Echt jetzt?

Ich wollte eigentlich nur eben zu einer Lupine und verwelkte Blätter abschneiden … und plötzlich war ich mit einem Bein bis zum Knie in einem Loch. Wie gut, dass es nicht tiefer war!

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Das Loch geht weiter nach links an der Betonkante vorbei, etwa in Oberschenkeldicke, meine Oberschenkel, die sind etwas dicker … 😉

Ich habe daher auch gleich erst einmal meine Schale entfernt, damit die nicht auch noch abstürzt.

Al-les ma-ro-de! Der Abschied wird mir immer leichter. Anfangs hatte ich immer noch Bedauern wegen des Ausblicks vom Schlafzimmerfenster aus, aber jetzt nicht mehr.

Morgen holen wir die Schlüssel für das Neue Haus. Der Hauswirt dort ist eifrig am werkeln, ich bin gespannt.

Ich wünsche euch allen noch eine schöne Restwoche!

 

So sieht es jetzt bei uns aus …

… wir veranstalten Hindernislaufen … 😉

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… am 1.9. holen wir die Schlüssel zu dem neuen Haus, am 6. und 7.9. ziehen wir um. Wir packen bereits seit zwei Wochen, immer mal ein bisschen und letzte Woche verschärft, denn wir wollen weg!!! Mein Mann hat schon im Bad alles abmontiert und die Bilder sind von den Wänden … deshalb machen wir auch so viele Ausflüge im Moment, es ist so ungemütlich im Haus. Ich komme gar nicht nach mit dem Bilder behandeln und posten. Der Garten ist auch fertig ausgebuddelt, die Tomaten abgeerntet, da ist nichts mehr zu tun … ausser essen … das zeigt sich, wenn wir auf die Waage steigen!   😉

Es fehlen nur noch die Küche und das Schlafzimmer, ein halbe Speisekammer und ein paar Reste, ein paar Möbel auseinanderbauen (wir haben nicht so viele grosse Möbel) zwei Tage Arbeit höchstens.

Wünscht uns Glück und ganz viel Spucke!  😉

 

Kjul Strand

Mein Mann entdeckte Kjul Strand auf google map, denn auf unserer Strassenkarte war er nicht verzeichnet.

Als wir das Auto abgestellt hatten und zum Strand hinunter gegangen waren schauten wir erst einmal nach links:

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Laaaaangweilig, dachte ich.

Dann nach rechts:

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Schon wieder Autos, dachte ich.

Dann nach vorne aufs Meer:

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Aaaaaah! Und dieser blaue Himmel!

Kjul Strand gewann aber meinen Respekt. Wir wandten uns nach links, wo keine Autos waren und fanden es dann doch sehr schön.

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Ein Teil von einem Bunker. Auch das ist hier Realität. Überall an Ost- und Westküste kann man ihnen begegnen. In Hirtshals und Frederikshavn befinden sich sogar grosse Bunker-Museen.

Diese Ecke hatte es mit angetan. Keine schlechte Lage für ein Sommerhaus, nicht wahr?

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Ein absolut seltener Anblick am Strand: ein Motorrad.

Hier wurde es allerdings haarig. Durch den Priehl würden wir nur barfuss durchkommen. Gesagt getan, so kalt war es ja nicht. Hinter meinem Mann sieht man die Motorradspur. Er muss durch das Wasser gefahren sein.

Es gab so kleine natürliche Pools, die schön von der Sonne aufgewärmt worden waren. Das war was für mich.

Ich bin klatschnass geworden, aber wie gesagt, es war ja nicht kalt. Ich habe extra noch das Spiel der Sonnenstrahlen auf dem Wasser fotografiert, dass finde ich so schön.

Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Schiffsteil vorbei. Und so eine jungfräuliche Motorradreifenspur im Sand hat doch etwas ästetisches … 😉

Wir sind dann mit dem Auto von der Abfahrt Kjul Strand zur Auffahrt Uggerby gefahren. Es waren doch nicht so viele Autos, vielleicht 10 Wohnmobile, alles Deutsche und ein paar dänische PKWs. Nach 300 Metern war da kaum noch jemand und auch keine Autos mehr, ausser uns … 😉   Aber man konnte schon an den Spuren im Sand sehen, dass dort teilweise ziemlich viel Verkehr herrschen musste.

Und all dies habe ich in Kjul am Strand gefunden:

Teilweise fanden wir mehrere Meter lange Algen oder Tang, die wie Schnürsenkel aussahen.

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Da alle meine Projekte bereits in Kartons verpackt sind, haben mein Mann und ich uns darauf geeinigt, dass wir ab jetzt nichts mehr sammeln …

 

 

Italien mit dem Motorrad, Teil 4

18.5.2012

Wir wollten uns ja San Gimignano ansehen, also ging es los, über Pontedera mit seinen bemerkenswerten (Ironie) Kreisverkehrskunstwerken, Ponsacco nach San Gimignano.

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In der Ferne kann man die Türme sichten.

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Wie ihr an den Fotos sehen könnt, hatten wir keinen blauen Willkommen-im-sonnigen-Italien-Himmel. Es war eigentlich den ganzen Tag mehr oder weniger bedeckt, aber warm.

Viele sagen, dass diese Stadt sehr touristisch ist. Das ist sie natürlich auch. Im Mai war es allerdings noch nicht so schlimm, und trotz der vielen Menschen herrschte dort eine gute Stimmung. Sehr bemerkenswert fand ich die Balkons und Terrassen, sowie die kleinen Gassen, in denen lokale Erzeugnisse verkauft wurden, vor allem Lebensmittel, Alkohol und Kunsthandwerk. Und einen Wildschweinkopf für 300 Euro.

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Die Krüge hätte ich am liebsten mitgenommen, aber das ging ja nicht auf dem Motorrad. Später fragte mich eine Freundin, warum ich sie mir nicht hätte schicken lassen. Auf die Idee war ich gar nicht gekommen. Dusselig!

Hier noch ein Kunstwerk ganz besonderer Art:

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Diese „Tüten“ waren aus hauchdünnen Melonenscheiben geformt. Total gesund also mit all dem Obst! 😉 

Wir stiessen auf einen Roma mit Hund und Gitarre. Er wohnte in einem kleinen Bus, der etwas weiter weg geparkt war. Uns gefiel seine Musik, vor sich hin fliessend, leicht … und wir kauften eine CD. Oft ist die Musik auf einer CD dann etwas ganz anderes. Das war auch hier der Fall. Die war mehr in Richtung Django Reinhardt, was wir aber auch gut fanden.

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 Und hier kommt ein Rundgang durch San Gimignano:

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Von San Gimignano aus fuhren wir in das ca. 15 km weit entfernte Volterra, eine Stadt mit imponierender Burg. Fotos von der Burg kann man hier ansehen: https://www.expedia.de/Medici-Festung-Volterra.d6073868.POI

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Volterra war auch schön, aber es herrschte dort eine ganz andere Stimmung vor, fast ein wenig düster. Wer weiss, was dort einmal geschehen ist. Anstelle von Keramik und einheimischen Delikatessen waren dort mehr Waffen (Schwerter) und Ritterrüstungen vertreten. Aber genau wie in San Gimignano hatte man auch in Volterra jede geringste Ecke für Gärtchen und Blumentöpfe ausgenutzt. Die Burg haben wir nicht besichtigt, irgendetwas hielt uns davon ab. (Hier noch einmal der Link von oben: https://www.expedia.de/Medici-Festung-Volterra.d6073868.POI … Volterra war eine Festung der Medici und wird heute als Gefängnis benutzt. Das erklärt ja so einiges … )

Hier der Stadtrundgang:

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Und mit diesem Ausblick fuhren wir dann zurück nach Lucca. Alle Rundgänge in Lucca fasse ich in Teil 5 zusammen.

Bis dahin wünsche ich euch allen noch ein schönes Wochenende! 

Garten oder vielleicht besser Pflanzen im August

Heute ist Miesepeterwetter bei uns. Seit gestern Abend, da hatten wir Sturzregen, heute pieselt es  durchgehend. Daher möchte ich ein paar Blümchen im Wind zeigen, denn das hebt die Laune, jedenfalls bei mir … 🙂

Ich gehe mit euch einmal ums Haus herum, von der Haustür aus nach rechts und um die Ecke.

Meine Rudbeckia, so „cool“, dass die im Container anfangen zu blühen:

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„Gartenidyll mit Leiter“

Meine kleine Lärche mit mehr. Die Geranien mochten und mögen den vielen Regen nicht und haben angefangen zu schimmeln.

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Hier meine Neuerwerbung, eine Neuzüchtung Cosmea (Schmuckkörbchen), erstaunlich: sie duftet!

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Eine prachtvolle Pflanze. Aber was sehe ich da? Ein lila Fleck!

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Eine Prairiemalve hat sich in den Topf verirrt und blüht sogar!

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Portrait. Da sind noch so viele Knospen! Ganz am Anfang sind die Blüten etwas dunkler und werden dann heller.

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Gartenidyll mit Dachgepäckträger … 😉 … und meine kleine blaue Azalee blüht. Das macht sie jedes Jahr, im Sommer muss sie noch ein bisschen …

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Die Impatiens im Apfelbaumtopf fühlen sich besonders wohl.

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Meine Rosmarinstecklinge. Mein grosser war am Abnippeln gewesen, und da habe ich versucht, die am besten aussehenden Spitzen abzuschneiden und in die Erde zu stecken. Nicht alle haben überlebt, aber so 8-9 schon, und es kommen Wurzeln unten aus dem Topf, sie leben also wirklich. Da bin ich sehr froh drüber, denn es handelt sich hier um eine besonders schmackhafte Sorte.

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Mein prachtvoller Jiaogulan! (nach dreimaligem totalen Abfrass durch Schnecken oder habe ich das bereits erwähnt?  😉  ) Apropos Stecklinge: ich haben einen abgebrochenen Zweig in eine Vase gesteckt, um die Blätter zu retten. Die sind dann gar nicht gewachsen, aber statt dessen kamen Wurzeln!

Wie sagt man auf Deutsch zu solchen Pflanzen? Tough, auf Dänisch sej, ja jetzt erinnere ich mich: zäh!

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Alle meine Rosen. Sie sehen nicht mehr so toll aus, haben alle etwas schwarze Flecken an den Blättern. Ausser meiner einen Kletterrose „Dublin Bay“, die fängt jetzt an auszutreiben und fühlt sich wohl im Container.

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Eine weitere Rose hat sich durch Blühen identifiziert „Adriana“. Normalerweise sehr schön, im Moment etwas mickerig, aber Hautsache sie überlebt. Sie duftet wunderbar. Für Adriana muss man geduldig sein, denn sie macht alles langsam, aber es lohnt sich. Jetzt ist da nur noch eine Rose nicht identifiziert.

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Mein Lupinen-Beet. Bis auf zwei mit Blüten/Knospen ist jetzt alles ausgegraben. Auch Cosmea habe überall ein wenig ausgesäht.

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So ein schönes Blau, die nehme ich natürlich mit!

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Oben links meine marokkanische Minze, daneben Iris, die ich aus dem Wald geklaut habe, denn die waren völlig runtergetrampelt. In dem anderen Topf sind Veronika und Salbei, die haben beide sehr schön geblüht.

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Hier habe ich Wildblumen ausgesäht. Eine kleine Version der Nachtkerze rechts und links unten die zarten Blätter sind, wenn ich Glück habe, wilde Glockenblumen.

 

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Das lange Beet an der Ostseite mit der einen blühenden Stockrose. Nur eine? Aber nein, siehe hier:

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Unverhofft … eine schöne dunkelrote. Da ist noch eine dritte mit Knospen. Auch hier ist fast alles ausgegraben. Die blühenden grabe ich erst ganz zum Schluss aus.

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Einer meiner drei überlebenden Schmetterlingsbüsche. Eigentlich vier, denn einer ist im Topf mit der japanischen Mispel, die drinnen steht. Der hat es nicht nach draussen geschafft.  😉

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Von der anderen Seite fotografiert. Den Rhodos geht es gut.

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Farbfleck aus Calendula und italienischer Margarite (sie hat kleinere Blüten als die „normale“, wächst auch kompakter, nicht so schlaksig), die zum zweiten Mal blüht mit etwas kleineren Blüten als beim ersten Mal. Sie säht sich selber weiter.

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Einige wenige Prairiemalven haben die Giftattacke an der Südseite überlebt. Ich hätte sie gerne ausgegraben, aber die mögen das so gar nicht, so dass ich es nicht übers Herz gebracht habe, wo sie doch so schön blühen. Ich habe ja welche und ausserdem habe ich auch noch Samen. Die dunklen Flecken sind Hummeln.

Und dann, oh Wunder, doch ein Pfauenauge, der einzige dieses Jahr. Im Wald haben wir welche gesehen, aber im Garten war dies der erste:

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Er hat überall ein wenig genascht. Von der Fächerblume fanden wir übrigens eine winzige Wildversion hinter den Dünen bei Tornby.

Und zum Abschluss ein einsamer Admiral. Das sind bei uns die Spätsommerschmetterlinge; die Pfauenaugen kommen normalerweise im Frühsommer.

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Ein ganz anderes Stranderlebnis …

Heute scheint die Sonne und es weht fast gar nicht. Deshalb wollten wir gerne an den Strand. Wir wählten Tversted, weil wir dann auf dem Rückweg bei „unserem“ Fischhändler einkaufen konnten.

Wir kommen also dorthin und an den Strand, der ziemich schmal war wegen Hochwasser. Im losen Sand war eine Autospur, also dachten wir, da können wir auch fahren. Denkste, im Nu sassen wir fest und alle Versuche zurückzusetzen bohrten uns noch tiefer mit den Vorderreifen in den Sand.

Zuerst waren wir nur zu dritt, ein Däne und wir. Er selbst war auch bereits steckengeblieben und stand jetzt relativ gut, so dass er bei Niedrigwasser am Wasser entlang würde wegfahren können. Wir waren das vierte Auto, das während der letzten Stunde festgefahren war.

Glücklicherweise kamen zwei deutsche Autos, einer davon ein Bus. Aber sie hatten kein Seil, nur so ein schwarzes Band, das ausprobiert wurde und prompt riss.

Vier deutsche Jugendliche und wir gruben was das Zeug hielt mit den Händen den Sand von den Vorderrädern weg und so weit zurück, wie wir konnten. Eine deutsche Dame griff sich die Fussmatten aus dem Auto und legte sie strategisch günstig hinter die Vorderreifen und kam dann auch noch mit Stöcken, auf denen die Reifen wohl nicht durchdrehen würden. Uns fehlte nur ein Seil. Eines der Mädchen, ein Teenager, lief am Strand entlang um bei jemandem ein Seil zu finden.

Ein älterer Herr bot uns dann seine Hundeleine an. Das war sehr lieb und wir wollten es aus lauter Verzweiflung auch damit probieren, als der erste Helfer, der Däne, mit einem richtigen Abschleppseil ankam. Er hatte völlig vergessen, dass er es im Auto hatte. Auch als er selber rausgezogen werden musste, hatte er nicht daran gedacht. Wir versuchten es einmal, nichts zu machen. Da kam ein schwarzer Rover an den Strand. Der wäre gut zum rausziehen gewesen. Als wir auf ihn zugingen, machte er sich schleunigst in die entgegengesetzte Richtung aus dem Staube. „Kein guter Stil“, meinte der eine Junge.

Wir sagten zu unseren Helfern, dass wir wohl besser unseren Autoclub anrufen sollten. Aber ein richtiger Deutscher gibt ja nicht so schnell auf. Wir gruben noch ein wenig mehr, die Matten wurden besser platziert und noch ein Versuch. Und dieses Mal gelang es! Ein Bus der zog und 9 Leute, die schoben, waren erfolgreich!

Wir boten Eis für alle an, aber nur die jungen Leute wollten was haben. Auch durften wir das gerissene Band nicht bezahlen.

Wir hatten auch Glück gehabt, dass wir gleich neben festem Sand gestrandet waren, sonst wäre ein Helferauto ja selber auch eingesackt. Als wir gerettet waren, fuhr ein roter Kastenwagen nach rechts auf den Sand und blieb prompt stecken. Dem konnten wir nicht helfen, da er zu weit weg vom Weg war.

Unsere Helfer hatten die Kennzeichen KS und WN, also Kassel (Hessen) und Waiblingen (Baden-Württemberg). Wir können gar nicht sagen, wie dankbar wir euch sind!!!

 

Der Fluch von Lønstrup Fyr (buahahahahaaa)

Als mein Mann und ich das erste Mal versuchten, den Leuchtturm in Lønstrup zu besteigen, war der abgeschlossen weil irgendein grosses Teil vom Dach gefallen war.

Dann erzählte uns Frau Meermond jetzt wäre er wieder offen, das war so vor drei Wochen. Es war schönes Sommerwetter. Wir fuhren los und als wir in Lønstrup aus dem Auto stiegen kamen da riesige dunkle Wolken mit einem Affenzahn von West und es begann zu schütten wie aus Eimern. Der Leuchtturm musste daher ohne uns auskommen. Wir gingen stattdessen in der Stadt herum, wo man sich immer in Läden oder Galerien flüchten konnte. Auf diese Weise haben wir den Maler entdeckt, den ich neulich vorgestellt habe. Hat doch alles sein Gutes.

Vor einer Woche versuchten wir es zum dritten Mal. Schönes Wetter, aber ich musste dringend woanders hin und die Toilette am Leuchtturm machte erst in einer halben Stunde auf. Kein Problem, wir erledigten das am Parkplatz in der Stadt und fuhren dann zurück. Es waren zwar einige Leute dort, aber nicht so viele, und wir marschierten munter drauflos. Vor uns ging eine Gruppe, die den ganzen Weg versperrte. So langsam konnten wir nicht gehen, wir fragten also höflich, ob wir vorbeikommen könnten und weiter ging’s.

Dann, plötzlich, ohne Vorwarnung auf einem geraden Kiesweg ohne Hindernisse, knickte mein linker Fuss um und ich fiel in Sekundenbruchteilen auf die rechte Seite. In dem einen Moment munter marschierend, im nächsten Moment ”bamm” lag ich da und war völlig verwirrt. Mein Fuss tat weh und ich wollte nicht gleich wieder aufstehen. Eine deutsche Familie fragte, ob wir Hilfe brauchten, die Dänen, die wir überholt hatten gingen wortlos vorbei.

Als ich dann wieder auf den Beinen war und mein Mann mich fragte, ob wir umkehren sollten, dachte ich ”nein, jetzt ist Schluss, jetzt gehen wir auf den blöden Turm, wäre doch gelacht”. Wir gingen tatsächlich die hohen Dünen und den Turm hinauf. Die Aussicht war es wert. Frau Meermond hat da allerdings viel schönere Bilder. https://meermond.wordpress.com/2016/04/24/rubjerg-knude-fyr/ Ich stelle nur ein paar hier ein, die ich von oben vom Turm aus gemacht habe. Nur zur Information, in der Zwischenzeit gibt es am Parkplatz sowohl Kiosk als auch Toilette, aber beides öffnet erst um 11.30 Uhr, ist also nichts für Frühpinkler und -nascher.

Genau wie bei der Wanderdüne Raabjerg Mile, liegt auch der Leuchtturm mit seiner Düne mitten in einer grünen Landschaft. Wenn man sich das auf Google Earth anschaut, ist alles grün und dann plötzlich so ein Sandhaufen. Da fragt man sich, wo kommt der her? Hier kann man mehr dazu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rubjerg_Knude 

Witzigerweise hatten die Touris die umherliegenden Ziegelsteine von den zerstörten Häusern dazu benutzt, ihre Signaturen zu hinterlassen.  😉

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Wieder zuhause wunderte ich mich, dass ich es geschafft hatte das durchzuziehen, denn mir tat alles weh, mein rechtes Knie war total blaulila und geschwollen, und generell fühlte ich mich, als ob mich jemand zusammengeschlagen hätte. Wahrscheinlich war das ein Adrenalinschub, der mich auf den Turm gebracht hatte.

Dank Rescue-Creme und Arnikamassagen bin ich jetzt fast wieder auf dem Damm. Das hatte mir auch vor dem Umzug gerade noch gefehlt.

Auf jeden Fall haben wir den Fluch des Turmes gebrochen! 😉

 

Mein Grossvater

Heute möchte ich von meinem Grossvater berichten, dem Vater meines Vaters. Von ihm haben mein Vater und ich unsere Vorliebe für Pflanzen und Gärten geerbt.

Eigentlich war er Fischereikapitän. Nach dem zweiten Weltkrieg zog er mit seiner Frau nach Rostock in die sowjetisch besetzte Zone, weil er im Westen keine Arbeit bekam. Dort lebte er bis zu seinem Tode. Er war Kapitän auf dem Schiff ”Halle”, ein ziemlich grosser Dampfer, den man sogar als Papiermodell zum Selberbauen kaufen konnte. Wenn ich jetzt im Internet nach dem Schiff suche, bekomme ich Null Ergebnisse.

Er fuhr also zur See und berichtete manchmal, wie hart es an Bord war, besonders wenn sie in Fischschwärme kamen. Dann waren die Netze voll, und alle mussten helfen mit dem Fischeausnehmen und auf Eis legen, auch der Kapitän, und zwar so lange wie da Fische waren, vorher war nichts mit schlafen. Kein Wunder, dass sie fast alle Alkoholiker waren. Mein Grossvater auch, aber er wurde nie aggressiv, nur redselig, und dann wetterte er gegen das DDR-Regime. Das wurde dann von den Untermietern, die meine Grosseltern gezwungen waren aufzunehmen, weil ihr Haus zu gross war für zwei Personen, an die Polizei gemeldet, die prompt meinen Grossvater vorlud um sich zu erklären. Er kam allerdings immer mit einer Verwarnung davon.

Wenn er nicht auf See war, kümmerte er sich um den Garten. Ausser einem fantastischen, riesigen Kirschbaum, den er gegen die Stare verteidigen musste, hatte er Johannisbeeren in drei Farben, Stachelbeeren, Pflaumen, Birnen, Kürbisse und Gemüse auf einer Dreifelderwirtschaft. Er hatte drei kleine Beete, von denen eines immer brach lag und mit Gründünger bepflanzt wurde, der dann später untergegraben wurde. Auf den anderen beiden Beeten hatte er Gemüse, meistens zwei Sachen auf einmal, und dann zwischen zwei bis drei Ernten im Jahr. Er wusste, was sich vertrug und was nicht, und was nacheinander gepflanzt werden konnte. Die Bepflanzung rotierte er dann jedes Jahr von Beet zu Beet. Ich wünschte, ich hätte damals besser aufgepasst! Das einzige was ich behalten habe ist, dass nach der Bepflanzung mit Erbsen die Erde ausgelaugt ist und brachliegen muss, und dass Kartoffeln die Erde von Unkraut säubern. Achja, im Herbst hatte er dann in einem Beet Rosenkohl und in dem anderen Grünkohl. Über den Kirschbaum hatte er ein Fischernetz gebreitet und dann Blechdosen in den Baum gehängt. Diese konnte man mittels einer Schnur von der Veranda aus in Bewegung setzen, um die Vögel zu vertreiben, denn die Schlauen flogen von unten in den Baum hinein und umgingen das Netz. Wenn man sich auf der Veranda aufhielt, hatte man automatisch Dosendienst.

Meine Grossmutter stellte Unmengen von Eingemachtem her, von denen alle Kinder etwas abbekamen. Ich habe nie verstanden, warum meine Mutter das nicht toll fand. Wir assen hauptsächlich die eingekochten Kirschen und Pflaumen, wohingegen die Kürbisse und Birnen stehenblieben. Als ich später mal darauf bestand, die Birnen zu probieren, war ich erstaunt, wie lecker die schmeckten. Eingelegter Kürbis ist auch nicht gerade mein Favorit, aber ich fand es wunderbar, dass meine Grossmutter das konnte. Auf diese Weise versorgte der Garten sie nicht nur während des Sommers, sondern auch im Winter.

Einmal stand mein Grossvater auf einer hohen Leiter um Kirschen zu ernten. Irgendwie stand die Leiter wohl nicht im richtigen Winkel, jedenfalls fiel sie zusammen mit meinem Grossvater hintenüber. Wie im Zeichentrickfilm, in Zeitlupe, aber doch zu schnell für uns, als dass wir ihm zu Hilfe hätten kommen können. Zum Glück fiel er in die Johannisbeerbüsche, und er kam mit einem Schrecken davon (und wir auch).

Ich erinnere mich daran, dass meine Grossmutter oft in Hamburg bei meiner Tante zu Besuch war, wenn mein Grossvater auf See war. Zuerst war das ja nach dem Krieg kein grosses Problem, aber dann wurde die Grenze zugemacht und plötzlich konnte man einander nicht mehr so einfach besuchen. Zu Anfang, als ich noch klein war, durfte man nicht mit dem Auto in die DDR einreisen, man musste die Bahn nehmen. An der Grenze mussten dann alle aussteigen, durch den Zoll gehen und in einen anderen Zug wieder einsteigen. Wenn man angekommen war, wo man wohnen wollte – man konnte nur einreisen, wenn man Verwandte besuchte – musste man sich bei der Polizei melden und am Tag vor der Abreise wieder abmelden.

Es war etwas einfacher, als man dann mit dem Auto einreisen durfte. Obwohl man an der Grenze jedes Mal gründlich gefilzt wurde. Man fühlte sich wie ein Verbrecher. Und meine Mutter versuchte öfter, etwas hinauszuschmuggeln, denn man musste einen bestimmten Betrag pro Person und pro Tag 1:1 zwangsumtauschen und sollte dann gerne das Geld im Lande verbrauchen, was gar nicht so einfach war. Essengehen war extrem billig, der öffentliche Verkehr kostete fast gar nichts. Wein machte mein Grossvater selber aus den Johannisbeeren … Kunst, Porzellan, Stoffe, nichts durfte man mit in den Westen nehmen. Wenn an der Grenze etwas gefunden wurde, wurde es beschlagnahmt und man wurde verhört, also die Erwachsenen. Ja, das war ein kleiner Ausflug in die deutsche Geschichte. Um mit Obelix zu sprechen: ”Die spinnen, die Deutschen!”

Natürlich gab es auch dunkle Geheimnisse im Leben meiner Grosseltern, aber da ich die Geschichten nur aus zweiter Hand kenne und daher nicht weiss, ob sie wahr sind, werde ich sie hier nicht wiedergeben.

Die Nachbarn meiner Grosseltern hatten eine Tochter in meinem Alter, und wir freundeten uns an. Als wir älter wurden wollte sie mich dann immer mit zu den Jungpionieren nehmen, aber da hatte ich keine Lust zu.

Wieder zurück zu meinem Grossvater. Er konnte auch Geige spielen! Ich erinnere mich an einen Silvesterabend, an dem meine beiden Grossväter zusammen musizierten. (Der Vater meiner Mutter spielte Bandoneon in einer Volkstanzgruppe.) Das war das letzte Mal, dass wir zusammen ins Neue Jahr feierten, denn er erkrankte an Krebs und starb innerhalb kurzer Zeit. Es war ziemlich hart, ihn zu sehen. Ich war damals 13 Jahre alt oder so und sah meinen starken Grossvater zu einem verhutzelten kleinen Mann reduziert. Ich war erstaunt wie gefasst er die Situation zu tragen schien. Er wurde 68 Jahre alt.

Als Seemann konnte er früh pensioniert werden, ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube mit 55. Und die Zeit seiner Pension hat er nicht verschwendet, nein, er lernte Englisch über das Fernsehen und machte seinen Führerschein, kaufte einen Trabbi und fuhr mit meiner Grossmutter auf Ausflüge.

Ich fand ihn ziemlich imponierend.

Italien mit dem Motorrad, Teil 3

16.5.2012

Wir fuhren weiter in Richtung Lago di Garda, allerdings nicht mehr auf der Autobahn, die hatten wir in Bozen/Bolzano bereits verlassen, über Trento, Arco, Nago, Torbole.

Also mal ganz ehrlich, der Garda-See ist in meinen Augen überreklamiert. Ich würde den Lago di Como jederzeit vorziehen (am Lago Maggiore war ich noch nicht). Aber ich glaube wir waren auf der weniger interessanten Seite des Sees. 

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Das Örtchen hätte mich gereizt …

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Na gut, so uninteressant war es gar nicht! Aber deutlich schöner auf der anderen Seite … 😉   Vielleicht war es mir zu touristisch.

Nette kleine Orte waren da aber trotzdem: Malcesine, Porto, Campo, Castelletto, wir assen in einem ziemlich kitschig eingerichteten Restaurant am Strand, das aber gutes Essen servierte. In Castelletto machten wir unsere erste Pause. Das Restaurant kam später.

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An den Fahnen kann man sehen, dass der Wind aus Nord/Nord-Ost kam. Daher war es trotz Sonne nicht sehr warm.

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Blick von Castelletto aus auf die andere Seite des Sees.

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Ich versuche, in meine Jacke runterzukriechen.

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Hier zwei Bilder von dem Restaurant. Dort war alles mit Gold bemalt, sogar die Verzierung auf den Fliesen und die Vorhänge in der Toilette.

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Man hatte einen schönen Ausblick.

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Unser Weg führte uns weiter über Lazise (hier verliessen wir den Gardasee), Valeggio sul Mincio, Marengo, Goito, Gazoldo degli Ippoliti, Marcaria.

Unser GPS führte uns von Cesole bis Dosolo auf dem Deich am Po entlang, von wo wir eine atemberaubende Aussicht hatten. Ich war so hin und weg, dass ich gar nicht fotografiert habe. Erst waren wir nicht sicher, ob wir da überhaupt fahren durften, aber es fuhren auch einige wenige Autos dort oben, also schien es legal zu sein. In Dosolo kreuzten wir noch einmal den Po. Eigentlich wollten wir ein Hotel finden, aber das gestaltete sich schwierig.

Vor der Stadt, die auf der anderen Seite des Flusses lag, Guastalla, befand sich auf der rechten Seite ein Luxus-Hotel-Komplex mit dem Problem, dass er geschlossen und verwaist war. Gleich gegenüber lag noch ein Hotel, das aber recht heruntergekommen wirkte. Wir fuhren weiter in die Stadt hinein, konnten aber kein einziges Hotel mehr ausmachen. Die Bevölkerung schien hauptsächlich aus Indern oder Pakistanern zu bestehen. Nicht, dass ich etwas gegen sie hätte, es wunderte mich nur.

Wir sahen uns gezwungen weiterzufahren, und zwar über Novellara bis zu einem kleinen Ort, der Ponte Vettigano hiess und wo wir das Hotel Santo Steffano fanden.

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Das Hotel wurde von einer Schweizerin und ihrem italienischen Freund geführt. Das zugehörige Restaurant hatte allerdings einen anderen Pächter. Und dort war in der Nacht Diskothek bis um 02.00 Uhr morgens. Da war Knall drauf. Wir waren eigentlich am meisten besorgt wegen unseres Motorrads, das draussen stand. Wir wussten ja nicht, was das für Leute waren. Da wir wegen der lauten Musik sowieso nicht schlafen konnten, schlich ich am Ende des Disko-Abends in den ersten Stock. Dort war ein Fenster zum Parkplatz hinaus, von wo ich beobachten konnte, ob jemand zu unserem Motorrad rüberging. Aber nichts passierte, niemand ging auch nur in seine Nähe, und nachdem die letzte Autotür zugeschlagen worden war, konnten wir endlich schlafen. Disko ist dort immer Mittwochs, ihr seid somit gewarnt! Ansonsten können wir das Hotel empfehlen. Die Dame des Hauses serviert ein sehr nettes Frühstück, sogar mit Ei, wenn man will.

Sie erzählte uns, wie schwierig es wäre, in Italien ein Geschäft zu haben; die Steuern würden einen auffressen. Nachdem wir sie bezahlt hatten, mit Bargeld, sahen wir sie in ein Auto steigen und absausen. Wir hatten den Verdacht, dass sie unterwegs war, um jemanden zu bezahlen, dem sie Geld schuldete. Sie lebten nicht nur von dem gepachteten Hotel; ihr Freund hatte einen anderen Job. Sie war nicht sehr zuversichtlich, dass sie im Hotel würden bleiben können unter den Umständen, wie sie in Italien im Moment vorherrschten. Schade, es sieht so aus als ob es überall bergab geht.

 

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Am Donnerstag ging es dann weiter in Richtung Süden. Freunde hatten uns die Stadt Lucca empfohlen. Wir sahen uns die Lage auf der Karte an und fanden, dass man von dort gute Tagestouren würde machen können. Daher beschlossen wir, dort auf jeden Fall drei Nächte zu bleiben.

Der Weg nach Lucca führte uns über Carpi, Modena, Sassuolo, Frassinoro, Passo delle Radici, eine wunderschöne Passstrasse, Castelnuovo di Garfagnana, Gallicano, Bagni di Lucca.

Auch auf diesem Abschnitt habe ich nicht so viel fotografiert wie sonst, ich war so beschäftigt mit Gucken. Ich schummele daher und setze ein paar Fotos vom Passo delle Radici rein, die ich auf der Rückfahrt gemacht habe.

 

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In Lucca fuhren wir nur kurz umher, da hatten wir auch schon ein ansprechendes Hotel gefunden, Hotel San Marco. Da der heilige Markus uns in Auer bereits gute Unterkunft beschert hatte, beschlossen wir, es dort zu versuchen. Auch sehr empfehlenswert übrigens, mit Tiefgarage. Wir haben mit unseren Hotels Glück gehabt. http://www.hotelsanmarcolucca.it/de/ Das Hotel sieht wirklich so aus wie auf den Bildern, jedenfalls in 2012. Die Webseite ist viersprachig und der junge Mann an der Rezeption sprach auch alle vier, Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch (er war Italiener). Vom Hotel aus war man in fünf Minuten in der Altstadt.

Hier nur ein paar Fotos von Lucca, später kommen mehr.

 

(Fortsetzung folgt)