Der Mann aus Teheran, Sierra-Nevada/Langley/Najran … The man from Tehran, Sierra Nevada/Langley/Najran

CoverDeutsch

 

1. April 2005 Alfa-250

Sierra-Nevada-Wüste

Die Lösung für den Fall mit den fehlenden vier Gramm A-tox-457 kam am ersten Freitag im April mit der Post. Allan Parker ging wie gewohnt und routinemäßig die verschiedenen Sendungen an die Anlage durch, wozu unter anderem das Durchleuchten aller Briefe und Pakete gehörte. Seit den Anthrax-Briefen kurz nach dem 11. September, ging man mit eingehender Post jeglicher Art kein Risiko mehr ein. Einer der Briefe kam vom Pentagon und war an den Sicherheitschef persönlich adressiert. Briefe vom Verteidigungsministerium, zu dem Alfa-250 gehörte, waren für Parker nichts Ungewöhnliches, und er legte den Brief in seinen Eingangskorb für später.
Alpha-250 holte seine Post selber in einem Hubschrauber vom Postamt in Oakland ab, und es war selten, dass Parker sie vor dem Mittag in die Hände bekam. So war es auch heute wieder. Es dauerte eine weitere Dreiviertelstunde, bevor alle Briefe und Pakete untersucht und zur Verteilung bereit waren, und Parker entschied sich, zunächst zur Kantine hinunterzugehen, um Mittag zu essen. Es war daher bereits zwei Uhr nachmittags, bevor er das Schreiben vom Pentagon wieder in der Hand hatte, und diesmal beschloss er, es zu lesen.

Er riss den Umschlag mit den Fingern auf, faltete das offiziell aussehende Schreiben auseinander und begann zu lesen. „Verstärkte Überwachung“ war die Überschrift. Der Brief war in dem üblichen steifen und unpersönlichen Stil geschrieben, den das Pentagon immer verwendete, und handelte, wie so oft nach dem Anschlag auf das World Trade Center, von einer weiteren Intensivierung der Terrorbekämpfung. Bereits in der Einleitung stand ein Verweis auf die amerikanische Gesetzgebung HR 3162, 24 Oktober 2001 ‚USA PATRIOT Act’. Er überflog den Text mit den Augen und fragte sich, ob er es sich erlauben konnte, ihn in seinen ständig wachsenden Stapel ‚bei Gelegenheit’ zu legen, aber etwas fing seine Aufmerksamkeit.
Das Pentagon hatte anscheinend eine spezielle Dienststelle ins Leben gerufen, wo Sicherheitsbeamte verschiedene Unregelmäßigkeiten, die ihnen auffielen, berichten konnten. Diese Dienststelle hieß, PATRIOT Act – Internes Nachrichtenbüro, abgekürzt PINB. Sie wollten Informationen über praktisch alles, so detailliert wie möglich, und man wies extra darauf hin, dass die Informationen gerne auch von Kollegen, die einen höheren Rang als man selber hatte, handeln könnten. Volle Anonymität würde garantiert. Abschließend stand dort, dass man die Informationen entweder per Telefon, per Brief, per Fax oder per E-Mail abliefern konnte. Der Brief war von Donald Andersson, U. S. Verteidigungsministerium, Pentagon, unterzeichnet. Parker las den Brief noch einmal und versuchte die Reichweite dieser Instruktionen zu begreifen. Er war in keiner Weise Anhänger des PATRIOT Acts, das wussten die Götter, und der Gedanke daran, ein ‚Whistleblower‘ zu sein, behagte ihm auch nicht sonderlich. Aber hier und jetzt könnte es ihm vielleicht dabei helfen, die fast zwei Jahre alte Geschichte mit den gestohlenen vier Gramm loszuwerden.
Seine größte Sorge war, ob er sich auf die Geheimhaltung verlassen konnte, die das PINB versprochen hatte. Er überlegte ein paar Minuten und entschied dann, dass man es können musste. Wenn sie wollten, dass die Leute herumliefen und einander anschwärzten, mussten sie auch für Geheimhaltung sorgen, sonst wäre das nicht machbar. Er beschloss, es zu versuchen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Er sah auf seinen Kalender. Glücklicherweise hatte er für den Rest des Tages nichts Wichtiges vor. Dann überprüfte er den Kalender des Generals und stellte zu seiner großen Genugtuung fest, dass der Tyrann offenbar den ganzen Tag abwesend war. Jetzt oder nie! Er drückte die Zwischenraumtaste auf der PC-Tastatur und der Bildschirm erwachte zu neuem Leben. Er tippte sein Passwort ein und aktivierte den digitalen Schreibtisch des PCs. Mit ein paar Klicks, fand er, was er suchte; einen Ordner mit dem Titel: „John Williams, CIA“. Er öffnete ihn. Er enthielt drei Dateien. Zwei davon waren digitale Aufnahmen von internen Überwachungskameras der Anlage und der dritte war ein Bericht in PDF-Format.
Er würde eine E-Mail schicken. Wenn er die drei Dateien beifügte, musste das für eine Untersuchung ausreichen. Der Bericht war relativ detailliert, bis hin zu einer fast wörtlichen Wiedergabe seines Gesprächs mit dem General. In der E-Mail wies er auf den Brief hin, den er gerade vom Pentagon erhalten hatte, sowie auf die drei Anlagen. Darüber hinaus verwies er auf die E-Mail, die er vom Medical Crime Survey erhalten hatte, und die er ihnen separat zuschicken würde. Um der Sicherheit willen, brachte er seine Erwartung zum Ausdruck, dass seine Anonymität gewahrt werden würde. Als er fertig war, hielt er nachdenklich die Maus einige Sekunden lang über ‚senden’, bevor er sich endlich zum Absenden entschloss. Ein paar Sekunden später kam die E-Mail am anderen Ende der Vereinigten Staaten an.
Was Parker allerdings nicht wusste, war, dass stündlich etwa fünfzehn ähnliche E-Mails rund um die Uhr ankamen, und dass bereits seit mehreren Monaten. Alpha-250 war ziemlich weit unten auf der Liste der Anlagen, die diese Anweisungen vom Pentagon bekommen sollten. Innerhalb von ein bis zwei Wochen würde man Parkers E-Mail öffnen und entweder mit 1, 2 oder 3 priorisieren Wenn seine E-Mail als ‚1’ bewertet wurde, würde man sofort eine Untersuchung starten, und wenn es als ‚3’ bewertet wurde, würde man es ignorieren. Parkers E-Mail wurde mit ‚2’ priorisiert, was bedeutete, dass es bis zu zehn Monate dauern konnte, bevor man sich damit befassen würde.

* * *

Angriff, Teil 1

Donnerstag, 26. Januar 2006

Langley, 13.00 Uhr

Parkers E-Mail tauchte gegen Ende Januar bei CIA-Special-Agent George Armstrong auf. Ein paar Tage zuvor hatte Armstrong beschlossen, einige der angesammelten Priorität-2-Fälle durchzusehen, und nun war er bei dem alten E-Mail von Parker angelangt. Armstrong konnte sehen, dass jemand es am 6. Mai 2005 schon einmal gelesen hatte, und das derjenige eine kurze Notiz hinzugefügt hatte, die Armstrong nun als Erstes auf dem Bildschirm las: „Der Fall ist vielleicht ein wenig seltsam, aber höchstwahrscheinlich ohne jede Substanz. Den Angaben nach wurde eine Art biologische Kultur von einer hochrangigen Person aus unseren eigenen Reihen ‚gestohlen‘. Es ist jedoch nicht bewiesen, dass die Kultur nicht auch auf andere Weise verschwunden sein könnte. Nach den zur Verfügung gestellten Informationen ist die Menge der verschwunden Substanz keine wirkliche Gefahr für die nationale Sicherheit. Die Sache sollte untersucht werden, wenn die Ressourcen es zulassen.“
Armstrong verschränkte nachdenklich die Hände hinter dem Kopf und sah geradeaus. Wäre es sinnvoll, den Bericht zu lesen, dachte er? Nun, er konnte ja anfangen, ihn zu lesen, und wenn sein Interesse nicht relativ schnell geweckt wurde, konnte er ihn abhaken und umpriorisieren zu ‚3‘. Er öffnete das beigefügte PDF-Dokument und begann zu lesen. Bereits nach der ersten Seite war er mehr als interessiert. Armstrong wusste nur allzu gut, wer John Williams war, und ehrlich gesagt konnte er das arrogante Arschloch nicht ausstehen. Er las den Bericht zu Ende, der glücklicherweise in einer verständlichen Sprache geschrieben war. Sieh mal einer an, dachte er, der hoch dekorierte General Laurence D. Hemingway versuchte, seinen eigenen Arsch zu retten. Das war äußerst interessant.
Als Beweis für den Diebstahl wurde auf zwei digitale Aufnahmen hingewiesen, die ebenfalls beigefügt waren, und als Beweis für die illegale Nutzung der Kultur, bezog man sich auf eine Mail vom Medical Crime Survey (MCS). Armstrong begann damit, sich die Aufnahmen anzusehen. Er sah sich beide dreimal an, bevor er darüber im Klaren war, was da eigentlich vor sich ging. Schließlich las er die E-Mail vom MCS. Er schauderte bei dem Gedanken an die Wirkung, die die Kultur offenbar auf das Opfer gehabt hatte. Ohne zu zögern, priorisierte er den Fall auf ‚1‘, woraufhin er eine einfache, aber sehr aufschlussreiche Untersuchung durchführte.
Wie die wenigen anderen ausgewählten Spezialagenten, die dieser relativ neu gebildeten Einheit zugeordnet waren, hatte auch Armstrong fast uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte CIA-Datenbank. Die Einsicht in Datenbanken über Aktivitäten der einzelnen Agenten erforderte ein besonders hohes Vollmachts-Niveau, über das Armstrong verfügte, und er untersuchte nun mit ein paar Fragen, wo John Williams sich am 18. August 2004 aufgehalten hatte, dem Tag, an dem der mysteriöse Todesfall in Teheran stattgefunden hatte. Er war nicht im Mindesten darüber erstaunt, als er bestätigt bekam, dass Williams sich gerade an diesem Tag in Teheran befunden hatte. Armstrong war davon überzeugt, dass John Williams die vier Gramm hochgiftigen Materials gestohlen, und es wahrscheinlich benutzt hatte, um einen Mann in Teheran zu töten.
Die Bedeutung all dessen verstand er allerdings nicht. Dass ein CIA-Agent irgendjemanden irgendwo im Nahen Osten ermordet hatte, war ja nicht besonders alarmierend, aber dass er diese Kultur aus einem streng geheimen biologischen Labor der USA gestohlen hatte, das war eine ganz andere Sache. Es würde Armstrong nicht leidtun, wenn Williams sich ein paar Probleme auf den Hals geladen hätte! Im Gegenteil! Das war vielleicht genau das, was dieser Dreckskerl verdiente. Er begann seinen Bericht zu schreiben mit der Empfehlung, diese Angelegenheit sorgfältig zu untersuchen.

 

Dienstag, 31 Januar 2006

Najran, 14.10 Uhr

Zwei Männer saßen auf einem dicken Teppich auf dem Boden in einem kleinen Haus in der Stadt Najran im Süden Saudi-Arabiens, nahe an der Grenze zum Jemen. Vor ihnen lagen einige Karten über Europa in verschiedenen Maßstäben ausgebreitet zusammen mit zwei ausführlichen Stadtplänen von Hamburg und Kopenhagen. Der eine Mann trug ein blaues Hemd und europäische Jeans. Er war groß und muskulös, hatte kurze, dunkle Haare und glatt rasierte, spanische Gesichtszüge. Der Mann hieß Akhmahel bin Kanhal. Der andere Mann trug im Gegensatz zu Akhmahel einen schwarzen Vollbart, der ein schmales Gesicht mit einem milden, fast melancholischen Ausdruck umrahmte. Die beiden Männer sprachen leise, aber intensiv miteinander, und nannten einander beim Vornamen. Der Mann, der Akhmahel gegenüber saß war Osama bin Laden.
– Nein, die Finanzierung ist kein Problem Akhmahel, sagte bin Laden. Was mich beunruhigt, ist, dass es so einfach klingt … zu einfach. Wie willst du so etwas transportieren? Es ist nicht so einfach zu verstecken und kann nicht überall geliefert werden.
– Nein, aber es kann in Marseille geliefert werden, sagte Akhmahel, und von dort aus transportieren wir es mit dem Auto. Die Grenzen sind den ganzen Weg durch Europa offen und es wäre ein sehr bedauerlicher Zufall, wenn wir Schwierigkeiten bekämen. Übrigens ist Wahil in der Lage, mit etwaigen unvorhergesehenen Hindernissen fertig zu werden. Ich werde selbst bei der eigentlichen Aktion anwesend sein, damit alles nach Plan verläuft.
– Aber es klingt immer noch sehr einfach, widersprach bin Laden, kann etwas schief gehen? Akhmahel blickte auf den charismatischen Anführer, während er seine nächsten Worte abwog. Er entschied sich, ganz ehrlich zu sein.
– Ja, das kann man natürlich nicht vollständig ausschließen, sagte Akhmahel, aber wie gesagt nur, wenn mehrere Umstände sehr unglücklich zusammentreffen. Weder die europäischen noch die US-Geheimdienste können herausfinden, was wirklich passieren soll. Ich rechne damit, dass man bald über die Tatsache, dass etwas im Gange ist, im Bilde sein wird, und man wird vermutlich auch relativ schnell das Angriffsziel erraten, aber man wird sich allzu sehr mit dem Offensichtlichen beschäftigen, als dass man die Aktion verhindern könnte. Bin Laden nickte, schwieg aber einen Moment.
– Das ist ein gesegneter Gedanke, sagte er nach einer Weile, aber wenn sie das Ziel des Angriffs kennen, werden sie dann nicht die Pläne, die dir bekannt sind, ändern?
– Nein, das glaube ich ganz bestimmt nicht, antwortete Akhmahel, sie werden davon ausgehen, dass ein Angriff wie dieser unmöglich durchzuführen ist. Sie werden ihre Bereitschaft intensivieren, wo sie können, aber sie werden nicht in der Lage sein zu verhindern was geschehen soll. Sie werden eine totale Demütigung erleiden. Stell dir vor, Osama, sie wissen, dass wir kommen, sie haben reichlich Zeit, sich vorzubereiten, und dennoch können sie letzten Endes nichts tun, um es zu verhindern.
Bin Laden sah auf die Karten, die zwischen ihnen lagen und schwieg wieder für eine Weile. Plötzlich stand er ohne ein Wort zu sagen auf und streckte seine Arme zu Akhmahel aus, der sich daher ebenfalls erhob. Die beiden Männer umarmten einander, bevor bin Laden feierlich sagte:
– Ihr habt meinen Segen und ich weiß, dass Allah mit euch sein wird. Beende deine Planung, und führe die Aktion mit Ehre aus. Alle notwendigen Mittel stehen euch zur Verfügung, und ihr müsst mir über die üblichen Kanäle Bescheid geben, wenn ich mehr für euch tun kann.
– Danke, antwortete Akhmahel, sichtlich erleichtert. Es gibt tatsächlich etwas, was du tun könntest und das eine große Hilfe wäre. Bin Laden sah ihn fragend an. Akhmahel fuhr fort:
– Ein persönlicher Brief von dir an die Gruppe, die ich zu diesem Zweck ausgewählt habe, würde mit Sicherheit die Einsatzbereitschaft verstärken, vielleicht könnte Faroukh sogar einen separaten Brief bekommen.
– Ich verstehe, sagte bin Laden, gib mir die Namen aller Teilnehmer in deiner Gruppe, und du bekommst die Briefe noch heute Abend.

Akhmahel war darauf vorbereitet und zog eine Liste mit den Namen aus der Tasche. Er reichte sie bin Laden, der einen kurzen Blick auf die Namen warf. Er nickte fast unmerklich bevor er, ohne etwas zu sagen, hinausging. Akhmahel lächelte vor sich hin, als er allein war. Nun wird alles in Bewegung gesetzt und er würde in den nächsten Tagen viel zu tun bekommen, sehr viel sogar. In ein paar Tagen würde er Wahil in dem Haus in Kabul treffen. Er freute sich auf das Wiedersehen mit dem riesigen Mann, obwohl er nur zu gut wusste, dass Wahil von dem geprägt war, was man als ‚psychisch abweichendes Verhalten‘ zu beschreiben pflegte. In gewisser Weise hatte er sogar selbst ein wenig Angst vor Wahil, aber für die Aufgabe, die vor ihnen lag, war er die perfekte Wahl. Akhmahel faltete alle Karten zusammen und legte sie in einen Aktenkoffer, bevor er das Haus verließ.

Montag, 6. Februar 2006

Langley, 12.30 Uhr

George Armstrong setzte sich auf ein Sofa im Vorzimmer zu Jack Lemmings Büro. Lemmings persönlicher Sekretär, ein Mann mit dem passenden Namen ‚Henry Butler‘ hatte ihm gesagt, dass Lemmings in ein paar Minuten frei wäre. Armstrong hatte Lemming nur ein einziges Mal getroffen, aber nie mit ihm gesprochen. Lemming war als ein extrem ehrgeiziger Mann bekannt, der angeblich keine Mittel scheute, wenn es um die Erreichung dessen ging, was er für richtig hielt. Das hatte manch ein CIA-Agent erfahren, der oder die Lemming in die Quere gekommen war. Lemming war vor Kurzem zum Leiter der Überseeaktivitäten der CIA ernannt worden, und er hatte in seiner Antrittsrede feierlich gelobt, dass die Bekämpfung des Terrorismus seine Priorität Nummer eins, zwei und drei war. „Ich will Ergebnisse sehen, und das lieber heute als morgen“, hatte er gesagt. Vor weniger als zehn Minuten hatte Lemming Armstrong aufgefordert, sofort in sein Büro zu kommen, und Armstrong hatte sich umgehend auf den Weg gemacht. Die Tür zu Lemmings Büro wurde plötzlich aufgerissen, und Lemming erschien in der Tür.
– Armstrong! sagte er in seinen unverwechselbaren texanischen Akzent. Tja, Sie verlieren wirklich keine Zeit, was? Nun, sitzen Sie jetzt nicht hier rum und fallen in Trance, kommen Sie und genießen Sie die Aussicht von hier oben. Armstrong stand prompt auf und ging ein paar Schritte auf Lemming zu. Lemming drehte sich entschlossen auf dem Absatz herum und verschwand wieder in sein Büro. Armstrong konnte ihm nur folgen.
– Schließen Sie die Tür hinter sich, sagte Lemming in seiner gedehnten Sprechweise und steuerte zu einer Gruppe Ledersofas in der Nähe der großen Fenster.
– Setzen Sie sich! kam es fast im Befehlston aus seinem Mund. Sie und ich müssen ein gutes, langes Gespräch über das wirkliche Leben führen.

Aus irgendeinem Grund wirkte sein Lächeln mehr wie eine Grimasse und nicht wie ein echtes Lächeln. Armstrong entschied, sich abwartend zu verhalten.
– Ich habe Ihre Empfehlung zu einer näheren Untersuchung von John Williams gelesen, fuhr Lemming fort. Er schleicht nicht gerade um den heißen Brei herum, dachte Armstrong, und begann, den Zweck des Treffens zu erahnen: Manipulation, das Übliche.
– Sehen Sie, ich habe Ihren Bericht sehr sorgfältig gelesen, setzte Lemming fort, und lassen Sie es mich gleich sagen, Sie haben eine verdammt gute Arbeit geleistet, das Lob verdienen Sie. Aber lassen Sie mich gleichzeitig offen und ehrlich mit Ihnen sein, mein Freund. Es ist absolut unmöglich, dass diese Untersuchung durchgeführt wird, verstehen Sie, was ich sage? Lemmings Blick war eisig.
– Nein, Sir, nicht wirklich, begnügte Armstrong sich zu antworten.
– Nun, dann werde ich es Ihnen verdammt noch mal erklären, mein Freund, sagte Lemming mit einem unterschwellig drohenden Tonfall. Williams ist der Beste, den wir haben, einfach der Beste, wenn es um die Bekämpfung von islamischen Arschlöchern geht, und jetzt steht er gerade kurz vor einem Durchbruch von einzigartiger Bedeutung, hören Sie, was ich sage? Armstrong war jetzt wirklich wütend. Was zum Teufel bildete Lemming sich ein, in diesem Ton mit ihm zu sprechen? Er beherrschte sich und antwortete:
– Sir, gerade Sie sollten wissen, dass ich unter einer Ausnahmeverordnung arbeite, was bedeutet, dass ich nur mit meinem unmittelbaren Vorgesetzten über Einzelfälle sprechen kann. Vielleicht sollten Sie dieses Gespräch besser mit ihm führen. Lemming sah ein, dass sein Einschüchterungsversuch fehlgeschlagen war und ging sofort zu einer anderen Taktik über.
– Nun wollen wir mal ganz ruhig bleiben, Armstrong, sagte er in einem für ihn eindeutig ungewohnten, gedämpften Tonfall. Ich versuche doch nicht, Ihre Untersuchungen zu beeinflussen, das ist doch ganz klar, aber es ist sehr wichtig, dass Williams im Moment nicht gestört wird, zumindest nicht in der nächsten Woche. Ist das denn wirklich zu viel verlangt? Wenn er gerade jetzt wegen einer solchen Bagatelle belästigt wird… Lemming wedelte mit der Hand in Richtung einer Plastikmappe, die auf seinem Schreibtisch lag.
– … kann das schwerwiegende Folgen für eine sehr bedeutende Operation haben, in die er, wie gesagt, involviert ist. Ich meine, wenn Sie nun hören, dass es sich so verhält, wie ich sage, werden Sie dann immer noch darauf bestehen, Ihren Fall durchzuzwingen, ohne auch nur die geringste Rücksicht? Früher oder später kommt natürlich alles an den Tag, nicht wahr? Und dann würde ich persönlich nicht gerne derjenige sein, der hinterher erklären muss, warum ich vier gleichgültige Gramm verschwundenen Giftzeugs in den Weg der nationalen Sicherheit kommen ließ.

Armstrong wusste, wo das hinführen sollte. Es war fast unmöglich, heutzutage seinen Job richtig auszuführen. Es war zum Kotzen. Entweder wurde man bedroht, oder man wurde manipuliert und manchmal beides. Wenn hinterher etwas schief ging, wussten solche Dreckskerle wie Lemming immer ihren eigenen Arsch zu retten. Er würde schon dafür sorgen, Armstrong die Verantwortung zuzuschustern. Das war vollständig durchschaubar. Hielt Lemming ihn wirklich für einen Idioten? Armstrong wog seine Möglichkeiten gegeneinander ab und wählte schließlich einen Kompromiss:
– Sir, lassen Sie es mich absolut klar stellen: Ich beabsichtige nicht, das, was Sie gerade gesagt haben, meiner Arbeit, für die ich bezahlt werde, in die Quere kommen zu lassen. Aber ich kann Ihnen mitteilen, dass es aufgrund gewisser Umstände und meiner anderen Arbeitsaufgaben aller Wahrscheinlichkeit nach kaum möglich sein wird, die Angelegenheit früher als in ein bis zwei Wochen zu behandeln. Ich hoffe, Sie können diese Information gebrauchen.
– Wir beide verstehen einander vollständig, sagte Lemming, lächelnd, und dieses Mal schien das Lächeln fast aufrichtig zu sein. Ich meine, Sie haben bewiesen, dass Sie aus dem Stoff gemacht sind, der alle guten Agenten kennzeichnet. Nun lassen Sie mich nicht länger Ihre Zeit stehlen, Armstrong, danke, dass Sie vorbeigeschaut haben. Er stand auf und erwartete offensichtlich, dass Armstrong das Gleiche tat. Armstrong ging, ohne wirklich zu wissen, worum das Ganze sich eigentlich drehte. Aus irgendeinem ‚äußerst wichtigen Grund‘ stand Williams unter Protektion, um ‚seinen Fang zu landen‘. Gab es denn wirklich niemanden, der sich im Mindesten dafür interessierte, dass Williams eine streng geheime, biologische Waffe gestohlen hatte? Wenn der Stoff legitim bei der Terrorbekämpfung angewendet werden sollte, warum hatte man ihn dann nicht einfach über die offiziellen Kanäle angefordert? Es machte einfach keinen Sinn, aber er wollte nicht das Risiko eingehen, Lemming in die Quere zu kommen. Lemming würde es wahrscheinlich nie vergessen und, wenn nötig, jahrelang auf die richtige Gelegenheit warten, um sich zu rächen.

Armstrong würde ihm zwei Wochen geben, nicht mehr und nicht weniger, dann würde er seine Arbeit zu Ende bringen.

(Fortsetzung folgt)

 

ENGLISH

1 April 2005 Alfa-250

Sierra-Nevada desert

The solution for the case with the missing four grams of A-tox-457 arrived with the mail on the first Friday in April. Allan Parker went as usual and as a matter of routine through the various shipments to the facility, which included, among other things, the screening of all letters and parcels. Since the Anthrax letters shortly after September 11th, they had not taken any risks with incoming mail of any kind. One of the letters was from the Pentagon and was personally addressed to the chief of security. Letters from the Department of Defense, which included Alfa-250, were not uncommon for Parker, and he put the letter in his inbox for later.
Alpha-250 picked up its mail from the Oakland Post Office in a helicopter, and it was rare for Parker to get his hands on it before noon, and today was no exception. It took further three-quarters of an hour before all the letters and packages were examined and ready for distribution, and Parker decided to go down to the canteen to have his lunch first. It was therefore not before two o’clock in the afternoon that he had the Pentagon letter in his hand again, and this time he decided to read it.
He tore the envelope open with his fingers, unfolded the official-looking letter, and began to read. „Increased surveillance“ was the heading. The letter was written in the usual stiff and impersonal style that the Pentagon always used, and, as was so often the case after the World Trade Center attack, was about further intensifying the fight against terrorism. Already in the introduction there was a reference to the American legislation HR 3162, October 24, 2001, USA PATRIOT Act ’. He scanned the text with his eyes and hoped that he could just put it in his ever-growing „to-read“ pile, but something caught his eye.
According to the letter, the Pentagon had apparently set up a special agency where security officers could report various irregularities that they noticed. This agency was called the PATRIOT Act – Internal Information Office, abbreviated PIIO. They wanted information about practically everything, as detailed as possible, and extra attention was drawn to the fact that the information could also be given about colleagues who had a higher rank than oneself. Full anonymity would be guaranteed. At the end it said that the information could be delivered either by phone, letter, fax or email. The letter was signed by Donald Andersson, U.S. Department of Defense, Pentagon. Parker read the letter again and tried to grasp the scope of these instructions. He was in no way a fan of the PATRIOT act, not even by far, and the thought of being a ‚whistleblower‘ didn’t particularly please him. But here and now it might help him get rid of the almost two-year-old story with the stolen four grams.

His main concern was whether he could rely on the confidentiality the PIIO promised. He considered this for a few minutes and then decided that they would have to keep their promise. If they wanted people to run around and report on each other, they also had to maintain secrecy, otherwise nobody would do it. He decided to give it a try. Nothing ventured, nothing gained! He checked his calendar. Fortunately, he had no plans for the rest of the day. Then he checked the general’s calendar and was pleased to find that the tyrant was apparently absent all day. It’s now or never! He pressed the space key on the PC keyboard and the screen came to life. He typed in his password and activated the PC’s digital desk. With a few clicks, he found what he was looking for; a folder titled: „John Williams, CIA“. He opened it. It contained three files. Two of them were digital images from the system’s internal surveillance cameras and the third was a report in PDF format.
He would send an email. If he added the three files, it would have to be enough for an investigation. The report was relatively detailed, down to an almost verbatim account of his conversation with the general. In the email, he referred to the letter he had just received from the Pentagon and the three attachments. He also referred to the email he received from the Medical Crime Survey, which he would forward to them separately. For security’s sake, he expressed his expectation that his anonymity would be guaranteed. When he had finished, he thoughtfully held the mouse over the ’send‘ button for a few seconds before finally pressing it. A few seconds later, the email arrived at the other end of the United States. However, what Parker didn’t know was that about fifteen similar emails arrived around the clock every hour, and had done so for several months. The Alfa-250 had been pretty far down on the list of official facilities that should have the instructions of the Pentagon. Within a week or two someone would open Parker’s email and prioritize it with either 1, 2, or 3. If your email was rated ‚1‘, they would start an investigation immediately and if it was rated ‚3‘ , they would ignore it. Parker’s email was given a ‚2‘ priority, which meant it could take up to ten months before it was dealt with.

* * *

Attack, part 1

Thursday, 26 January 2006

Langley, 1 p.m.

In late January, Parker’s email surfaced on CIA special agent George Armstrong’s desk. A few days earlier, Armstrong had decided to go through some of the accumulated Priority 2 cases, and now he had come to the old email from Parker. Armstrong could see that someone had read it before, on May 6, 2005, and that the person had added a short note that Armstrong now read on the screen: „The case may be a little strange, but most likely without any substance. According to the information, a kind of biological culture was ’stolen‘ by a high-ranking person from our own ranks. However, it is not proven that the culture could not have disappeared in another way. According to the information provided, the amount of substance that has disappeared is not a real threat to national security. The matter should be investigated if resources allow.“

Armstrong thoughtfully folded his hands behind his head and looked straight ahead. Would it make sense to read the report, he thought? Well, he could start reading it, and if his interest wasn’t aroused relatively quickly, he could check it off and re-prioritize it to ‚3‘. He opened the attached PDF document and started reading. After the first page, he was more than interested. Armstrong knew only too well, who John Williams was, and frankly, he couldn’t stand the arrogant asshole. He finished reading the report, which fortunately was written in a clear and understandable language. How about that, he thought, the highly decorated General Laurence D. Hemingway was trying to cover his own ass. This was extremely interesting.
As evidence of the theft, reference was made to two digital recordings, which were also attached, and as proof for the illegal use of the culture, reference was made to an email from the Medical Crime Survey (MCS). Armstrong started looking at the recordings. He looked at both of them three times before he knew what was actually going on. Finally he read the MCS email. He shuddered at the effect that culture had apparently had on the victim. Without hesitation, he prioritized the case to ‚1‘, after which he carried out a simple but very informative investigation.
Like the few other selected special agents assigned to this relatively newly formed entity, Armstrong had almost unlimited access to the entire CIA database. Accessing databases of agent activity required the particularly high level of clearance that Armstrong had, and he was now looking into the whereabouts of John Williams on 18 August 2004, the day the mysterious death had occurred in Tehran. He was not at all surprised when he received confirmation that Williams had been in Tehran that day. Armstrong was convinced that John Williams had stolen the four grams of highly toxic material and he had probably used it to kill a man in Tehran.
However, he did not understand the importance of it all. It wasn’t particularly alarming that a CIA agent had murdered someone somewhere in the Middle East, but that he had stolen this culture from a top-secret US biological laboratory was another matter entirely. Armstrong wouldn’t be sorry if Williams had caused a few problems for himself! On the contrary! Maybe that was exactly what this bastard deserved. He began to write his report recommending that the matter be carefully investigated.

 

Tuesday, 31 January 2006

Najran, 2:10 p.m.

Two men sat on a thick carpet on the floor in a small house in the city of Najran in southern Saudi Arabia, close to the Yemenite border. In front of them lay several maps of Europe in various scales, along with two detailed city maps of Hamburg and Copenhagen. One man was wearing a blue shirt and European jeans. He was tall and muscular, with short, dark hair and he was clean-shaven. The man’s name was Akhmahel bin Kanhal. The other man, unlike Akhmahel, had a black full beard that framed a narrow face with a mild, almost melancholy expression. The two men spoke quietly but intensely to each other and called each other by their first names. The man who was sitting across from Akhmahel was Osama bin Laden.
– No, financing is not a problem Akhmahel, bin Laden said. What worries me is that it sounds so easy … too easy. How do you want to transport something like that? It is not that easy to hide and cannot be delivered everywhere.
– No, but it can be delivered in Marseille, said Akhmahel, and from there we transport it by car. The borders are open all the way through Europe and it would be a very unfortunate coincidence if we had difficulties. And besides, Wahil is able to deal with any unforeseen obstacles. I will be present during the actual action and make sure that everything goes according to plan.
– But it still sounds very simple, contradicted bin Laden, can something go wrong? Akhmahel looked at the charismatic leader as he weighed his next words. He decided to be completely honest.
– Yes, of course that cannot be completely ruled out, said Akhmahel, but as I said, only if several very unfortunate circumstances come together. Neither European nor US intelligence agencies can find out what is really going to happen. I expect that they will soon be aware of the fact that something is going on and they will probably guess the target relatively quickly, but they will be too concerned with the obvious and not be able to prevent the action.
Bin Laden nodded, but was silent for a moment.
– It’s a blessed thought, he said after a while, but if they know the target of the attack, won’t they change the plans that you know of?
– No, I definitely don’t think so, replied Akhmahel, they will assume that an attack like this is impossible. They will intensify their readiness wherever they can, but they will not be able to prevent what is planned to happen. They will suffer total humiliation. Imagine Osama, they know we are coming, they have plenty of time to prepare, and yet there is nothing they can do to prevent it.
Bin Laden looked at the maps lying between them and was silent again for a while. Suddenly he got up without saying a word and stretched out his arms to Akhmahel, who therefore rose as well. The two men hugged each other before bin Laden solemnly said:
– You have my blessing and I know that Allah will be with you. Finish your planning and conduct the action with honour. All the necessary resources are available to you, and you must let me know through the usual channels if I can do more for you.
– Thank you, Akhmahel replied, visibly relieved. There is actually something you could do that would be of great help.
Bin Laden looked at him questioningly.
Akhmahel continued:
– A personal letter from you to the group I selected for this purpose would certainly increase operational readiness, perhaps Faroukh could even get a separate letter.
– I understand, said bin Laden, give me the names of all the participants in your group and you will receive the letters this evening.

Akhmahel was prepared for this and pulled a list of names out of his pocket. He handed it to bin Laden, who glanced at the names. He nodded almost imperceptibly before leaving without saying anything. Akhmahel smiled to himself when he was alone. Now everything is set in motion and he would have a lot to do in the next few days, very much indeed. In a few days he would meet Wahil in the Kabul safe house. He was looking forward to seeing the giant man again, although he knew only too well that Wahil was shaped by what one used to describe as ‚psychologically deviant behavior‘. In a way, he was a little afraid of Wahil himself, but for the task ahead, he was the perfect choice. Akhmahel folded all the maps and put them in a briefcase before leaving the house.

 

Monday, 6 February 2006

Langley, 12:30 p.m.

George Armstrong sat on a sofa in the anteroom to Jack Lemming’s office. Lemming’s personal secretary, a man with the appropriate name, ‚Henry Butler‘, had told him that Lemming would be free in a few minutes. Armstrong had met Lemming only once but had never spoken to him. Lemming was known as an extremely ambitious man who was said to spare no means when it came to achieving results that he thought was important. Many a CIA agent who had got in the way of Lemming had experienced this. Lemming had recently been appointed head of the CIA’s overseas activities and had solemnly promised in his inaugural address that combating terrorism was his number one, two, and three priority. „I want to see results, and I’d rather see them today than tomorrow,“ he had said. Less than ten minutes ago, Lemming had asked Armstrong to come to his office immediately, and Armstrong had promptly set off. The door to Lemming’s office was suddenly opened and Lemming appeared in the door.
– Armstrong! he said in his distinctive Texan accent. Well, you really don’t waste time, do you? Now, don’t sit around falling into a trance, come and enjoy the view from up here.
Armstrong got up promptly and took a few steps towards Lemming. Lemming resolutely turned on the heel and disappeared back into his office. Armstrong could only follow him.
– Close the door behind you, Lemming said in his drawl, and headed for a group of leather sofas near the large windows.
– Have a seat! He said almost like a command. You and I need to have a good, long conversation about real life.

For some reason, his smile looked more like a grimace than a real smile. Armstrong decided to wait and see.
– I read your recommendation for a closer investigation of John Williams, Lemming continued. He is not beating about the bush, Armstrong thought, and began to guess the purpose of the meeting: manipulation, the usual.

– Look, I read your report very carefully, Lemming continued, and let me tell you right away, you did a damn good job, you deserve the praise. But let me be frank and honest with you at the same time, my friend. It’s absolutely impossible for this investigation to take place, do you understand what I’m saying? Lemming’s eyes were like ice.
– No, sir, not really, Armstrong was content to answer.
– Well, then, damn it, I’ll explain it to you, my friend, Lemming said with a subliminally threatening tone. Williams is the best we have, just the best when it comes to fighting Islamic assholes, and now he’s about to have a breakthrough of unique importance, can you hear what I’m saying?
Armstrong was really angry now. What the hell was Lemming thinking, talking to him in that tone? He controlled himself and replied:
– Sir, you especially should be aware that I am working under derogation rule, which means that I can only speak about individual cases with my immediate superior. Maybe you had better have this conversation with him.
Lemming realized that his attempt to intimidate had failed and immediately he switched to a different tactic.
– Now let’s keep calm, Armstrong, he said in a to him clearly unfamiliar, subdued tone. I’m not trying to influence your investigations, that’s very clear, but it is very important that Williams is not disturbed at the moment, at least not in the next week. Is that really too much to ask? If he’s being bothered about such a trivial thing right now … Lemming waved his hand at a plastic folder that was on his desk.- … this can have serious consequences for a very important operation in which, as I said, he is involved. I mean, if I tell you that this is how the land lays, will you still insist on pushing your case through without the slightest consideration? Sooner or later everything will be revealed, won’t it? And then I would not like to be the one who has to explain afterwards, why I let four indifferent grams of disappeared poison get in the way of national security.

Armstrong knew where this  was going. It was almost impossible to do one’s job properly these days. It sucked. You were either threatened or manipulated, and sometimes both. If something went wrong afterwards, such bastards like Lemming always knew how to save their own ass. He would make sure that Armstrong was held responsible. That was totally obvious. Did Lemming really think he was an idiot? Armstrong weighed his options against each other and finally chose a compromise:

– Sir, let me be absolutely clear: I do not intend to let what you have just said get in the way of the work I am being paid to do. But I can tell you that, given the circumstances and my other work responsibilities, it is unlikely that the matter will be dealt with earlier than in a week or two. I hope you are satisfied with this information.

– We seem to understand each other completely, said Lemming, smiling, and this time the smile seemed almost sincere. I mean, you have proven that you are made of the fabric that characterizes all good agents. Now don’t let me steal your time anymore, Armstrong, thank you for stopping by.
He got up and obviously expected Armstrong to do the same. Armstrong left without really knowing what the whole thing was about. For some ‚very important reason‘, Williams was under protection to ‚land his catch‘. Wasn’t there anyone who cared in the least that Williams had stolen a top secret biological weapon? If the substance was to be used legitimately in the fight against terrorism, why hadn’t it been simply requested through the official channels? It just didn’t make sense, but he didn’t want to take the risk of getting in the way of Lemming. Lemming would probably never forget it and, if necessary, wait years for the right opportunity to take revenge.

Armstrong would give him two weeks, no more and no less, then he would finish his job.

(To be continued)

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

12 Gedanken zu „Der Mann aus Teheran, Sierra-Nevada/Langley/Najran … The man from Tehran, Sierra Nevada/Langley/Najran“

  1. Angefangen habe ich schon oft….. 🙂
    Habe vorige Woche einen Auftrag für eine kleine Kindergeschichte bekommen. Da hänge ich auch dran. Im Moment läuft bei mir nix gut und am liebsten würde ich alles hinschmeißen und
    mich nur noch zusammenrollen!
    Aber was anderes – ich zähle „Deine Tage“ mit. ♥

    Ich wünsche dir/euch einen schönen Sonntag,
    Viele liebe Grüße,
    Lilo

    Gefällt 1 Person

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