Mein Kater (1) … My tomcat (1)

Im Moment liegen die Ausflüge etwas brach und grössere Reisen sind erst einmal nicht in Sicht. Daher möchte ich gerne über meinen Kater berichten, der mich 16 Jahre meines Lebens begleitet hat und den ich sehr geliebt habe.

… At the moment there are not many new excursions happening and travels abroad are not imminent. I should therefore like to tell you about my cat, who accompanied me for 16 years, and whom I loved very much.

Wir, mein erster Mann und ich, trafen ihn zum ersten Mal in einem sehr speziellen indischen Restaurant, das wir frequentierten. Es war halb Restaurant, halb Laden mit indischen Kunstgegenständen. Tische und Stühle waren aus verschiedenen Sperrmüllbeständen zusammengestückelt.

… We, that is my first husband and I, met him for the first time in a very special Indian restaurant which we frequented. It was half restaurant, half Indian handicraft shop. Tables and chairs were collected from different piles of garbage.

Hier traf man interessante Leute, z. B. eine amerikanische Jazzband, nachdem sie ein Konzert gegeben hatte, viele indische Gäste mit verschiedenen Diätwünschen, die hier unbedingt eingehalten wurden (z. B. die extremen Veganer, die verlangten, dass kein nichtveganes Essen in der gleichen Küche zur gleichen Zeit zubereitet wurde, damit die Dämpfe sich nicht vermischen), hier konnten sie sich darauf verlassen, dass sie nicht beschummelt wurden.

… Here one would meet interesting people, for example an American jazzband after having given a concert; many Indian guests with special dietary needs. There were for example the extreme vegans, who only ate food that had not been prepared in the same kitchen and at the same time as non-vegan food, so that the vapours won’t mix. Here they could rely on that it was done correctly.

Der Inhaber war ein riesiger Bengali, verheiratet mit einer sehr netten, sanften deutschen Frau, die den Laden führte. Er gab sich sehr grantig, aber seine Kinder konnten ihn um den kleinen Finger wickeln. Seine Mutterkatze hatte 5 Kätzchen zur Welt gebracht, vier kleine männliche Tigerchen und ein fast ganz schwarzes Mädchen. Wir wollten einen Tiger, hatten aber gerade einen Urlaub gebucht. Wir verabredeten daher, dass wir ihn nach dem Urlaub abholen würden. Er wäre dann 10 Wochen alt. Das fand ich früh genug, ihn von seiner Mutter zu trennen.

… The owner was a huge Bengali, married to a very nice, gentle German woman, who took care of the shop. He showed a grumpy façade, but his children could twist him around their fingers. His cat had five kittens, four male tigers and one nearly totally black girl. We wanted one of the tigers, but we had just booked a travel. So we agreed to come and get him afterwards. He would then be 10 weeks old. I thought that was early enough to take him away from his mother.

Wir holten also unseren kleinen Kater ab. Er war immer noch so klein, so dass mein Mann ihn unter seiner Jacke transportieren konnte, und etwas ängstlich. Auch zuhause war er natürlich sehr eingeschüchtert. Wir hatten einen Vorteil davon, dass er so lange bei seiner Mutter geblieben war: sie hatte ihm beigebracht, auf’s Katzenklo zu gehen und sich zu “waschen”.

… We went to get our little tomcat. He was still so small that my husband tucked him under his jacket for the ride home, and he was a bit confused. Also when we came home, he was, of course, intimidated. We had an advantage out of him being longer with his mother: she had taught him to use the cat toilet and to “wash” himself.

Zum Schlafen hatten wir einen kleinen Korb in den Flur gestellt, denn ins Schlafzimmer sollte er nicht kommen, da hatten wir feste Prinzipien, Tier ist schliesslich Tier … 😉

… For the night we had put a little basket in the corridor, because he was not supposed to come into our sleeping room, we had strong principles in that regard, an animal was an animal … 😉

Wir gingen schlafen, der Kater fiepte eine Weile, schlief dann aber irgendwann ein. Er tat mir leid, aber mein Mann meinte, wir müssten fest bleiben. Die Nacht darauf wollten wir es dann wieder genauso machen. Ha! Als wir im Bett lagen, fing Katerchen an gegen die Tür zu springen; das war so eine mit drei Glasscheiben übereinander. Das machte er so lange und so heftig, dass wir Angst bekamen er würde das Glas zerbrechen. Wir öffneten also die Tür … aber ins Bett sollte er jedenfalls nicht! Er sollte auf einem Stuhl schlafen. Da ich den Holzstuhl zu unbequem fand, legte ich eine Wolldecke drauf und Katerchen fing prompt an zu schnurren und verbrachte die Nacht friedlich auf seinem Stuhl.

… We went to bed; the kitten whimpered for a while, but fell asleep after some time. I was sad for him, but my husband said we should remain firm. The following night we wanted to handle it the same way. Ha! When we were in bed, the little kitten started jumping against the door. It was a door with three glass panes. He didn’t stop so that in the end we were afraid he would break the glass. So we opened the door … but he was not supposed to get into our bed at least! He should sleep on a chair. As I thought that the wooden chair was too uncomfortable, I gave him a blanket and kitty starting purring and slept peacefully on his chair all night.

Ab wann er anfing, bei uns im Bett zu schlafen, weiss ich nicht mehr. Sehr lange hat es nicht gedauert! 😉

… At what point he started to sleep in our bed, I don’t remember. It did not take him long though! 😉

In einer Nacht lag er bei meinem Mann auf dem Hinterteil. Der drehte sich ganz plötzlich um, und Katerchen flog in eingerollter Stellung zu mir rüber und landete auf meinem Bauch. Da schlief er dann einfach weiter …

… One night kitty was sleeping on my husband’s bum, when the man suddenly shifted position and kitty flew in sleeping position over to me and landed on my stomach. There he just continued sleeping …

Ein anderes Mal wachte ich auf, weil etwas neben mir “kchkchkchchch” machte. Katerchen  lag zwischen uns, auf dem Rücken, und war dabei, fast erstickt zu werden.

… Another time I woke up, because I heard a strange noise, something like “kchkchkchchch” beside me. It was kitty, on his back between us getting almost choked.

Katerchen hiess Puri, wie das indische Brot oder wie der indische Schauspieler Amrish Puri. Er war mein erstes Katzentier und ich werde noch öfter von ihm berichten, denn natürlich war er nicht nur der schönste, sondern auch der klügste Kater, den es je gegeben hat … 😉

… Kitty’s name was Puri, like the Indian bread or after the Indian actor Amrish Puri. He was my first cat, and I will write about him from time to time, as, of course, he was not only the most beautiful, but also the most intelligent tomcat the world has ever seen … 😉

Leider habe ich keine Fotos von den ersten Jahren. Ich besass damals keine Kamera und war auch nicht so erpichts auf’s Fotografieren, das kam erst später. Ich habe nur Papierfotos, die ich abfotografieren muss. Die Qualität ist also nicht besonders gut. Hier eins von unserem ersten Jahr in Dänemark.

… Unfortunately, I don’t have any photos from the first years. I did not own a camera then and wasn’t so eager to take photos either, that came later. I only have paper photos that I will have to scan, so the quality will not be grand. Below is one from our first year in Denmark.

Puri_BLOG

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

36 Gedanken zu „Mein Kater (1) … My tomcat (1)“

  1. Puri was für ein schöner Name und auch übrigens sehr lecker 🙂 und wie schnell man doch seine Prinzipien für so ein kleines Tierchen über Bord wirft unser Hund schläft auch mit bei uns im Bett, neben mir meine kleine Tochter und am Rücken der Hund und mein Mann kommt auch irgendwo dazwischen 😀 es würde mich auch wirklich sehr interessieren wo dieses indische Restaurant ist, es klingt wirklich sehr interessant ♡

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    1. Das ist in Hamburg in einer Strasse, die Schwanenwik heisst. Ich weiss aber nicht, ob es noch existiert, denn die sind sicherlich jetzt in ihren 70gern. Es ist die Frage, ob die Kinder es übernommen haben. Keiner kann sich mit dem Vater an Exzentrizität messen. Wir gingen mit Freunden dahin und haben einige sehr witzige Erlebnisse gehabt, weil unsere Freunde versuchten, ihn mit ihren eigenen Marotten aus der Bahn zu werfen. Das gelang nur meinem damaligen Schwager, der sein Essen bestellte und dann um einen Hammer bat. An seinem Stuhl ragte nämlich ein Nagel heraus, den er gerne einschlagen wollte. Das machte der Wirt dann selber. Das erste und einzige Mal, dass ich von ihm keine schlagfertige Bemerkung gehört habe.

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  2. Ich dachte mir schon, dass das indische Restaurant nur in HH gewesen sein konnte. 😉 Ich musste sofort an die „Calcutta Stuben“ in der Papenstraße in Hamburg denken. Ein winzig keiner Laden, in einem Wohnhaus. Der Inhaber war ein sehr dicker Inder, der schnaufte wie ein Walross. Er machte alles selbst – kochen – bedienen – abwaschen. Mit sehr großem Stolz zeigte er mir „Apparat von Doktor, zum sterilisieren von Tellern“. Das war ein antiquarisches Gerät, wo früher einmal OP-Instrumente steril gemacht wurden. Er stellte nun die Teller dort rein. Kennst Du den Laden vielleicht?
    LG Susanne

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      1. An seinen Namen konnte ich mich nicht mehr erinnern.
        Ich war das letzte Mal Anfang der 1990er Jahr dort. Da klang er nicht mehr so gesund. Pfiff eher auf dem letzten Loch. Kann mir nicht vorstellen, dass es ihn heute noch gibt.

        Ich kann mich noch gut daran erinnern als er beim letzten Besuch meinen den Teller hinstellte, den er aus dem „Apparat mit dem Doktor sterilisiert“ herausgeholt hatte. Dann sah er plötzlich einen Fleck auf dem Teller und rubbelte mit seinem dicken Daumen darauf herum! 😀
        Der Laden war wirklich sehr speziell. 😉

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        1. Wir wohnten in der Nähe vom Barmbeker Bahnhof, aber die ganze Ecke Schwanenwik lag auf unserem „turf“. Da waren auch noch andere witzige Kneipen. Ich bin allerdings 1993 aus Hamburg weggezogen, nach Dänemark. Wir haben Samantha dann später noch einmal auf dem Weihnachtsmarkt an der Binnenalster getroffen, auf einem Hamburg-Besuch, wo er einen Stand mit den indischen handicrafts hatte.

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            1. Bazille kenne ich nicht, aber Max & Consorten glaube ich. War das sehr rustikal und man bekam ein ausgezeichnetes Bauernfrühstück?
              Am Schwanenwik war auch noch ein anderes Restaurant an der Ecke, die hatten gutes Essen. Da habe ich zum ersten und letzten Mal Froschschenkel gegessen. Einmal haben wir da Otto Waalke getroffen, der hat sich aufgeführt wie ein Jubelidiot, war voll wie Hacke.

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              1. Ja, Max & Consorten war eine rustikal eingerichtete Klönkneipe. (Gibt es glaube ich heut noch) Man konnte dort super lecker Essen. Sonntags gabs ein tolles Frühstücksbuffet. Da stand die ganze lange Theke voll leckeren Sachen zum Essen.
                Schwanenwik war nicht wirklich mein Pflaster. Da kenne ich mich nicht aus.
                Ich war aber auch viel auf dem Kiez. Im „Medusa“ trafen wir hin und wieder Udo Lindenberg. Auf Otto hätte ich aber auch verzichten können. 😉

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                1. Gleich am Hauptbahnhof gab es auch ein kleines italienisches Familienrestaurant. Die hatten nur 8 Tische oder so und man musste bestellen. Der Chef kochte selber, die Frau stand am Empfang, sie war Deutsche, er Italiener. Wenn alle ihr Essen hatten, kam er raus und ging von Tisch zu Tisch und unterhielt sich mit den Gästen. Die hatten tolles Essen und gar nicht mal so teuer. Das Restaurant gibt es leider nicht mehr. Und der Inder Nataraj, der leider pleite ging. Und in der Langen Reihe gab es eine Kneipe, die hiess was mit „Blau“, da habe ich meinen Mann mal mit hingenommen, um ihn zu schockieren. Der Kellner fing prompt an, mit ihm zu flirten … 😉 😀
                  Auf dem Kiez war ich gerne in einer kleinen brasilianischen Bar mit Live-Musik. Da konnte man super Samba usw. tanzen. Ich mag die lateinamerikanischen Rythmen.

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  3. Meine Katzen haben auch immer im Bett gepennt. Irgendwie finde ich es nur normal, denn Tiere sind in der Regel ungern allein. Selbst meine Hundedame durfte lange Zeit mit im Bett schlafen, weil sie sich da einfach sicherer fühlte. Irgendwann ging es ihr aber auf den Zeiger, dass ich mich nachts bewegte. sie bevorzugt es, beim Schlafen ihre Ruhe zu haben. So wird abends immer ausgiebig gekuschelt und geschmust, bis sie müde genug ist, um in ihr eigenes Bett zu gehen xD

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        1. Hallo, Schnute, ich kann mal wieder nicht bei dir kommentieren, irgendwas mit einem „invalid security token“ was auch immer das bedeuten mag. Nicht dass du denkst, ich hätte das Interesse verloren … 😉

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          1. Tieses Toofe Internet! Kommentierst du über den Browser am PC oder über die WordPress-App am Handy? Ich habe festgestellt, dass der manchmal in der App das Login raushaut und man dann unten seine Daten nochmal komplett neu eingeben muss.

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  4. Ich habe jedenfalls beobachten können, dass bei meinem Kater „Denkvorgänge“ stattgefunden haben, also dass er aus Beobachtungen Schlüsse gezogen und danach gehandelt hat. Sie sind also schon etwas weiter in der Evolution als immer angenommen wird. Darüber berichte ich noch in weiteren Beiträgen. Sicherlich haben andere ähnliche Dinge bei ihren Haustieren beobachtet.

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  5. Sehr süßes Foto. Ich bin ja auch so ein Katzenfan und glaube manchmal, dass die Viecher uns haushoch überlegen sind.
    Ich schaue ja gern hier vorbei, mein eigens Blog kriege ich aber nicht gemanaged, das ist mir hier alles zu kompliziert, ich bevorzuge die idiotensichere kleine Welt von Herrn Olbertz 😉 aber Dich finde ich notfalls über google.
    Liebe Grüße, Cristina Fabry

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  6. Mit einem breiten Grinsen habe ich dein Eintrag gelesen. Nach den Jahren auch noch so viele gemeinsame Erinnerungen zu haben ist doch klasse.
    Katerchen schaffte es ins Bett zu kommen, das war mir vollkommen klar. 😉

    Unser zweiter Schäferhund kam nur einmal ins Bett, und zwar zu mir, denn es ging mir gar nicht gut. Habe mich vor Schmerzen gekrümmt und wie verrückt gebibbert.
    Er stieg am Fußende ein, krabbelte unter der Bettdecke zu mir hoch und presste sich ganz eng an meinen Körper. Er wärmte mich und es half mir. Er selbst schnaufte wie ein Walross, denn er bekam unter der Decke kaum Luft. Bald ging es mir dann wieder besser. Mein Retter kam nie wieder ins Bett, es war wohl eine Ausnahme.
    Alle anderen Hunde gingen höchstens mal zu meinem Mann um ihn anzustupsen wenn er zu laut schnarchte. *lache* Das war natürlich ganz in meinem Sinne.
    Ein Schäferhund im Bett, der hätte wahrscheinlich gut ein Drittel vom Bett gebraucht.

    Lieben Gruß,
    Lilo

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  7. Wenn ich einen Kater mit im Bett hatte, habe ich meist geschlafen wie ein Brett. ich hatte immer Angst, dass ich mich auf den Kater lege. Ohne Kater im Bett drehe ich mich ständig hin und her.

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