Der Mann aus Teheran, Auftakt … The man from Tehran, Prelude

CoverDeutsch

Der Mann aus Teheran

Auftakt

23. Mai 2003
Sierra-Nevada-Wüste

Die U. S. Biological Warfare Facility Alfa-250 liegt völlig isoliert mitten in der Sierra-Nevada-Wüste im Südwesten der Vereinigten Staaten. In nordöstlicher Richtung streckt sich Mount Whitney mit seinen 4418 Metern am Horizont in den Himmel, aber ansonsten ist nicht viel mehr zu sehen als Sand, Steine und ausgedörrte Büsche. Alpha-250 ist eine äußerst geheime Anlage und von der Luft aus nicht zu sehen; dafür sorgt eine effektive Camouflage. Eine 200 Meilen lange Sandpiste führt von der Hauptstraße aus zur Anlage, aber die meisten würden wohl allerhöchstens 50–60 Meilen weit fahren, bevor sie sie als eine Straße, die nirgendwohin führte, aufgäben. Sollte ein einzelner Abenteurer versuchen, die ganze Strecke zu fahren, würde er von einem hohen Zaun mit einem schweren Gittertor zehn Meilen vor der Anlage angehalten. Auf großen Schildern, die nicht zu übersehen sind, steht: „Militärgebiet – Zutritt verboten“.
Wenn diese Warnung sich für einen Wagehals als zu verlockend erweist, und er trotzdem versucht, über den Zaun zu klettern, würde er in einigen wenigen Minuten von einer Militärpatrouille aufgesammelt und zur nächsten Polizeiwache begleitet werden. Hier würde er sich, schneller als er „Na so was, ich habe mich verirrt“ sagen konnte, mit einer Anklage wegen Eindringens in ein Militärgebiet konfrontiert sehen. Derartige Dinge finden in den Vereinigten Staaten keine Milde.

Allan Parker, Sicherheitschef der Anlage, sah in der Regel seine Aufgabe als bequem und einfach an. Die Sicherheit war ausgezeichnet, und er hatte nie einen Grund, auch nur die Stirn zu runzeln. Aber gerade jetzt war die Lage anders, ganz anders, und sein Gesicht spiegelte deutlich seine Besorgnis wider. Ihm gegenüber stand ein Mann in weißem Kittel und mit einem Plastikhaarnetz auf dem Kopf, so wie es Chirurgen bei Operationen verwenden. Auf dem Namensschild des Mannes konnte man lesen, dass er Dean Carlyle hieß und Chef-Biologe in einer Abteilung namens A-tox war. Parker schluckte schwer und versuchte ruhig auszusehen, als er sagte:
– Jetzt lass uns mal ganz ruhig bleiben. Kann es sich nicht einfach um einen Produktionsfehler handeln? Er kannte bereits die Antwort, aber er versuchte Zeit zu gewinnen, um seine Gedanken zu sammeln.
– Nein, Allan, verdammt noch mal, das ist völlig ausgeschlossen, das ist kein Produktionsfehler, antwortete Carlyle. Wir können dem genauso gut in die Augen
sehen, es ist absichtlich entfernt worden, es gibt es einfach keine andere Erklärung.
– Wir müssen alle Fakten haben, Dean, versuchte Parker abzubiegen. Erzähl von Anfang an und mit allen Einzelheiten.
– Nun, dann wiederhole ich eben alles noch einmal, sagte Carlyle leicht gereizt. Also, wir haben einen Vorrat von alles in allem… Er beriet sich mit einer Liste, die er in der Hand hielt.
–… Lass mich nachsehen … ja, hier ist es, von insgesamt 381 vollen Kapseln. Das heißt sollten wir haben, denn eine der Kapseln ist leer, und das ist einfach nicht machbar. Die Kapseln enthalten genau vier Gramm, und sie werden manuell und sehr sorgfältig gefüllt, bevor sie kontrolliert, gewogen und eingelagert werden. Dieses Zeug ist so verdammt beängstigend, dass niemand auch nur das geringste Risiko damit eingeht. Aber heute Morgen, als ich fünf Kapseln zur Abholung bereit machen sollte, stimmte das Gewicht nicht; es fehlten vier Gramm. Parker fühlte sich schlechter und schlechter.
– Ich habe dann die Kapseln einzeln gewogen, fortsetzte Carlyle, und habe so festgestellt, dass eine Kapsel leer war. Ich habe zur Kontrolle noch einmal auf einer anderen Waage nachgewogen, aber die Kapsel ist und bleibt leer.
– Das ist doch, verdammt noch mal, nicht zu fassen, rief Parker. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte, und das erste, was ihm einfiel war:
– Wie viel Schaden können vier Gramm anrichten?
– Nun, das hängt davon ab, wie großzügig man mit der Anzahl der Menschenleben ist, die verloren gehen dürfen, bevor man die Lage ernst nennt, sagte Carlyle sarkastisch. Ein Zehntelgramm von diesem Teufelszeug genügt, um einen Menschen zu töten. Mit anderen Worten können wir bis zu vierzig Menschenleben auf unser Gewissen laden, bevor wir „piep“ sagen können.
– Aber auf der anderen Seite, ist es nicht ausreichend, um einen ernsthaften Terroranschlag auszulösen? versuchte Parker nachzuhaken.
– Nein, wenn du so fragst, dazu reicht es nicht aus, sagte Carlyle. A-tox 457 ist zum Beispiel auch nicht für den Versand geeignet, so wie Anthrax. Wenn es länger als zwei bis drei Stunden Sauerstoff ausgesetzt ist, wird es harmlos. Ich denke daher nicht, dass er für einen Terroranschlag gestohlen wurde. Aber das Problem ist, dass wir nicht wissen, wer das Zeug in die Finger bekommen hat. Es war niemand hier von der Anlage, das ist allerdings sicher, es muss also jemand sein, der die Anlage besucht hat.
Parker fühlte sich irgendwie erleichtert, aber er wusste, dass es äußerst schwierig sein würde, dem Leiter der Anlage, General Laurence D. Hemingway, ein Sicherheitsleck zu erklären, egal wie gering die Chance für eine feindselige Anwendung des Stoffes auch sein mochte. Es war schließlich seine, Parkers Verantwortung als Sicherheits-Chef, dass nichts unbefugt aus Alfa-250 entfernt wurde, und Hemingway war nicht gerade als ein milder oder nachsichtiger Mann bekannt.
– Danke, Dean, sagte Parker. Aber, und ich brauche das wahrscheinlich gar nicht zu sagen, wenn euch etwas zu Ohren kommt, lasst es mich bitte so schnell wie
möglich wissen! Ich werde auch ein paar Untersuchungen in Gang setzen, bevor ich gehe und dem General meinen Arsch serviere. Wenn er mit mir fertig ist, werde ich wahrscheinlich einen ganzen Monat nicht sitzen können. Ja, ich kann froh sein, wenn er mich nicht frühzeitig pensioniert.
– Kopf hoch, Allan, es wird schon gehen, versuchte Carlyle ihn aufzumuntern, obwohl er wusste, dass es nicht viel helfen würde. Er beneidete Parker nicht.

Weniger als eine Stunde später, wusste Parker, wie die vier Gramm verschwunden waren. Er war das gesamte Filmmaterial aus den Überwachungskameras durchgegangen und hatte sich dabei auf die wenigen Besucher von außerhalb konzentriert. In einem Jahr kamen nicht mehr als eine Handvoll dieser Art Besucher zur Anlage, und von denen wurden nur sehr wenige in die Nähe des A-tox Labors gelassen, wenn überhaupt.
Parker hatte mit den jüngsten Aufzeichnungen angefangen und hatte bereits bei dem zuletzt stattgefundenen Besuch Glück. Abgesehen von der bloßen Tatsache, dass dem Gast überhaupt erlaubt wurde, A-tox zu besuchen, hatte er zuerst nichts Ungewöhnliches bemerkt. Aber es gab da etwas in dem Überwachungsvideo, das ihn beunruhigte. Der Besucher hatte eine der Kapseln, die auf Glasplatten lagen, in die Hand genommen und sie sehr eingehend betrachtet. Carlyle hatte direkt daneben gestanden und sehr beunruhigt ausgesehen. Er hatte dann den Gast höflich, aber bestimmt darum gebeten, die Kapsel wieder hinzulegen. Diesem Wunsch war der Gast sofort nachgekommen, aber genau in dem Moment, wo er die Kapsel zurück auf die Glasplatte legte, hatte er eine kleine, merkwürdige Bewegung mit der Hand gemacht. Dann aber sah es so aus, als ob die Kapsel lag, wo sie hingehörte.
Es sah eigentlich alles ganz harmlos aus – und doch! Parker spielte die Sequenz fünfmal hintereinander, bevor es ihm endlich dämmerte, was da vor sich ging: Der Gast tauschte die Kapsel mit einer anderen, die er bereits in Hand hatte, aus. Deshalb er machte die seltsame Bewegung. Meine Güte, der Gast hatte eine leere Kapsel in die Hand und tauschte sie mit einer vollen aus. Diese Entdeckung führte zur nächsten Frage: Woher hatte der Gast eine leere Kapsel? Es handelte sich ja hier nicht um Standard-Kapseln, die man überall kaufen konnte.
Parker nahm sich die Videos aus der Verpackungsabteilung des gleichen Tages vor und fand die Antwort. Eine halbe Stunde vor dem Austausch, war der Gast im Verpackungsraum gewesen, wo er eine Handvoll leerer Kapseln aus einer Kiste genommen und sich nach ihnen erkundigt hatte. Carlyle hatte ihm erklärt, wofür sie verwendet wurden und der Gast hatte sehr aufmerksam zugehört. Als er die Kapseln zurücklegte, hatte er mit dem Rücken zur Kamera gestanden, aber Parker würde um alles eine Wette eingehen, dass der Gast mindestens eine Kapsel in der Hand behalten hatte. Verdammt, dachte Parker, dass mir das passieren muss. Nun kam die letzte Frage: Wer war der Gast, und welche finsteren Pläne hatte er mit der Kapsel?

In Laurence D. Hemingways Gesicht zeichnete sich ein drohendes Unwetter ab. Sein Atem wurde knapper und knapper, und die Muskeln um seine dunklen Augen begannen gefährlich zu vibrieren. Sein Gesicht verfärbte sich mit aufsteigender Röte und jeder, der ihn kannte, wusste, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorstand. Plötzlich atmete er tief ein und brüllte wie ein wütender Stier:
– Sie werden, verdammt noch mal, gar nichts unternehmen! Sind Sie denn völlig verrückt geworden? Hemingway war ein großer, glatzköpfiger Mann mit einem harten Gesicht und einem heftigen Temperament. Wenn er einen der Angestellten direkt ansah, hatte er einen Ausdruck auf seinem Gesicht, als ob er ein ekliges Insekt betrachtete, das aus irgendeinem dunklen Loch hervorgekrochen war. Man konnte ohne Übertreibung sagen, dass Hemingway ein richtiges Schwein war. Gleichzeitig war er auch sehr auf seinen Ruf bedacht und extrem ehrgeizig. Nachrichten, die ihn in ein schlechtes Licht rücken könnten, brachte man ihm daher nur, wenn es absolut nicht zu vermeiden war. Ungefähr fünf Sekunden vor Hemingways Ausbruch hatte Parker vorgeschlagen, eine offizielle Untersuchung bei der CIA über die fehlenden vier Gramm in Gang zu setzen. Hemingway brüllte weiter:
– Haben Sie auch nur die leiseste Ahnung, was es bedeuten könnte, wenn jemand auch nur den allerkleinsten Wink davon bekäme, dass Sie einem zufälligen, dämlichen Gast in der Anlage vier Gramm streng geheimes und hochgiftiges Material verehrt haben? Hemingway schnaubte wie ein Dampfkessel.
– Aber, Sir! versuchte Parker erfolglos.
– Verschonen Sie mich mit Ihrem ‚aber Sir‘, rief Hemingway. Hemingway besaß in der Regel zwei Arten der Kommunikation mit einem Mitarbeiter: Entweder er schrie, wie jetzt, oder er bekam einen ätzenden, herablassenden Tonfall. Mit einem Mal schlug er in seine ätzende Stimmung um setzte in gedämpften Ton fort:
– Jetzt werde ich Ihnen mal erklären, mit was wir hier in der Anlage herumfummeln, mein Lieber. Sehen Sie, wir stellen kleine hässliche Waffen her, die mit einigen wirklich heimtückischen, biologischen Bastarden gefüllt sind, die die gesamte Menschheit so schnell ausrotten können, dass man nicht einmal „Wo sind sie denn alle“ sagen kann. Parker wusste, dass er jetzt den Mund halten musste, und Hemingway setzte seinen ätzenden Monolog fort:
– Nun ist es aber so, dass wir in der lieben, kleinen USA leben, und die USA hat dem Rest der großen, netten Welt versprochen, dass wir nicht dabei sind, zu viele verdammt beängstigende Waffen zu basteln, denn sonst kann der Rest der Welt nachts nämlich nicht so gut schlafen. Wissen Sie, was wir daher beschlossen haben? Hemingway legte seinen Kopf auf die eine Seite und lächelte ein wenig, so wie ein Krokodil vermutlich lächeln würde. Parker fasste die Frage als eindeutig rhetorisch auf, und Hemingway setzte fort:
– Ja, wir haben beschlossen, dass unsere kleine Anlage hier… Das Ätzende war plötzlich verschwunden, und er brüllte das Ende des Satzes:
–… ein verdammtes Geheimnis ist. Sie existiert überhaupt nicht, kapieren Sie das? So werde ich bei Gott nicht meinen überbezahlten Sicherheitschef herumlaufen lassen, um alle möglichen Leute zu fragen, ob sie rein zufällig eine kleine pissegefährliche Giftkapsel gesehen haben, die uns abhandengekommen ist, während wir gepennt haben. Kapieren Sie so langsam, was ich meine? Parker wusste, dass es immer eine Frage der Zeit war, bevor Hemingway sich abreagiert hatte und man ein konstruktiveres Gespräch mit ihm führen konnte, und er hoffte, dass der General jetzt fertig getobt hatte. Er nahm die Gelegenheit wahr und sagte:
– Vielen Dank, Sir, ich glaube ich verstehe, was Sie meinen. Aber, der Mann, der die Kapseln gestohlen … äh, ausgetauscht hat, ist von der CIA. John Williams ist sein Name, und er weiß ganz offensichtlich von unserer Existenz. Er ist ein ziemlich hohes Tier bei der CIA. Vielleicht könnten wir einfach ganz vorsichtig anfragen, welches Interesse die CIA an dieser Kultur hat. Ich meine, Sir, ist es nicht ein bisschen frech von der CIA, Ihre Anlage so mir nichts dir nichts als Selbstbedienungsladen zu behandeln? Hätte man nicht eine offizielle Anfrage an Sie richten sollen?
Diese letzte Bemerkung schien eine Veränderung in der Hemingways Sinnszustand zu bewirken, denn er knurrte zustimmend. Er dachte einen Moment nach und sagte dann in einem unerwartet gefassten Ton:
– Wir müssen diese Angelegenheit mit äußerster Diskretion untersuchen, Parker. Es darf nicht bekannt werden, dass wir nach etwas suchen, was uns abhandengekommen ist, verstehen Sie? Machen Sie einige allgemeine Umfragen, zum Beispiel warum Williams überhaupt an dem Tag auf dem Gelände war. Sagen Sie denen, dass das ein Teil unserer routinemäßigen Zutrittskontrolle ist. Benutzen Sie einige unserer üblichen Kontakte in der CIA. Fragen Sie, ob da irgendetwas im Gange ist, was die Verwendung von biologischen Waffen nötig macht und… Er sah Parker direkt in die Augen.
–… erstatten Sie mir Bericht, wenn Sie eine gute Nachricht haben, verstehen Sie?
– Natürlich, Sir, sagte Parker.
– Nun, dann stehen sie hier nicht herum und starren Löcher in die Luft. Hemingway war wieder in der gewohnten Schiene.
– An die Arbeit, Parker!
– Umgehend, Sir, sagte Parker, drehte auf dem Absatz herum und verließ Hemingways Büro. Puh, dachte er, als er in den Flur kam, das hätte schlimmer ausgehen können, ja, viel schlimmer. Jetzt muss ich sehen, dass ich die Untersuchung in Gang bekomme.

(Fortsetzung folgt)

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ENGLISH

The Man from Tehran

Prelude

23 May 2003
Sierra Nevada desert

The U.S. Biological Warfare Facility Alfa-250 lies completely isolated in the middle of the Sierra Nevada Desert in the southwest of the United States. To the northeast, Mount Whitney stretches up to the sky with its 4,418 meters on the horizon, but otherwise there is not much more to see than sand, stones and parched bushes. Alpha-250 is an extremely secret facility and cannot be seen from the air; effective camouflage ensures this. A 200-mile-long sand track leads from the main road to the facility, but most people would probably drive at most 50-60 miles before giving up as a road to nowhere. If a single adventurer tried to drive the entire route, he would be stopped by a high fence with a heavy lattice gate ten miles in front of the facility. Large signs that cannot be missed read: „Military area – no entry“.
If this warning turns out to be too tempting for a brave daredevil and he tries to climb over the fence anyway, a military patrol would pick him up in a few minutes and escort him to the nearest police station. Here, faster than he could say, „Oops, seems like I got lost,“ he would face an accusation of intrusion into a military area. Such matters are not mildly looked at in the United States.
Allan Parker, head of security at the facility, generally saw his job as convenient and easy. The security was excellent and he never had a reason to frown. But right now the situation was different, very different, and his face clearly reflected his concern. Opposite him stood a man in a white coat and with a plastic hairnet on his head, as surgeons use during operations. The man’s name tag showed that he was called Dean Carlyle and he was a chief biologist in a department called A-tox. Parker swallowed hard and tried to look composed when he said:

– Now let’s keep calm. Can’t it just be a manufacturing defect? He already knew the answer, but he was trying to gain time to collect his thoughts.
– No, Allan, damn it, that is completely out of the question, this is not a manufacturing defect, Carlyle replied. We can just as well face it. It has been removed on purpose, there is simply no other explanation.
– We must have all the facts, Dean, Parker tried to ward off. Tell me from the beginning and with all the details.
– Well, then I’ll just repeat everything again, Carlyle said, slightly irritated. So, we have a stock of all in all … He consulted with a list he was holding.
–… Let me check … yes, here it is, we have a stock of all in all 381 full capsules. That is, we should have, because one of the capsules is empty, and that’s just not feasible. The capsules contain exactly four grams and are filled manually and very carefully before they are checked, weighed and stored. This stuff is so damn scary that no one takes the slightest risk. But this morning, when I was supposed to get five capsules ready for pickup, the weight wasn’t right; four grams were missing.
Parker felt worse and worse.
– I then weighed the capsules one by one, Carlyle continued, and found that one capsule was empty. I checked again on another scale to be sure, but the capsule is and remains empty.
– Damn it, I can’t believe it, Parker exclaimed. He didn’t know what to say, and the first thing that came to his mind was:
– How much damage can four grams do?
– Well, it depends on how generous you are with the number of lives that can be lost before you take the situation seriously, said Carlyle sarcastically. A tenth of a gram of this devil’s stuff is enough to kill a person. In other words, we can get up to forty human lives on our conscience before we know of it.
– But on the other hand, it is not enough to trigger a serious terrorist attack? Parker tried to dig deeper.
– No, when you ask like that, it’s not enough, said Carlyle. A-tox 457 is, for example, not suitable for mailing, like anthrax. If it is exposed to oxygen for more than two to three hours, it becomes harmless. So I don’t think it was stolen for a terrorist attack. But the problem is that we don’t know who got their hands on it. It wasn’t anybody from this facility, that’s for sure, so it must have been a visitor from outside.
Parker felt somewhat relieved, but knew that it would be extremely difficult to explain a security leak to the facility manager, General Laurence D. Hemingway, no matter how small the chance of hostile use of the substance might be. After all, it was Parker’s responsibility as security chief to ensure that nothing was removed from Alfa-250 without authorization, and Hemingway was not exactly known as a mild or forgiving man.
– Thanks, Dean, he said. But, and I probably don’t need to say this, if you happen to hear anything new at all, please let me know as soon as possible! I will also do some research before I go and serve my ass to the general. When he’s done with me, I probably won’t be able to sit for a month. Yes, I can be happy if he doesn’t retire me on the spot.
– Chin up, Allan, it’ll be fine, Carlyle tried to cheer him up, even though he knew it wouldn’t help much. He didn’t envy Parker.

Less than an hour later, Parker knew how the four grams had disappeared. He had gone through all the footage from the surveillance cameras, concentrating on the few visitors from outside. Not more than a handful of this type of visitors came to the facility within a year, and very few, if any, were admitted to the vicinity of the A-tox laboratory. Parker had started with the latest recordings and was already lucky with the latest visit. Other than the mere fact that the guest was even allowed to visit A-tox, he hadn’t noticed anything unusual at first. But there was something in the video that worried him. The visitor had picked up one of the capsules from a glass plate and looked at it very carefully. Carlyle had been standing next to him, looking very worried. He then politely but firmly requested the guest to put the capsule back.

The guest immediately complied with this request, but the moment he put the capsule back on the glass plate, he made a small, strange movement with his hand. But it looked as if the capsule was where it belonged. Everything looked very harmless – and yet! Parker played the sequence five times in a row before it finally dawned on what was going on: The guest exchanged the capsule with another one that he already had in his hand. That’s why he made the strange move. Gosh, the guest had an empty capsule in his hand and swapped it for a full one.
This discovery led to the next question: where did the guest get an empty capsule from? These were not standard capsules that could be bought anywhere. Parker took the video from the packaging department the same day and found the answer. Half an hour before the exchange, the guest had been in the packing room, where he had taken a handful of empty capsules from a box and asked about them. Carlyle had explained what they were used for and the guest had listened very carefully. When he put the capsules back, he had his back to the camera, but Parker would make a sure bet that the guest had at least one empty capsule in his hand. Damn it, Parker thought, and this has to happen to me. Now the last question was: Who was the guest and what dark plans did he have with the highly dangerous capsule?

An impending storm was looming on Laurence D. Hemingway’s face. His breath became scarcer and scarcer, and the muscles around his dark eyes began to vibrate dangerously. His face was turning red and everyone who knew him knew that an outbreak was imminent. Suddenly he took a deep breath and roared like an angry bull:
– Damn it, you will do no such thing! Have you gone completely mad?
Hemingway was a tall, bald man with a hard face and a violent temper. When he looked directly at one of the employees, he had an expression on his face as if he were looking at a disgusting insect that had crept out of some dark hole. It was no exaggeration to say that Hemingway was a real bastard. At the same time, he was very concerned about his reputation and extremely ambitious. News that could put him in a bad light were therefore only brought to him if it was absolutely unavoidable. About five seconds before Hemingway’s outbreak, Parker had suggested starting an official CIA investigation into the missing four grams. Hemingway continued to roar:
– Do you have the faintest idea what it could mean if someone got the slightest inkling about the fact that you have given four grams of top secret and highly toxic material away to a random, stupid guest in the facility?
Hemingway snorted like a steam boiler.
– But sir! Parker tried unsuccessfully.
– Spare me your god-damn ‚but sir‘, called Hemingway.
The general usually had two ways of communicating with an employee: either he was screaming, like now, or he was using a condescending tone. Suddenly he struck into his condescending mood and continued in a muted tone:
– Let me explain to you what we’re fiddling with around here, dear friend. You see, we make small, ugly weapons that are filled with some really insidious, biological bastards that can wipe out all of humanity so quickly that you can’t even say „where did they all go“. Parker knew that he had to shut up now and Hemingway continued his monologue:
– Now as it happens, we live in the lovely little USA, and the USA has promised the rest of the big, nice world that we are not going to handicraft too many damn scary weapons, otherwise the rest of the world can’t sleep at night. Do you know what we therefore decided to do?
Hemingway cocked his head to one side and smiled a little, as a crocodile probably would.
Parker saw the question as clearly rhetorical, and Hemingway continued:
– Well, we decided that our little plant here …
The condescension suddenly disappeared, and he roared the end of the sentence:
–… is a damn secret. It doesn’t exist at all, do you get that? So by God I’m not going to let my overpaid security chief go around and ask all sorts of people if they just happened to see a little piss dangerous capsule that we lost while we were dozing off. Are you slowly getting what I mean?
Parker knew that it was always a matter of time before Hemingway had let off steam and was approachable for a more constructive conversation, and he hoped that the general was now done with ranting. He took the opportunity and said:
– Thank you, sir, I think I understand what you mean. But, the man who stole the capsule … uh, is from the CIA. John Williams is his name and he obviously knows about our existence. He is a pretty big shot at the CIA. Maybe we could just ask carefully what interest the CIA has in this culture. I mean sir, isn’t it a bit cheeky of the CIA to treat your facility like a simple self-service shop? Shouldn’t an official request have been made to you?
That last remark seemed to change Hemingway’s state of mind, for he growled in agreement. He thought for a moment and then said in an unexpectedly composed tone:
– We have to investigate this matter with the utmost discretion, Parker. It must not be known that we are looking for something we have lost, do you understand? Do some general surveys, such as why Williams was on the site that day at all. Tell them that this is part of our routine access control. Use some of our usual contacts in the CIA. Ask if anything is going on that requires the use of biological weapons and … He looked Parker straight in the eye.
–… report back to me as soon as you have some good news, do you understand?
– Of course, sir, said Parker.
– Well then, don’t stand around staring into the air. Hemingway was back on track.
– Get to work, Parker!
– Right away, sir, said Parker, turning on his heel and leaving Hemingway’s office.
Phew, he thought as he came into the hallway, it could have gone worse, a lot worse. Now I must get the investigation going.

(To be continued)

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

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