sorgen für Sicherheit, Ruhe und Ordnung; gute, altmodische Polizeiarbeit. Es entstand eine kleine Pause, während alle über das soeben Gehörte nachdachten, ohne einander anzusehen. Antonsen brach schließlich das Schweigen und sagte:
– Lasst uns mit der Planung anfangen. Ganz allgemein muss für eine angemessene Zutrittskontrolle gesorgt werden. Es sollte für alle Reisenden möglich sein, ihr Flugzeug ohne allzu große Schwierigkeiten zu erreichen. Wir können die Angelegenheit nicht ganz so behandeln wie den Besuch eines Präsidenten, aber auf der anderen Seite wollen wir ja auch nicht, dass umherwandernde Selbstmordattentäter oder bewaffnete Partisanen in den Flughafen gelangen. Ihr wisst, was ihr zu tun habt.

Kabul, 10.10 Uhr

Auf Kabuls Flughafen herrschte ein heilloses Chaos, wie immer. Bewaffnete Soldaten und allzu leicht zu erkennende Agenten in Zivil zirkulierten unruhig durch die Gebäude in einem verzweifelten Versuch, die Passagiere zu überwachen und zu kontrollieren. Zweifellos waren sie nervös, das konnte man deutlich an ihrer Wachsamkeit und dem ständig umherflackernden Blick sehen. Ihre größte Sorge war, dass sie nicht wussten, worauf sie besonders aufmerksam sein sollten. Von wo würde eine eventuelle Gefahr kommen? Würde es überhaupt irgendwelche Warnzeichen geben, bevor eine Bombe in ihrer Nähe explodierte oder ein feindliches Projektil sie traf? Die meisten Soldaten waren Amerikaner, aber auch andere Länder waren mit Einsatzkommandos vertreten.
Unabhängig von der Staatsangehörigkeit sehnte sich der Großteil von ihnen danach heimzureisen. Allerdings konnten sie sich glücklich schätzen, dass sie in Afghanistan waren und nicht im Irak, wo derzeit die Hölle los war und die Soldaten jeden Moment damit rechnen mussten getötet zu werden. Es war noch nicht sehr lange her, dass die ersten regulären Linienflüge von und nach Kabul wieder aufgenommen worden waren. Lange hatten nur die Vereinten Nationen den Flughafen benutzen dürfen. Aber auch jetzt waren viele Fluggesellschaften noch nicht bereit, diese gefährdete Destination wieder anzufliegen.

Die Menschenmenge war wie ein Flickenteppich. Männer und Frauen verschiedener Nationalität in den verschiedensten Trachten glitten aneinander vorbei. Zwei Soldaten mit automatischen Gewehren beobachteten aufmerksam die vielen Passagiere, die alle durch die eine funktionierende Sicherheitsschranke mussten. Für einen Moment hatten sie Augenkontakt mit einem Mann, der vielleicht um die vierzig Jahre alt war und von unbestimmter Staatsangehörigkeit. Der Mann hatte ganz ruhig ihren Blick erwidert und seinen Weg fortgesetzt. Er war groß und muskulös, hatte kurze, dunkle Haare, und sein spanisch anmutendes Gesicht war glattrasiert. Er war in einen modernen, leichten, sandfarbenen Baumwollanzug gekleidet und auf den ersten Blick sah er aus wie ein Geschäftsmann oder vielleicht sogar ein Diplomat. Das war immer schwer zu unterscheiden.

Die beiden Soldaten waren eigentlich nicht so sehr daran interessiert, was er war, sondern daran, was er nicht war. Sie brauchten nur den Bruchteil einer Sekunde für die Entscheidung, dass er wahrscheinlich nicht gefährlich war. Ihre Aufmerksamkeit war bereits auf andere Passagiere gerichtet, als er an ihnen vorbeiging. Der Mann zeigte dem Mitarbeiter an der Sicherheitskontrolle seinen Ausweis und seine Bordkarte. Dem Pass nach war er Diplomat – ein französischer Diplomat – und hieß François Perrier. Sein Gepäck wurde ohne Probleme durchleuchtet, und er brauchte nicht durch eine Leibesvisitation, musste sich aber darein finden, von einem Sicherheitsbeamten mit einem Metalldetektor abgetastet zu werden. Man fand jedoch nichts von Interesse bei ihm, und er durfte zu seinem Flugzeug gehen. Der Mann bewegte sich mit aufrechter Haltung, wie man es oft bei Menschen mit einem gewissen Selbstvertrauen beobachten kann. Wäre man in der Lage gewesen, unter seine Kleidung zu sehen, hatte man einen muskulösen und durchtrainierten Körper

entdeckt. Man hätte gleichzeitig bemerkt, dass der Körper einige von Messerstichen und Schusswunden verursachte Narben trug. Aber all das hatte niemand bemerkt, genauso wenig wie die Tatsache, dass der Pass mit dem er reiste gefälscht war. Er war alles andere als ein Diplomat. Er war nicht einmal ein Geschäftsmann. Er war Terrorist, und sein richtiger Name war Akhmahel bin Kanhal.

Hamburg, 10.20 Uhr

Lisbeth kam zehn Minuten vor Beginn des Bereitschaftstreffens im EATOHauptquartier an. Sie hatte die Nacht im Hotel Fürst Bismarck verbracht, das in der Nähe lag, und sie hatte sich dafür entschieden, die kurze Entfernung zum EATO-Gebäude zu Fuß durch die engen Gassen des Viertels zu gehen. Sie hatte unruhig geschlafen und nicht das Gefühl, richtig ausgeruht zu sein. Nicht, weil das Hotel schlecht war, ganz im Gegenteil. Das Zimmer war komfortabel, und die ganze Nacht über hatte Ruhe geherrscht, obwohl das Hotel in einem belebten Viertel mit unverhohlener Prostitution an mehreren Straßenecken lag. Es muss eine Art Lampenfieber sein, dachte sie. Bin ich überhaupt am rechten Platz gelandet? Vielleicht hätte ich doch auf meine Eltern hören sollen. Was würden sie denken, wenn sie wüssten, dass ich mit Terrorbekämpfung arbeite? Die Antwort war im Grunde einleuchtend. Es würde ihnen genauso exotisch vorkommen wie die Idee, Tigerdompteur im Zirkus zu werden. Mit anderen Worten: undenkbar.
Sie wollte ihre Gedanken lieber auf etwas anderes lenken. Lisbeth kam an eine Ecke und bog nach links ab. Sie befand sich jetzt in einer engen Straße ohne Verkehr und so gut wie keinen Menschen. Ein Stück die Straße hinunter kam sie zu einer Tür. Auf der rechten Seite der Tür befand sich ein Tortelefon mit einer Zahlentastatur. Es gab weder Namensschild noch Hausnummer an der Tür, und von außen konnte man nicht sehen, was sich hinter der Fassade verbarg. Sie tippte einen sechsstelligen Code ein und wartete. Dann kam ein kaum hörbares ‚klick‘ von der Tür, und sie trat in ein schwach beleuchtetes Treppenhaus. Drinnen traf sie auf einen Sicherheitsbeamten, der sofort die Tür wieder hinter ihr schloss.
– Hier entlang, sagte er kurz und ging voraus. Lisbeth nickte und folgte schweigend. Sie gingen die Treppe eine halbe Etage nach oben zu einem Aufzug. Es gab offenbar keine Ruftaste für den Aufzug, aber der Sicherheitsbeamte steckte einen Schlüssel in ein Schloss, und die Türen öffneten sich sofort. Auch im Aufzug gab es keine Tasten, und wieder benutzte der Beamte seinen Schlüssel und die Türen schlossen sich wieder. Ganz sachte setzten sie sich in Bewegung, aufwärts. Ein paar Sekunden später trat Lisbeth einige Etagen weiter oben aus dem Fahrstuhl. Der Sicherheitsbeamte blieb im Aufzug und die Türen schlossen sich sofort wieder.
Lisbeth befand sich jetzt in einem Korridor, der aussah wie in einem jeden gewöhnlichen Bürogebäude. Es war niemand zu sehen, weder rechts noch links, aber dem Aufzug gegenüber befand sich eine große Doppeltür. Es fiel ihr plötzlich auf, dass es auf dem ganzen Korridor nur diese eine Tür gab. Eine der Doppeltüren öffnete sich und eine Frau trat heraus. Lisbeth schätze ihr Alter auf ungefähr dreißig Jahre. Sie trug ein gepflegtes Kostüm, dessen Farbe gut zu ihren dunklen Haaren passte.

Die Frau lächelte Lisbeth freundlich an und sagte:
– Willkommen bei EATO. Sie müssen Lisbeth Hasselbeck sein. Bitte kommen Sie mit. Die Frau wies auf die Tür. Lisbeth nickte kurz und folgte der Frau.
Sie trat in einen großen Raum und warf einen schnellen Blick in die Runde. Es war ein Tagungsraum, rund acht Meter lang und genauso breit. Die Decke war höher als im Korridor, und sie nahm an, dass der Raum sich über zwei Etagen nach oben streckte. Es gab keine Fenster und die Farben der Wände waren gedämpft. An einer Wand hing der größte Flachbildschirm, den sie je gesehen hatte. Er reichte von Wand zu Wand und vom Boden bis zur Decke. Der Bildschirm zeigte im Moment zwei verschiedene Bilder. Die eine Hälfte zeigte eine digitale Weltkarte, die andere ein Bild, das von einem Satelliten stammen musste. Es waren etwa ein Dutzend Leute im Raum, aber sie erkannte nur Rolf Duvenhart, der vor dem Bildschirm stand. Vor dem riesigen Bildschirm erschien er ihr kleiner als sie ihn in Erinnerung hatte. Die anderen Anwesenden waren um einen großen, zentral platzierten Konferenztisch verteilt. Von dort konnten alle den Bildschirm sehen. Lisbeth hatte das Gefühl, als Letzte gekommen zu sein, daher steuerte sie direkt auf den nächstliegenden freien Stuhl zu und setzte sich.

Kurz bevor Lisbeth den Raum betrat, hatte Rolf Duvenhart eine Diskussion mit John Williams von der CIA gehabt. Williams war vor einer halben Stunde angekommen und die beiden Männer waren sofort uneinig über den Inhalt des bevorstehenden Treffens gewesen.
– Unsere Erfahrung zeigt ganz klar, dass ein Minimum an Information zu diesem Zeitpunkt das Beste ist, sagte Williams mit einem verzweifelten Versuch, freundlich auszusehen. Rolf war bestimmt nicht bereit, sich durch die CIA oder andere Außenstehende dirigieren zu lassen, aber er war auf der anderen Seite auch nicht blind für die Vorteile, die eine gute Zusammenarbeit vor allem mit der CIA haben könnte. Der Schatz an guten Ratschlägen vonseiten der amerikanischen Kollegen zu allen möglichen Angelegenheiten war groß. Kein Thema war zu unwichtig. Was hatte Axelsson im Auto in Brüssel gesagt: Wir brauchen „eine Person, die ganz gewiss ihr Möglichstes tun wird, um das Problem zufriedenstellend zu lösen, aber doch nicht unkritisch bei dem amerikanischen Modell mitspielt“. Letzteres konnte man ihm wohl kaum vorwerfen.
– Williams, ich weiß Ihre Unterstützung zu schätzen, darüber besteht kein Zweifel, hatte er geantwortet. Aber wir haben, wie Sie inzwischen sicherlich bemerkt haben, unsere eigenen Methoden, und ich werde so offen wie möglich bei dem Treffen sein. Ich würde es begrüßen, wenn Sie meine Wünsche respektierten und selbst auf die gleiche Weise handelten. Williams antwortete nicht, sondern nickte nur. Die beiden Männer waren zusammen in den Konferenzraum gegangen und Williams hatte sich an das eine Ende des Konferenztisches gesetzt, während Rolf sich vor den großen Bildschirm am entgegengesetzten Ende gestellt hatte.

Einen Moment später kam Lisbeth herein, gefolgt von Rolfs Sekretärin. Rolf bemerkte, wie Lisbeth sich schnell und mit einem einzigen Blick im ganzen Raum umsah, bevor sie sich setzte. Wenn ich sie bitten würde, ihre Augen zu schließen und den Raum zu beschreiben, wäre sie wahrscheinlich in der Lage, die meisten Details ganz genau wiederzugeben, dachte er. Er lächelte ihr zu, als sie sich setzte. Jetzt waren alle da. Niemand hatte sich abgemeldet. Er räusperte er sich und sagte:
– Ich möchte Sie alle herzlich willkommen heißen. Aus guten Gründen werde ich Sie einander nicht vorstellen, außer einem der Anwesenden, nämlich John Williams von der CIA. Der Mann gegenüber von Lisbeth stand auf und lächelte, aber nur mit dem unteren Teil des Gesichts. In seinen Augen war kein Lächeln zu finden. Sie schätzte ihn auf ungefähr sechzig Jahre. Sie begann instinktiv darüber nachzudenken, was für ein Mensch er sein könnte. Er hatte etwas an sich, dass sie wachsam machte. ‚Intelligent‘ war jedoch der erste Gedanke, der ihr in den Kopf kam. Er hatte eine Art durch den Raum zu sehen, die ihr den Eindruck vermittelte, dass er die anderen Teilnehmer abschätzte. Sie musste mit anderen Worten davon ausgehen, dass er sich auch über sie bereits die ersten Gedanken gemacht hatte. Es war ziemlich offensichtlich, dass er ein hartes Leben hinter sich hatte. Für diese Einsicht brauchte man kein Psychologiestudium, man konnte es von seinen markanten und wettergegerbten Gesichtszügen ablesen. Seine Haltung gab ihr den Eindruck eines Mannes von großem Mut, eines Mannes, der im Leben bis an die äußersten Grenzen gegangen war. Sie vermutete, dass er seine Erfolge im Leben durch harten Kampf erreicht hatte. Er wirkte auf sie wie jemand, der Konflikte geradezu aufsuchte und normalerweise als Sieger aus ihnen hervorging.

ie unterbrach sich selber mitten im Gedankengang. Anscheinend wurde es ihr zur Gewohnheit, immer Menschen auf diese Weise im Vorhinein zu analysieren, und vielleicht waren diese Analysen nur Ausdruck ihrer persönlichen Vorurteile. Aber auf der anderen Seite irrte sie sich nicht sehr oft.
– John Williams ist der Leiter einer Spezialeinheit innerhalb der CIA, fuhr Rolf fort. Ohne dass ich alle seine Verdienste kenne, so kann ich sagen, dass seine beiden wichtigsten Funktionen hier und heute der Kampf gegen den Terrorismus und die Koordinierung unserer Zusammenarbeit sind. Lisbeth sah Williams an, als er vorgestellt wurde, aber er zeigte nicht die geringste Reaktion.
– Es gibt einen bestimmten Grund, warum Williams heute bei uns ist, fuhr Rolf fort, auf den ich gleich zurückkommen werde. Zuerst werde ich Ihnen die aktuelle Lage erklären und damit den Hintergrund für unser Treffen. Er nahm eine Fernbedienung vom Tisch und drückte auf eine der Tasten. Die Ansicht des Satellitenbilds hinter ihm begann sich zu vergrößern.
– Dieses Bild wurde vor ca. 24 Stunden von einem amerikanischen Satelliten über Kabul aufgenommen, fuhr er fort.

Das Bild hatte sich in der Zwischenzeit weiter vergrößert, so dass nun Straßen und Häuser deutlich zu erkennen waren. Ein paar Sekunden später war das Bild so detailliert, dass man einzelne Menschen unterscheiden konnte.
– Mehrere unserer Mitarbeiter und CIA-Agenten, Rolf sah in Richtung Williams, haben in einer Reihe von Zellen, die an verschiedenen Orten im Nahen Osten und in Europa überwacht werden, Änderungen des normalen Verhaltensmusters berichtet. In zwei der Zellen hat es ganz offensichtlich erhöhte Aktivität gegeben, was natürlich unsere besondere Aufmerksamkeit erregt hat. Lassen Sie uns hier in Kabul beginnen. Er nahm einen kleinen Laserpointer aus seiner Tasche und drehte sich ein wenig, so er seitlich zu dem großen Bildschirmstand. In dieser Position konnte er abwechselnd auf den Bildschirm und die Anwesenden sehen.
– Dies ist Zelle KB120, sagte er und setzte mit dem Laserpointer einen kleinen roten Punkt über eines der Häuser auf dem Bild. KB120 ist eine Zelle, die wir bereits seit einiger Zeit überwachen. Und jetzt scheint es, dass die Bemühungen ein wenig Früchte getragen haben. Gestern Morgen fand ein Treffen in der Zelle statt, und es gelang uns ein paar sehr interessante Informationen abzufangen. Er blickte über die anwesenden Agenten, bevor er fortfuhr:
– Wir wissen jetzt mit relativer Sicherheit, dass ein großer Anschlag geplant ist, und wir wissen mit ebenso großer Sicherheit, dass dieser Anschlag in unserem kleinen Teil der Welt stattfinden soll, in Europa. Er drückte erneut auf eine Taste der Fernbedienung, und ein neues Bild erschien auf dem Schirm. Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob es sich um das gleiche Bild handelte, aber einige Personen hatten ihre Position verändert. Lisbeth bemerkte, dass zwei Männer vor dem Hausaufgetaucht waren, auf das Rolf gezeigt hatte. Rolf ließ den roten Punkt vom Laserpointer über die beiden Figuren auf dem Bild tanzen und fuhr fort:
– Das sind Hassan bin Owhabali und Wahil El Mohammed. Er hielt inne, als ob er den Anwesenden die Gelegenheit geben wollte, sich die Namen zu merken.
– Hassan kennen wir ziemlich gut, fuhr er fort. Er lebt seit einiger Zeit in Deutschland und stand damals unter dem Verdacht, maßgeblich bei der Planung des 11. Septembers beteiligt gewesen zu sein. Sein Name scheint generell immer dann aufzutauchen, wenn etwas ist im Gange ist. Wahil ist uns auch bekannt, obwohl wir nicht sehr viel über ihn wissen. Wir haben Grund anzunehmen, dass er Berufssoldat gewesen ist, und man sagt, dass er äußerst vertraut im Umgang mit hoch entwickelten Waffen ist. Das Bild änderte sich jetzt drei oder vier Mal kurz hintereinander, und man konnte sehen, dass die beiden Figuren sich nach Osten bewegten. Lisbeth bemerkte, dass eine dritte Gestalt in das Bild gekommen war und in die gleiche Richtung ging, aber mit ein wenig Abstand zu den beiden anderen.
– Dieser Mann, sagte Rolf, und ließ den Laserpunkt um die dritte Person kreisen, ist unser Mann.

Fünf oder sechs Bilder später gingen die beiden Vorderen um eine Ecke und verschwanden in einem Haus.
– Hier hat unser Mann ihre Spur verloren, sagte Rolf, während der Punkt noch einmal um die dritte Figur kreiste, aber der Satellit zum Glück nicht. Im nächsten Bild zeigten sich die beiden Figuren wieder, diesmal auf der anderen Seite des Hauses. Lisbeth bemerkte die Zeitanzeige am unteren Rand des Satellitenfotos. Sie waren nicht einmal eine Minute in dem Haus gewesen. Sie waren einfach an einem Ende hineingegangen und am anderen Ende wieder herausgekommen. Die Bilder veränderten sich wieder, und wenig später gingen die beiden Männer zum zweiten Mal in ein Haus, weniger als hundert Meter von der Stelle entfernt, wo der EATO-Agent sie verloren hatte.
– Wie man sehen kann, so haben die beiden Männer ein nettes kleines Ablenkungsmanöver inszeniert, versetzte Rolf mit einem Achselzucken. Es gelang ihnen ohne viel Mühe, unseren Mann abzuhängen, bevor sie in diesem Haus verschwanden. Der Laserpunkt tanzte wieder auf dem Bildschirm.
– Hier beginnt es interessant zu werden, fuhr er fort. Wir haben nicht einmal etwas von diesem Haus gewusst, aber eine Anfrage bei unseren Freunden von der CIA hat gezeigt, dass es ihnen bekannt war. Er wies mit der Hand zu Williams und fuhr fort:
– Ja, vielleicht sollten Sie ab hier übernehmen, Williams. Lisbeth konnte einen Stimmungsumschwung in Williams Augen bemerken, als er aufstand. Vor seinem Stuhl stehend, nahm er ohne Umschweife Rolfs Faden auf.
– Wenn das eines unserer Häuser wäre, begann er, würde ich es als ein so genanntes ‚sicheres Haus‘ bezeichnen. Aber es ist ganz sicher keines von unseren, ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass es häufig von Al-Qaida-Anhängern benutzt wird. Wir haben das Haus seit langem unter Beobachtung und sehr interessante Menschen gehen dort ein und aus.
– Warum sind Sie denn nicht gegen das Haus vorgegangen, Sir? Ich meine, wenn Sie sicher sind, dass es von Al-Qaida-Leuten benutzt wird? Die Frage wurde von einem Mann, der rechts von Lisbeth saß, mit deutlichem französischem oder belgischem Akzent gestellt. Williams richtete umgehend seine volle Aufmerksamkeit auf den Mann, der ihn unterbrochen hatte. Lisbeth musste an eine Katze denken, die eine Maus entdeckt hatte.
– Die Antwort ist einfach, sagte Williams, den Blick des Mannes festhaltend, wenn wir jetzt zuschlagen, fangen wir nur die, die gerade zu diesem Zeitpunkt dort sind, mehr haben wir nicht davon. Gleichzeitig würden wir die wertvollen Informationen verlieren, die wir durch die Überwachung vor Ort erhalten. Zumindest für den Moment ziehen wir vor, die Dinge zu lassen, wie sie sind, bis zu dem Tag, an dem Osama bin Laden selbst in die Tür tritt. Einige der Anwesenden fanden anscheinend die letzte Bemerkung lustig, wenn man nach ein paar spontanen Lachsalven gehen konnte, aber der Mann, der die Frage gestellt hatte, schien nicht amüsiert, und Lisbeth lachte auch nicht. Ein kurzer Blick auf Rolf zeigte, dass er offenbar auch nichts Lustiges in Williams Bemerkung sehen konnte.
– Gibt es Fotos von allen, die das Haus benutzen? versuchte derselbe Mann wieder. Williams antwortete nicht sofort, sondern ließ seine Aufmerksamkeit einen Moment von dem Mann weggleiten. Er dachte an einige der Informationen, in deren Besitz die CIA war. Bilder hatten sie reichlich. Bessere Porträts konnte man kaum bekommen. Er fokussierte wieder auf den Mann.
– Nein, leider nicht, antwortete er nicht gerade der Wahrheit getreu. Wir haben keine brauchbaren Bilder. Ohne den Mann aus den Augen zu lassen, fuhr er fort:
– Al-Qaida hat sich während der letzten Monate wieder umgruppiert, und wir wissen oder besser gesagt, wir meinen zu wissen, welche organisatorischen Veränderungen vorgenommen wurden. Lisbeth spürte, dass der andere Mann begonnen hatte, sich unter Williams eindringlicher Aufmerksamkeit unbehaglich zu fühlen. Er rutschte jedenfalls unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Williams wandte plötzlich seinen Blick in Rolfs Richtung und fuhr unbeirrt fort:
– Wir können auf jeden Fall die Nachrichten aus Ihrer Quelle in Kabul voll und ganz bestätigen. Es braut sich definitiv etwas in Ihrem Ende der Welt zusammen. Wir wissen eine ganze Menge, aber noch nicht alles. Das Haus auf dem Bild hier … Er machte eine Bewegung mit dem Kopf in Richtung Bildschirm.
–… ist so speziell eingerichtet, dass wir es nicht vollständig abhören können. Zurzeit wissen wir noch nicht, wo genau sich das Ziel befindet und was konkret geplant ist.
– Vielleicht sollte ich wieder übernehmen, unterbrach Rolf in einem etwas schärferen Ton als gewöhnlich. Lisbeth las automatisch Williams Körpersprache, als er von Rolf unterbrochen wurde. Es ging ihm offensichtlich gegen den Strich. Er zögerte gerade lange genug, dass sie seinen Ärger wahrnehmen konnte. Aber er musste eingesehen haben, was in einem fremden Forum das Klügste war, denn er setzte sich ohne noch etwas zu sagen.
– Die Sache ist die, sagte Rolf, dass wir tatsächlich die Pläne der Gruppe nicht genau kennen, aber wir haben, wie ich bereits erwähnte, zwei Beobachtungen gemacht, die uns einen Fingerzeig geben könnten. Die eine hat ihnen Williams soeben berichtet und die hat uns leider keine Angaben über das Ziel des Anschlags geliefert, aber die zweite Beobachtung könnte uns darüber einen Hinweis geben. Mehrere der Anwesenden lehnten sich leicht nach vorne in ihrem Stuhl, und Lisbeth hatte völlig das Interesse an Williams verloren.
– Wir haben sie hier in der Hamburger Zelle gemacht. Die übliche Gruppe, wenn man zwei Personen eine Gruppe nennen kann, hat sich verdoppelt, so dass sich nun vier Personen ständig unter der bekannten Adresse aufhalten, und die Kommunikation nach außen ist wesentlich intensiver geworden, als es normalerweise der Fall war. Was bisher durchgesickert ist, ist sehr begrenzt, aber wir hoffen, dass sich das ändert. Wir wissen, dass in dieser Woche hier in Hamburg ein Treffen geplant ist, vermutlich für die Detailplanung. Die Tatsache, dass es die Hamburger Zelle ist, die sich ‚gerührt‘ hat, bedeutet natürlich nicht automatisch, dass Deutschland auch das Ziel für den Anschlag ist, aber es deutet doch darauf hin, dass vielleicht Nordeuropa einschließlich Skandinavien im Fokus ist.
Was das letzten Endes bedeutet, wissen wir nicht, aber es ist vielleicht in diesem Zusammenhang nicht unerheblich, dass Dänemark eines der Koalitionsländer ist und deshalb unter besonderer Beobachtung steht. Er vermied bewusst den direkten Augenkontakt mit Lisbeth und fuhr fort: – Der langen Rede kurzer Sinn ist, dass wir uns ab sofort in Bereitschaftstufe zwei befinden mit allem, was das für Sie als Einzelne und als Gruppe mit sich bringt. Auch wenn Sie es bereits wissen, möchte ich betonen, dass damit alle Mitarbeiter, und ich meine wirklich alle Mitarbeiter sich mit sofortiger Wirkung in Bereitschaft befinden. Ferien, Urlaub und andere Abwesenheit sind mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, und die Überwachung der Zellen wird intensiviert und so weiter und so fort. Seine Hand zirkulierte mehrmals in der Luft, um seine Worte zu unterstreichen.
– Beschaffen Sie Informationen, so viel Informationen wie Sie nur können, und das schnellstens. Er nickte mehrmals in die Runde.
– Wie Williams vor einem Augenblick sagte, fuhr er fort, wissen wir, dass Al-Qaida sich neu gruppiert hat. Ob das ein Zeichen von Schwäche oder Stärke ist, kann ich nicht sagen, aber es stellt unter allen Umständen höhere Anforderungen an uns. Wir müssen wissen, was vor sich geht, egal wie sie sich organisiert haben. Lisbeth hatte sehr konzentriert zugehört und fühlte sich in ihrer Angst, dass die Welt den schlimmsten Terroranschlag vielleicht noch nicht erlebt hat, weiter bestärkt.
– Ich habe versprochen, Ihnen den Grund für unseren besonderen Besucher mitzuteilen, sagte Rolf, ohne jemanden direkt anzusehen. Die Sache ist die, dass EATO und die CIA in diesem Fall sehr eng zusammenarbeiten werden. Er runzelte die Stirn und kniff die Lippen zusammen, als würde er seine Worte sorgfältig abwägen. Lisbeth hatte das Gefühl, dass er sich bei dem, was er versuchte zu erklären nicht wohl in seiner Haut fühlte.
– Das heißt nicht, fuhr er fort, dass unsere beiden Organisationen nicht bereits auf einer täglichen Basis zusammenarbeiten, denn das tun sie im höchsten Grad, aber im aktuellen Fall werden wir besonders eng zusammenarbeiten. Als ob er nicht weiter auf dieses Thema eingehen wollte, nahm er die Fernbedienung und schaltete den großen Bildschirm aus.
– Gut! rief er aus. Bevor wir fortfahren, gibt es noch eine Sache, die wahrscheinlich einige von Ihnen irritieren wird. Der externe Zugriff auf die CCU ist desaktiviert.

Ein verwirrtes Murmeln war zu hören.
– Aus welchem Grund? Wollte jemand wissen. Ist etwas passiert?
– Über den Grund, und wie lange es dauern wird, kann ich leider zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen, wich Rolf aus. Aber im Moment können Daten und Nachrichten leider nicht über die üblichen Kanäle weitergegeben werden. Er hob beide Arme, um weitere Fragen abzuwehren.
– Und das ist alles im Moment, sagte er abschließend und ging zu der Tür, durch die Lisbeth gekommen war. Alle standen wie auf Kommando auf und bewegten sich ebenfalls zur Tür. Lisbeth folgte den anderen. Auf dem Weg nach draußen wurde sie diskret von Rolf angehalten.
– Haben Sie noch einen Moment Zeit, Lisbeth? fragte er so, dass nur sie es hören konnte. Ich würde gerne mit Ihnen reden, unter vier Augen. Könnten Sie in einer Stunde in mein Büro kommen? Dann ist unser Gast sicherlich gegangen. Er machte eine Bewegung mit dem Kopf in Williams Richtung, der im Gegensatz zu allen anderen am Tisch sitzen geblieben war. Trotz ihrer Überraschung, war ihr erster Instinkt zu fragen, über was er mit ihr reden wollte, aber sie beherrschte sich.
– Ja, das kann ich, antwortete sie. Ihr Lächeln war ein wenig angespannt.
– Ich bin in einer Stunde da.

(Fortsetzung folgt)

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… Today’s part is a wee bit longer than the others. I could not find a better breaking point. To cut the text in the middle of the preparedness meeting would – in my opinion – have had a negative impact.  I will try to stick to the 6 page rhythm, but also show consideration for the content. At the bottom of the page I added two really funny translation bloopers.

ENGLISH

The man from Tehran

Wednesday February 8, 2006

Police headquarters in Copenhagen, 8 a.m.

It was exactly 8:00 a.m. when police inspector Preben Antonsen entered a conference room in the police headquarters in Copenhagen. Before he opened the door, there was a loud, collegial conversation about all kinds of topics going on between the five people present, three men and two women, but the it broke off when Anton arrived.

At 59, Antonsen was the oldest in the room, but he wore his age with dignity. He was a tall, athletic man with a large head under a wild mane of dark hair, with a hint of gray here and there. He had a balanced and firm demeanor, and his obligatory pipe, which none of his colleagues had ever seen lit, hung from the corner of his mouth like a trademark. When he wore his uniform, everybody paid him respect quite naturally, but he was also known for his good mood. One of those present shouted cheerfully:
– Entry Antonsen, so it’s exactly eight, zero, zero and zero, beep.
The others burst into a friendly laugh and Antonsen – shaking his head – went to one end of a table where he put down a folder he had been holding in his hands, before he answered:
– Bravo, Henning, really well done, my boy. To our every surprise, we can say that you finally learned the clock, and at the same time we can ascertain that you are not retarded at all, you were just pretending.
The laugh broke out again, and even Henning found Antonsen’s answer funny; he grinned from ear to ear. Antonsen let the laugh ebb away before raising his hand and asking for silence.

– Okay, folks, he took the floor, we have got an urgent matter, a pretty ugly one, if I may say so.

Antonsen had their full attention, when he continued:
– The Foreign Minister has called the Minister of the Interior, he called the police director, and he called the police chief inspector, who then called me. In other words, all of Denmark knew before I was informed. The details are as follows: the day after tomorrow, February 10, 4:45 p.m., the Foreign Minister flies to Budapest, and …

– Jeez, Antonsen, one of the women interrupted him, you are really lagging behind with your information. I’ve known that for a month. To be honest, I think it is even posted in the canteen. Maybe you should team up with Sandwich Kirsten, who can keep you up to date on what’s going on here on the farm.

Everyone roared with laughter, even Antonsen gave up and chuckled. When the laughter had subsided, Antonsen picked up the thread again:

– You are really quick this morning, I must say. Bravo, Connie, really wonderful. I will try to think of you the next time someone is needed to organize company picnics and Christmas parties. But as I said, before I was interrupted, the Foreign Minister will be flying to Budapest the day after tomorrow, and as we have just been informed by little Connie, we all knew that. All the usual security measures have obviously already been taken.
He suddenly became serious.
– But what nobody has thought of before is that an American basketball team flies with the same plane. Usually this has nothing to do with us, since we haven’t been asked to take care of the athletes yet … and here is some news that Sandwich Kirsten can’t get hold of …
He winked at Connie.
– … The American ambassador from Stockholm makes a stopover in Copenhagen for a few hours and joins the small tour group to Budapest. This is usually none of our business either, because he has a secret service agent for every finger and does not depend on our help.

Everyone was now fully focused, and Antonsen continued:
– But all of this has just become our problem – just like that. They want to make a big press event out of it, and both national and international television and printed media will be informed today.

– Oh my goodness, said one of the others.

– That was the short version, replied Antonsen. In other words, we have to take almost the same security measures as for the Bush visit. And we should work with the CIA and with a European anti-terrorist group that I don’t know very much about. I spoke to the leader of this group, a German guy, half an hour ago, and he said that their contact person in Denmark will be in touch shortly.

– Hello! exclaimed Connie and leaned over the table. Doesn’t the CIA normally go its own way? I mean, since when are they interested in cooperating?

– Don’t be mistaken about the CIA, said Antonsen. They cooperate more than you think, although, I have to admit, that it usually happens only when it’s in their own interest, but that’s also their job, isn’t it? Well, but …

– Hello again! Connie interrupted. Now she was sitting on the very edge of her chair and looked around. Was I they only on who got this, or did anyone else also hear something about an anti-terror group? What the hell is that supposed to mean? What are they doing here?

– I actually wanted to save this as a small dessert, answered Antonsen. As I understand it, terror threats have been received against the event, and, hold tight, the CIA guys and these anti-terrorist guys have the task of catching those terrorists whoever they are – red-handed.
– What! exclaimed Connie in a loud voice. Shouldn’t we be doing the usual “evacuate-the-building-there-is-a-bomb” routine if the threat is taken seriously? Damn it, I think I’ll take the picnic planning job.
– I have to admit that I’m a little surprised about exactly that, said Antonsen.
It was obvious that he wasn’t comfortable with the situation.
– But no! The buildings are not being evacuated, he continued. As I said, they want to catch the assholes.

– But surely we’re not supposed to interfere in that part of the task, I would imagine? asked one of the others.

– No, Per, said Antonsen, clearly relieved. That is exactly what we are not supposed to do. We should instead do our normal work. We ensure security, calm and order – good old-fashioned policing.

There was a little pause while everyone thought about what they had just heard without looking at each other.

Antonsen finally broke the silence and said:
– Let’s start planning. In general, adequate access control must be ensured. It should be possible for all travelers to get to their plane without too much difficulty. We cannot treat the matter quite like a president’s visit, but on the other hand, we don’t want suicide bombers or armed partisans wandering around at the airport. You all know, what you have to do.

Kabul, 10:10 a.m.

As always, chaos reigned at Kabul’s airport. Armed soldiers and easily detectable plainclothes agents circulated restlessly through the buildings in a desperate attempt to monitor and control passengers. They were undoubtedly nervous, you could see that from their alertness and their constantly flickering look. Their main concern was that they didn’t know what to watch out for. Where would a possible danger come from? Would there be any warning signs at all before a bomb exploded near them or an enemy projectile hit them? Most of the soldiers were Americans, but other countries were represented with commandos.

Regardless of nationality, the majority of them longed to go home. However, they were lucky that they were in Afghanistan and not in Iraq, where hell had broken loose, and the soldiers had to expect to be killed at any moment. It was not very long ago that the first regular scheduled flights to and from Kabul were resumed. For a long time only the United Nations had been allowed to use the airport. But even now many airlines were not yet ready to serve this destination again.

The crowd was like a patchwork. Men and women of different nationalities in different national costumes glided past each other. Two soldiers with automatic rifles carefully watched the many passengers, all of whom had to go through a functioning safety barrier. For a moment they had eye contact with a man who was perhaps around forty and of indefinable nationality. The man had calmly returned their gaze and continued walking. He was tall and muscular, with short, dark hair, and his Spanish-looking face was smooth-shaved. He was dressed in a modern, light, sand-colored cotton suit and at first glance he looked like a businessman or maybe even a diplomat. That was always difficult to distinguish.

The two soldiers weren’t really interested in what he was, but in what he wasn’t. It only took them a split second to decide that he was probably not dangerous. Their attention was already on other passengers as he passed them. The man showed his ID and boarding pass to the security checker. According to his passport, he was a diplomat – a French diplomat – and was called François Perrier. His luggage was scanned without any problems, and he did not have to go through a body search, but had to accept being scanned by a security guard with a metal detector. However, nothing of interest was found on him, and he was allowed to go to his plane. The man moved with an upright posture, as can often be seen in people with a certain self-confidence. If one had been able to look under his clothes, one would have discovered a muscular and toned body.

At the same time, one would have noticed that the body bore some scars caused by knife stabs and gunshots. But of course, nobody noticed any of this, nor the fact that the passport with which he was traveling was false. He was anything but a diplomat. He wasn’t even a businessman. He was a terrorist and his real name was Akhmahel bin Kanhal.

Hamburg, 10.20 a.m.

Lisbeth arrived at EATO headquarters ten minutes before the preparedness meeting began. She had spent the night at the ‘Fürst Bismarck’ hotel nearby, and had chosen to walk the short distance to the EATO building through the narrow streets of the district. She had slept fitfully and was not feeling well rested. Not because the hotel was bad, on the contrary. The room was comfortable, and it had been quiet all night, even though the hotel was in a busy neighborhood with undisguised prostitution on several street corners. It must be stage nervousness, she thought. Did I end up with the right job at all? Maybe I should have listened to my parents’ career advice. What would they think if they knew I was fighting terrorism? The answer was obvious. It would seem just as exotic to them as the idea of becoming a tiger trainer in the circus. In other words: unthinkable. She tried to direct her thoughts to something else.

She came to a corner and turned left. She was now on a narrow street with no traffic and almost no people. A little way down the street she came to a door. On the right side of the door was a gate phone with a keypad. There was no name tag or house number on the door, and from the outside you couldn’t see what was hiding behind the facade. She entered a six-digit code and waited. Then a barely audible ‚click‘ could be heard from the door and she stepped into a dimly lit staircase. Inside, she met a security guard who immediately closed the door behind her.

– This way, he said curtly, and went ahead.
Lisbeth nodded and followed silently. They went up the stairs half a floor to an elevator. Apparently, there was no call button for the elevator, but the security guard put a key into a lock and the doors opened immediately. There were no buttons inside either, and again the guard used his key and the doors closed again. The elevator started very gently, upwards, and a few seconds later, Lisbeth stepped out a few floors up. The security guard stayed in the elevator and the doors closed immediately.

Lisbeth was now in a corridor that looked like any ordinary office building. There was no one to be seen, neither to the right nor to the left, but there was a large double door opposite the elevator. Suddenly she noticed that there was only this one door in the whole corridor. One of the double doors opened and a woman emerged. Lisbeth estimated her age to be about thirty years old. She wore a well-fitting costume, the color of which matched her dark hair.

The woman smiled kindly at Lisbeth and said:
– Welcome to EATO. You must be Lisbeth Hasselbeck. Please come with me.

The woman pointed to the door. Lisbeth nodded briefly and followed the woman. She stepped into a large room and took a quick look around. It was a conference room, around eight meters long and just as wide. The ceiling was higher than that in the corridor, and she assumed the room was two storeys high. There were no windows and the colors of the walls were muted. The largest flat screen monitor she had ever seen hung on one wall. It ranged from wall to wall and from floor to ceiling. The screen was showing two different images at the moment. One half showed a digital world map, the other a picture that must have come from a satellite. There were about a dozen people in the room, but she only recognized Rolf Duvenhart standing in front of the screen. In front of the huge screen, he seemed smaller than she remembered him. The other attendees sat around a large, centrally placed conference table. From there, everyone could see the screen. Lisbeth had the feeling that she was the last to arrive, so she headed straight for the nearest free chair and sat down.

Short before Lisbeth entered the room, Rolf Duvenhart had had a discussion with John Williams of the CIA. Williams had arrived half an hour ago and the two men had immediately disagreed about the content of the upcoming meeting.

– Our experience clearly shows that a minimum of information is best at this point, Williams said with a desperate attempt to look friendly.
Rolf was certainly not ready to be directed by the CIA or other outsiders, but on the other hand, he was not blind to the advantages that good cooperation, especially with the CIA, could have. The “treasure trove” of good advice from American colleagues on all possible matters was great. No topic was too unimportant. What had Axelsson said in the car in Brussels: We need “A person who will certainly do everything possible to solve the problem satisfactorily, but who does not uncritically play the American game.”
The latter he could hardly be accused of.

– Williams, I appreciate your support, there is no doubt about that, he replied. But, as you have surely noticed by now, we have our own methods and I will be as open as possible at the meeting. I would appreciate it if you respected my wishes and acted the same way yourself.

Williams didn’t answer, but just nodded. The two men had gone into the conference room together and Williams had sat at one end of the conference table while Rolf had stood in front of the big screen at the opposite end.

A moment later Lisbeth entered, followed by Rolf’s secretary. Rolf noticed how Lisbeth looked around the room quickly and with a single glance before sitting down. If I asked her to close her eyes and describe the room, she would probably be able to reproduce most of the details accurately, he thought. He smiled at her as she sat down. Now everyone was present. Nobody had canceled.

He cleared his throat and said:
– I would like to extend a warm welcome to you all. For good reasons, I will not introduce you to one another, with the exception of one person present, John Williams from the CIA.
The man across from Lisbeth got up and smiled, but only with the lower part of his face. There was no smile in his eyes. She estimated him to be about sixty years old. She instinctively started thinking about what kind of person he could be. There was something about him that made her alert. ‚Intelligent‘ was the first thought that came to her mind. He had a way of seeing through the room that gave her the impression that he was appraising the other participants. In other words, she had to assume that he had already started to think about her. It was pretty obvious that he had had a hard life. You didn’t need to study psychology for this insight, you could see it from his striking and weather-beaten facial features. His attitude gave her the impression of a man of great courage, a man who had gone to the extremes in life. She suspected that he had achieved his successes through hard struggle. He seemed like someone who welcomed conflict and usually emerged victorious. She interrupted herself in the middle of the train of thought. Apparently it was a habit of hers to always analyze people in advance, and maybe those analyzes were just an expression of her personal prejudices. But on the other hand, she wasn’t very often wrong.

– John Williams is the head of a special unit within the CIA, Rolf continued. Without knowing all of his merits, I can say that his two most important functions here and today are the fight against terrorism and the coordination of our cooperation.

Lisbeth looked at Williams when he was introduced, but he didn’t show the slightest reaction.

– There is a certain reason why Williams is with us today, Rolf continued, which I will get back to shortly. First, I will explain the current situation and therefore the background for our meeting.

He took a remote control from the table and pressed one of the buttons. The view of the satellite image behind him began to enlarge.

– This picture was taken about 24 hours ago by an American satellite over Kabul, he continued.

In the meantime the picture had enlarged further, so that streets and houses were now clearly recognizable. A few seconds later, the picture was so detailed that you could distinguish individual people.

– Several of our employees and CIA agents, Rolf looked towards Williams, have reported changes in normal behavior in a number of cells that are monitored in various locations in the Middle East and Europe. There was obviously increased activity in two of the cells, which naturally caught our special attention. Let’s start here in Kabul.

He took a small laser pointer out of his pocket and turned a little so that he moved sideways to the large screen. In this position he could alternately look at the screen and the people present.

– This is cell KB120, he said, using the laser pointer to place a small red dot over one of the houses in the picture. KB120 is a cell that we have been monitoring for some time. And now it seems that the efforts have borne some fruit. A meeting took place in the cell yesterday morning and we managed to intercept some very interesting information. We now know with relative certainty that a major attack is planned, and we know with equal certainty that this attack is to take place in our small part of the world, in Europe. He pressed a button on the remote control again and a new image appeared on the screen. At first glance it looked like the same picture, but some people had changed their position. Lisbeth noticed that two men had appeared in front of the house that Rolf had pointed to. Rolf let the red dot of the laser pointer dance over the two figures in the picture and continued:

– These are Hassan bin Owhabali and Wahil El Mohammed.

He paused as if to give those present the opportunity to remember the names.

– Hassan we know quite well, he continued. He has been living in Germany for some time now and was suspected to have been instrumental in the planning of September 11th. His name generally appears whenever something is going on. We also know Wahil, although we don’t know very much about him. We have reason to believe that he was a professional soldier, and it is said that he is extremely familiar with the use of sophisticated weapons.

The picture now changed three or four times in quick succession, and you could see that the two figures were moving east. Lisbeth noticed that a third figure had come into the picture and was going in the same direction, but with a little distance to the other two.

– This man, said Rolf, and let the laser point circle around the third person, is our man.

Five or six pictures later, the first two went around a corner and disappeared into a house.

– Here our man lost track of them, said Rolf, while the point circled the third figure again, but fortunately the satellite did not.

In the next picture the two figures showed up again, this time on the other side of the house. Lisbeth noticed the time frame at the bottom of the satellite photo. They hadn’t been in the house for even a minute. They just went in at one end and came out at the other. The images changed again, and a little later the two men entered another house less than a hundred yards from where the EATO agent had lost them.

– As you can see, the two men staged a nice little diversion, Rolf shrugged. They managed to shake off our man without much effort before disappearing into this house.

The laser dot danced on the screen again.

– Here it starts to get interesting, he continued. We didn’t even know about this house, but a request from our friends from the CIA showed us that they knew it.

He pointed to Williams and continued:
– Well, maybe you should take over from here, Williams.

Lisbeth noticed a change of mood in William’s eyes when he got up. Standing in front of his chair, he picked up Rolf’s thread without further ado.

– If this was one of our houses, he started, I would call it a ’safe house‘. But it is definitely not one of ours, on the contrary. We know that it is widely used by Al Qaeda supporters. We have had the house under surveillance for a long time and very interesting people come and go there.

– Why didn’t you make a move against the house, Sir? I mean, if you’re sure it’s used by Al Qaeda?

The question was asked by a man sitting to Lisbeth’s right, with a distinct French or Belgian accent.

Williams immediately turned his full attention to the man who had interrupted him. Lisbeth had to think of a cat that had discovered a mouse.

– The answer is simple, said Williams, holding on to the man’s gaze, if we strike now, we will only catch those who are there at the time, nothing more. At the same time, we would lose the valuable information that we receive through on-site surveillance. At least for the time being, we prefer to leave things as they are until the day Osama bin Laden himself walks through that door.

Some of the attendees seemed to find the last remark funny, judging by a few spontaneous laughs, but the man who had asked the question didn’t seem amused, and Lisbeth didn’t laugh either. A quick look at Rolf showed that he obviously couldn’t see anything funny in William’s remark either.

– Are there pictures of everyone using the house? the same man tried again.

Williams didn’t answer immediately, but let his attention slip away from the man for a moment. He thought of some of the information the CIA held. They had plenty of pictures. You could hardly get better portraits.

He focused on the man again.
– No, unfortunately not, he answered not exactly truthful. We have no usable pictures. Without taking his eyes off the man, he continued:
– Al Qaeda has regrouped itself in the past few months, and we know, or rather, we think we know what organizational changes have been made. Lisbeth sensed that the other man had started to feel uncomfortable under William’s vigilant attention. In any case, he shifted uneasily in his chair.

Williams suddenly looked in Rolf’s direction and continued undeterred:
– We can definitely confirm the news from your source in Kabul. There is something brewing in your end of the world. We know a lot, but not everything. The house in the picture here … He motioned his head towards the screen … is so specially designed that we cannot bug it completely. At the moment we do not know exactly where the goal is and what is actually planned.

– Maybe I should take over again, interrupted Rolf in a somewhat sharper tone than usual.

Lisbeth automatically read William’s body language when Rolf interrupted him. It was obviously going against the grain for him. He hesitated just long enough for her to notice his anger. But he must have realized what was the smartest thing in a foreign forum, because he sat down without saying anything.

– The thing is, Rolf said, that we don’t really know the group’s plans exactly, but as I mentioned, we made two observations that could give us a hint. One of them has just been reported to you by Williams and unfortunately it has not given us any information about the target of the attack, but the second observation could give us a hint. Several of those present leaned forward slightly in their chair, and Lisbeth had completely lost interest in Williams.

– We made the second observation here in the Hamburg cell. The usual group, if you can call two people a group, has doubled, so that four people are now constantly at the known address, and external communication has become much more intensive than was normally the case. What has been leaked so far is very limited, but we hope that will change. We know that a meeting is planned here in Hamburg this week, probably for detailed planning. The fact that it is the Hamburg cell that has ‚moved‘ does not automatically mean that Germany is also the target for the attack, but it does indicate that Northern Europe, including Scandinavia, may be in their focus. We do not know what that means eventually, but it is perhaps not insignificant in this context that Denmark is one of the coalition countries and is therefore under special scrutiny.

He deliberately avoided direct eye contact with Lisbeth and continued:
– To cut a long story short, we are now in preparation level two with everything that this entails for you as an individual and as a group. Even if you already know it, I would like to emphasize that this means that all employees, and I really mean all employees, are on standby with immediate effect. Vacation and other absences are suspended with immediate effect, and cell surveillance is intensified and so on and so on.

His hand circulated in the air several times to underline his words.

– Get information, as much information as you can, as quickly as possible.

He nodded several times.

– As Williams said a moment ago, he continued, we know that Al Qaeda has regrouped. I cannot say whether this is a sign of weakness or strength, but it places greater demands on us under all circumstances. We need to know what’s going on, no matter how they are organized.

Lisbeth had listened very intently and felt further reinforced in her fear that the world might not have experienced the worst terrorist attack yet.

– I promised to tell you the reason for our special visitor, said Rolf, without looking directly at anyone. The thing is, EATO and the CIA will work very closely together in this case.

He frowned and pursed his lips as if carefully considering his words. Lisbeth felt that what he was trying to explain made him feel uncomfortable.

– That does not mean, he continued, that our two organizations are not already working together on a daily basis, because they do so to the highest degree, but in the current case we will work particularly closely together. As if he didn’t want to go into this topic anymore, he took the remote control and turned off the big screen.

– Good! he exclaimed. Before we go on, there’s one more thing that is likely to irritate some of you. External access to the CCU is deactivated.

There was a confused murmur.

– For what reason? Someone wanted to know. Did something happen?

– Unfortunately, I can’t say anything about the reason and how long it will take, Rolf evaded. But at the moment, unfortunately, data and messages cannot be passed on via the usual channels.

He raised both arms to discourage any further questions.

– And that’s all for now, he said finally, and went to the door through which Lisbeth had come. Everyone stood up as if on command and also moved to the door. Lisbeth followed the others. On the way out she was discreetly stopped by Rolf.

– Do you have a moment, Lisbeth? he asked so that only she could hear it. I would like to speak to you in private. Could you come to my office in an hour? Then our guest has definitely left. He made a motion with his head in William’s direction, which, unlike everyone else, had remained at the table. Despite her surprise, her first instinct was to ask what he wanted to talk to her about, but she controlled herself.

– Yes, I can, she replied. Her smile was a little tense.

– I’ll be there in an hour.

(To be continued)

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Patzer          … Bloopers

Deutscher Text/German text:

“ …  bis zu dem Tag, an dem Osama bin Laden selbst in diese Tür tritt. ….“ (… until the day, when Osama bin Laden himself walks through this door.)

Übersetzung/translation:

“ … until the day when Osama bin Laden himself kicks the door in.“ (bis zu dem Tag, an dem Osama bin Laden selbst die Tür eintritt.)

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Das deutsche Wort „Lachsalven“ wurde mit „salmon bursts“ (Lachs-salven) übersetzt, was während einer Konferenz schon sehr lästig sein kann … 😉  😀

… The German word „Lachsalven“ (bursts of laughter) was translated with „salmon bursts“, which might be a tad irritating during a meeting … 😉  😀

 

 

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

6 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Kopenhagen/Kabul/Hamburg … The man from Tehran, Copenhagen/Kabul/Hamburg“

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