Ein ganz anderes Stranderlebnis …

Heute scheint die Sonne und es weht fast gar nicht. Deshalb wollten wir gerne an den Strand. Wir wählten Tversted, weil wir dann auf dem Rückweg bei „unserem“ Fischhändler einkaufen konnten.

Wir kommen also dorthin und an den Strand, der ziemich schmal war wegen Hochwasser. Im losen Sand war eine Autospur, also dachten wir, da können wir auch fahren. Denkste, im Nu sassen wir fest und alle Versuche zurückzusetzen bohrten uns noch tiefer mit den Vorderreifen in den Sand.

Zuerst waren wir nur zu dritt, ein Däne und wir. Er selbst war auch bereits steckengeblieben und stand jetzt relativ gut, so dass er bei Niedrigwasser am Wasser entlang würde wegfahren können. Wir waren das vierte Auto, das während der letzten Stunde festgefahren war.

Glücklicherweise kamen zwei deutsche Autos, einer davon ein Bus. Aber sie hatten kein Seil, nur so ein schwarzes Band, das ausprobiert wurde und prompt riss.

Vier deutsche Jugendliche und wir gruben was das Zeug hielt mit den Händen den Sand von den Vorderrädern weg und so weit zurück, wie wir konnten. Eine deutsche Dame griff sich die Fussmatten aus dem Auto und legte sie strategisch günstig hinter die Vorderreifen und kam dann auch noch mit Stöcken, auf denen die Reifen wohl nicht durchdrehen würden. Uns fehlte nur ein Seil. Eines der Mädchen, ein Teenager, lief am Strand entlang um bei jemandem ein Seil zu finden.

Ein älterer Herr bot uns dann seine Hundeleine an. Das war sehr lieb und wir wollten es aus lauter Verzweiflung auch damit probieren, als der erste Helfer, der Däne, mit einem richtigen Abschleppseil ankam. Er hatte völlig vergessen, dass er es im Auto hatte. Auch als er selber rausgezogen werden musste, hatte er nicht daran gedacht. Wir versuchten es einmal, nichts zu machen. Da kam ein schwarzer Rover an den Strand. Der wäre gut zum rausziehen gewesen. Als wir auf ihn zugingen, machte er sich schleunigst in die entgegengesetzte Richtung aus dem Staube. „Kein guter Stil“, meinte der eine Junge.

Wir sagten zu unseren Helfern, dass wir wohl besser unseren Autoclub anrufen sollten. Aber ein richtiger Deutscher gibt ja nicht so schnell auf. Wir gruben noch ein wenig mehr, die Matten wurden besser platziert und noch ein Versuch. Und dieses Mal gelang es! Ein Bus der zog und 9 Leute, die schoben, waren erfolgreich!

Wir boten Eis für alle an, aber nur die jungen Leute wollten was haben. Auch durften wir das gerissene Band nicht bezahlen.

Wir hatten auch Glück gehabt, dass wir gleich neben festem Sand gestrandet waren, sonst wäre ein Helferauto ja selber auch eingesackt. Als wir gerettet waren, fuhr ein roter Kastenwagen nach rechts auf den Sand und blieb prompt stecken. Dem konnten wir nicht helfen, da er zu weit weg vom Weg war.

Unsere Helfer hatten die Kennzeichen KS und WN, also Kassel (Hessen) und Waiblingen (Baden-Württemberg). Wir können gar nicht sagen, wie dankbar wir euch sind!!!