Noch ein Sprachknüller …

… den ich mir geleistet habe, den hatte ich schon fast vergessen, aber mein Mann nicht … 😉

Ich hatte meinem Mann versprochen, ihm einen Rasierapparat zu kaufen falls ich in die Stadt ginge. Ich suchte also einen Laden auf, der elektrische Geräte aller Art verhandelte und bat in meinem besten Dänisch einen jungen Mann mir zu zeigen wo ich einen ”raserapparat” finden würde. Als er diesen typischen weltfernen Blick in den Augen bekam, wusste ich, dass da irgendetwas nicht stimmte, aber was?

Scharfes Nachdenken brachte das richtige Wort zutage, denn auf Dänisch heisst so etwas: barbermaskine! Mit Betonung auf der zweiten Silbe, barBERmaskine. Das müsst ihr euch unbedingt merken, wenn ihr es in Dänemark kaufen wollt, denn ”rasere” bedeutet auf Dänisch soviel wie ”etwas dem Erdboden gleichmachen”. Der junge Mann hatte wahrscheinlich überlegt, ob ich eine Baumaschine kaufen wollte, eine Walze oder einen Bagger zum Bäume ausreissen … 😉   😀

Auch zwischen Dänisch und Schwedisch kann es witzige Missverständnisse geben. So bedeutet ”roligt” auf Dänisch ”ruhig”, aber auf Schwedisch ”lustig”. Dazu gibt es einen dänischen Witz, wo ein paar Schweden in Helsingør in ein Taxi stiegen und irgendwohin wollten, wo es ”roligt” war. Der Taxifahrer brachte sie daher zum Friedhof … 😉

Apropos Schweden … oje, jetzt bin ich im Gange … in Schweden kauft man Alkohol in eigens dafür bestimmten Geschäften, die heissen ”systembolaget”. Merkwürdigerweise muss man für alkoholfreien Wein in das systembolaget, wohingegen man Leichtbier mit 0,5% Alkohol im Supermarkt kaufen kann … 😀 … Aber nun nicht wieder abschweifen. Mein Mann hatte mal von der Arbeit her schwedische Gäste zu bewirten, und zwar auf einem Fährschiff. Beim Frühstück und beim Nachmittagskaffee bekommt man immer eine ganze Kanne Kaffee auf den Tisch gestellt, egal wie viel man bestellt. Bei Bedarf werden die dann nachgefüllt. Die Schweden gossen erst einmal einen Teil des Kaffees in einen nahegelegenen Pflanzencontainer und füllten die Kanne mit Wodka auf, den einer von ihnen verdeckt unter der Jacke mitgebracht hatte. Mein Mann wunderte sich, milde gesagt, und sagte zu ihnen, dass sie all den Alkohol bestellen könnten, den sie wollten. Aber anscheinend sollte es heimlich sein. Die Schweden tranken ihren ”gewürzten” Kaffee, aber als dann der Kellner die Kanne zum Nachfüllen mitnehmen wollte, entging er nur knapp einem Lynchmob. Mein Mann berichtete, dass der arme Kellner schnellstens das Weite suchte und nicht mehr wiedergesehen wurde.

So weit mit den Anekdoten … morgen gibt’s Storm P.

Macht’s gut so lange!

P.S.: Jetzt erfinde ich auch schon deutsche Worte. Wisst ihr was eine Kopfputze ist? (Nein, keine intellektuelle Reinmachefrau!)