Der Fluch von Lønstrup Fyr (buahahahahaaa)

Als mein Mann und ich das erste Mal versuchten, den Leuchtturm in Lønstrup zu besteigen, war der abgeschlossen weil irgendein grosses Teil vom Dach gefallen war.

Dann erzählte uns Frau Meermond jetzt wäre er wieder offen, das war so vor drei Wochen. Es war schönes Sommerwetter. Wir fuhren los und als wir in Lønstrup aus dem Auto stiegen kamen da riesige dunkle Wolken mit einem Affenzahn von West und es begann zu schütten wie aus Eimern. Der Leuchtturm musste daher ohne uns auskommen. Wir gingen stattdessen in der Stadt herum, wo man sich immer in Läden oder Galerien flüchten konnte. Auf diese Weise haben wir den Maler entdeckt, den ich neulich vorgestellt habe. Hat doch alles sein Gutes.

Vor einer Woche versuchten wir es zum dritten Mal. Schönes Wetter, aber ich musste dringend woanders hin und die Toilette am Leuchtturm machte erst in einer halben Stunde auf. Kein Problem, wir erledigten das am Parkplatz in der Stadt und fuhren dann zurück. Es waren zwar einige Leute dort, aber nicht so viele, und wir marschierten munter drauflos. Vor uns ging eine Gruppe, die den ganzen Weg versperrte. So langsam konnten wir nicht gehen, wir fragten also höflich, ob wir vorbeikommen könnten und weiter ging’s.

Dann, plötzlich, ohne Vorwarnung auf einem geraden Kiesweg ohne Hindernisse, knickte mein linker Fuss um und ich fiel in Sekundenbruchteilen auf die rechte Seite. In dem einen Moment munter marschierend, im nächsten Moment ”bamm” lag ich da und war völlig verwirrt. Mein Fuss tat weh und ich wollte nicht gleich wieder aufstehen. Eine deutsche Familie fragte, ob wir Hilfe brauchten, die Dänen, die wir überholt hatten gingen wortlos vorbei.

Als ich dann wieder auf den Beinen war und mein Mann mich fragte, ob wir umkehren sollten, dachte ich ”nein, jetzt ist Schluss, jetzt gehen wir auf den blöden Turm, wäre doch gelacht”. Wir gingen tatsächlich die hohen Dünen und den Turm hinauf. Die Aussicht war es wert. Frau Meermond hat da allerdings viel schönere Bilder. https://meermond.wordpress.com/2016/04/24/rubjerg-knude-fyr/ Ich stelle nur ein paar hier ein, die ich von oben vom Turm aus gemacht habe. Nur zur Information, in der Zwischenzeit gibt es am Parkplatz sowohl Kiosk als auch Toilette, aber beides öffnet erst um 11.30 Uhr, ist also nichts für Frühpinkler und -nascher.

Genau wie bei der Wanderdüne Raabjerg Mile, liegt auch der Leuchtturm mit seiner Düne mitten in einer grünen Landschaft. Wenn man sich das auf Google Earth anschaut, ist alles grün und dann plötzlich so ein Sandhaufen. Da fragt man sich, wo kommt der her? Hier kann man mehr dazu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rubjerg_Knude 

Witzigerweise hatten die Touris die umherliegenden Ziegelsteine von den zerstörten Häusern dazu benutzt, ihre Signaturen zu hinterlassen.  😉

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Wieder zuhause wunderte ich mich, dass ich es geschafft hatte das durchzuziehen, denn mir tat alles weh, mein rechtes Knie war total blaulila und geschwollen, und generell fühlte ich mich, als ob mich jemand zusammengeschlagen hätte. Wahrscheinlich war das ein Adrenalinschub, der mich auf den Turm gebracht hatte.

Dank Rescue-Creme und Arnikamassagen bin ich jetzt fast wieder auf dem Damm. Das hatte mir auch vor dem Umzug gerade noch gefehlt.

Auf jeden Fall haben wir den Fluch des Turmes gebrochen! 😉