Besser spät als nie … Better late than never

Ich habe mich ja so gegen Mitte Juni einmal mit Frau Meermond in Aalborg getroffen, wobei wir rein zufällig Fjordby entdeckt haben, einen Ausbrecherstadtteil. Ich wollte nur nicht gleichzeitig den gleichen Beitrag veröffentlichen.

… About mid June I had met with Mrs Meermond in Aalborg, where we coincidentally found Fjordby, a „rogue quarter“ 😉 . I just didn’t want to post about the same topic at the same time as she did.

Wir wollten uns am Hafen treffen an einer Halle, die zu einer Art Multirestaurant-Cafeteria umgeformt worden war. Ich weiss nicht, wie man sowas auf Deutsch nennt, eine Halle mit verschiedenen Essenständen, wo man sich sein Essen holt und dann kann man sich überall hinsetzen, wo man will.

… We wanted to meed at the harbour in a kind of food mall I think is the English expression. There are different food stalls, where you buy what you want and then you can sit anywhere in the hall.

Jedenfalls wollte ich vorher bereits wissen, ob und wo ich da parken konnte, ihr wisst, wenn ein Landei in die Stadt kommt … und dabei entdeckte ich auf dem Satellitenbild eine merkwürdig „unordentliche“ Häuseransammlung mit dem Namen „Fjordby“. Mein Interesse war geweckt und ich forschte gleich auf dem Internet.

… Anyway, I wanted to know beforehand, where I would be able to park … and so I discovered on the satellite photo a strange „disorderly“ arrangement of houses with the name „Fjordby“. My interest was roused and I researched it on the internet.

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Fjordby begann als Ansammlung von den in Dänemark typischen kleinen Häuschen, in denen Fischer ihre Sachen aufbewahren und wo sie auch schon mal schlafen. Es handelte sich hauptsächlich um Freizeitfischer, und irgendwann begannen sie, dort fest zu wohnen. Nach und nach kamen andere und mehr Häuser wurden gebaut. Das Ganze war mehr oder weniger illegal und die „Fischer“ mussten einige Male umziehen, bis es 1980 an der jetzigen Stelle den Status „Schrebergartenverein“ zugesprochen bekam. Das heisst natürlich auch, dass man dort nicht das ganze Jahr über wohnen darf, ich glaube von März bis Oktober. Einige wohnen wohl trotzdem das ganze Jahr über dort, aber die Kommune scheint das zu tolerieren. Sogar ein echter Fischer wohnt dort, wie man auf einem der Fotos sehen kann. Das Ganze erinnert mich ein wenig an Christiania in Kopenhagen, nur ohne Cannabis … 😉 … Der Nachteil ist, dass die Häuser sich auf kommunalem Boden befinden, den der Verein (und damit die Anwohner) von der Kommune leihen. Dieser Vertrag wird alle fünf Jahre erneuert (oder auch nicht). Das ist ein Unsicherheitsfaktor. Man kann auch nur ein Haus dort leihen, wenn man eine andere Adresse in Aalborg hat, unter der man im Volksregister steht.

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… Fjordby started as a collection of small houses so typical for Denmarks Harbours and marinas, where the fishermen keep their gear, and where they also sleep from time to time. These were mostly hobby fishermen. In the meantime, they started to live there permanently. By and by more were attracted, more houses were built. All this was more or less illegal, and the „fishermen“ had to move several times, until in 1980 their present location got the status of „allotment garden club“. This means, of course, that one is not allowed to live there all year, I think it is allowed from March to October. Some live there all year anyway, but the city council seems to tolerate that. Even a real fisherman is living there, as one can see on one of the photos. This quarter reminds me a bit of Christiania in Copenhagen, just without the cannabis … 😉 … The disadvantage is that the houses are on communal grounds, which the Fjordby Club (and therewith the inhabitants) is renting from the council. The contract is renewed every five years (or not), that is the insecurity. One can only rent a house there, if one is registered under another address in Aalborg. 

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Als Frau Meermond und ich da waren, trafen wir eine Frau, die gerade von einer Sitzung mit der Kommune kam und froh verkündete, dass der Statusvertrag um 15 Jahre verlängert wurde. Bisher waren es ja, wie oben erwähnt, nur 5-Jahresverträge gewesen. Das freute uns natürlich sehr, denn wir verliebten uns auf der Stelle in Fjordby.

… When Mrs Meermond and I were there, we met a woman who just came from a meeting with the city council and gladly told us that the status contract had been prolonged by 15 years. Until then, as already mentioned, there were only 5 years contracts. We were happy, as we had fallen in love with Fjordby at first sight.

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Eine andere Frau lud uns sogar in ihr Haus ein, um es anzugucken. Wir zögerten erst, war das ernst gemeint? Ja, es war, und so ein herrliches kleines Zuhause! Nun hat Fjordby allerdings strengere Auflagen bekommen wegen möglicher Brandgefahr. Daher werden wohl einige Umbauten vorgenommen werden müssen wegen Abstand zwischen den Häusern und Ähnliches, aber das werden sie sicher lösen.

… Another Lady even invited us into her house to look around. At first we hesitated, did she mean it? Yes, she did, and she had such a wonderful little home! Now Fjordby has been given some more restrictive rules because of possible fire hazard. Therefore, some rebuilding will have to be done, as safe distances between houses have to be observed etc., but I am sure they will solve it.

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Mein Mann und ich waren gleich am nächsten Tag dort. Es war ein grauer Tag, aber ihr könnt trotzdem auf den Fotos sehen, wie toll es da ist (es war nur grau, kein Regen …). Einige Leute haben auch geklaute Schilder an ihren Häusern angebracht oder ihnen berühmte Namen gegeben, wie z. B. „Statshospital“ (staatliches Krankenhaus), „Orne central“ (Eberzentrale (??)) und „Amalienborg“ (so heisst Königin Margrethes „Wohnung“ in Kopenhagen).

… My husband and I were there already the next day. It was a grey day, but you can still see on the photos, how special it is there (it was only grey, no rain …). Some people have put stolen signboards on their houses or gave them special names, like for example „Statshospital“ (State hospital), „Orne central“ (Boar central (??)) and „Amalienborg“ (that is the name of queen Margrethe’s residence in Copenhagen).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Aalborg ist doch immer wieder für eine Überraschung gut!

… Aalborg is always good for a surprise!

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Wer an den restlichen Fotos interessiert ist, kann sie sich HIER ansehen. Es lohnt sich!

… Those who are interested in the rest of the photos, can see them HERE . It is worth the while!

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

6 Gedanken zu „Besser spät als nie … Better late than never“

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