Vermieter also …

Ich muss etwas vorgreifen, denn das hängt mit dem alten Haus zusammen. Am 17.9. waren wir im dort zum Saubermachen und Löcher zustopfen. Danach schickten wir ein SMS an den Vermieter mit Kopie an seinen Sohn, ob sie Übernahme machen wollten. Wir bekamen dann die Antwort, dass man uns am Montag anrufen würde, denn heute sei SONNTAG. Daraufhin wünschten wir ihnen einen schönen Sonntag. 😉

Am Montag rief niemand an, weshalb mein Mann den Hauswirt anrief. Dem passte es gerade nicht, aber er würde am Dienstag anrufen. Das tat er nicht. Was diese Spielchen sollten, verstanden wir nicht, denn wir konnten ja beweisen, dass wir versucht haben, die Übergabe zu verabreden. Jedenfalls las mein Mann auf der Seite der Landesorganisation für Mieter nach, wie man sich in so einem Fall verhält. Dann schrieben wir am Mittwoch einen Brief an den Vermieter, in dem wir sowohl SMS als auch Anruf unsererseits erwähnten und die versprochenen Anrufe ihrerseits, die nicht erfolgt waren. Wir teilten ihm mit, dass wir am 30.9. die Zähler ohne ihn ablesen würden und ihm dann die Schlüssel danach per Post zuschicken würden, im Falle dass er mit uns keine Übergabe verabredete. Das wirkte. Am Sonntag (!!!) rief er uns an, ob wir kommen könnten.

Das taten wir dann. Der Hauswirt begrüsste uns mit dem Ausruf ”Na, ist alles wie neu?” Das sollte wohl witzig sein. Dann probierte er alle Wasserhähne aus, ob sie funktionierten und die Spülung der Toilette (???). Wenn das Wasser nicht funktioniert hätte, hätten wir dann nicht schon mal vorher was gesagt?? Er schaltete den Herd an, und ich fragte mich, ob er wohl auch die Geschirrspülmaschine anstellen würde.  😉  Irgendwie wirkte das  alles etwas hilflos auf mich. Dann gingen die beiden Männer in den Keller, denn darauf konnte ich gut verzichten. Es kam ein schlimmer Geruch von da unten hoch. Aber unser Hauswirt schien das nicht zu riechen. Mein Mann meint, und das ganz ohne Quatsch, dass er das wahrscheinlich wirklich nicht riecht, er sei schliesslich den ganzen Tag im Schweinestall am Wirken.

Zum Schluss beklagte er sich darüber, dass man sehen konnte, wo die Löcher zugemacht worden wären, da müsste man drübermalen. Dafür einigten wir uns dann, dass er einen kleinen Betrag von unserem Depositum abziehen durfte, und dann war’s das auch schon. Da hatte er wenigstens ein Erfolgserlebnis. Kein dummes Gelaber, keine Geschichten aus der Kindheit, keine weiteren Versuche, uns unser Depositum vorzuenthalten wegen der neuen Heizung. Wir haben seine Unterschrift, dass er den Betrag zurückzahlen wird … was auch immer das wert ist.  😉 … Wir werden sehen. Am 15. Oktober verfällt die Rückzahlung.

Das Kapitel ist abgeschlossen! (Ich habe mir noch ein paar Prairiemalven abgeschnitten, hehe.)

Ich fragte meinen Mann, wie es sein kann, dass wir diese Bleibe jemals charmant gefunden hätten. Er erklärte das mit einem Anfall geistiger Umnachtung. Das einzige, das ich vermissen werde, ist der Ausblick in die freie Natur.

 

Veröffentlicht von

Stella, oh, Stella

Ich bin gebürtige Deutsche, mit einem Dänen nunmehr seit 1993 verheiratet und in Dänemark lebend. Meine Beiträge erscheinen daher in deutscher Sprache (und nicht in dänischer) und seit 2018 auch in englischer Sprache. … I was born in Germany, have been married with a Dane since 1993 and are living in Denmark. Therefore, my posts are published in German (and not in Danish) and since 2018 in English as well.

6 Gedanken zu „Vermieter also …“

    1. Nicht so frei auf Felder und Wiesen. Wir wohnen jetzt in einem kleinen Dorf, aber das Dorfende ist jeweils nur so ca. 200-300 Meter weg, also ein Winzigdorf. So ganz allein waren wir auf dem Hof ja auch nicht. Man musste immer damit rechnen, dass irgendjemand unaufgefordert und unangemeldet auftauchte und auf dem Grundstück rumlatschte.

      Hier werden wir vielleicht noch ein halbes Jahr die Handwerker haben, die den Sockel des Hauses machen, Hecke pflanzen etc., aber das ist dann irgendwann vorbei.

      Gefällt 1 Person

  1. Sich eine Situation (in Eurem Falle die Wohnung) schönzudenken ist eine hilfreiche Funktion unseres Gehirns. Ursprünglich um sicher durch Notaituationen zu kommen.
    Ich finde es auch immer interessant, wenn ich sehe womit ich mich früher „arrangiert“ habe… 🙂
    Wobei man sich die Dauerwelle in den 80ern eindeutig noch nicht mal schöntrinken könnte 😂😂

    Gefällt 2 Personen

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