Lille Vildmose …

… (kleines Wildmoor) ist der kleine Bruder von Store Vildmose (grosses Wildmoor), das ca. 50 Kilometer weiter nördlich liegt. Beides sind Torfmoore, die zum grossen Teil heute geschützt sind. Moore sind selten geworden. Ich habe gerade heute gelesen, dass Moore CO2 binden …

Dies war bereits unser zweiter Ausflug hierhin oder besser gesagt, der dritte. Beim ersten Mal mussten wir umkehren, weil wir ohne Gummistiefel nicht weiterkamen. Beim zweiten Mal fuhren wir bei einigermassen gutem Wetter los, und als wir am Parkplatz ankamen, fing es an zu schütten und kein Ende war abzusehen.

Aber jetzt, beim dritten Mal … das erinnert mich irgendwie an die Leuchtturmgeschichte … 😉

In Lille Vildmose gibt es mehrere Seen und erschlossene Gebiete, wo man so genannte Plankestier (Bretterwege) über den Torf/Sumpf gebaut hat. Wir haben vor einigen Jahren mal eine Jütland-Tour gemacht und sind „zufällig“ dort gelandet, an einer Stelle mit einem herrlichen Plankesti, aber die konnten wir partout nicht wiederfinden.

Wir wählten uns daher den Toftesø aus. Hier ging es sowohl zum See, als auch zum Wanderweg:

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Ein richtiger Schilderwald …

Eine Gebrauchsanweisung für Elche, von denen man 12-14 Stück hier ausgesiedelt hat; eine Reihe Ver- und Gebote; und ein Hinweis das hier der Nordseewanderweg verlief. Das erstaunte mich, denn der Nordseewanderweg geht eigentlich an der Nordseeküste entlang; hier waren wir dichter an der Ostküste.

Hier das Halbwegsdaseinschild …

… und dann wurde es feucht:

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… und dies war die Stelle, an der wir das erste Mal umkehren mussten:

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Irgendwo rechts geht der Weg weiter. Selbst mit Gummistiefel erwies es sich als trickreich. Ich ging forsch drauf los, ich hatte ja die Stiefel an, blieb dann aber prompt stecken und der Matsch drohte, mir den Schuh auszusiehen. Trotz geeigneten Schuhwerks hangelten wir uns also von Baum zu Baum bis auf die andere Seite.

Dort war es auf einmal schön und licht und sonnig:

 

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Das Moor ist hier teilweise eingezäunt, denn es ist nicht ungefährlich. Zum Bretterweg kamen wir hier mittels einer Treppe über den Zaun:

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Moor im Herbst ist nicht so interessant. Wenn das Wollgrass oder die Heide blüht ist mehr Leben drin:

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Aber die Farben …

Hier fotografierte ich von der Treppe nach unten. Das Blau von dem Wasserlauf fand ich schon fast irre:

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Ein Winzling, der Schuh zum Vergleich:

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Noch einmal Herbstfarben zum Abschied …

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… und dann waren wir wieder zurück und gingen zum See hinüber, zum so genannten Aussichtsturm. In meinen Augen ist das ein Aussichtshaus, aber was soll’s. Es ist ganz gemütlich dort drinnen mit Tischen und Bänken für Picknick natürlich und einigen richtig guten Ferngläsern, diesen grossen, die man an Aussichtspunkten hat, mit dem Unterschied, dass man kein Geld einzuwerfen braucht. Auch findet man dort Informationen über die Vögel und andere Tiere, die man von dort aus sehen kann.

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Blick auf den Toftesø:

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Und im Gegenlicht:

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Dort trafen wir einen netten Herrn, der uns erklären konnte, wie wir zu dem anderen Bretterweg kamen. Das liessen wir uns nicht zweimal sagen und fuhren dort hinüber.

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Die und ihre Schilder … wenigstens wurde nicht behauptet, dass hier der Nordseewanderweg langgeht …

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Hinter all diesen Bretterwegen steckt eine enorme Arbeit, das muss man mal anerkennen!

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An dieser Stelle steht viel Schilf, und im Sommer, wenn alles grün ist und es weht, geht ein rythmisches Rauschen durch die Halme. Ich hätte damals stundenlang da stehen und zuhören können!

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Ein richtiger Aussichtsturm mit Elchgarantie … nein, ich mache Spass … aber eine Dame, die wir gerade auf der Plattform am See getroffen hatten, hatte genau am Turm, auf der Strasse einen fotografiert, ganz dicht dran. Sie zeigte uns ganz stolz das Foto auf ihrem Handy. Die meisten Leute, die in Lille Vildmose anzutreffen sind, haben Ferngläser dabei. Es gibt so viele Vögel (sogar Kraniche, aber die sind jetzt wohl in Richtung Süden unterwegs) und dann eben die Elche, Hirsche, Rehe, Wildschweine, you name it. Und da sie alle nicht zahm sind, kommt man normalerweise nicht dicht an sie heran. Wir haben jetzt Fernglas und Gummistiefel immer im Auto stehen.

Wir kamen fast mit allen Leuten, die wir trafen ins Gespräch. Wo ist denn diese Reserviertheit der Jütländer? Wir erfuhren interessante Dinge, z. B. dass auf der anderen Seite des langgestreckten Sees auch ein schöner und viel längerer Wanderweg war; dass das Moor durch Freiwilligenarbeit erhalten wird. (Man schneidet Büsche und Birken zurück.) Das muss man über die Dänen sagen, wenn sie von etwas überzeugt oder begeistert sind, dann setzen sie sich voll ein und opfern ihre Freizeit und manchmal auch ihr Geld für die gute Sache.

Inzwischen hatte es wieder einmal angefangen zu pieseln, aber das bescherte uns diesen hier:

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Da ist auch ein ganz blasser Parallelregenbogen rechts, witzigerweise auch mit einer Wolke. Der andere ist so schön klar in den Farben.

Im Moment wird es mehr Wald-, Moor- und Heidebilder geben, denn von der Nordsee sind wir etwas weiter weg. Die Ostküste werden wir noch erkunden. Aber dann seht ihr mal, wie vielseitig das kleine Dänemark ist!  😉

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag!